Die Frau des Zeitreisenden (2009)

Originaltitel: The Time Traveler's Wife
Die Frau des Zeitreisenden Poster

Videos und Bilder

Filmhandlung und Hintergrund

Die Frau des Zeitreisenden: Robert Schwentkes Verfilmung des Bestsellers von Audrey Niffenegger, in dem sich eine junge Frau in einen Mann verliebt, der auf kontrollierte Zeitreisen durch sein eigenes Leben geht.

Seit seinen Kindheitstagen geht Henry DeTamble auf Zeitreisen durch sein eigenes Leben. Clare ist ein kleines Mädchen, als Henry ihr erstmals begegnet – als erwachsener Mann – und weiß sofort, dass er ihr Schicksal sein wird. Auch wenn der Alltag durch Henrys Trips erschwert wird, verlieben sie sich, heiraten und sind glücklich. Wolken ziehen erst auf, als Clare sich ein Kind wünscht, sich aber unkalkulierbare Probleme einstellen. Und dann ist da noch die Besorgnis, dass keiner der Henrys, die ihr begegnen, jemals älter als 43 Jahre ist.

Kritiken und Bewertungen

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    Der neue Film des deutschen Regisseurs Robert Schwentke erzählt die magische Liebesgeschichte von Henry (Eric Bana) und Clare (Rachel McAdams). Henry leidet an einer genetischen Anomalie, die ihn unkontrolliert zwischen den Zeiten hin- und herspringen lässt. Trotz der unvorhersehbaren und nicht ganz ungefährlichen Zeitreisen, versuchen die beiden mit aller Kraft sich ein gemeinsames Leben aufzubauen, eine ganz normale Familie mit Kind zu sein. Die atmosphärischen Bilder, die originelle Farbgebung und die herausragende Kameraführung des Films machen diese Variation des Themas Liebe und ihrem richtigen Timing zu einer zeitlosen Romanze - eine ungewöhnliche Lovestory, die Zuschauerherzen zum Schmelzen bringt.

    Jurybegründung:

    Das Thema 'Zeitreise' als Basis einmal nicht für einen Science-Fiction-Film sondern für eine Liebesromanze. Ein reizvoller Plot, der Dank dem Bestseller von Audrey Niffenegger und dem hervorragenden Drehbuch des Spezialisten für außergewöhnliche Geschichten, Joel Rubin, zu einem wunderbaren Melodram wurde.

    Dabei wird dem Zuschauer viel Geduld abgefordert um in die Geschichte hineinzukommen. Wegen einer Gen-Anomalie muss Henry seit seiner Kindheit auf Zeitreisen gehen, durch die aber sein Leben auf ständig wechselnden Zeitebenen abläuft. Henry erscheint dem Zuschauer nur in einer Altersdekade von etwa Anfang 30 bis zu seinem Tod mit 43 Jahren, seine große Liebe Clare aber in verschiedenen Alterspositionen als kleines Mädchen bis zu einer reifen Frau. Dass die Zeitsprünge für Henry unvorbereitet kommen und diese auch nackt geschehen, erhöht die Spannung und führt auch zu humorvollen Situationen. Clare hat sich von Beginn an damit abgefunden, ihre Zeit mit Henry auf ungewöhnliche Weise zu verbringen, unter manchmal langen Trennungsphasen leiden zu müssen und auch die Zeitsprünge zu den 'unmöglichsten' Augenblicken zu ertragen. Dass der Geliebte während der Hochzeitsfeier gleich zweimal verschwindet und die Hochzeitsnacht ohne ihn stattfindet, das ist schon mehr als außergewöhnlich.

    Besonders eindrucksvoll ist die Beziehung zwischen dem jungen Henry und seiner Mutter und zwischen dem erwachsenen Henry und seiner Tochter. In beiden Fällen verinnerlichen die Dialoge die Liebe über den Tod hinaus, dass der Tod nicht das letzte Wort hat und man in seinen Nächsten fortlebt.

    Wenn auch das Set-Design die unterschiedlichsten Milieus auf den Zeitreisen mit einigen Klischees bedienen muss, so verdient die Ausstattung ein besonderes Lob. Die hervorragende Kamera von Florian Ballhaus schafft atmosphärisch dichte Bilder mit einer wunderschönen Farbzeichnung. Rachel McAdams spielt auf sehr sensible und glaubhafte Weise Clare. Die Kinderrollen sind glänzend besetzt und das Spiel der jungen Protagonisten unter einer sicheren Führung eindrucksvoll. Lediglich Eric Bana als Henry vermag nicht, seine Rolle mit großen Emotionen zu füllen. In Mimik, Gestik und Sprache spiegeln sich die unglaublichen Erfahrungen seiner Zeitreisen und die Kenntnis von seinem harten Schicksal bedauerlicher Weise nur selten wieder.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • "Die Frau des Zeitreisenden" ist ein wunderschöner Film über eine große Liebe, die allen Widrigkeiten zu trotzen vermag. Obwohl es um Zeitreisen geht, ist die Adaption des Romans von Audrey Niffenegger kein Science-Fiction-Film. Wissenschaftlichen Details interessieren Regisseur Robert Schwentke überhaupt nicht, Dinge wie mögliche Paradoxa, die bei einer Zeitreise entstehen könnten, spielen keine Rolle. Henry erwähnt ein, zweimal, dass er nicht in der Lage sei, seine Vergangenheit zu verändern, und damit spielt das Thema keine weitere Rolle mehr.

