Die etwas anderen Cops Poster

Fakten und Hintergründe zum Film "Die etwas anderen Cops"

Kino.de Redaktion  

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Über die Produktion

Nicht jeder Polizist kann ein Held sein. Tatsächlich braucht es eine ganze Reihe unterschiedlichster Gestalten, damit das Gesetz seinen langen Arm ausfahren kann. Da gibt es erst einmal die Superstars, die Jungs, die all die Medaillen einheimsen, die Überflieger, die Strahlemänner, mit allen Wassern gewaschen. Und dann gibt es noch … die anderen Jungs, die etwas anderen Cops. Typen wie die Detectives Allen Gamble und Terry Hoitz.

„Gamble und Hoitz sind nicht gerade die beiden ersten Kerle, die einem in den Sinn kommen, wenn man an die Helden eines Buddy-Cop-Movies denkt“, sagt Will Ferrell, der gemeinsam mit Mark Wahlberg die Hauptrolle spielt in DIE ETWAS ANDEREN COPS, einer Actionkomödie über genau jene Cops, die nie in den Schlagzeilen auftauchen. „Gamble ist ein Buchhalter in der forensischen Abteilung, ein Schreibtischtäter, ein Aktenwurm, der Typ, der nie auch nur einen Fuß vor das Büro setzt, der zufrieden mit sich und seinem ganzen Papierkram ist. Hoitz ist mehr so der Straßenschlaue, den es richtig unter den Nägeln brennt, endlich nach draußen zu kommen und sich dort einen Namen zu machen.“

„Meine Figur ist besessen von all dem, was er für richtiges Verbrechen hält: Drogenhandel, Sittendelikte, Mord und alles andere, was auf der Straße los ist“, meint Mark Wahlberg. „Die Herangehensweise der Figur, die von Will gespielt, ist völlig anders: Für ihn ist Polizeiarbeit gleichbedeutend mit Papierkram. Das ist es, worauf sich sein Horizont beschränkt: Papierkram und Wirtschaftskriminalität. Aber ich stecke mit ihm fest, weil ich einmal einen dummen Fehler begangen habe.“

Moment … Mark Wahlberg, der Oscar®-nominierte Schauspieler, der für seine Porträts harter Typen in Actionfilmen bekannt ist, in einer Komödie mit Will Ferrell? Für beide ist es die Erfüllung eines lange gehegten Wunschtraums. „Ich wollte schon richtig lange einmal in einer waschechten Komödie mitspielen“, sagt Wahlberg. „Ich wollte nur einfach sicherstellen, mich in die richtigen Hände zu begeben. Die ein oder andere Rolle von mir hatte schon komödiantische Elemente, aber bei einer reinen Komödie wollte ich einfach sicher sein, dass ich mich gut aufgehoben fühle. Kann man mit jemand Besserem arbeiten, als mit den meiner Meinung nach witzigsten Jungs, die gerade im Filmgeschäft unterwegs sind – Will und Adam. Sie haben mich zum Abendessen eingeladen und erzählten mir, dass sie einen Film machen wollten. Ich dachte mir nur: Das meinen die doch jetzt nicht ernst. Ich antwortete sofort: Egal was es ist, ich bin dabei.“

Ferrell ergänzt: „Adam McKay und ich sind riesige Fans von Mark. Wir fanden eigentlich immer schon, dass er sich in einer Komödie prima schlagen müsste, wenn er eine Figur spielen würde wie in The Departed (Departed – Unter Feinden, 2006), seine enorme Intensität aber umlenken und es auf Lacher anlegen würde.“

„Ich übertreibe nicht: Um ein Uhr nachts, unmittelbar nach diesem ersten Abendessen, schickte Adam eine E-Mail an mich. Darin beschrieb er die Grundzüge eines Cop-Movies, in dem er sich Will als Schreibtischtäter vorstellte, der die Gelegenheit erhält, endlich aus dem Schatten zu treten“, sagt Koautor Chris Henchy. „Das war die Diskussionsgrundlage, von der ausgehend wir unsere Ideen sammelten und ausarbeiteten, bis wir bereit waren, das Projekt vorzuschlagen.“

„Adam und Chris machten sich an die Arbeit, das Drehbuch zu schreiben. Acht oder zehn Wochen später landete ein fertiger Entwurf in meiner Post“, erinnert sich Wahlberg. „Ich konnte es nicht fassen. Er war perfekt. Sie hatten mir eine großartige Rolle auf den Leib geschrieben, mit der ich einfach durchdrehen durfte.“

