Die Drei von der Müllabfuhr: Dörte muss weg

Filmhandlung und Hintergrund

Paketzusteller, Supermarktkassiererin, Müllmann: lauter Berufe, die meist erst dann auffallen, wenn der reibungslose Ablauf gestört wird. Viele Zeitgenossen können sich nicht vorstellen, dass es durchaus Menschen gibt, denen diese Arbeit Spaß macht. Schon allein deshalb ist eine filmische Verbeugung wie „Die Drei von der Müllabfuhr“ überfällig. Die Besetzung der Hauptrolle mit Uwe Ochsenknecht verspricht zudem...

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Paketzusteller, Supermarktkassiererin, Müllmann: lauter Berufe, die meist erst dann auffallen, wenn der reibungslose Ablauf gestört wird. Viele Zeitgenossen können sich nicht vorstellen, dass es durchaus Menschen gibt, denen diese Arbeit Spaß macht.

    Schon allein deshalb ist eine filmische Verbeugung wie „Die Drei von der Müllabfuhr“ überfällig. Die Besetzung der Hauptrolle mit Uwe Ochsenknecht verspricht zudem einen gleichermaßen amüsanten wie seriösen Umgang mit dem Thema, selbst wenn der Kalauername der Hauptfigur, Werner Träsch (trash = Müll) erstmal was Anderes nahelegt. Dass der Film durchaus ernst zu nehmen ist, zeigt nicht zuletzt das Sujet, denn „Dörte muss weg“ befasst sich mit einem hochaktuellen Thema: Digitalisierung und Automatisierung werden der Wirtschaft dabei helfen, Arbeitsplätze einzusparen; und dafür steht überraschenderweise die Titelfigur. „Dörte muss weg“ ist ein weiteres Wortspiel und bezieht sich auf den „Dirty One“ genannten Roboter, der demnächst den Job der Berliner Müllmänner erledigen soll. Träsch und sein Team haben die zweifelhafte Ehre, den lernwilligen Prototypen einzuarbeiten.

    Die große Stärke des Drehbuchs (Christian Krüger und Barry Thomson) liegt in der geschickten Verknüpfung von Klassenkampf und menschlicher Ebene. Als Wortführer der Müllmänner gerät Träsch regelmäßig mit dem Chef des Betriebshofs aneinander. Rüdiger Dorn (Rainer Strecker) war mal einer von ihnen, hält sich aber seit seinem Aufstieg für was Besseres und freut sich schon auf den Tag, an dem Maschinen wie Dirty One Querulanten wie Werner überflüssig machen. Tatsächlich wird er den aufmüpfigen Müllmann schneller los als erhofft, denn dessen computeraffiner Kollege Ralle (Jörn Hentschel) hat „Dörte“ einen Virus untergejubelt, woraufhin der Roboter ein bisschen Amok läuft und eine Kinderschar angreift. Beherzt geht Werner dazwischen und setzt das Gerät ganz analog mit einem Schaufelhieb außer Gefecht. Als Dorn rausfindet, wer für den Virenangriff verantwortlich ist, will er Ralle feuern, aber Werner hält den Kopf für ihn und den Kollegen (Daniel Rodic) hin; prompt sieht auch Berlin längst nicht mehr so bunt und freundlich aus wie zu Beginn des Films (Kamera: Mathias Neumann).

    Nun rückt die bislang eher im Hintergrund verlaufende zweite Ebene ins Zentrum: Lokalbesitzerin Gabi (Adelheid Kleineidam), in deren Imbiss Werner und seine Mitstreiter täglich Mittag machen, wäre nicht abgeneigt, den Witwer näher kennenzulernen, muss aber erkennen, dass er immer noch seiner vor drei Jahren verstorbenen Frau nachtrauert. Sinnbild dafür ist die Urne, die er jeden Morgen ans Fenster stellt. Bei Edzard Onneken ist diese Geschichte in guten Händen; der Regisseur hat schon oft bewiesen, wie gut er es versteht, anspruchsvolle Themen kurzweilig zu verpacken, zuletzt bei Reihen wie „Hotel Heidelberg“ (ARD Degeto) oder „Marie fängt Feuer“ (ZDF). Seine Arbeit mit den Schauspielern ist ohnehin vorzüglich, zumal auch die Episodenrollen sehenswert sind, allen voran Inez Björg David als Entwicklerin von „Dirty One“. Geradezu genüsslich schaut der Film dabei zu, wie mit der Ingenieurin und den Müllmännern zwei Welten aufeinander treffen, die sich sonst nie begegnet wären. Ein besonderer Film ist „Die Drei von der Müllabfuhr“ nicht zuletzt als Hommage an Jene, die den Abfall der Wohlstandsgesellschaft beseitigen. Schon der flotte Prolog ist eine Verbeugung vor den Müllmännern. tpg.

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