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Fakten und Hintergründe zum Film "Die Chroniken von Narnia: Die Reise auf der Morgenr?te"

Fakten und Hintergründe zum Film "Die Chroniken von Narnia: Die Reise auf der Morgenr?te"

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Über die Produktion

Mit DIE CHRONIKEN VON NARNIA: DIE REISE AUF DER MORGENRÖTE kehren wir in eine Welt voller Wunder und Hoffnung zurück: das beliebte Universum von C.S. Lewis, das wir an Bord des fantastischen narnianischen Segelschiffs „Morgenröte“ in 3D durchqueren. In diesem großen Weihnachtsfilm werden Edmund und Lucy Pevensie gemeinsam mit ihrem Cousin Eustachius in ein Gemälde hinein gezogen und nach Narnia versetzt – auf das grandiose Schiff Morgenröte. Gemeinsam mit König Kaspian und der heldenhaften Maus Riepischiep brechen sie zu einer Mission auf, bei der die Zukunft Narnias auf dem Spiel steht. Auf ihrer Reise zu geheimnisvollen Inseln widerstehen die mutigen Abenteurer den größten Versuchungen, sie haben schicksalhafte Begegnungen mit magischen Kreaturen und finsteren Feinden und werden mit ihrem Freund und Beschützer, dem „Großen Löwen” Aslan, wieder vereint.

Dieser neue Film basiert auf dem dritten Band von C.S. Lewis’ siebenbändiger Serie Die Chroniken von Narnia. Die zwischen 1950 und 1956 veröffentlichten Bücher gelten längst als eines der langlebigsten und fantasievollsten Werke der Literatur und verkauften sich in über 50 Sprachen über 100.000.000 Mal. Die Filmversion des ersten Narnia-Buches, The Chronicles of Narnia: The Lion, the Witch and the Wardrobe („Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia”) war einer der größten Erfolge des Jahres 2005. Der zweite Teil, The Chronicles of Narnia: Prince Caspian („Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian”) war einer der Top-Filme des Jahres 2008.

Für DIE CHRONIKEN VON NARNIA: DIE REISE AUF DER MORGENRÖTE taten sich Fox 2000 Pictures und Walden Media zusammen, um die Filmserie zu ihren legendären Wurzeln zurückzuführen – mit allen Elementen, die die vielen Buch- und Filmfans begeistern. Regie führte der renommierte Filmemacher Michael Apted, zu dessen Œuvre unter anderem der James Bond-Streifen The World Is Not Enough („James Bond 007 – Die Welt ist nicht genug”, 1999) und die preisgekrönten Hits Gorillas in the Mist („Gorillas im Nebel”, 1988) und Coal Miner’s Daughter („Nashville Lady”, 1980) zählen. Aus den beiden ersten Verfilmungen sind Georgie Henley in der Rolle der Lucy Pevensie und Skandar Keynes als Edmund Pevensie wieder mit dabei, und Tilda Swinton absolviert einen neuen eindrucksvollen Auftritt als Weiße Hexe. Ben Barnes wiederum kehrt in der Rolle des Kaspian zurück. Der Londoner Teenager Will Poulter spielt Lucy and Edmunds nervtötenden Cousin Eustachius. Der britische Komödiendarsteller Simon Pegg leiht dem heldenhaften, draufgängerischen Mäuserich Riepischiep seine Stimme, und Liam Neeson spricht wieder den allmächtigen Herrscher Narnias, den Löwen Aslan.

Filmemacher Andrew Adamson (SHREK („Shrek – Der tollkühne Held”, 2001), SHREK 2 („Shrek – Der tollkühne Held kehrt zurück”, 2004) verlässt dieses Mal den Regiestuhl, um als einer der drei Produzenten des Films zurückzukehren, zusammen mit seinen Kollegen aus den ersten beiden NARNIA-Filmen, Oscar®-Gewinner Mark Johnson (RAIN MAN („Rain Man”, 1988)) und Branchenveteran Philip Steuer (THE ROOKIE („The Rookie”, 2002), THE ALAMO („Alamo – Der Traum, das Schicksal, die Legende”, 2004)). Ihr drittes Narnia-Abenteuer erleben auch die Ausführenden Produzenten Perry Moore und Douglas Gresham, der Stiefsohn von C.S. Lewis. Das Drehbuch stammt von Christopher Markus und Stephen McFeely (The Chronicles of Narnia: The Lion, the Witch and the Wardrobe und The Chronicles of Narnia: Prince CaspiaN) sowie Michael Petroni.

Die Schauspieler-Besetzung des Films wird wieder einmal von einer ganzen Reihe von Fabelwesen verstärkt, die aus visuellen- und Spezial-Effekten zum Leben erweckt wurden. Zuständig für die digitalen Effekte war Visual Effects Supervisor Angus Bickerton (The Da Vinci Code („Der Da Vinci Code – Sakrileg”, 2006), ANGELS AND DEMONS („Illuminati – Angels and Demons”, 2009)). Die Oscar®-Gewinner Howard Berger und Tami Lane, die ebenfalls zum dritten Mal mit dabei sind, kümmerten sich bei vielen der neuen Charaktere um die prothetischen Make-up-Effekte. Dazu zählten auch die fantastischen Kreaturen der Töffelpötte.

Die 90-tägigen Dreharbeiten für DIE CHRONIKEN VON NARNIA: DIE REISE AUF DER MORGENRÖTE begannen am 27. Juli 2009 an Außenmotiven im australischen Queensland, wo die gesamte Produktion realisiert wurde. Die Innendrehs fanden auf Studiobühnen der Warner Roadshow Anlage in Gold Coast (der sechstgrößten Stadt des Kontinents) statt. Dort befindet sich auch der größte Außentank der südlichen Hemisphäre – ein entscheidendes Element der Produktion.