Es ist merkwürdig genug, dass der komödiantische Rahmen der Handlung direkt aus den aktuellen Schlagzeilen stammt. Wills Figur mag herrlich albern sein, aber er repräsentiert auch eine neue Art von Polizist, die man als Zukunft der Strafverfolgung ansieht. „Uns gefällt die Vorstellung, Will als Polizist zu sehen, der immer an seinem Computer sitzt und in seiner Rolle als Bürohengst voll und ganz aufgeht. Er löst Verbrechen von seinem Schreibtisch aus, mit einem Computer“, berichtet Henchy. „So schnappt man die Bernie Madoffs dieser Welt – man muss nicht auf der Straße ermitteln, man folgt der Datenspur.“

„Allen Gamble ist ein Mann, der diesen ganzen Papierkram liebt. Er genießt ihn regelrecht“, sagt Ferrell. „Der Computer und Organisation, das ist es, was für ihn die Arbeit bei der Polizei ausmacht. Er ist ein ernster, liebenswerter, harmloser Typ – ein Mann, der sich nicht in die Karten sehen lässt, ein zugeknöpfter Typ, der immer pünktlich zur Arbeit erscheint und stets bis zum Schluss bleibt.“

Das komische Potenzial dieser Figur wurde noch potenziert, indem man sie mit dem von Mark Wahlberg gespielten Terry Hoitz kombinierte. Frustriert von seinem anhaltenden Pech und dem Spott, mit dem er von seinen Kollegen im Revier überschüttet wird, arbeitet Terry verzweifelt daran, seinen Ruf wieder herzustellen. „Er ist der klassische, ikonische Großstadtbulle. Er denkt, er hat die Weisheit mit Löffeln gefressen und will losziehen, ein paar Köpfe aneinanderschlagen, seine Waffe abfeuern und ein bisschen auf den Putz hauen“, sagt Wahlberg. „Er walzt seinen Weg durch alles und jeden. Das ist ihre Beziehung – ein Typ, der an seinem Schreibtisch bleiben will, und ein Typ, der sich wie ein Pfau spreizt.“

Ferrell meint, dass die Arbeit mit einem Schauspieler vom Kaliber eines Mark Wahlberg den Filmemachern die Gelegenheit gab, den Humor auf eine Weise anzulegen, dass all seine Stärken zum Einsatz kamen. „Manchmal ist der Humor verbal, manchmal ist er ganz breit angelegt, Slapstick, außer Kontrolle. Adam und ich fanden immer schon, dass man Komödien am besten geradlinig und ganz ernst durchzieht, so echt wie nur möglich. Tatsächlich glaube ich, dass ich noch keinen Film gemacht habe, dessen Tonalität so wahrhaftig ist wie hier – was all die Situationen, in die Allen und Terry geraten, noch lustiger macht.“

Wahlberg beschreibt das reine Vergnügen, aber auch die Probleme, wirklich professionell zu bleiben, wenn man mit Ferrell arbeitet. „Meine größten Bedenken waren, ganz einfach nur Will in die Augen zu blicken“, gesteht der Schauspieler. „Er ist so unfassbar komisch, dass ich unweigerlich immer wieder in hysterisches Gelächter ausbrach. Schließlich hatte ich den Bogen raus. Solange ich nur haarscharf an der rechten oder linken Seite seines Gesichts vorbei sah und dabei immer noch wirkte, als würde ich ihn direkt anschauen und auf seine Mimik reagieren, war ich auf der sicheren Seite und musste nicht einfach losprusten.“

Ferrell ergänzt: „Es ist sehr witzig, einen Typen wie Mark kennenzulernen, der einen Ruf als ziemlich harte Nummer hat. Tatsächlich ist er ein völlig liebenswerter Kerl, der sich wie ein Kind freute, endlich einmal in einer Komödie mitzuspielen. Er ließ sich von nichts aus dem Konzept bringen.“

