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Die Brautjungfer

   Kinostart: 06.01.2005
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Filmhandlung und Hintergrund

Mysteriöser Liebesthriller von nach der Krimi-Bestsellervorlage von Ruth Rendell.

Philippe Tardieu (Benoit Magimel) lebt bereits so lange mit Mutter Christine (Aurore Clément) sowie den Schwestern Sophie (Solène Bouton) und Patricia (Anna Mihalcea) unter einem Dach, dass er fast schon vergessen hat, ein eigenes, selbstbestimmtes Leben zu führen. Das ändert sich, als er auf Sophies Hochzeit die Bekanntschaft der Brautjungfer Senta (Laura Smet) macht. Doch die Zuneigung der sinnlichen, in einer ganz eigenen Fantasiewelt lebenden Schönheit hat einen hohen Preis.

Weniger von innerfamiliären Konflikten als vom Kampf zwischen Gefühl und Ratio erzählt Claude Chabrol in seinem neuen Thriller, basierend auf einem Bestseller von Ruth Rendell.

Auf der Hochzeit seiner Schwester verliebt sich der 25-jährige Philippe in eine ihrer Brautjungfern, Senta. Senta und Philippe beginnen eine leidenschaftliche Affäre. Bis er erkennt, dass seine Herzdame offensichtlich in einer gefährlichen Scheinwelt lebt. Allerdings werden ihm die Konsequenzen dessen erst klar, als sie nach einem Streit einen verhängnisvollen Liebesbeweis von Philippe fordert: Er soll jemanden töten.

Als der 25-jährige Philippe auf der Hochzeit seiner Schwester die geheimnisvolle Senta kennen lernt, ist es um ihn geschehen. Mit ihrer Laszivität, ihrer sexuellen Tabulosigkeit und ihren schrägen Geschichten zieht die junge Frau den bis dato äußerst korrekten jungen Mann in ihren Bann. Doch Senta lebt in einer Scheinwelt und verstrickt ihren Lover immer tiefer in ihre düsteren Machenschaften. Dennoch kann er nicht von ihr lassen. Nach einem handfesten Streit verlangt sie schließlich den ultimativen Liebesbeweis. Philippe soll jemanden töten.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Die Brautjungfer: Mysteriöser Liebesthriller von nach der Krimi-Bestsellervorlage von Ruth Rendell.

    Wenn Claude Chabrol das Zepter führt, ist das unergründlich Böse nicht weit. In seiner zweiten Ruth Rendell-Adaption nach „Biester“ stürzen sich Frankreichs Darling Benoit Magimel und Laura Smet, Tochter von Nathalie Baye und Johnny Hallyday, in eine verrückte Affäre und geben sich ganz ihren Gefühlen hin. Bis die junge Frau einen schrecklichen Liebesbeweis fordert: Mord!

    Am Anfang glaubt man an eine „boy meets girl“-Story. Der 25jährige Philippe ist der perfekte Schwiegersohn. Der Ausbund an korrektem Verhalten kümmert sich liebevoll um Mutter und die beiden Schwestern, sein Chef will ihn in der Baufirma als Partner aufnehmen, es fehlt nur noch die passende Frau. Und die trifft er bei der Hochzeit seiner Schwester Sophie, er verguckt sich in die geheimnisvolle Brautjungfer Senta. Nach dem Fest folgt sie ihm nach Hause und ehe der verblüffte kleine Angestellte etwas sagen kann, küsst sie ihn und lässt die Hüllen lasziv fallen. Beginn einer amour fou, die in einer tödlichen Leidenschaft endet.

    Nach und nach setzt sich der Psychothriller bis zur Klärung wie ein Mosaik aus vielen kleinen Teilen zusammen, da erhalten Andeutungen und Liebesschwüre im Nachhinein einen ganz anderen Sinn. Der Altmeister für seelische Abgründe führt in der Deutung der Zeichen aufs Glatteis, auch wenn schon bald klar ist, dass Senta in einer mysteriösen Scheinwelt lebt. Langsam gerät die Normalität aus den Fugen, die Grenze zwischen Wahn und Wirklichkeit zeigt Brüche. Philippe wird zu einem Wanderer zwischen zwei Welten, was vor allem durch Sentas Haus versinnbildlicht wird, eine Mischung aus „Psycho“-Villa und bürgerlichem Domizil, in der Sentas Stiefmutter eine Etage höher wie in Trance mit einem südamerikanischen Jüngling Tango tanzt. Als Kontrast wirft Chabrol immer wieder einen Blick in die Realität - die Konflikte mit der unzähmbaren jüngeren Schwester, die als Diebin vor Gericht landet, die Mutter, die sich in einen Schwätzer verliebt und sinnlos Pläne für die Zukunft schmiedet, die Querelen mit unzufriedenen Kunden, Gespräche mit einem Clochard vor Sentas Haus, der ihr ein Dorn im Auge und Auslöser für die tragische Entwicklung ist.

    Parallel dazu lebt das Paar im Souterrain wie in einem Kokon, eingewebt in ein Netz aus wildem Begehren, bizarren (Lügen)Geschichten und bedrückender Nähe, auch wenn in manchen Szenen die Erotik zwischen Magimel und Smet etwas gedämpft wirkt, vielleicht weil der männliche Charakter sich nur schwer von Pflicht- und Ordnungsdenken befreien kann. Ganz langsam baut sich die Spannung auf, die düstere Atmosphäre, bis am Ende die harte Wahrheit allen Träumen ein Ende macht. Die Blume des Bösen, sie blüht nirgends schöner als bei Chabrol. mk.
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