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Über die Produktion

An die Nacht, in der die Idee zu „Dickste Freunde“ geboren wurde, erinnert sich Regisseur Ron Howard noch sehr genau: „Es war bei einer Dinnerparty in Rom, während der Arbeit an ‚Illuminati’. Brian Grazer entwarf alle möglichen verrückten Szenarien. Unter anderem fragte er, was man wohl tun würde, wenn es jemanden gibt, an dem einem enorm viel liegt, also beispielsweise einen besten Freund, und man sieht wie dessen Frau einen anderen küsst. Plötzlich hatte er diese Idee und meinte: Was mache ich, wenn ich Rons Frau mit einem anderen erwische? Wie verhalte ich mich dann, wann und wie sage ich ihm das?“

Beim Abendessen sorgte diese Vorstellung für einen herzhaften Lacher, aber sie löste unter den Anwesenden auch eine rege Diskussion aus. Nach der Party erzählte Grazer seinem Freund, dass er das Ganze als Idee für einen Film in Erwägung ziehen würde, womit er bei Howard auf offene Ohren stieß, der das für ein gelungenes Konzept hielt und ihn ermutigte, die Sache weiter voranzutreiben.

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Zurück in den USA unterbreitete Grazer in einem Meeting das Konzept auch Vince Vaughn, der sofort Interesse an der Idee bekundete. „Was mich nach dem Gespräch mit Brian am meisten interessierte, war vor allem die Frage, wie man seinem besten Freund so etwas berichtet, ohne dass er völlig am Boden zerstört ist… und man ihn womöglich als Freund verliert“, erklärt der Schauspieler und Produzent seinen eigenen Zugang zu dem Thema. „Für mich ging es bei diesem Szenario nicht um die Frage, ob man so etwas erzählen soll oder nicht. Sondern darum, jemanden zu sehen, den sein Wissen über einen solchen Vorgang belastet, und sein Ringen mit der Frage, wie und wann er es erzählt.“

In vielen seiner Filme hat Vaughn das Komische in Problemen rund ums Thema Beziehungen. Von „Swingers“ über „Trennung mit Hindernissen“ bis hin zu „All Inclusive“ hat er immer wieder Situationen, in denen wir uns alle schon mal befunden haben, in Lacher verwandelt. „Es ist einfach lustig, jemanden in einer solchen Situation zu erleben“, fährt er fort. „Natürlich versteht sich von selbst, dass er seinem besten Freund alles sagen wird, nur wie macht man das? Das ist leichter gesagt als getan, aber als Freund steckt man in dem Dilemma, mit der Situation irgendwie umgehen zu müssen und dabei möglichst wenig Schaden anzurichten.“

Grazer hatte zuvor noch nie mit Vaughn zusammengearbeitet, doch er bewunderte schon lange dessen Talent, dem Publikum bisweilen schwierige, aber nachvollziehbare Themen mittels seines typischen Humors zu vermitteln. „Vinces Stärke liegt darin, dass er ein Durchschnittstyp ist, den die Frauen lieben und den Männer als Vorbild nehmen“, erklärt er den Charme seines Hauptdarstellers. „Egal ob er in einem Film darüber nachdenkt, sich von seiner langjährigen Freundin zu trennen, oder er sein Bestes versucht, ein guter Vater und Ehemann zu sein, gelingt es ihm immer, uns auch die ernsteren Momente des Alltags auf lustige Weise näher zu bringen. Vince zeigt uns eine überhöhte, komische Version unseres eigenen Lebens. Ich habe in meinem Leben nicht viele Schauspieler getroffen, die das so gut können.“

Nachdem Grazer und Vaughn das Gerüst der Geschichte entworfen hatten, wurde Allan Loeb engagiert, um das Drehbuch zu schreiben, aus dem später „Dickste Freunde“ entstehen sollte. Alle im waren sich einig, dass der Autor, der zuletzt unter anderem die Drehbücher für „Wall Street: Geld schläft nicht“, „21“ und „Umständlich verliebt“ schrieb, genau der Richtige sei, um Grazers Idee zu Papier zu bringen.