„Mark ist nicht einfach nur ein großartiger Schauspieler. Er ist auch ein wunderbarer Familienmensch und zugleich aber der Typ, der es mit allen im Raum aufnehmen könnte, wenn er es darauf anlegen würde – aber eben auch ein jovialer, entspannter Kerl, der es niemals darauf anlegen würde, es mit allen anderen im Raum aufzunehmen“, erzählt McKay. „Ich fand es spannend, ihm bei seinem Zusammenspiel mit Will zuzusehen, der natürlich bekannt ist für sein überbordendes Gemüt und sein groteskes Ego.“

Produktion: Die Besetzung

Regisseur und Koautor Adam McKay mag erst eine Handvoll von Filmen auf dem Konto haben, dennoch hat er sich längst als eine der originellsten Stimmen der gegenwärtigen Generation von Komödienfilmemachern etabliert. Mit Anchorman: The Legend of Ron Burgundy (Der Anchorman – Die Legende des Ron Burgundy, 2004), Talladega Nights: The Ballad of Ricky Bobby (Ricky Bobby: König der Rennfahrer, 2006) und Step Brothers (Stiefbrüder, 2008) hat McKay eine Handschrift entwickelt, die sich beim Publikum als überaus attraktiv erwiesen und ihn zu einem attraktiven kreativen Mitstreiter für Schauspieler gemacht hat.

Einer der Gründe, warum Schauspieler mit dem Regisseur Adam McKay so gerne zusammenarbeiten, ist die kreative Freiheit, die er ihnen gestattet. Das ist Teil des Inszenierungsstils von McKay, der laut Wahlberg ein Umfeld für seine Darsteller schuf, in dem man keine Angst vor Scheitern haben musste und alles jederzeit möglich schien. „Es ist fantastisch“, schwärmt Wahlberg. „Ich habe die ganze Zeit darauf gewartet, dass jemand ruft: Schluss jetzt, genug herumgealbert. Aber das ist nie geschehen. Was immer man machen will, was man ausprobieren will, es ist willkommen. Adam arbeitet völlig anders als all die anderen Regisseure, mit denen ich gearbeitet habe.“

Andere Schauspieler sind sogar noch überschwänglicher. Eva Mendes, die als Sheila, die Ehefrau von Will Ferrells Figur zum Cast stieß, sagt beispielsweise: „Ich bin seit langer Zeit ein bekennender Fan des Teams Ferrell/McKay. Vor ein paar Jahren wurde ich vom American Film Institute befragt, welchen Film ich für den besten aller Zeiten halte. Ich hätte spielend Il ladri di bicicletta (Fahrraddiebe, 1948) sagen können, aber ich wählte Anchorman. Und ich stehe heute noch zu meiner Entscheidung.“

McKay ist seit Langem der engste kreative Mitstreiter von Will Ferrell und überdies sein Produktionspartner. Nachdem sie sich 1995 bei „Saturday Night Live“ kennenlernten, gingen sie bald eine enge Arbeitsgemeinschaft ein. McKay war Koautor bei drei von Ferrells Filmen, inszenierte vier und war ausführender Produzent eines weiteren. „Er ist einer der kreativsten Regisseure, mit dem ich je gearbeitet habe“, sagt Ferrell. „Es ist lustig, am Set mit anderen Schauspielern zu sein, die noch nie von ihm inszeniert wurden – ihre Reaktion zu sehen, wie es ihm gelingt, ein Umfeld zu schaffen, in dem sich jeder wohl und sicher fühlt.“

McKay sagt, dass seine Herausforderung darin bestand, das Filmset so offen und frei für Experimente zu halten wie nur möglich, gleichzeitig aber auch die Bodenhaftung nicht zu verlieren, denn nur dann konnten auch die Actionsequenzen glaubwürdig funktionieren. „Keine Frage, wir lieben es, alberne und absurde Dinge anzustellen“, berichtet Adam McKay. „DIE ETWAS ANDEREN COPS ist eine Actionkomödie und ich halte sie für wenigstens so komisch wie die anderen Filme, die wir bisher gemacht haben. Aber sie ist gleichzeitig auch protziger und härter. Wir haben wirklich versucht, uns Actionszenen einfallen zu lassen, wie man sie bisher noch nicht gesehen hat. Und ich würde sagen, dass das Ergebnis ziemlich fantastisch ist.“

