Filmhandlung und Hintergrund

Eine dokumentarische Reise in die Gegenwart und Vergangenheit Chinas.

Im Gedenken an eine beeindruckende Bootsfahrt, die einst ihre Großeltern in den 20er Jahren gemeinsam auf dem Yangtse unternahmen, folgt Regisseurin Tamara Wyss der Spur ihrer Vorfahren den Strom hinauf durch die imposante Landschaft der „Drei Schluchten“. Sie beobachtet, was sich verändert hat, wie die Einheimischen an den Ufern zurecht kommen und wie der Bau des größten Staudamms aller Zeiten zum gewaltigen Umbruch führt.

Tamara Wyss zeigt meditativ anmutende Landschaftsbilder im Rhythmus von Strom und Boot, untermalt mit Zitaten aus Vergangenheit und Gegenwart sowie fotografischen Erinnerungen aus einer längst vergangenen Epoche.

Ausgehend von den Erinnerungen ihrer Großeltern, die Anfang des 20. Jahrhunderts in China lebten und reisten, entdeckt Regisseurin Tamara Wyss auf einer Reise das neue China, das vor dem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umbruch steht. Symbolisch dafür steht der Jangtse-Staudamm „Drei Schluchten“, den Wyss kurz vor seiner Flutung besucht.

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Kritiken und Bewertungen

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    Kritikerrezensionen

      1. Ähnlich wie damals ihre Großmutter sich mit neugierigen Augen in einem neuen, unbekanntem Land bewegt haben muss, fängt auch Tamara Wyss voller Faszination alles, was sie sieht, mit der Kamera ein und verliert dabei leider den Faden. Die verschiedensten Themen kommen auf und werden sofort wieder fallen gelassen, so dass man mit einem unbefriedigenden Halbwissen und einem vagen Gefühl des Interesses zurückbleibt.

        Zu Beginn des Films passt der beiläufige, fluide Stil in seiner Behäbigkeit zur Bewegung des Schiffes, von dem aus erzählt wird, nach der Ankunft in den Städten driften die Gedanken dann aber scheinbar ohne Motivation ab, als habe man vergessen, das Schiff zu vertäuen und es treibe nun ziellos auf den Stromschnellen des Jangtse weiter.

        Themen der Vergangenheit und der Gegenwart werden zusammenhangslos gemischt. Da geht es zunächst um die „Treidler“, die früher die Boote durch die Schluchten entlang der steilen Felsen an einem Tau ziehen mussten, dann um das derzeitige „Drei-Schluchten-Projekt“, bei welchem aufgrund eines monströsen Dammbaus ganze Städte umgesiedelt werden müssen. Nebenbei wird ein wenig über den heutigen Tourismus geplänkelt, dann wieder auf den Kontrast der Lebensweisen anhand der Isoliertheit der deutschen Großeltern von der chinesischen Kultur eingegangen, um schließlich die Revolution und Errichtung der Republik China kurz zu streifen. Die Rolle der chinesischen Frau, auf die der Titel anspielt – nämlich auf den Brauch in der Kaiserzeit, dass die chinesischen Frauen sich die Füße klein banden –, wird erst ganz zum Schluss des Filmes erwähnt und hat auch mit der deutschen Großmutter sehr wenig zu tun.

        Es sind alles interessante Themen, die man vertiefen könnte, aber die Regisseurin scheint sich nicht zwischen ihnen entscheiden zu können. Dennoch liefert der Film oft beachtliche Bilder. Die eindrucksvolle, neblige Landschaft mit ihren gewaltigen, tiefen Schluchten wird kontrastiert mit ihren riesigen betonierten Großstädten, auf die auch heute noch die Beobachtungen der Großmutter zutreffen, wenn sie von der „gärenden, murrenden Stadt“ schreibt.

        Auch spiegelt sich die Monate dauernde, schleppende Reise ausdrucksvoll in langen, stillen Einstellungen, die zeitweise das Gefühl einer fast buddhistischen Ruhe erzeugen.
        Es ist ein sehr ruhiger Film, der mit einfachen Mitteln arbeitet. So ergibt sich zum Beispiel ein schönes, aber leider zu oft verwendetes Bild, wenn Fotographien vor die vorbeiziehende Landschaft gehalten werden und der Ton ausgeblendet wird, Momente der Stille, in denen sich die Unveränderlichkeit der Vergangenheit vor die sich ständig wandelnde Gegenwart schiebt.
        Die Mühlen der Veränderung und damit verbunden die Vergänglichkeit von Menschen, ihren Städten und Gebräuchen sind ein immer wiederkehrendes Motiv des Films, das sich in Bildern von Abriss- und Baustellen oder dem Kontrast zwischen den Fotographien der Großeltern und der völlig umgewandelten Realität findet. Eine Hauptintention des Films scheint es zu sein, anhand des Bewusstmachens und bildlichen Festhaltens der Vergangenheit diesen Mühlen entgegen zu wirken. Leider funktioniert der Film in dieser Hinsicht nur für die Regisseurin selbst und nicht für den Kinozuschauer, der aus den vielen Einzelteilen kein Ganzes zusammenzufügen vermag.

        In manchen Momenten, wenn es der Film dank des Charmes der Interviewpartner schafft, persönlicher zu werden, wünscht man sich, die Regisseurin hätte sich mehr für die noch lebenden Personen interessiert. So erzählt eine 120-Jahre-alte Frau voller Intensität von der Ermordung eines kaiserlichen Befehlshabers und drei alte Männer bringen den Zuschauer zum Schmunzeln, wenn sie, Regenschirme gegen die Sonne über dem Kopf haltend, wie auf der Hühnerleiter aufgereiht mit brüchigen Stimmen immer wieder das selbe erzählen.

        Durch vorgelesene Zitate aus dem Tagebuch der Großmutter wird versucht, deren Geschichte präsent zu halten, aber man bekommt mehr und mehr das Gefühl, dass sie sich einfach nicht als roter Faden eignet. Sie ist zu sehr Vergangenheit, lässt sich nicht mehr beleben, weshalb sich die Regisseurin vermutlich auch in Abschweifungen verliert. „Es ist hundert Jahre her und ihr kommt hierher, um noch ein Andenken daraus zu machen?“ Über diese Frage einer chinesischen Händlerin hätte Tamara Wyss sich mehr Gedanken machen sollen.

        Fazit: Dokumentarfilm mit bestechenden Bildern, der nicht weiß, was er erzählen möchte.
      2. Die chinesischen Schuhe: Eine dokumentarische Reise in die Gegenwart und Vergangenheit Chinas.

        Filmemacherin Tamara Wyss unternahm eine Entdeckungsreise in Chinas Gegenwart und Vergangenheit. Gedreht wenige Wochen vor der Flutung der „Drei Schluchten“, zeigt die Dokumentation die Spuren der Umsiedlung von über einer Millionen Menschen und der Errichtung des größten Staudammes der Welt, der ganze Städte verschwinden lässt.

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