Filmhandlung und Hintergrund

Sehr turbulente TV-Komödie um Lottogewinne, Banküberfälle und Beziehungsprobleme...

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Kritikerrezensionen

  • Die Frau des Frisörs: Sehr turbulente TV-Komödie um Lottogewinne, Banküberfälle und Beziehungsprobleme...

    Wenn ein Autor nicht weiter weiß, lässt er sich gern vom Zufall retten. Das wirkt nicht immer elegant. In dieser Tragikomödie aber wurde der Zufall zum Stilmittel erkoren.

    Schon das scheppernde Aufeinandertreffen der beiden Titelfiguren ist reine Glückssache: kein Auto weit und breit, aber die beiden stoßen zusammen. Auf den ersten Blick könnten Friseur Siegfried (Dominique Horwitz) und Mode-Designerin Vera (Muriel Baumeister) kaum unterschiedlicher sein, und tatsächlich steht ihre Spontanehe unter keinem guten Stern. Fünf Jahre später sind sie hoch verschuldet, Vera wird als Bankräuberin gesucht, und der frustrierte Friseur hat sich schon einen Strick um den Hals gelegt; doch dann ertönt die Ladenklingel. Obwohl Montag ist, will er seinen letzten Kunden nicht sitzen lassen, und weil der Herr (Max Herbrechter) komplizierte Strähnchen wünscht, hat Siegfried viel Zeit, ihm seine Lebensgeschichte zu erzählen.

    Dieses Gespräch bildet die Rahmenhandlung, in die Autor Andreas Pflüger den Rest der vielschichtigen Handlung als Rückblende gebettet hat. „Rest“ ist dabei allerdings ein eher unpassender Begriff, denn die von Jan Ruzicka mit angemessenem Augenzwinkern inszenierte Geschichte bietet ein sehenswertes, mit viel Liebe zum Detail entworfenes Personal sowie eine Vielzahl höchst unterhaltsamer dramaturgischer Wendungen. Auf wunderbare Weise setzt sich Stück für Stück alles zusammen. Man erfährt, warum Siegfried ein Gipsbein hat, welches Verhältnis den durchtriebene Bankdirektor (Pierre Besson) und die tatsächliche Bankräuberin (Nadeshda Brennicke) miteinander verbindet, wie Vera und Siegfried vorübergehend Lottomillionäre waren und warum auch die zunächst eigentlich gar nicht sonderlich attraktive Polizistin Bullwinkel (Annette Paulmann) Teil eines amourösen Reigens wird. Selbst Randfiguren wie das schräge Polizistenduo (Ole Puppe und Gottfried Vollmer), das eigentlich allen nur erdenklichen Herausforderungen des Alltags nicht gewachsen ist, kommen auf ihre Kosten.

    Die betonte Provinzialität des Handlungsortes, die immer wieder mit absurden Überraschungen aufwartende Handlung und Ruzickas lakonische Regie erinnern mitunter gar an die Filme der Coen-Brüder („Fargo“). Den Banküberfall zum Beispiel inszeniert Ruzicka in extremer Reduktion: Er zeigt so lange das Bankschild („BANK“), bis die Tür wieder aufgeht, selbst wenn die Einstellung viel zu kurz ist, um in dieser Zeit geschehen zu lassen, was sich später als ziemlich komplexer Tathergang herausstellt. Auch Polizistin Bullwinkel ist unübersehbar eine Leihgabe des amerikanischen Straßen-Westerns. Ein wunderbar intelligentes Filmvergnügen. tpg.

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