Gamble und Hoitz verehren zwei ihrer Kollegen, die Detectives Danson und Highsmith. Sie sind die quintessenziellen Supercops, totale Überflieger, die Models als Freundinnen haben, sich auf dem roten Teppich glamouröser Ereignisse zu Hause fühlen und eine irre Show abziehen, wobei sie die Stadt und ihren Vorgesetzten, Captain Mauch (MICHAEL KEATON), ziemlich gut aussehen lassen. Gleichzeitig kennen sie kein Maß: Bei ihren Einsätzen entstehen Schäden in Milliardenhöhe, auch wenn es nur um die Verhaftung von kleinen Lichtern in der Unterwelt geht. „Danson und Highsmith sind womöglich die zwei besten Cops, die jemals Fuß auf den Boden von New York City gesetzt haben – wenn man außer Acht lässt, dass sie die Stadt bei ihren Einsätzen Milliarden, wenn nicht gar Billionen an Dollars gekostet haben“, lacht Henchy.

Danson und Highsmith werden von Dwayne Johnson und Samuel L. Jackson gespielt. Johnson beschreibt sie kurz und bündig: „Sie sind die Besten der Besten. Den Rest kann man vergessen.“

Jackson hatte nicht nur das besondere Vergnügen, sich über seine typische Leinwandpersönlichkeit lustig zu machen, sondern fand auch die Aussicht darauf, an der Seite von Ferrell und Wahlberg spielen zu können, unwiderstehlich – sozusagen. Im Sinne seiner Figur in DIE ETWAS ANDEREN COPS sagt er: „Ich habe wirklich gern mit dem groß gewachsenen Weißbrot mit dem Afro und dem anderen, der nicht so groß ist und immer böse dreinschaut, gearbeitet.“

„Man muss nicht betonen, dass man mit Sam und Dwayne in den Hauptrollen einen eigenen astreinen Actionfilm drehen könnte“, erläutert McKay. „Wir haben immer herumgewitzelt, dass wir den Film ,Critical Hour‘ nennen würden. Im Trailer des Films würde dann folgender Text aufgesagt werden: ,Wenn es auf Mitternacht zugeht, wo wirst Du sein?‘ Für unseren Film – wenn man von der Prämisse ausgeht, dass unsere beiden Jungs die Superstarbullen ersetzen – waren sie perfekt.“

Eva Mendes stößt als Stella zur Besetzung. Sie ist die Frau des von Will Ferrell gespielten Aktenwurms. „Die Menschen wissen etwas Entscheidendes nicht über mich: Für einen Lacher tue ich alles“, erklärt die Schauspielerin. „Als Adam, Will und Chris realisierten, dass ich für alles zu haben war und es mir egal war, ob ich lächerlich, hässlich oder albern aussehe, hatten sie einen regelrechten Freibrief, mit meiner Figur an Orte zu gehen, an die sie sich sonst nicht getraut hätten. Es war eine großartige Zusammenarbeit.“

„Sheila ist Ärztin und eine rundum perfekte Ehefrau, perfekt für Wills Figur“, sagt Eva Mendes. „Tagsüber operiert sie Patienten, dann geht sie Reizwäsche einkaufen, nimmt eine Pilates-Stunde und ist dann immer noch früh genug zu Hause, um ihrem Gatten nach Dienstschluss ein Vier-Gänge-Abendessen kredenzen zu können. Sie lässt sich unentwegt neue Dinge einfallen, ihn glücklich zu machen, weil ihr bewusst ist, welch ein außergewöhnlicher Mensch er ist.“

„Der Witz ist, dass niemand verstehen kann, wie ein Typ wie Allen an eine Frau gekommen ist, die so bildschön ist wie Eva Mendes“, ergänzt Will Ferrell. „Terry kommt gar nicht darüber hinweg, was sich im Verlauf des Films zu einem Running Gag entwickelt. Ständig bleiben attraktive Frauen wie vom Donner gerührt stehen und machen Allen schöne Augen. Terry macht das wahnsinnig. Und Allen kriegt gar nicht richtig mit, was sich um ihn herum abspielt. Es ist sehr lustig, so etwas zu spielen.“

Als Danson und Highsmith von der Bildfläche verschwinden, entsteht im Revier ein Machtvakuum. Hoitz und Gamble sind überzeugt, dass nun ihre große Stunde geschlagen hat. Ihre Kollegen, die Detectives Martin und Fosse, die von Rob Riggle und Damon Wayans, Jr. gespielt werden, sehen das allerdings ebenso.

