Die andere Heimat - Chronik einer Sehnsucht Poster

Deutscher Filmpreis 2014: Edgar Reitz "Die andere Heimat" gewinnt Goldene LOLA

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Die Preisträger des Deutschen Filmpreises 2014 sind bekannt: Die Goldene LOLA geht in diesem Jahr an “Die andere Heimat” von Edgar Reitz. Dafür geht die Erfolgskomödie “Fack Ju Göhte” leer aus.

Am Wochenende wurden die Preisträger des Deutschen Filmpreises 2014 im Rahmen einer Galaveranstaltung im Berliner Tempodrom feierlich verliehen. Bereits zum zehnten Mal vergab die Deutsche Filmakademie die LOLAS als renommierteste und höchstdotierte Auszeichnung für den deutschen Film. Der Hauptpreis – die Goldene LOLA als Bester Film des Jahres – ging in diesem Jahr an Die andere Heimat – Chronik einer Sehnsucht von Edgar Reitz. Das historische Epos in schwarz-weiß wurde zusätzlich für die “Beste Regie” und das “Beste Drehbuch” ausgezeichnet. Die Silberne LOLA erhielt Sam Rileys “Das finstere Tal”, der mit insgesamt neun Nominierungen als großer Favorit gehandelt wurde und schließlich acht davon in eine Auszeichnung verwandeln konnte. Die Bronzene LOLA ging an das DDR-Drama “Zwei Leben” von Georg Maas.

Für die “Beste schauspielerische Leistung” durften sich Dieter Hallervorden für “Sein letztes Rennen”, Jördis Triebel für “Westen”, Sandra Hüller für “Finsterworld” und Tobias Moretti für “Das finstere Tal” auf eine Auszeichnung freuen. “Beltracchi – Die Kunst der Fälschung” von Arne Birkenstock erhält eine Auszeichnung als “Bester Dokumentarfilm”, als “Bester Kinderfilm” kann sich “Ostwind” gegenüber der Konkurrenz “Bibi & Tina” und “Sputnik” erfolgreich behaupten und wird mit einer LOLA belohnt. Der diesjährige Ehrenpreis ging an den erfolgreichen Filmemacher Helmut Dietl, der im vergangenem Jahr seine schwere Lungenkrebserkrankung selbst öffentlich machte.

Publikumshit und erfolgreichster Film des Jahres “Fack Ju Göhte” geht leer aus!

Dennoch wirft die diesjährige Preisverleihung des Deutschen Filmpreises einige Fragen auf: So ging völlig überraschend die Schulkomödie “Fack Ju Göhte” von Bora Dagtekin als erfolgreichster Film des Jahres 2013 komplett leer aus. Mit insgesamt vier LOLAS u.a. auch als Bester Film nominiert, durfte der Kinohit mit mehr als sieben Millionen Zuschauer lediglich den undotierten Preis als “Besucherstärkster Film” entgegen nehmen. Wenigstens ist ihm ein Platz unter den Top 5 der erfolgreichsten deutschen Komödien aller Zeiten sicher. Im Vergleich dazu hat der diesjährige Filmpreisträger “Die andere Heimat” gerade einmal 122.000 Zuschauer ins Kino gelockt.

Auch ist völlig unklar, warum weder Dietrich Brüggemanns “Kreuzweg” noch Philip Grönings “Die Frau des Polizisten” völlig unbeachtet blieben, schließlich wurden die deutschen Produktion neben der Berlinale bei einigen renommierten internationalen Filmfestspielen vorgestellt und mit diversen Preisen versehen. Dennoch schafften sie es nicht unter die Nominierungen der sechs besten Filme des Jahres.