Neben den Studioaufnahmen fanden sich die wichtigsten Motive an der Küste der Halbinsel Cleveland Point, wo das titelgebende Schiff, die majestätische Morgenröte, für den vierwöchigen Außendreh aufgebaut wurde. Die vier Meter hohe und 125 Tonnen schwere Konstruktion wurde dann in über 50 Einzelteile zerlegt und für die mehrwöchigen Innenaufnahmen zurück ins Studio transportiert. Den Dreharbeiten, die im November 2009 beendet waren, folgte ein Jahr Postproduktion – bis zum weltweiten Filmstart am 10. Dezember 2010.

Produktion: Die Geschichte

Der großartige episodenhafte Abenteuerroman Die Reise auf der Morgenröte wurde 1952 als drittes Buch von C.S. Lewis’ siebenbändiger Serie Die Chroniken von Narnia veröffentlicht. Die Ereignisse spielen sich drei Narnia-Jahre nach dem vorhergehenden Band, Prinz Kaspian, ab.

Schauplatz der Geschichte ist England zur Kriegszeit, um 1943. Die beiden älteren Pevensie-Geschwister sind nicht dabei – Peter lernt für die Aufnahmeprüfungen an der Universität, Susan macht Urlaub in den Staaten – als die beiden jüngsten etwas widerwillig einen Verwandten in der Nähe von Cambridge besuchen. Ihre größte Herausforderung besteht darin, dass sie sich mit ihrem nervigen Cousin Eustachius Clarence Knilch abgeben müssen. Doch dann entdecken die drei Kinder ein Gemälde der Morgenröte, eines majestätischen Segelschiffs, dessen Design sich an einem Drachen orientiert. (Der Bug zeigt einen Drachenkopf, das Heck den Schwanz und die Flügel schmücken Steuer- und Backbord.)

Plötzlich erwacht das Gemälde auf unerklärliche Weise zum Leben. Das Zimmer wird überflutet, die Teenager versinken im Wasser und landen im Östlichen Meer von Narnia, wo sie von König Kaspian und seiner Crew gerettet und an Bord der Morgenröte geholt werden – eben jenes Einmasters, der auf dem Bild zu sehen war. Voller Begeisterung finden sich Edmund und Lucy in dem Land wieder, das sie einst als Hochkönig und Königin regierten. Der ständig quengelnde Eustachius dagegen, der diese Welt zum ersten Mal betritt, ist davon nicht sehr angetan. Bald erfährt das Trio den Grund für Kaspians Reise nach Osten: Er erfüllt den Eid, die sieben verschollenen Lords von Telmar zu finden – die besten Freunde seines ermordeten Vaters. Die Reise führt sie auf fünf Inseln, von denen jede unerwartete Gefahren und Abenteuer für die Schiffscrew birgt. Und jede hat auch ein verborgenes, verführerisches Geheimnis. Dabei entdecken Kaspian und seine Männer das Mysterium eines bösartigen grünen Nebels, der sowohl die Körper wie die Seelen der Menschen zu entführen vermag.

Ein weiser alter Zauberer namens Coriakin erklärt Kaspian und den Pevensies, dass sie diesen tödlichen Bann nur brechen können, wenn sie die sieben Lords und ihre Schwerter finden, die ihnen Aslan zum Schutze Narnias überreichte. Werden die Schwerter allesamt auf Aslans Tafel gelegt, dann verleihen sie ihnen die Macht, den Nebel und die Hexe zu vernichten. Gelingt es den Helden indes nicht, die sieben Schwerter zu vereinen, dann sind sowohl sie als auch Narnia dem Untergang geweiht.

Die Aufgabe der Reisenden ist furchteinflößend, schließlich müssen sie einer ganzen Reihe von Gefahren, darunter dem stürmischen Meer und einer monströsen Seeschlange, trotzen. Und das sind bei weitem nicht die einzigen Bedrohungen. So brechen sie zu einer schicksalhaften Reise ans ferne Ende der Welt auf, die sie mit zahlreichen Prüfungen und Versuchungen konfrontiert und auf diese Weise ihr Leben verändert.

Lewis’ erster Narnia-Roman, Der König von Narnia, mag vielleicht das berühmteste und populärste Buch der Serie sein, aber viele Anhänger von Lewis’ klassischen Geschichten halten Die Reise auf der Morgenröte für den besten der sieben Bände. „Auf jeden Fall ist es mit das beliebteste der Bücher” so Produzent Andrew Adamson. „Die Reise auf der Morgenröte bringt die Stimmung aus Zauber, Ehrfurcht und Abenteuer von Der König von Narnia zurück.”

Autor Stephen McFeely adaptierte zum dritten Mal ein Narnia- Buch für die Leinwand (zusammen mit seinem langjährigen Schreibpartner Christopher Markus und Michael Petroni). Aus seiner Sicht bestand „die größte Herausforderung beim Schreiben des Drehbuchs darin, die überaus individuelle Note jedes einzelnen Inselabenteuers zu bewahren, ohne den Film zu episodisch wirken zu lassen. Der Film sollte mit den beiden vorhergegangenen eine Einheit bilden, sozusagen ein durchgängiges Narnia-Epos, während er gleichzeitig Länder, Spezies und Themen einführte, die wir noch nicht aus den vorangegangen Geschichten kennen.”

Michael Apted, quasi der neue Kapitän des Franchise, fühlte sich aus folgendem Grund zu dem Projekt hingezogen: „Der Film handelt von zwei parallelen Reisen. Die eine ist ein Abenteuer in unbekannten und gefährlichen Gewässern, die andere ein Trip ins Selbst, bei dem die Protagonisten erwachsen werden. Wenn sie die Mächte des Bösen überwinden, denen sie auf ihrer Fahrt begegnen, lernen sie, sich mit Versuchungen auseinanderzusetzen, und dabei finden sie ihr wahres Ich. Das ist es, was sie in Narnia lernen. Und so sind sie am Ende unserer Geschichte bereit, aufzubrechen und ihr Leben weiter zu leben. Dieses universelle Thema stellt Lewis in seinem Buch dar.”