Riggle sagt über seine Figur Martin, dass er „das Talent, das Können, den Intellekt, den Muskelbau besitzt, um ein Supermodel zu werden, wenn er nur wollte. Aber er hat sich anders entschieden. Er wandte sich der Verbrechensbekämpfung zu und jetzt will er alles. Er will der Anführer des Rudels werden.“

„Und gemeinsam mit meinem Partner, Rick Fosse, wird es mir gelingen“, ergänzt er. „Im Weg stehen uns einzig und allein die Detectives Terry Hoitz und Allen Gamble, zwei richtige Stümper aus der Abteilung, die einfach nur eine Schande sind, ein Schandfleck für die Polizei. Aber sie sind in unserem Revier, also müssen wir gegen sie antreten.“

„Im Grunde könnte man sagen, dass Fosse und Martin den ganzen Film über nichts anderes machen, als Terry und Allen zu sabotieren“, sagt Wayans. „Sie wollen sich den Weg nach oben erleichtern.“

Michael Keaton spielt Captain Mauch, ein mit allen Wassern gewaschener Mann, der alles schon gesehen hat und trotz seiner gehobenen Position als Leiter des Reviers in ständigen Geldnöten steckt. „Er ist ein Typ, der es nicht erwarten kann, bis seine Schicht endlich vorbei ist und er einpacken kann. Mauch wollten wir nutzen, um ein paar handfeste reale Probleme in die Geschichte einzubringen“, sagt Henchy. „Ich komme aus einer Polizistenfamilie und weiß, was als Beamtenrente gezahlt wird und was es heißt, 20 Jahre zu schuften und zwei Kinder durch die Schule zu bringen. Deshalb hat Mauch einen zweiten Job bei Bed, Bath and Beyond angenommen. Es ist nicht einfach, direkt aus einem Polizeirevier zu kommen und dann die Abteilung mit den Hauswaren zu leiten.“

„Ich habe für mich entschieden, dass dieser zweite Job nicht einfach nur etwas ist, was er unbedingt machen muss“, sagt Keaton. „Er liebt diesen Job außerdem. Er fühlt sich bei BB&B wohler als im Polizeirevier.“

Für Keaton war diese Rolle ein einziger Traum: „Ich stand auf, las meine Times, holte mir einen Kaffee, ging zum Dreh – ich liebe es, in New York spazieren zu gehen. Dann fing ich an zu lachen, ziemlich genau von dem Moment an, an dem ich auf dem Set erschien, und ich hörte wieder auf zu lachen, nachdem ich die Zimmertür meines Hotels hinter mir schloss, weil ich nach der letzten Klappe immer noch über all die Dinge nachdenken musste, die ich im Verlauf des Tages gesehen und erlebt hatte. Ich wohnte in einem schönen Hotel, ging ins Bett, und als ich wieder aufwachte, ging die Routine wieder von vorne los. Wie großartig ist dieser Job?“

„Ich bin ein Fan von Michael Keaton seit seinen Tagen als Standup-Komödiant. Filme wie Beetlejuice (Lottergeist Beetlejuice, 1988) oder Night Shift (Night Shift – Das Leichenhaus flippt völlig aus, 1982) habe ich immer und immer wieder gesehen“, berichtet McKay. „Als er am Set erschien, dachte ich mir: Mann, er hat es immer noch drauf. Eine der schönsten Belohnungen bei diesem Film war die Arbeit mit Michael Keaton.“

Steve Coogan stieß zum Team als Bankier David Ershon, der erwischt wird, als er mitten in einem gewaltigen Finanzdelikt steckt. „Ich bin so etwas wie der britische Bernie Madoff“, erklärt Coogan. „Er ist ein Börsenmakler, Wertpapierhändler, Hedgefonds-Impresario, der sich von unterschiedlichsten Leuten Milliarden erschlichen hat. Er ist der neue Typ Bösewicht im Film – der Finanz-Schlimmfinger.“

Um dem Wunsch McKays und Ferrells zu entsprechen, die Komödie ebenso ernst zu nehmen wie die Action, musste sich Coogan auf einen Drahtseilakt einlassen: „Ich habe ihn sehr glatt, sehr weltgewandt gespielt, aber auch versucht, ihn komisch wirken zu lassen, indem ich ihn bei manchen Worten Schluckauf bekommen ließ. Ich habe versucht, auf diese Weise Humor einzubringen und Will war ungeheuer hilfreich. Will hat kein Problem damit, anderen Beteiligten den Lacher zu überlassen.“