So entstand die Geschichte der beiden besten Freunde Ronny Valentine und Nick Brannon, die sich seit mehr als 20 Jahren kennen. Gemeinsam betreiben sie eine kleine Firma, die Motoren entwirft und gerade dabei ist, sich einen Namen zu machen. Ein anstehender großer Deal mit einem Autokonzern könnte das Leben der beiden für immer verändern. Doch gerade in dieser ohnehin angespannten Lage sieht Ronny Nicks Frau Geneva mit einem anderen Mann. Den richtigen Zeitpunkt zu finden, um seinem besten Freund davon zu berichten, fällt schwer, und je mehr Ronny sich in Nicks Leben einmischt, desto komplizierter wird seine Lage. Als er schließlich Geneva konfrontiert, gerät die Situation außer Kontrolle…

Das fertige Skript landete schließlich wieder auf dem Schreibtisch von Ron Howard, mit dem Vorschlag es zu inszenieren. Der Oscar®-Gewinner war von der Geschichte ebenso angetan wie von der Aussicht, mit Vaughn zusammenzuarbeiten: „Ich wusste, dass Brian und Vince sich mit Allan Loeb zusammengetan hatten, der ein wirklich großartiger, enorm vielseitiger Autor ist. Er schreibt nie für ein bestimmtes Genre, sondern interessiert sich viel mehr für spannende Ursache-Wirkung-Szenarien, die er ausgesprochen prägnant und unterhaltsam auflöst. Meine Entscheidung war also wirklich nicht schwer.“

Tatsächlich konnte das Drehbuch alles halten, was das die ersten Diskussionen während der römischen Dinnerparty versprochen hatten. „Natürlich geht es in der Geschichte auch um das Thema Treue“, führt Howard aus. „Aber entscheidend sind vor allem Vertrauen, Wahrheit und die Frage, wie viel wir unseren Liebsten und Freunden erzählen. Man denkt unwillkürlich darüber nach, wie sehr man eigentlich den Menschen vertrauen kann, die einem am nächsten stehen.“

Als Howard und Vaughn sich trafen, loteten sie aus, was sowohl komödiantisch als auch dramatisch aus dem Drehbuch herauszuholen war. Beiden gefiel, dass Loeb eine ganz reale Situation entworfen hatte, die er leicht überhöhte und als durchaus unangenehm, aber vor allem witzig umsetzte. Innerhalb von wenigen Tagen waren sich beide sicher, dass sie den Film machen wollten.

Mit „Dickste Freunde“ kehrt Howard nach mehr als einem Jahrzehnt, in dem er sich vor allem Thriller und Dramen gewidmet hatte, zurück zur Komödie. Bereits in den Achtziger und Neunziger Jahren hatte er erfolgreiche Komödien auf die Leinwand gebracht, doch in all den Jahren war es nie das Genre, nach dem er seine Projekte aussuchte, sondern immer deren Geschichte. „Von der Idee, meine Karriere anhand von Genre-Überlegungen zu strukturieren, habe ich mich schon lange verabschiedet“, lacht Howard. „Ich liebe einfach alle Arten von Filmen: große wie kleine, Komödien wie Dramen, Thriller wie Fantasy. Aber Komödien gehören in der Tat zu meinen absoluten Favoriten, und nicht zuletzt deswegen wollte ich es unbedingt vermeiden, einen Film zu machen, bei dem man von Anfang an weiß, wie sich die Handlung entwickeln wird.“

Er war begeistert, ein komödiantisches Projekt gefunden zu haben, dass nicht nur sehr witzig war, sondern auch menschlich etwas zu sagen hatte: „Das ist einfach eine frische und lustige Mischung, die für mich als Geschichtenerzähler enorm reizvoll ist. Es ist 12 Jahre her, dass ich eine Komödie gedreht habe, deswegen war es natürlich sehr schmeichelhaft und ermutigend, dass sich Comedy-Kaliber wie Vince Vaughn und Kevin James für meine Ideen interessierten.“

Für Vaughn war es dabei das wichtigste, einen Regisseur gefunden zu haben, der ihn auch herausfordern würde. „Als wir das Projekt entwickelten, sagten immer wieder Leute, dass sich die Geschichte nach einer echten Ron Howard-Komödie anhören würde“, berichtet der Star. „Seine Filme wie ‚Nightshift – Das Leichenhaus flippt völlig aus’, ‚Splash – Eine Jungfrau am Haken’, ‚Cocoon’ oder ‚Eine Wahnsinnsfamilie’ sind Klassiker, die immer noch wahnsinnig viel Spaß machen. Es freut mich deswegen wirklich sehr, an seiner Rückkehr zur Komödie beteiligt zu sein! Von Ron kann man Raffinesse erwarten, ohne dass es prätentiös wird. Er hat unglaubliches Gespür für menschliches Verhalten und kann Geschichten auf eine elegante Weise entfalten, die enorm zugänglich und nie übertrieben ist.“

Der Regisseur kann solche Komplimente nur zurückgeben und stimmt seinem Produzenten voll zu, was Vaughns Wirkung auf das Publikum angeht: „‚Dickste Freunde’ wird fast ausschließlich aus Ronnys Perspektive erzählt, diesem unverwechselbaren, modernen Typen aus dem mittleren Westen, der in diese emotionale Achterbahnfahrt hineingezogen wird. Und ich glaube nicht, dass es in der aktuellen Komödien-Szene irgendwen gibt, den das Publikum lieber in der Klemme sitzen sieht als Vince.“ Folglich hatte Howard mit Vaughn an Bord auch keine Mühe, den Rest seines Teams zusammenzustellen.

