Filmhandlung und Hintergrund

Geniale Verfilmung des literarischen Meisterwerks von Harry Mulisch, in dem Gott beschließt, die Zehn Gebote in den Himmel zurück zu holen.

Gott hat die Nase voll von der üblen Menschheit und beschließt, seinen mit Moses geschlossenen Bund zu brechen und die auf zwei Steintafeln verewigten zehn Gebote von den Menschen zurück zu holen. Da er oder seine Engel aber nicht zur Erde gehen und die Dinger einfach einkassieren dürfen, gestaltet sich das Vorhaben diffizil. Ein von Menschen erzeugter „Auserwählter“ soll den Job erledigen, zwei Freunde (Stephen Fry & Greg Wise), die sich in die gleiche Frau verlieben, dessen Erzeuger sein.

Jeroen Krabbé

Gott hat genug vom Treiben der Menschheit und beauftragt seine Erzengel, die Zehn Gebote zurück in den Himmel zu holen. Da die Engel jedoch nicht reisen können, sorgen sie dafür, dass sich zwei Freunde auf der Erde in die selbe Frau verlieben. Das Kind, welches diese schließlich zur Welt bringt und dessen Vaterschaft ungeklärt bleibt, ist der „Auserwählte“, der Gottes Auftrag erfüllen soll.

Auf der Erde ist die Hölle los - und Gott beschließt, dem wüsten Treiben ein Ende zu setzen. Also arrangiert er kurzerhand eine ménage à trois zwischen dem blasierten Altphilologen Onno, dem Astrophysiker Max und der Musikerin Ada. Dieser Mesalliance entspringt Quinten, der im Auftrag des erzürnten Herrn die seinerzeit an Moses übergebenen Gesetzestafeln finden und in den Himmel zurückbringen soll, um so den Bund zwischen dem Schöpfer und der missratenen Menschenbrut aufzuheben.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Die Entdeckung des Himmels: Geniale Verfilmung des literarischen Meisterwerks von Harry Mulisch, in dem Gott beschließt, die Zehn Gebote in den Himmel zurück zu holen.

    Großes europäisches Kino bietet Jeroen Krabbé mit seiner zweiten Regiearbeit. Der international renommierte niederländische Schauspieler verfilmte drei Jahre nach „Left Luggage“ erneut einen Romanstoff, diesmal den Bestseller „Die Entdeckung des Himmels“ des niederländischen Autors Harry Mulisch. Herausgekommen ist eine hochwertige Literaturadaption, die gleichzeitig als kapriziöse Liebesgeschichte, surrealer Philosophieexkurs und märchenhaftes Historiendrama angelegt ist.

    Krabbé ist mit der rund 9,1 Mio. Euro teuren, bislang als teuerste niederländische Filmproduktion geltenden Romanverfilmung (Drehbuch: Edwin de Vries) der Spagat gelungen, eine vielschichtige Romanhandlung in 132 Minuten zu fassen, ohne auf wichtige Elemente der Vorlage zu verzichten. Im Mittelpunkt stehen der Altphilologe Onno Quist (Stephen Fry) und der Astrophysiker Max Delius (Greg Wise), die sich in den Niederlanden der Siebziger Jahre über den Weg laufen. Zwischen beiden bewegt sich Cellistin Ada Brons (Flora Montgomery), die von den Freunden à la „Jules et Jim“ gleichermaßen verehrt wird. Die Geburt ihres auf geheimnisvolle - weil von Engeln inszenierte - Weise gezeugten Sohnes Quinten (Neil Newbon) aber wird Ada nicht mehr erleben: Nach einem Autounfall im Koma liegend, erziehen die Männer-Freunde das seltsame Kind. Im Laufe seiner Reifung zeichnet sich Quintens himmlische Bestimmung immer stärker ab. Am Ende reist Onno mit dem halbwüchsigen Sohn zunächst nach Rom, wo sie die verschollenen Steintafeln mit den Zehn Geboten finden, um diese dann nach Jerusalem zu schmuggeln, wo alles in einer irrwitzigen Apotheose endet.

    Gerade im Mainstream-verwöhnten Deutschland ist „Die Entdeckung des Himmels“ sicherlich kein einfacher Stoff, wenngleich allein bei uns die gleichnamige Romanvorlage bis heute über 450.000 Mal über die Ladentische gewandert ist. Somit werden ab 19. Dezember besonders die deutschen Mulisch-Fans in die Arthäuser pilgern, um sich zehn Jahre nach dem ersten Erscheinen des Romans die opulente Leinwand-Illustration anzuschauen, die an Originalschauplätzen in Amsterdam, Rom, Jerusalem und auf Kuba gedreht worden sind. Die inneren und äußeren Welten eines Kafka und Kubrick wechseln sich hier ab; weitere Paten sind die Renaissance-Architektur, die klassische europäische Musik und der Antichrist Hitler. Ein wenig enttäuschend wirkt das Messias-Kind Quinten, das zu blond, zu dumpfbackig daherkommt und mehr wie ein adoleszenter Bodybuilder denn unschuldiges Engelskind ausschaut. Auch erweist sich das esoterische Ende nach all den geistig-moralischen Fragestellungen als allzu oberflächlich, da es zu demonstrativ und tricklastig in Szene gesetzt wurde. Und trotzdem: Gerade das mit viel Ironie und Freigeist inszenierte Wechselspiel der erwachsenen Darsteller Stephen Fry, Greg Wise und Flora Montgomery wischt jegliche kitschkritischen Befürchtungen beiseite. Die phantastische Beziehungskiste biegt die großen Mulisch-Themen europäische Philosophie, Kunstgeschichte und Vergangenheitsbewältigung auf eine menschelnde Ebene herunter, die genauso lachhaft wie lebensvoll erscheint. aw.

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  • Hinter den Kulissen: "Die Entdeckung des Himmels"

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    Jeroen Krabbé verilmt den angeblich unverfilmbaren Bestseller von Harry Mulisch: Starke Bilder, große Gefühle, zynische Religionskritik - und vor allem: Beste Unterhaltung.

    Ehemalige BEM-Accounts  

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