Ray Stevenson komplettierte die Besetzung als Wesley, ein ehemaliger Soldat der australischen Special Forces, der sich als der wahre Gegenspieler von Gamble und Hoitz erweist. „Roger Wesley ist Australier und ich beschloss, ihn so trocken zu spielen wie die australische Wüste“, merkt Stevenson an. „Dies ist die erste lupenreine Komödie, in der ich jemals mitgemacht habe. Man soll die Komödie den Leuten überlassen, die das Fach beherrschen – also Adam, Will, Mark und Steve Coogan, der in Großbritannien eine große Nummer ist. Je echter ich meine Figur spielte, desto mehr Spielraum hatten sie, ihre Späße zu treiben.“

Produktion: Die Dreharbeiten

Der Großteil des Films wurde in Los Angeles gedreht. „Wir hatten ungemein großes Glück, in New York drehen zu können und eine Anzahl verschiedener Locations zeigen zu können, von Wall Street bis zum Rockefeller Center“, sagt Ferrell. „Eigentlich verewigten wir jeden nur denkbaren Teil der Stadt auf Film. Dazu kam noch, dass parallel zu uns ein zweites Drehteam durch die Stadt zog, um all die Autocrashes und Schießereien festzuhalten.“

Produzent Patrick Crowley sagt, dass gleich zu Beginn der Motivsuche in New York „klar wurde, dass Adam ganz besonders an den ikonischen Orten der Stadt interessiert war. Unserem Szenenbildner, Clayton Hartley, ging es genauso. Ershons Büro bauten wir beispielsweise im 30 Rockefeller Plaza. Im Time Warner Building gibt es einen Jazzclub, der riesige Fenster hat, zehn Meter hoch und zwölf Meter breit – das war perfekt.“

Andere Locations trugen ebenfalls zum New-York-Feeling bei. „Wir errichteten einen ikonischen Juwelierladen und jagten während der Einbruchsszene eine Abrissbirne durch die Einrichtung. Wir choreografierten eine Verfolgungsjagd bei Höchstgeschwindigkeit auf der Park Avenue – und schickten die Autos in die entgegengesetzte Fahrtrichtung. Wir drehten bei einem Basketballspiel der Knicks.“ Weitere New Yorker Schauplätze umfassen die Wall Street, City Hall Park, das Plaza Hotel, Bed, Bath & Beyond und der berühmte Kiosk Nathan’s Hot Dogs auf Coney Island.

Als es an die Umsetzung der Actionszenen ging, wusste McKay genau, welchen Ansatz er wählen wollte. „Das haben wir beim Dreh von Talladega Nights entdeckt – die Action muss anständig sein“, sagt der Regisseur. „Es ist schon in Ordnung, wenn eine Szene mal nicht übermäßig lustig ist – dann muss sie aber cool, abgefahren, interessant oder clever sein. Wir haben uns sehr darum bemüht, uns Actionszenen auszudenken, wie man sie zuvor noch nicht gesehen hat.“

Um die Action groß rüberkommen zu lassen, verbündeten sich die Filmemacher mit dem Produzenten Patrick Crowley, der davor mit den Bourne-Filmen Filmgeschichte geschrieben hatte. Crowley sagt, dass es nur Sinn machte, die Action natürlich und realistisch aussehen zu lassen, wenn man denselben Ansatz auch beim Humor des Films gewählt hatte. „Adam sagte, dass er sich die Action absolut zeitgemäß vorstellte, sie sollte so echt wie möglich sein“, erzählt Crowley. „Er sagte: ,Ich will, dass das Publikum wirklich glaubt, dass all die Dinge den Figuren wirklich widerfahren.‘ Bei einer Komödie ist das eher ungewöhnlich. Meistens wirkt die Action darin wie eine Karikatur, aber wenn man einen Star wie Mark Wahlberg mit an Bord hat, funktioniert der Ansatz.“

Wahlberg lacht: „Ich machte mir etwas Sorgen. Ich hatte für eine Komödie unterschrieben. Dann erscheine ich am Set und werde in der Gegend herumgeschleudert oder muss durch Fenster springen. Aber all das sind Dinge, bei denen ich mich wohl fühle. Die Action macht den Film zu etwas ganz Besonderem.“

