Filmhandlung und Hintergrund

Am Originalschauplatz gedrehter Fernsehfilm um die Missbrauchsfälle an der hessischen Odenwaldschule in den 70er und 80er Jahren.

Die junge Lehrerin Petra Grust kommt Ende der Siebziger Jahre an die Odenwald-Schule. Sie bemerkt, dass sich einige Kinder auffällig benehmen, aber der charismatische Schulleiter Pistorius lächelt alle Einwände weg. Schließlich wird Petra klar, dass er die Jungs regelmäßig missbraucht, doch ganz gleich, an wen sie sich wendet: Niemand schenkt ihr Glauben.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Die Auserwählten: Am Originalschauplatz gedrehter Fernsehfilm um die Missbrauchsfälle an der hessischen Odenwaldschule in den 70er und 80er Jahren.

    Christoph Röhls Drama über das furchtbare Schicksal der Odenwaldschüler erzählt vom Grauen hinter idyllischer Fassade. Ulrich Tukur ist brillant.

    Wann immer es um Gewalt gegen Kinder oder um pädophilen Missbrauch geht, stehen Regisseure vor einer Zwickmühle: Einerseits dürfen die Ereignisse keinesfalls verharmlost werden, andererseits will sich niemand Voyeurismus vorwerfen lassen. Dror Zahavi hat sich bei seinem Drama über die Misshandlungen von Heimkindern in den Sechzigerjahren („Und alle haben geschwiegen“) für eine Bildgestaltung entschieden, die perfekt die düstere Atmosphäre dieser Einrichtung einfing. Christoph Röhl und sein Kameramann Peter Steuger haben einen völlig anderen Weg gewählt: Mit seinem Sonnenlicht und den fröhlichen Farben wirkt „Die Auserwählten“ wie ein heiterer Familienfilm. Die entsprechende Atmosphäre passt nicht nur zu der Zeit, in der sich der größte Teil der Handlung zuträgt, sondern auch zu dem ausgezeichneten Ruf, den die Odenwaldschule im hessischen Heppenheim jahrzehntelang genoss. Gerade in den Siebzigerjahren galt die Eliteeinrichtung als Vorbild für die Reformpädagogik. Steugers Bilder zeigen eine sympathische Architektur in märchenhaft schöner Landschaft. Nichts an dieser fantastischen Fassade deutet darauf hin, welches Grauen die Zöglinge hier viele Jahre lang erdulden mussten; bis heute sind über 130 Fälle systematischen Missbrauchs bekannt.

    Das Autoren- und Ehepaar Sylvia Leuker und Benedikt Röskau („Contergan“) schildert die fiktional verdichteten Ereignisse aus Sicht einer engagierten jungen Lehrerin. Petra (Julia Jentsch) kommt Ende der Siebziger an die Schule. Sie bemerkt, dass sich einige Kinder auffällig benehmen, aber der charismatische Schulleiter Pistorius lächelt alle Einwände weg. Schließlich wird Petra klar, dass er die Jungs regelmäßig missbraucht, doch ganz gleich, an wen sie sich wendet: Niemand schenkt ihr Glauben. Julia Jentsch konnte in dieser Rolle nicht viel falsch machen: Petra ist jung, hübsch, sympathisch und anfangs ein bisschen naiv; eine ideale Identifikationsfigur, die Regisseur Röhl mit Alice im Wunderland vergleicht. Umso wichtiger war die Besetzung des Schulleiters, und wenn man erst mal Ulrich Tukur in dieser Rolle gesehen hat, kann man sich keinen anderen mehr vorstellen: weil er den Menschenfänger, der seine Umgebung mit Charme und Chuzpe manipuliert, ebenso großartig verkörpert wie den Unhold, der sich an wehrlosen Kindern vergreift. tpg.

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