Filmhandlung und Hintergrund

Wirtschaftskrimi mit Katja Riemann als Steuerfahnderin, die sich mit einem Großindustriellen anlegt.

Die Neußer Steuerfahnderin Karola Kahane gilt als kompromisslos, penibel und stur. Kein Wunder, dass sie sich von eine Steuer-CD den dicksten Fisch herauspickt: den Großindustriellen Benedikt Sämann. Der Bundesverdienstkreuzträger wird im Rheinland als Arbeitsplatzretter verehrt und hat ausgezeichnete Verbindungen zur Landesregierung. So verwundert es nicht, dass der Generalstaatsanwalt ihre Bitte um einen Durchsuchungsbeschluss für die Räume des Großindustriellen zunächst ablehnt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Die Fahnderin: Wirtschaftskrimi mit Katja Riemann als Steuerfahnderin, die sich mit einem Großindustriellen anlegt.

    Züli Aladags Film über eine Steuerfahnderin, die einen Großunternehmer jagt, ist spannend wie ein Krimi.

    Über prominente Steuerhinterzieher war in den letzten Jahren eine Menge zu lesen. Um die Männer und Frauen, die sie überführt haben, ging es dabei eher selten. Das änderte sich allerdings, als bekannt wurde, welchen Repressalien sich hessische Steuerfahnder ausgesetzt sahen, die offenbar zu fleißig waren. Mit der gemeinsam von WDR und NDR bei UFA Fiction in Auftrag gegeben Produktion „Die Fahnderin“ präsentiert die ARD nun den längst überfälligen Film zum Thema. Die große Kunst des Drehbuchs von Stefan Dähnert besteht darin, den sperrigen Stoff als fesselnden und überraschend witzigen Krimi zu erzählen. Katja Riemann verkörpert die Neußer Steuerfahnderin Karola Kahane genauso, wie sie vom Generalstaatsanwalt (Götz Schubert) beschrieben wird: „kompromisslos, penibel, stur“. Dass der Jurist ihre Bitte um einen Durchsuchungsbeschluss für die Räume des Großindustriellen Benedikt Sämann zunächst ablehnt, um sich in der nächsten Szene als ihr Liebhaber zu entpuppen, deutet an, wie dieser Film funktioniert: Die Verantwortlichen haben alles getan, damit „Die Fahnderin“ kein trockenes Wirtschaftsdrama wird. Riemanns Verkleidung als graue Amtsmaus mit brauner Perücke legt zunächst allerdings das Gegenteil nahe: Sie versteckt die Fahnderin hinter einer großen Brille und hochgeschlossener, betont unmoderner Kleidung. Auch wenn Kahane zweifelsfrei die zentrale Figur der Geschichte ist: Motor der Handlung ist eine Steuer-CD. Weil das Amt viel zu wenig Personal hat, um alle Fälle zu bearbeiten, pickt sich die Steuerfahnderin den dicksten Fisch heraus. Aber Bundesverdienstkreuzträger Sämann wird im Rheinland als Arbeitsplatzretter verehrt und hat ausgezeichnete Verbindungen zur Landesregierung. Auch wenn Alexander Held schon in vielen vergleichbaren Rollen geglänzt hat: Er ist die perfekte Besetzung für den arroganten Konzernchef. Dank seines nuancierten Spiels genügen winzige Momente, um erste Haarrisse in der Fassade des vermeintlichen Wohltäters zu offenbaren. Auch das Fahnder-Team (Maxim Mehmet, Heiko Pinkowski, Albrecht Abraham Schuch) ist überzeugend zusammengestellt und bietet unter der Regie von Züli Aladag („Wut“) eine ausgezeichnete Ensemble-Leistung, was vor allem deshalb wichtig ist, weil die Gegenseite zu allen Mitteln greift, um Kahane zu stoppen; sie selbst wird kurzerhand für arbeitsunfähig erklärt. Beängstigend glaubwürdig ist auch Waldemar Kobus als scheinbar kollegialer Vorgesetzter, hinter dessen rheinischer Jovialität sich ein Abgrund an Illoyalität verbirgt. tpg.

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