Filmhandlung und Hintergrund

Jugend-Melodram um zwei 13jährige blinde Internatsschülerinnen, deren Leben die Musik ist.

Die Schülerinnen Marie (Ricarda Ramünke) und Inga (Maria Rother) würden gerne Musik in einer Band machen, doch für zwei blinde Mädchen ist der Weg auf die Bühnen dieser Welt eben noch ein bisschen steiniger als für normale Teenies. Als Marie sich in den sehenden Herbert (Oleg Rabcuk), einen jungen Russlanddeutschen, verliebt, wendet sich das Schicksal. Zwar scheitert eine Tournee durch die städtischen Fußgängerzonen am Unverständnis der Umwelt, doch dann bekommen die drei hoffnungsfrohen Teenager Wind von einem TV-Talentwettbewerb.

Eine heiter-sensible Geschichte über das Erwachsenwerden und die erste Liebe, kombiniert mit einem Plädoyer für Toleranz und den Mut zum eigenen Weg: „Blindgänger“ wurde 2004 mit dem Deutschen Filmpreis als Bester Kinder- und Jugendfilm ausgezeichnet.

Die 13-jährigen Marie und Inga sind beste Freundinnen mit den üblichen Teenagersorgen. Aber Marie und Inga haben noch ein weiteres Problem – sie sind blind und leben in einer Schule für Sehbehinderte, deren Schwerpunkt in der Musikausbildung liegt. Als die beiden erfahren, dass eine Schülerband Verstärkung sucht, sehen sie ihre Chance, die aber schon bald darauf zerschlagen wird. Wegen ihrer Blindheit abgewiesen, lernen sie kurze Zeit später den jungen Russlanddeutschen Herbert kennen, der nach Kasachstan zurückkehren will. Die drei gründen ein Trio und machen fortan Straßenmusik, um das nötige Kleingeld zu beschaffen.

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Kritikerrezensionen

  • Die Blindgänger: Jugend-Melodram um zwei 13jährige blinde Internatsschülerinnen, deren Leben die Musik ist.

    Mit der Empfehlung von zahllosen Auszeichnungen – darunter der deutsche Filmpreis 2004 – kommt nun dieser etwas andere Kinderfilm in unsere Kinos. Erzählt wird die Geschichte von zwei 13-jährigen, blinden Mädchen, die unbedingt in einer Schülerband Musik machen wollen. Der selbstverständliche Umgang mit dieser Art von Behinderung, beeindruckende Leistungen der Laiendarsteller und die authentische Schilderung dieser für Sehende fremden Welt machen Bernd Sahlings Kinodebüt zu einem Muss für Kinder und Jugendliche, die vor der Leinwand mehr als nur pures Entertainment suchen.

    Dass sich Bernd Sahling, Autor und Regisseur von „Blindgänger“, in diesem schwierigen Genre bestens auskennt, beweist ein Blick auf seine Biografie. Gelernt hat der gebürtige Naumburger bei Helmut Dziuba und Rolf Losansky, den einstigen Aushängeschildern des DEFA-Kinderfilms; gearbeitet hat der Absolvent der Filmhochschule „Konrad Wolf“, als Familien- und Einzelfallhelfer beim Jugendamt. Nach diversen TV-Arbeiten für arte, ZDF und ORB präsentiert Sahling nun seinen ersten abendfüllenden Kinofilm. „Blindgänger“ spielt in einem Internat für Sehbehinderte. Und auch wenn dessen Schülerinnen Marie und Inga, beide 13, blind sind, haben sie doch exakt die gleichen Sorgen und Nöte wie die „Guckis“, wie die „Normalen“ liebevoll-spöttisch genannt werden. Man quatscht über Lehrer und Jungs, Mode und Musik. Letzteres macht den beiden besonders viel Spaß. Deshalb bewerben sie sich, als eine Schülerband für einen TV-Wettbewerb Verstärkung sucht. Doch die zwei werden abgewiesen, nicht wegen mangelnden Talents, sondern weil Blinde nun mal nicht telegen genug sind. Frustriert wollen sie schon derlei Aktivitäten aufgeben. Doch da hat Inga die zündende Idee. Man gründet einfach eine eigene Band. Gemeinsam mit Internats-Freund Daniel und dem Russland-Deutschen Herbert, den Marie ziemlich nett findet, heben sie die „Blindgänger“ aus der Taufe. An einem Wochenende soll schließlich ein Musikvideo aufgenommen werden, im Internat, heimlich und natürlich verbotenerweise.

    Bernd Sahling macht es dem Kinogänger von heute, der schnelle Schnitte und hohes Tempo gewohnt ist, nicht leicht. Sein Erzähltempo ist ruhig, er nimmt sich viel Zeit, um seine Hauptfiguren vorzustellen und er porträtiert in seinem Film nicht nur Blinde, sondern in dem Russland-Deutschen Herbert eine weitere Außenseiter-Gruppe in unserer Gesellschaft. Doch weil er immer wieder humorvolle Sequenzen einbaut und das Leben der Blinden mit einer unglaublichen Hingabe und besessenen Akribie durchleuchtet, ist „Blindgänger“ mehr Märchen als Drama, mehr Komödie als Tragödie, mehr lebensbejahend als „runterziehend“. Und dass man mit Figuren wie Marie oder Inga keinesfalls Mitleid, sondern vielmehr Bewunderung und Anerkennung übrig haben sollte, ist das Verdienst von Ricarda Ramünke und Maria Rother, die mit ihrer Unbekümmertheit und Direktheit die Behinderung (fast) vergessen machen. Bleibt zu hoffen, dass dieses Werk, in dem Dominique Horwitz als einfühlsamer Internatsbetreuer Herr Karl weitere Akzente setzt, nun nicht auf seinen bei internationalen Festivals erworbenen Lorbeeren sitzen bleibt und sich mehr als nur ein auf großstädtische Programmkinos beschränktes Publikum erobern kann. lasso.

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