Wenngleich die Filmemacher dem Geist, den Emotionen und den Charakteren des Buches treu bleiben wollten, mussten sie doch einige Veränderungen vornehmen, um Lewis’ Geschichte auf die Leinwand zu bringen. Apted erklärt: „Im Buch dreht sich die Handlung um Kaspians Suche nach den sieben Lords. Aber im Film suchen die Protagonisten nach sieben Schwertern. Die Bedrohung durch den Grünen Nebel, so wie wir sie im Film darstellen, wird in Die Reise auf der Morgenröte kaum berührt. Sie taucht erst im folgenden Buch auf.”

„Im Film bildet die Suche nach den sieben Schwertern den wahren Zweck für Kaspians Reise ans Ende der Welt,” legt der Ausführende Produzent Douglas Gresham dar, der Stiefsohn von C.S. Lewis, der es sich zur Lebensaufgabe machte, dessen Romane auf die Leinwand zu bringen. „Das Schwertmotiv des Films ist eine Ergänzung zum Handlungsstrang von den sieben Lords von Telmar. Damit wollen wir der Geschichte Dynamik verleihen und das Publikum noch stärker fesseln.”

Die Filmemacher achteten auch darauf, die thematische Integrität des Buches zu bewahren.

„DIE CHRONIKEN VON NARNIA: DIE REISE AUF DER MORGENRÖTE ist vor allem eine Geschichte über Versuchung” meint Gresham. „Auf der Reise werden Kaspian, Eustachius, Lucy und Edmund sowie die ganze Crew der Morgenröte mit vielen Herausforderungen und Abenteuern konfrontiert und sie müssen mit vielen Versuchungen fertig werden. Jede Figur begegnet ihren eigenen innersten Anfechtungen, von denen wir in den vorangegangenen Filmen einen flüchtigen Eindruck bekamen.”

„Angst und Versuchung sind die Hauptthemen, mit denen sich die Charaktere auseinandersetzen müssen, und diese Themen weisen auf die erzählerische Bedeutung und den wesentlichen Kern der Narnia-Bücher” fügt Apted hinzu. „Der Film erinnert uns daran, dass du dich selbst kennen musst, um mit solchen Anfechtungen fertig zu werden. Auch das gehört zum Prozess des Erwachsenwerdens.”

„Wenn du dich entschließt, ein Buch fürs Kino zu adaptieren, stellst du dir zunächst folgende Fragen: ‘Was sind die Themen? Was versucht uns der Autor zu sagen? Wie integrieren wir diese Themen in den Film?” so Produzent Mark Johnson. „In DER KÖNIG VON NARNIA ging es vor allem um den Glauben. PRINZ KASPIAN handelte davon, wie man diesen Glauben verliert und wiedergewinnt. Dieser neue Film handelt von der Überwindung der Versuchung. Wir stellten sicher, dass dieses Thema in unserem Film eine wichtige Rolle spielte, und betteten es in großartige, zauberhafte Geschichte ein.”

Produktion: Die Besetzung

Als die Filmemacher 2003 nach den Darstellern für die Pevensie-Zwillinge in Die CHRONIKEN VON NARNIA: DER KÖNIG VON NARNIA suchten, wurde Georgie Henley als erste besetzt. Das Mädchen, das von einer Londoner Casterin entdeckt wurde, war damals gerade erst sieben Jahre alt und hatte keine professionelle Schauspielerfahrung. Acht Jahre später, nachdem sie fast die Hälfte ihres Lebens im Schoß von Narnia verbracht hat, ist Georgie zu einem bildhübschen Teenager herangewachsen.

Darüber hinaus spiegeln sich in ihrer persönlichen Reise durch die drei Filme auch die Erfahrungen Lucys, vor allem im neuen Film. Wobei Lucys Abenteuer natürlich im Zauberland Narnias stattfinden, und Georgies in einer anderen Art von Fantasiewelt – Hollywood.

„Ich war ein bisschen nervös, zum dritten Mal nach Narnia zurückzukehren” gibt Georgie zu. Vielleicht kamen ihre Bedenken auch davon, weil sie die einzige weibliche Hauptfigur der Geschichte ist. Denn die Narnia-Reise von Lucys älterer Schwester Susan ging in DIE CHRONIKEN VON NARNIA: PrinZ Kaspian zu Ende. Davon abgesehen hat sich Lucy seit ihrem vorhergehenden Narnia-Besuch stark verändert. „Sie macht jetzt eine Phase durch, in der sich jeder unsicher fühlt” so Georgie. „Lucy möchte immer noch wie ihre Schwester Susan sein und auch so gut aussehen. Denn jeder weiß, dass Susan absolut hinreißend ist.”

„Die Reisen der Charaktere drehen sich alle um das Thema Versuchung. In diesem Film lernen wir Lucy als komplexere Person kennen” so Georgie weiter. „In den beiden ersten Filmen wird sie als ehrliches, treues und in sich gefestigtes Mädchen porträtiert. In diesem Film ist ihre Figur vielschichtiger. Bei ihrer Reise geht es darum, dass sie mit ihren Herausforderungen fertig werden muss. Sie muss verstehen: Sie ist ein menschliches Wesen, das erwachsen wird. Die Gefühle, die sie empfindet, sind ganz normal.”

„Skandar und ich sind mit diesen Figuren groß geworden” so Georgie über ihre siebenjährige Reise durch Narnia. „Ich spüre eine enge Verbindung zu Lucy, denn sie ist ein riesengroßer Teil meines Lebens.”

Der zwölfjährige Skandar Keynes wurde beim ersten Film für die Rolle des verräterischen Edmunds besetzt. Im Gegensatz zu Georgie, die möglicherweise ihre Schauspielkarriere fortsetzt („Was ich – neben vielen anderen Dingen – aus Narnia mitnehme, ist eine Leidenschaft für die Schauspielerei” gibt sie zu), hat Skandar andere Pläne. Während er DIE CHRONIKEN VON NARNIA: DIE REISE AUF DER MORGENRÖTE drehte, bewarb sich Skandar um die Aufnahme an der Cambridge University, wo er sich dem Studium der Arabistik widmen möchte (seine Mutter stammt aus dem Libanon). Ein paar Monate nach Ende der Dreharbeiten erhielt er seine Zulassung für die ehrwürdige höhere Lehranstalt (an der C.S. Lewis von 1954 bis 1963 Literatur unterrichtete). Er nimmt eine Auszeit von seiner Schauspielkarriere, um sich auf sein Studium zu konzentrieren.

