Die achte Todsünde: Das Toskana-Karussell

  1. Ø 0
   2002
Die achte Todsünde: Das Toskana-Karussell Poster

Filmhandlung und Hintergrund

Die achte Todsünde: Das Toskana-Karussell: Wirtschaftskrimi um "das Mehrwertsteuer-Karussell".

Darsteller und Crew

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Kritikerrezensionen

  • 60 Milliarden Euro gehen den Mitgliedsstaaten der EU alljährlich durch die Lappen, weil clevere Schreibtischtäter viel Geld am Fiskus vorbei schleusen. Da wird zum Beispiel für eine Lieferung mobiler Telefone, die eine Grenze überschreitet, die Mehrwertsteuer in Millionenhöhe zurückerstattet, obwohl die entsprechenden LKW völlig leer waren. Fälle wie diesen übernimmt bei der ARD „Olaf“, eine europäische Kommission gegen Betrug und Korruption. Und welcher Autor wäre für die Drehbücher besser geeignet als Dieter Meichsner! Der langjährige Leiter des NDR-Fernsehspiels war einer der letzten schreibenden Redakteure. Seit er vor über zwanzig Jahren die ARD-Reihe „Schwarz Rot Gold“ erfand, gilt er als Experte für Wirtschaftskrimis.

    Zum Zeitpunkt dieses Krimis war Meichsner 75 und seine Bücher nach wie vor bekannt oder, je nach dem, berüchtigt für ihren Umfang. Auch im zweiten Fall der Reihe „Die Achte Todsünde“ (Titel: „Toskana-Karussel“) wird viel geredet. Das lässt sich allerdings gar nicht vermeiden, denn der geschilderte Fall ist mindestens so komplex wie die EU-Bürokratie: „Olaf“ kann selbst keine Verhaftungen vornehmen, sondern muss mit Polizei und Staatsanwaltschaft zusammenarbeiten. Und genau das ist für die permanent zwischen Brüssel und diversen Metropolen hin- und her düsende Steuerfahnderin Marion Hansen (Susanne Lothar) das Problem: Fröhlich verstärkt Meichsner das Vorurteil, italienische Behörden seien ohnehin korrupt bis ins Mark. Zum Glück gibt es aber auch gesetzestreue Finanzbeamte wie etwa Signore Montaldo (Franco Nero), der bei seinem Chef auf Granit beißt, als ihm ein Elektronikhändler verdächtig vorkommt. Kein Wunder: Der Chef hängt mit drin – ein Fall für „Olaf“.

    Nur gut, dass die Regie des Stoffes beim Österreicher Peter Patzak („Kottan ermittelt“) gelandet ist. Er inszeniert insgesamt zwar recht bedächtig, sorgt aber dennoch dafür, dass der Film nicht unter einer zentnerschweren Aktenstaubschicht begraben wird. Weidlich nutzt Patzak außerdem den Schauplatz Toskana. Schon allein der Einstieg mit dem in tausendfaches Kerzenlicht getauchten Pisa ist ein optischer Genuss. Auch Patzak kann indes nicht verhindern, dass man bisweilen etwas verwirrt ist. Und das Spiel der Darsteller legt mitunter die Frage nahe, ob sie tatsächlich verstanden haben, was sie da von sich geben. Dass hingegen Franco Nero nie auch nur den Hauch eines Zweifels aufkommen lässt, hat seinen Grund: Der Mann hat einst Wirtschaftswissenschaft studiert. tpg.

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