Filmhandlung und Hintergrund

Stimmungsvolle Schilderung einer Ménage-à-Trois in einer Kleinstadt in der Normandie der sechziger Jahre.

Eine Kleinstadt in der Normandie der frühen sechziger Jahre. Mina fristet ein freudloses Dasein als Ehefrau und Mutter. Ihr einfach gestrickter Mann liebt sie, doch Mina träumt von einem Leben voller Aufregung und großer Gefühle - wie sie es bei ihren nachmittäglichen Kinobesuchen vorgeführt bekommt. Als sie den jungen Ingenieur Matthias kennen lernt, scheint ihr Traum in Erfüllung zu gehen.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Die Brücke von Ambreville: Stimmungsvolle Schilderung einer Ménage-à-Trois in einer Kleinstadt in der Normandie der sechziger Jahre.

    Gemeinsam mit Frédéric Auburtin führt Frankreichs Schauspiel-Ikone Gérard Depardieu Regie bei diesem feingesponnenen Liebesfilm. Mina ist eine jener Frauen, die zu früh geheiratet haben und fast zu spät die Leidenschaft entdecken. Nicht mit dem eigenen, sondern einem anderen Mann. Auf dem Land in den 60er Jahren eine heikle Affäre.

    Die untreue Frau - schon bei Claude Chabrol 1968 Filmtitel und melodramatischer Thriller. Auburtin und Depardieu gehen dagegen das Sujet sehr soft an. Ihre Protagonistin zählt zu den zarten Frauen mit starkem Willen. Mina ist nicht unglücklich, aber auch nicht glücklich mit ihrem arbeitslosen Mann George. Ihre kleinen Fluchten führen an den einzigen Ort der Träume in der Kleinstadt - ins Kino. Und dort lernt sie Matthias kennen, einen Ingenieur aus Paris. Bei einer bewegenden Szene rollen bei ihr und dem Sitznachbar die Tränchen. Die Einladung zu einem Drink wird zum harmlosen Flirt, der in einer Liebesbeziehung endet. Das Pikante daran: Matthias ist verantwortlich für den Bau der neuen Brücke von Ambreville, wo George einen Job findet. Und nicht nur das. Er ist auch Freund der Familie, in der Mina als Haushaltshilfe die schmale Kasse aufbessert. Während George in der Woche auf der Baustelle schuftet und nur am Wochenende heimkommt, verbringt Mina die Abende mit ihrem Geliebten, genießt lang vermisste Zärtlichkeit und Aufmerksamkeit. Ihr Sohn und Mitwisser macht derweil erste Erfahrungen mit einem Mädchen. Die Menage à trois dauert nicht lange. Als der düpierte Ehemann das Verhältnis entdeckt, geht Mina das Wagnis ein, entscheidet sich für ein neues Leben mit dem neuen Mann.

    Wie durch einen Weichzeichner wird diese Lovestory erzählt, bei der Caroline Bouquet das Objekt der Begierde verkörpert und ihr Mann Depardieu den armen, betrogenen Schlucker. Er spielt in Bestform den Verlierer, lässt leise Verzweiflung und endlose Traurigkeit spüren. Die Männer stehen für zwei unterschiedliche Lebensmodelle - auf der einen Seite der einfache, den Traditionen verbundene Handwerker, auf der anderen der dynamische, gebildete Großstädter der Mittelschicht. Exakt getroffen das Ambiente der 60er Jahre in Musik und Ausstattung. Ohne große Dramatik verfilmen Auburtin und Depardieu das Buch von Alain Leblanc. So fehlen exzessive Eifersuchtsszenen, aber auch die Liebesszenen wirken sehr zurückhaltend. Etwas mehr sichtbare Emotionalität hätte dem Film nicht geschadet. mk.

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