Während seiner letzten Tage und Stunden in Narnia gab es für Skandar nur ein Spannungsmoment: Er wartete auf die Nachricht über seine Zulassung für Cambridge. Am Ende der langen Seereise erklärt Aslan Edmund und Lucy, dass es ihre Bestimmung ist, nie mehr nach Narnia zurückzukehren. Und in ähnlicher Weise wie seine Filmfigur vollzog Skandar den Übergang von der Kindheit zum Erwachsenendasein. „Nach sechs Jahren NARNIA-Filme kann ich für diese Erfahrung einfach nur dankbar sein” erklärt er. „Sie hat mir in vielfacher Hinsicht weitergeholfen. Ich bin selbstbewusster, als ich es je für möglich gehalten hätte. Ich habe den Mut bekommen, für etwas einzutreten und Aufgaben zu übernehmen. Jetzt bin ich bereit, weiterzugehen. Wohin mich mein Weg führt, weiß ich nicht. Aber ich bin glücklich und zufrieden.”

Skandars Edmund wird bei der Reise auf der Morgenröte mit einer furchtbaren Versuchung konfrontiert – in Gestalt der bösen Weißen Hexe, die wieder einmal von Tilda Swinton dargestellt wird. Nachdem Edmund im Schatten seines älteren Bruders Peter lebte, ist er entschlossen, selbst ein Mann zu werden. Die Weiße Hexe, die mächtige Gegnerin im ersten Film, erscheint dem jungen Mann im Traum und bietet ihm Macht und Ruhm, die sogar weit über das hinausgehen, was sein Bruder erreicht hat.

DIE CHRONIKEN VON NARNIA: DIE REISE AUF DER MORGENRÖTE ist auch so etwas wie ein Initiationsritus für Ben Barnes und sein filmisches Alter Ego, König Kaspian. „Kaspian hat Narnia drei Jahre lang regiert” so Barnes. „Er führte Krieg und gewann Schlachten. Bei der Rückkehr in diese Rolle brauchte ich einen gewissen Grad an Selbstbewusstsein und Autorität. Ich war eigentlich ganz froh, dass zwischen dem Dreh von DIE CHRONIKEN VON NARNIA: PrinZ Kaspian und diesem Film einige Zeit verstrich, denn das erlaubte es mir, andere Dinge zu tun und weiter Selbstvertrauen aufzubauen. Und das wiederum konnte ich in diese Rolle einbringen.”

Barnes vertiefte sich auch weiter in Kaspians persönliche Geschichte. „Er hat das Gefühl, als hätte er nie eine Familie oder eine starke Vaterfigur gehabt” meint der Darsteller. „In einer Hinsicht füllt Kaspian für Lucy und Edmund die Lücke des älteren Bruders aus, während er gleichzeitig seine Männer anführt. Wenn er ans Ende der Welt kommt und Aslan begegnet, fragt er sich, ob sich möglicherweise sein Vater auf der anderen Seite befindet. Das Verlangen, seinen Vater zu treffen, ist seine größte Versuchung, aber er begreift, dass seine Verantwortung Narnia, seinem Volk und dem Vermächtnis seines Vaters gilt.”

Als Barnes DIe CHRONIKEN VON NARNIA: PrinZ Kaspian drehte, war er in Hollywood ein unbekannter Name und zudem auch noch ein neues Mitglied der Narnia-Familie. Der junge Schauspieler Will Poulter, der Darsteller des Eustachius, fand sich bei DIE CHRONIKEN VON NARNIA: DIE REISE AUF DER MORGENRÖTE in einer ähnlichen Situation. In der Rolle des unsympathischen Eustachius, den er selbst als „totalen Rotzbengel” beschreibt, eroberte der junge Schauspieler die Herzen der Filmemacher und seiner Kollegen. „Will ist eines der sanftesten, freundlichsten und besterzogensten Kinder, das man sich vorstellen kann” so Gresham. „Dank seiner eindrucksvollen Leistung wird ihn praktisch jeder im Publikum erst verabscheuen und sich dann in ihn verlieben.” Und Regisseur Apted ergänzt: „Wir sahen uns für diese Rolle viele Jungs an, aber als ich Will getroffen hatte, wusste ich, dass er unser Eustachius ist. Er ist ein Naturtalent.”

Wie die anderen Hauptfiguren wird auch er mit einer persönlichen Versuchung konfrontiert – in seinem Fall ist das ein Tal voller Juwelen auf der Goldwasserinsel. Er verwandelt sich zur allgemeinen Bestürzung in einen Drachen, doch das hilft ihm wiederum, ein besserer Mensch zu werden. „Der Drachen ist eine ebenso interessante wie wichtige Figur, weil es sich dabei um Eustachius handelt” so MPC Visual Effects Supervisor Adam Valdez, der den Großteil der Arbeiten an der computergenerierten Kreatur leitete. „Sobald jeder gesehen hatte, was Will in diese Rolle einbrachte, war klar, dass wir zwischen seiner schauspielerischen Leistung und dem Drachen eine Verbindung herstellen mussten. Daher gaben wir dem Drachen einige von Wills/Eustachius’ physischen Eigenschaften.”

Valdez betreute auch die Animation von Riepischiep, Kaspians mutigem Waffenbruder, der zu Eustachius’ Freund und Beschützer wird. Mit dem digitalen Mäuserich betrat Valdez ein vertrautes Terrain, hatte er doch als Animationsregisseur bei DIE CHRONIKEN VON NARNIA: PRINZ KASPIAN Riepischiep schon einmal zum Leben erweckt. „Für diesen Film haben wir ihn ein wenig älter gemacht. Er zeigt leichte Alterungserscheinungen, und die Haut um seine Augen ist nicht mehr so straff,” so Valdez. „Wir wollten, dass er sanfter aussieht, denn er baut eine innige Beziehung zu Eustachius auf. Nicht nur, dass sich die beiden gut verstehen, er hilft ihm auch entscheidend dabei, erwachsen zu werden und sich in der Geschichte weiter zu entwickeln.”