    Denn in "Die Frau des Zeitreisenden" geht es um etwas ganz anderes – um viel mehr. Das Phänomen, das Henry unkontrolliert durch die Zeit springen lässt, wird wie eine Krankheit inszeniert, unter der Henry leidet und trotz der er von Clare geliebt wird. Die Zeitsprünge sind das große Hindernis, das zwischen den beiden steht, der Ursprung der Tragödie, wenn man so will. Der Film macht uns die ganze Zeit über bewusst, dass dieses Paar, das wir vor Augen haben, das so liebevoll und freundschaftlich miteinender umgeht, das einander so vertraut ist, jederzeit willkürlich auseinander gerissen werden könnte. Henry und Clare wagen eine Beziehung gegen alle Vernunft. Denn so stark ihre Gefühle füreinander sind, so fragil ist auch ihr gemeinsames Glück.

    Dass der von Brad Pitt produzierte Streifen funktioniert und man als Zuschauer emotional berührt wird, liegt nicht zuletzt an den beiden großartigen Hauptdarstellern des Films. Eric Bana, einst noch Marvels Hulk, ist älter geworden – es gelingt ihm perfekt, auch einen reifen, fast 40jährigen Henry zu spielen, aber ebenso den jugendlichen Intellektuellen, der er ist, als er Clare kennen lernt.
    Und Rachel McAdams ist als Clare einfach nur bezaubernd, ausgestattet mit einem Lächeln, mit dem sie den Zuschauer auf Anhieb für sich gewinnt. Die Szene, wenn sie Henry als junge Frau in der Newberry-Bibliothek Chicago trifft – den Mann, für den sie eine völlig Fremde ist und den sie doch schon ihr ganzes Leben lang kennt –, sprüht nur so vor Charme. In einem einzigen Dialog verzaubert sie nicht nur Henry, sondern auch das Publikum.
    Regisseur Robert Schwentke soll ebenfalls voll des Lobes für seine Hauptdarstellerin gewesen sein: "Rachel drückt etwas aus, was nicht fassbar ist. Sie strahlt von innen. Sie sieht so traumhaft aus, dass uns der Atem stockt. Zwischen ihrem Gesicht und der Kamera kommt es fast zu einer alchemistischen Reaktion."

    Clare, Henry und die Zeitreisen, das sind die drei wesentlichen Elemente dieses Films. Wobei Henry anstatt unter der genetischen Anomalie, die ihn durch die Zeit springen lässt, ebenso unter Narkolepsie oder Schizophrenie oder einer Drogensucht leiden könnte. Sicher, die Zeitreisen geben dem Film eine magische Komponente, doch tatsächlich erinnert „Die Frau des Zeitreisenden“ ein wenig an "Leaving Las Vegas" mit Nicolas Cage als Alkoholiker und Elisabeth Shue als sein persönlicher Engel. Ein wenig – denn im Gegensatz zu Cages Figur Ben Sanderson hat Henry nicht resigniert. Er will dieses Leben, solange er es nur mit Clare teilen kann: "Ich habe immer darauf geachtet, dass es in meinen Leben nichts gibt, von dem ich mich nicht leicht trennen könnte. Aber dafür ist es jetzt zu spät. Ich fühle mich nicht mehr allein."

    Ein weiter Grund, warum der Film funktioniert, ist die Tatsache, dass er völlig unprätentiös und mit genau dem richtigen Maß an Pathos erzählt wird. Er hat ganz unbeschwerte Momente, aber auch tieftraurige – die sich stets nachvollziehbar aus den Umständen ergeben. In der Tat sind Henrys Reisen durch de Zeit nicht nur ein Fluch. Und vor allem gibt es Menschen, die um seinen Zustand wissen und für ihn und Clare da sind: der Genetiker Dr. David Kendrick (Stephen Tobolowsky), Clares Freunde Gomez (Ron Livingston) und Charisse (Jane McLean) oder Henrys Vater (Arliss Howard).

    Gedreht wurde "Die Frau des Zeitreisenden" in Chicago, wo der Film auch spielt, und in Toronto. Hinter der Kamera stand ein Kameramann mit einem großen Namen: Florian Ballhaus, Sohn von Michael Ballhaus, der schon unter der Regie von Martin Scorsese, Francis Ford Coppola und Robert Redford gearbeitet hat. Ballhaus jr. fängt die Liebe von Henry und Clare in teilweise geradezu zärtlichen Bildern ein und trägt neben der sorgfältigen Erzählung dazu bei, dass der Film nahe geht.

    Fazit: Ein wunderschöner Film über zwei Menschen, die trotz schwierigster Umstände die große Liebe wagen. Vor allem Rachel McAdams ist als Clare einfach nur bezaubernd!
  • Basierend auf dem langlebigen Bestseller von Audrey Niffenegger inszenierte der Deutsche Robert Schwentke eine Romanze, die einem zu Herzen geht, die man ernst nimmt, ohne dass man die Prämisse ernst nehmen müsste.