Crowley war auch nicht besorgt, die Action könne auf der Leinwand nicht umwerfend aussehen. „Oliver Wood war nicht nur der Kameramann bei Adams Filmen Step Brothers und Talladega Nights – er war auch der Kameramann bei allen drei Bourne-Filmen“, merkt er an. „Mit ihm war ich mir sicher, dass wir Adam und dem Publikum all die Action liefern können würden, die zeitgemäß und überzeugend ist.“

Für die Abwicklung der Stunts war Brad Martin verantwortlich. „Wir versuchten, nichts ironisch wirken zu lassen“, sagt er. „Wir planten es, choreografierten es und drehten es auf möglichst realistische Weise.“

Martin war es, der für eine Verfolgungsszene den Einsatz von Traceuren vorschlug. „Parkour ist eine dynamische Sportart, in der Menschen Gebäude, Autos und alles, was sich als Fläche anbietet, benutzen, um sich in die Luft zu katapultieren oder tollkühne Sprünge zu vollführen“, erklärt Crowley. „Die Bösewichte wirkten dadurch gleich viel bedrohlicher.“

In einer anderen Szene fahren Danson und Highsmith mit ihrem Auto in einen Bus, steigen aus und übernehmen das Steuer des Busses, um ihre Verfolgung quer durch Manhattan fortzusetzen, während ihr Auto aus dem Bus herausragt – am Ende der Szene wird das Auto aus dem Bus herausgeschleudert. Der Stunt war zu größten Teilen ein praktischer Effekt. „Wir mussten den Sprung mehrere Male ausprobieren – welche Rampe, welche Geschwindigkeit, welchen Abstand benötigt ein Chevelle, um ein Loch von normaler Größe in einen Bus zu reißen?“, fragt Martin. „Beim zweiten Teil der Sequenz hatten wir Rick Seaman am Steuer des Busses, der als Double für Highsmith fungierte. Es ist sehr, sehr schwierig, einen Bus ins Schleudern zu bringen, und Rick ist einer der besten Stuntfahrer, die man gegenwärtig finden kann. Er ließ den Bus um 90 Grad schlittern, den Rest übernahm das Effektteam. Sie hoben den Wagen aus dem Bus und durch die Luft und wieder hinein in den Trump Tower.“

„Für den Einbruch im Juwelierladen“, erklärt Martin, „baute uns die Spezialeffektabteilung eine Abrissbirne. Die war nicht wirklich schwer, vielleicht 300 Kilo. Sie musste aber durch das Gebäude sausen und dann einen Kleinbus treffen. Okay, wie wirft man einen Kleinbus um? Wir montierten den Bus auf einen Schwenkarm. Wenn der Stuntfahrer die richtige Stelle erreicht hatte, konnte er einen Knopf drücken und den Bus umwerfen. Es war einer meiner Lieblingsmomente bei dieser Produktion – ein großartiger Unfall.“

Um sich auf seine Rolle vorzubereiten, verbrachte Ferrell viel Zeit auf Polizeirevieren und hing mit Polizisten herum, die er bei ihrer täglichen Routine begleitete: „Ich habe tatsächlich ein bisschen Recherche betrieben, verbrachte Zeit auf einem Schießstand. Ich besuchte einige Reviere, um mir die Mentalität der Jungs vor Augen zu führen. Man kennt den Polizeialltag immer nur von all diesen aufregenden Schlagzeilen, aber es gibt so viel Alltagsarbeit, die überhaupt nicht wahrgenommen wird. Meine Figur ist aber fest davon überzeugt, dass diese Alltagsarbeit mindestens genauso wichtig ist, auch wenn sie von niemandem bemerkt wird.“

Wahlberg wurde ebenfalls eingeladen, auf dem Schießstand Erfahrung zu sammeln, zuckte aber nur mit den Schultern: „Ich dachte mir: Für was denn?“, lacht er. „Ich habe das alles schon zig Mal gemacht.“

Crowley betrachtet die Arbeit mit McKay und Ferrell als „den größten Spaß, den ich jemals bei einem Film hatte. Adam fördert Großzügigkeit und Offenheit während des Drehs – es gibt keine Anspannung oder Druck. Er ist sehr talentiert, was das Formen all der Kräfte anbetrifft, sodass er exakt das bekommt, was er will – und obendrein auch noch all die Lacher in den Kasten kriegt.“

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