„Riepischiep ist eine überaus bedeutende Figur, und seine Beziehung zu Eustachius ist eines der wichtigsten Elemente des Films,” so Apted. „Nur weil die animierten Charaktere so menschlich wirken, funktioniert Lewis’ Geschichte. Und nur so erhält die Franchise ihren Kultstatus. Das Visuelle Effekt-Team hat Riepischiep absolut richtig hinbekommen. Jede einzelne seiner Bewegungen und Gesten stimmt haargenau. Er wurde im vorangegangenen Film eingeführt, und jetzt sehen wir ihn älter und weiser. Er ist zu einer schicksalhaften Figur geworden.”

Der britische Komödiendarsteller Simon Pegg, weltweit populär dank seiner Filme SHAUN OF THE DEAD („Shaun of the Dead”, 2004) und HOT FUZZ („Hot Fuzz – Zwei abgewichste Profis”, 2007), lieh Riepischiep in der Originalfassung seine Stimme. Seit seiner Kindheit ein Fan der Narnia- Bücher, ergriff Pegg sofort die Gelegenheit, einen der populärsten Charaktere der Saga zu spielen. „Riepischiep ist eine unglaublich edle kleine Maus, die im tiefsten Inneren – in punkto Tapferkeit und Ehre – wirklich groß ist, tausend Mal größer als sie körperlich erscheint. Er ist exakt die Person, von der man behütet werden möchte.” Eustachius darf sich in der Tat glücklich schätzen, dass Riepischiep auf ihn aufpasst – obwohl die beiden Charaktere nicht sofort Freunde werden. „Riepischiep kann nicht verstehen, warum sich Eustachius ständig über alles aufregt, und seine Ungezogenheit schreckt ihn ein wenig ab” so Pegg. „Aber er erkennt etwas in dem Jungen – vielleicht war Riepischiep als junger Mäuserich ähnlich wie Eustachius. Auf diese Weise entwickelt sich zwischen ihnen eine sehr schöne Beziehung.”

Aber Riepischiep ist mehr als nur ein draufgängerischer Abenteurer. Wie seine Freunde an Bord der Morgenröte hat er wichtige Ziele: „In Wirklichkeit will er ans Ende der Welt reisen und sich sozusagen in Aslans Land zur Ruhe setzen” so Pegg. „Natürlich lässt er sich kein Abenteuer entgehen, aber im Grunde seines Herzens will er weiterziehen.”

In der Sequenz, in der die Reisenden Aslands Land erreichen, treffen Riepischiep und der Löwe Aslan, die beiden wichtigsten digitalen Charaktere, das einzige Mal in diesem Film aufeinander. Die Sequenz ist voller Emotionen, da hier das Schicksal jeder der fünf Figuren enthüllt wird. (Riepischiep und Aslan waren sich bislang nur in einer amüsant-emotionalen Szene von DIE CHRONIKEN VON NARNIA: PRINZ KASPIAN begegnet. Aslan hatte damals Riepischieps Schwanz wiederhergestellt, den dieser in der Schlacht verloren hatte.)

Produkion: Die Dreharbeiten

„Die Morgenröte ist mehr als nur ein Set, sie ist eine eigene Filmfigur” so Produzent Mark Johnson. „Und sie ist das eindrucksvollste Szenenbild, das ich je gesehen habe.” Produzent Andrew Adamson fügt hinzu: „Die Morgenröte ist ein ikonenhaftes Symbol. Bis zu einem gewissen Grad ist sie fast wie Aslan. Als ich das Schiff zum ersten Mal voll aufgebaut sah und darauf herum ging, war es genauso, wie ich es mir als Junge bei der Lektüre des Buches vorgestellt hatte.”

Wie der schöne, ikonenhafte Wandschrank in der ersten Geschichte gibt die Morgenröte eine eindrucksvolle Titelfigur ab. „Aus meiner Sicht ist sie Narnia” so Apted. „In dieser Geschichte reisen wir nie in das Land Narnia, deshalb legte ich darauf Wert, dass dieses Schiff Narnia darstellt. Es verkörpert alles, wofür Narnia steht. Wenn du dich auf der Morgenröte befindest, bist du in Narnia.”

Im Frühjahr 2008, gerade als der Dreh von DIE CHRONIKEN VON NARNIA: PRINZ KASPIAN zu Ende ging, begann Szenenbildner Barry Robison mit der Arbeit an DIE CHRONIKEN VON NARNIA: DIE REISE AUF DER MORGENRÖTE – das Projekt sollte über zwei Jahre seines Lebens beanspruchen. Robison ließ sich von einer Nachbildung von Kapitän James Cooks Schiff ‘The Endeavor’ inspirieren, die im Hafen von Sidney vor Anker liegt: „Wir besuchten das Schiff, um ein Gefühl dafür zu bekommen. Wir nutzten die Endeavor als Blaupause für die Ausmaße des Schiffs.” Wenngleich die Morgenröte viel größer als Cooks historischer Segler sein musste (auf dem er 1770 als erster Europäer die Ostküste Australiens erreichte), waren sich Robison und sein Supervising Art Director Ian Gracie (der dieselbe Position bei DIE CHRONIKEN VON NARNIA: DER KÖNIG VON NARNIA inne hatte), immer noch unsicher, wie groß ihr Schiff sein sollte. So malten sie eine Skizze auf die Seitenwand einer der Studiobühnen, um Apted ihre Pläne zu zeigen. „Michael meinte, das Boot in unserem Entwurf wäre immer noch zu klein, er wollte ein um sieben Meter größeres Deck” erinnert sich Robison.