    Als hätte man einen Roman von Nicholas Sparks auf eine lange Reise auf einem Möbiusband geschickt: Unterstützt von einem Drehbuch des in außerweltlichen Fragen überaus erfahrenen Bruce Joel Rubin (“Ghost – Nachricht von Sam”, “Jacob’s Ladder”), hat “Flightplan”-Regisseur Robert Schwentke sich in seinem zweiten Hollywoodfilm einer eigentlich unmöglichen Liebesgeschichte angenommen. Deren Gelingen hängt voll und ganz davon ab, ob der Zuschauer ihr ihr eigentümliches Konstrukt in den ersten zehn Minuten abkauft. Kein einfaches Unterfangen: Immerhin geht es um eine Frau, die sich in einen Mann verliebt, der als unfreiwilliger Zeitreisender immer wieder an unterschiedlichen Stationen seines Lebens ankommt, ohne jemals kontrollieren zu können, was mit ihm geschieht: Erstmals sieht diese Clare ihn als kleines Mädchen, als sie dem erwachsenen Mann auf einer Wiese begegnet wie immer, wenn er durch die Jahre purzelt, ist er nackt. Er weiß da bereits, dass er sich später in sie verlieben wird. Sie spürt, dass diese Begegnung ihr Schicksal sein wird. Das ist natürlich eine aberwitzige Prämisse, die man auf ihre Schlüssigkeit besser nicht abklopft, dem Film aber ungeahnte romantische und dramatische Möglichkeiten eröffnet.

    Schwentke, der sich schon bei “Flightplan” als versierter Stilist mit Übersicht und Eleganz erwies, ist klug genug, seinen Film mit großem Drama zu eröffnen, um sein Publikum im Handstreich zu nehmen und zumindest schon einmal anzudeuten, dass es auch später wieder um Leben und Tod gehen wird: Er ist dabei, wie Henry DeTamble als Junge erstmals auf Zeitreise geht, im Moment des Unfalltodes seiner Mutter nur um sich kurz darauf selbst gegenüberzustehen. Schnell und nüchtern wird das Regelwerk des Films festgelegt, ohne jemals Zweifel an Sinn der alles entscheidenden Grundidee zu hegen: Wichtig ist vor allem, dass Henry den Lauf seines Schicksals nicht steuern kann. Hat man sich erst einmal arrangiert damit, dass sich die Hauptfigur nicht einfach nur beliebig auflösen kann, sondern auch in verschiedenen Altersstadien immer wieder an den Schlüsselmomenten seines Lebens auftaucht, hat das Publikum ebenso viel Spaß an der verrückten Geschichte wie offenkundig auch die Filmemacher: Ist der Ausnahmezustand als Normalität erst einmal etabliert, ist Die Frau der Zeitreisenden erfrischend leicht und charmant und in der Hochzeitsszene geradezu komisch, wenn Henry fünf Minuten vor der Zeremonie spurlos in eine andere Zeitebene entschwindet und eine ältere Variante seiner selbst mit anderer Frisur und ergrauten Schläfen zur Rettung eilt. Dramatik kommt dann in der zweiten Hälfte ins Spiel, wenn Henry und Clare um Nachwuchs ringen und sich die Anzeichen verdichten, dass die beiden sich so bedingungslos Liebenden nicht glücklich bis in alle Ewigkeit leben werden: Es muss eine Bewandtnis haben, dass Clare nie einen Henry zu Gesicht bekommt, der älter als 43 ist.

    Aber wie Schentke mit der Ironie spielt, dass dem Mann, der an keine Gegenwart gebunden ist, die Zeit knapp wird, wie die Zeitreisen immer weniger werden, je mehr man sich dem Punkt ohne Rückkehr nähert, hat etwas Erhabenes und Bewegendes, das vielen Romanzen der jüngsten Zeit abgeht. Dass Die Frau des Zeitreisenden so enorm gut funktioniert, liegt nicht nur an der überzeugenden Umsetzung Schwentkes (Lob auch an seinen vorzüglichen Kameramann Florian Ballhaus, der das Wahrhaftige betont, um der Fantasy Bodenständigkeit zu verleihen), sondern vor allem an den beiden Hauptdarstellern: Eric Bana und Rachel McAdams, hier mindestens so gut wie in dem verblüffend ähnlichen “Wie an einem einzigen Tag”, verbindet eine Chemie, dass man mit ihnen durch Dick und Dünn, durch gute wie schlechte Tage gehen will. Und bereitwillig durch ein Szenario, das einer näheren Betrachtung vielleicht nicht Stand hält, aber wie besessen daran glaubt, dass Liebe eine Himmelsmacht und Zeit relativ ist. Deshalb macht es auch nichts, dass der Film, eine der letzten New-Line-Produktionen, schon seit längerem auf seine Auswertung wartet. Im Gegenteil: Die Vorlage von Audrey Niffenegger ist mittlerweile noch begehrter, was sich für das Kino nicht als Nachteil erweisen sollte. ts.

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