Robison engagierte eine talentierte Gruppe technischer Zeichner aus Mexico City und Baja: „Die brachten ein unglaubliches Schiffsbau-Know-how mit. Ab diesem Punkt begann die Morgenröte als reales, atmendes Schiff Gestalt anzunehmen. Die Vorbereitungen dauerten fast 18 Monate. Es war das größte Requisit, das ich je gebaut habe.”

Robison begann mit Skizzen (der Szenenbildner ist ein anerkannter Künstler und Illustrator), dann folgten Tonmodelle. Nachdem der Regisseur und das Studio seinen Entwurf abgenickt hatten, begann man im März 2009 mit der Konstruktion des Seglers – die 21 Wochen in Anspruch nehmen sollte. „Die Morgenröte war entscheidend, denn sie ist der Star des Films” betont Apted. „Sobald Barry ihre Form und Umfang designt hatte, konnte man in jedem Detail seine ganze Liebe und Sorgfalt erkennen. Sein handwerkliches Geschick ist enorm, und wir schauten alle voller Spannung zu, wie das Schiff aufgebaut wurde. Fast die Hälfte des Films spielt auf der Morgenröte, sie musste also wirklich toll aussehen. Dieses Schmuckstück zu erleben, bei dem man keine Kosten und Mühen gescheut hatte, war für uns alle eine echte Inspiration.”

Vor der Anfertigung des Seglers, der ungefähr 2,7 Millionen US-Dollar kostete, diskutierte man, ob Robison, sein Art Department und seine Baubühne (bei der während der Planungs- und Produktionsphase fast 400 Mitarbeiter angestellt waren) ein segeltüchtiges Schiff bauen sollten. Doch diese Idee wurde aus einer Reihe von Gründen abgelehnt, noch bevor ein Nagel eingeschlagen und ein Pinselstrich gemacht war.

Die Materialien für den Bau des Boots waren laut Robison vor allem „Stahl und Holz, und dann Polystyrene und Fiberglas. Hinzu kamen Elemente aus Messing, Gips und Tauwerk. Wir mussten alles zu 100 Prozent selbst herstellen, weil es keinen „Narnia-Laden“ gibt. Ich scherzte gegenüber meinem Ausstatter immer, dass man für unser Set nichts kaufen konnte. Diese künstliche Welt musste komplett eigens angefertigt werden.”

Im Einzelnen wurden laut Ian Gracie für den Segler folgende Materialien benutzt:

Bauholz

2000 laufende Meter Oregon-Planken (gleichbedeutend mit einer Meile Nutzholz)

3 km 90 mal 45 Holzrahmen

320 Schichthölzer (18mm) für die Spanten

500 Schichthölzer (9 mm)

300 Liter Strukturkleber

40 Quadratmeter Glas

Verputz

3 Tonnen Fiberglas und Harz

1500 Kilo Silikongussformen

10 Rollen Baumwollstoff

1 Palette Gips

150 Kilo Leichtgips

200 Kilo Latex

Kulisse (Farbe)

250 Liter Lack

25.000 Blätter Blattgold

500 Tuben schwarzer Fugenversiegeler

400 Liter Farbe

35 Kilo Bienenwachs

Bauplastik

100 Kubikmeter Polystyren

2500 Kilo Hartbeschichtung

1500 Kilo Modellierton

30 Kubikmeter Urethan Sprühschaum

30 Tonnen Stahl

35 Rollen Draht

30 Liter Kühlflüssigkeit

Takelage

4 Kilometer Seil

Hauptmast: 13,7 Meter sowie 10 Meter für die Mastspitze

120 Spleiße

60 Beschläge

Das Set wurde auf Bühne 8 der Warner Roadshow Studios in „60 Einzelteilen verschiedener Größe und Gewichts aufgebaut” erläutert Gracie. „Sobald das Puzzle vollendet war, musste es abgebaut und auf die etwa 50 Kilometer entfernte äußere Halbinsel bei Cleveland Point gebracht werden. Dafür setzten wir 35 Halb-Tieflader ein. Nachdem die Aufnahmen dort beendet waren, durften wir die Übung wiederholen.”

Nach den Anweisungen Apteds und der C.S. Lewis-Nachlassverwalter fügte Robison der Morgenröte viele einzigartige Designelemente hinzu. „Jeder wollte die Magie Narnias in diesen Film zurückholen” so der Szenenbildner, dessen genialste und persönlichsten Einfälle auf dem Mast des Schiffes zu finden sind. „Ich ging zu den Produzenten und Michael und sagte, ich wollte etwas machen, um den Einsatz all derjenigen zu würdigen, die bei Konzeption und Bau der Morgenröte mitgewirkt hatten. Und sie hielten das für eine tolle Idee.” So ließ Robison folgende Widmung auf der Basis des hochragenden Masts eingravieren: „Alle Narnianen– mit freudigem Herzen danken wir der Crew der mächtigen Morgenröte für ihren starken Geist und ihre kräftigen Handwerkerhände.” Unter Robisons poetischer Inschrift stehen die Namen aller Crewmitglieder, die dieses königliche Schiff zum Leben zu erweckten.

Nach seiner Fertigstellung sollte das Set vor den Filmkameras aber nicht nur einen tollen Eindruck machen, sondern sich auch bewegen. Dieser Trick wurde von der von Brian Cox geleiteten Crew für die mechanischen Spezialeffekte konzipiert. Im Gegensatz zu anderen Film-Schiffen wurde die Morgenröte nie zu Wasser gelassen. Um den Eindruck eines Segelschiffs auf hoher See zu schaffen, setzte man einen Gimbal, einen Motion-Control-Mechanismus ein, von dem insgesamt sechs für diesen Film gebaut wurden. Ein Gimbal verleiht einem Schiff eine kippende und rollende Bewegung, so dass sich das ganze Set wie ein Gefährt auf dem Meer bewegt.

In den ersten Gesprächen diskutierte man, den Segler zu Wasser zu lassen, die nächste Variante war es, alles komplett im Studio vor einer Bluescreen zu filmen. Doch letztlich entschieden sich die Filmemacher bei den Morgenröte-Szenen für einen Außendreh. Kameramann Dante Spinotti, ASC, AIC, Oscar®-nominiert für LA CONFIDENTIAL („L.A. Confidential”, 1997) und THE INSIDER („Insider”, 1999), erklärt: „Michael Apted und ich waren ganz entschieden der Ansicht, dass wir ein Originalmotiv brauchten, denn die meisten Szenen auf dem Schiff spielen sich den ganzen Tag über im Freien ab. Wir wollten den Eindruck einer realen Umgebung, einschließlich Wind, Wetter, Sonne, bewölktem Himmel und Ozean. Die beste Lösung war es, die Außenaufnahmen in Cleveland Point zu drehen, wo wir das Schiff vor dem Hintergrund eines echten Ozean-Horizonts positionieren konnten. Dank des Gimbal, der ein sehr wertvolles Instrument ist, drehten wir es so, dass wir der Sonne folgen konnten. Das erlaubte uns, alle Varianten des Tageslichts vom frühen Morgen bis zum Sonnenuntergang auszunutzen.”

Schon einige Zeit bevor man mit dem Bau des titelgebenden Schiffs begann, besorgte sich Special Effects Supervisor Brian Cox von der Requisite ein ungefähr 60 Zentimeter großes Modell des Schiffs. Er schraubte die kleine Kopie an einem Tisch fest, dann befestigte er Federn darunter, um das Kippen und Rollen der Schiffs zu simulieren, das auf einem tonnenschweren hydraulischen Stahlgimbal befestigt war. Als Cox mit dem Ergebnis zufrieden war, machte er sich an das Design und den Bau des Hydraulik-Stahl-Skeletts, und da fiel ihm ein, dass sein Modell auch für Apted and Spinotti nützlich sein könnte. Mit seiner Hilfe war es möglich, das Schiff jeden Tag so zu positionieren, wie es die spezifischen Szenen und die Stellung der Sonne verlangten. Cox baute einen improvisierten Kompass auf den Tisch, indem er das Modellschiff auf einer Drehscheibe befestigte. Als nächstes malte er die Kompasspunkte (N,O,S,W) darauf – zusammen mit den Nummern 1-8 als Anleitung für die Filmemacher, bevor sie das 125 Tonnen-Boot und den Gimbal in für die jeweilige Szene gewünschte Position bewegten.

Genau wie das kleine Modell auf dem Tisch war die eigentliche Morgenröte auf zwei Reihen von Rädern auf zwei einander entgegengesetzten Seiten befestigt. Das erlaubte Cox’ Team das Schiff in jedem beliebigen Moment, abhängig von den jeweils zu drehenden Szenen, in jede Richtung zu bewegen.

Produktion: Die Drehorte

Robison und seine Handwerker bauten mehrere Bühnen-Sets für die Innenräume der Morgenröte, darunter Kaspians stattliches Prunkzimmer, das Kartenzimmer des Kapitäns und den Ruderraum (oder „den hinteren Laderaum”), von dem aus die Crew das Schiff zu seinen verschiedenen Inselexpeditionen steuert. (Die Bühnen-Sets wurden auf mehreren Studiobühnen der Warner Roadshow-Anlage in Queensland errichtet.)

Robison hatte eine gewaltige Verantwortung übernommen: Er musste die Vision von C.S. Lewis’ fantastischer Welt auf Basis der spärlichen Beschreibungen des Buches fortsetzen und dabei die visuellen Lösungen der ersten beiden Filme berücksichtigen. Gleichzeitig wollte er bei dieser Film-Serie auch seine eigene Design-Handschrift einbringen. „Narnia ist eine magische Welt” so Robison. „Michael Apted und ich hatten das Gefühl, dass wir diesem Film-Franchise eine besondere Note geben konnten.” Douglas Gresham ergänzt: „Ich muss sagen, die Sets dieses Films sind bislang die besten. Wir haben für den ersten und zweiten Film erstaunliche Bühnenbilder gebaut, aber das hier übertrifft alles.”

Für den „Garten des Zauberers”, die Heimat der Töffelpötte, eine Spezies manischer Gärtner, nutzte Robison die Erfahrungen seiner Theaterarbeit, um „so richtig aufzudrehen, denn der Garten ist eine ulkige Umgebung. In Neuseeland fanden wir einen wunderschönen Strand mit grandiosen rollenden Hügeln von kugelrunder Form – was exakt zu den rundlichen Körpern der Töffelpötte passt.” Fantastisch wirkte dieses Set nicht zuletzt auch dank der unverbesserlichen Töffelpötte – merkwürdigen, einbeinigen Zwergen, die zunächst im Garten des Zauberers Coriakin unsichtbar sind, bevor sie durch einen magischen Spruch wieder sichtbar werden.

Den einzigartigen Look der Töffelpötte durfte ein weiterer Zauberer entwickeln – der Oscar®-preisgekrönte Make-up-Künstler Howard Berger, der die begehrte Statuette (zusammen mit Kollegin Tami Lane) für seine Kreationen in DIE CHRONIKEN VON NARNIA: DER KÖNIG VON NARNIA mit nach Hause nahm. Dazu zählte auch der von James McAvoy unvergesslich dargestellte Faun Mr. Tumnus. „Da die Töffelpötte auf einem Bein gehen, trugen ihre Schauspieler von der Hüfte abwärts Blue-Screen-Anzüge. So konnten CG-Künstler für die Endfassung des Films das Bild eines einzigen Körperglieds darüber legen” erklärt Berger.

Nachdem Lucy den Töffelpötten im Garten begegnet ist, erhält sie den Auftrag, die Bibliothek des Zauberers und sein Zauberbuch zu finden – ein weiteres eindrucksvolles Requisit des Films. „Mit dem der Bibliothek des Zauberers wollten wir uns von der fantastischen Atmosphäre der Töffelpötte-Szenen lösen und dem Ganzen eine Stimmung von ehrwürdig-belesener Gelehrsamkeit geben” meint Apted.

Nachdem Coriakin den Reisenden die wahre Natur ihrer Fahrt erklärt hat, bricht die Morgenröte zur Goldwasserinsel auf, wo Kaspian zwei der verschollenen Lords findet – den einen in einem Höhlenteich, dessen Wasser alles in Gold verwandelt, den anderen in einem felsübersäten Tal voller Juwelenschätze. „Bei der Goldwasserinsel nahmen wir eine Veränderung gegenüber dem Buch vor” so Robison. „Im Buch entdecken sie einfach einen Teich. Produzent Philip Steuer hatte die Idee, die Szene in einer unterirdischen Grotte anzusiedeln.”

Die nächste Station auf der Reise der Morgenröte ist die Insel des Sterns, ein gewaltiges Szenenbild, das auf Studiobühne 5 errichtet wurde. Dabei verwendete Robison Motive, die bereits bei der Bibliothek des Zauberers zum Einsatz gekommen waren, aber er verlieh ihnen einen gruseligen Touch. „Michael Apted wollte ein raues, windgepeitschtes Set, das sich archaisch anfühlt” so Robison. „Es macht ein wenig Angst. Und genau hier platzierten wir Aslans Tisch.”

Die Inselmotive der Geschichte verlangten viele Aufnahmen in und unter Wasser. Für das Wandgemälde, das Eustachius Schlafzimmer überflutet, baute die für die mechanischen Spezialeffekte zuständige Crew das „trockene” Zimmer-Set auf einer erhöhten Plattform nach. Die wurde dann in den kleineren der beiden Außentanks versenkt bzw. eingetaucht. Georgie, Skandar und Will schwammen aus dem Zimmer an die Oberfläche. In Verbindung mit dem im großen Tank gedrehten Material sieht es so aus, als würden die Jugendlichen im Ozean treiben. „Der Moment, in dem wir von unserer Welt nach Narnia gelangen, ist stets von immenser Wichtigkeit” so Apted. „Die beiden vorangegangenen Filme hatten die Messlatte hoch gelegt. Also mussten wir ebenfalls zeigen, was wir drauf hatten, insbesondere da dies die erste Actionsequenz des Films ist. C.S. Lewis hatte das alles konzipiert, aber unsere Aufgabe war es, das Ganze umzusetzen. Das war nicht nur schwierig, sondern auch ein wenig gefährlich für die Schauspieler. Es musste absolut glaubwürdig aussehen, und ich drehte es so, dass sich das Publikum in diese Situation versetzt glaubt. Die Leute sollten nicht nur zuschauen, sondern die Szene gemeinsam mit den Charakteren erleben.”

Das Trocken-Set bestand aus Holz, Putz und weiteren Materialien, die man normalerweise in einem Schlafzimmer findet. Für das Nass-Set gebrauchte man Fiberglas und andere Verbundmaterialien. „Es fühlt sich so an, als würde das Wasser aus dem Gemälde kommen und bis zur Decke steigen” so Robison. „Aber tatsächlich versenkten wir das Set im Wasser.”

Wasser spielte auch eine wichtige Rolle bei den Szenen in einem gewaltigen Sturm, der das Schiff auf dem offenen Meer durchschaukelt, und beim Angriff einer monströsen Seeschlange. Beide Szenen spielen auf dem Deck der Morgenröte, die auf Bühne 5 von einer Bluescreen umrahmt wurde. Dort war das Schiff auch als erstes zusammengebaut worden, bevor man es nach Cleveland Point transportierte.

Beim Visuellen Effekte-Team arbeiteten 380 CG-Künstler allein an Riepischiep, dem Eustachius-Drachenwesen und der Sequenz mit der Seeschlange. Nach Abschluss der Dreharbeiten Ende November begannen sie mit Hunderten von Effekteinstellungen, die diese Charaktere zum Leben erwecken sollten. Zur Postproduktion gehörten auch Schnitt, Filmmusik, Nachaufnahmen, Tonmischung und die ausgedehnten 3D-Arbeiten. Die 3D-Effekte in DIE CHRONIKEN VON NARNIA: DIE REISE AUF DER MORGENRÖTE, die während der zwei Jahre von Dreh und Fertigstellung geschaffen wurden, entsprechen den modernsten technischen Standards. Die Filmemacher arbeiteten mit den weltweit führenden Firmen für stereoskopische und visuelle Effekte zusammen. Der zeitintensive Prozess dauerte sogar länger als bei ALICE IN WONDERLAND („Alice im Wunderland”, 2010).

Die große Zahl der computergenerierten Einstellungen und die rein digitalen Charaktere (einschließlich des heißgeliebten Riepischiep) wurden direkt in 3D paarweise für das linke und rechte Auge gerendert. Dazu gehörten nicht nur die reale 3D-Geometrie der Morgenröte und anderer Schauplätze (und die digitalen Manipulationen dieser Aufnahmen), sondern über 10.000 einzigartige photografische und computergenerierte Bildmotive. Auf diese Weise wirkt es nicht so, als seien in Narnia 2D-Elemente ausgeschnitten und übereinander gelegt worden. Die Dimensionalität des Films fügt sich harmonisch mit der der Charaktere zusammen, so dass DIE CHRONIKEN VON NARNIA: DIE REISE AUF DER MORGENRÖTE zu einer großartigen 3D-Erfahrung wird.

Als das Ende der Reise für Besetzung und Crew bevorstand, stellte Produzent Adamson, der Geburtshelfer der Franchise, Folgendes fest: „Der erste Film drehte sich eigentlich um die Geburt Narnias. Die Kinder brachten dem von der Weißen Hexe verwüsteten und belagerten Land neue Hoffnung. Wenn sich uns diese brandneue Welt eröffnet, steht alles unter dem Vorzeichen von Farbe, Zauber und Helligkeit. Die Welt des zweiten Filmes war düsterer, aber die Pevensies erweckten sie wieder zum Leben. DIE CHRONIKEN VON NARNIA: DIE REISE AUF DER MORGENRÖTE ist eher wie der erste Film, weil wir wieder eine neue Welt erschließen. Die Magie ist zurückgekehrt.”