Produktion: Die Besetzung

Wenn wir Ronny Valentine und Nick Brannon das erste Mal begegnen, sind die beiden sich sicher, dass bei ihnen alles bestens läuft. Ihre kleine Firma B&V Engine Design steht kurz davor, einen großen Deal abzuschließen. Doch dafür ist zunächst einmal noch jede Menge Arbeit von Nöten, nicht zuletzt von Nick, der für alle Motoren-Entwürfe zuständig ist. Und so kann das komische Chaos beginnen…

Für die Rolle des Nick entschieden sich die Filmemacher für Kevin James, der sich mit Hits wie „Kindsköpfe“, „Der Kaufhaus Cop“ und „Chuck und Larry – Wie Feuer und Flamme“ an der Spitze der Komödien-Stars in Hollywood etabliert hat.

„Kevin ist ein toller Typ und wirklich witzig“, schwärmt Howard. „Er hat im Fernsehen sein Comedy-Lehrgeld bezahlt und ist jetzt im Kino ein echter Komödien-Star. Bei ihm wirkt die Komik immer unglaublich mühelos – und vor allem entspringt sie immer vollkommener Ehrlichkeit. Deswegen ist er spannenderweise am lustigsten, wenn er sich aufregt, verletzlich ist oder ein bisschen aus der Rolle fällt.“

James selbst fiel es nicht schwer, die Rolle anzunehmen: „Ich mochte das Drehbuch auf Anhieb sehr. Allan Loeb hat einen super Job gemacht, und als ich dann erfahren habe, dass Vince mit dabei ist und Ron Regie führt, war die Sache sowieso geritzt. Von Rons Filmen bin ich schon seit Ewigkeiten ein Fan und auch Vince bewundere ich sehr. Ich wollte schon lange mal mit ihm arbeiten, denn er bringt mich immer zum Lachen. So zu tun als sei er mein bester Freund, fiel mir entsprechend leicht. Nicht zuletzt, weil unsere Frauen sich anfreundeten und wir dann ohnehin immer zusammen herumhingen.“

Über seine Rolle als von der Arbeit besessener Ingenieur sagt er: „Nick ist eine ziemlich komplexe Figur. Er setzt sich bei der Arbeit enorm unter Druck, was sich auf sämtliche Beziehungen zu seinen Mitmenschen auswirkt. Von außen betrachtet wirkt es, als würde er eine perfekte Ehe führen. Aber wenn man da mal ein bisschen unter die Oberfläche guckt, zeigt sich schnell, dass nichts so ist, wie es scheint.“

Trotzdem betrachtet Ronny Nick als Vorbild wenn es um Herzensangelegenheiten geht. Als lebenslanger Junggeselle hat er sich von Nick endlich überzeugen lassen, dass er in der erfolgreichen Köchin Beth, die ihn nie losgelassen hat, die Richtige gefunden hat. Nach Jahren des Flirtens und Hofmachens glaubt Ronny nun, dass es endlich an der Zeit wäre, mit Beth den nächsten Schritt zu wagen. Schließlich hat das bei Nick und Geneva doch auch hervorragend geklappt, oder?

Vince Vaughn macht keinen Hehl daraus, wie sehr er sich auf die Zusammenarbeit mit James freute: „Ich bin schon seit einer ganzen Weile Fan von Kevins Arbeit. Er ist nicht nur brüllend komisch, sondern macht es einem auch so leicht, mit ihm mitzufühlen. Er ist sehr authentisch, weswegen all seine Rollen eine enorme Wärme und Ehrlichkeit haben. Ich bin überzeugt davon, dass ich durch diesen Film einen tollen Freund gefunden habe, der mir auch in Zukunft verbunden sein wird.“

Kein Wunder also, dass Regisseur Howard beeindruckt war von der Chemie seiner beiden Hauptdarsteller. Obwohl die beiden noch nie vorher zusammen gearbeitet hatten, stimmte vom ersten Tag an die Harmonie. „Die Geschichte des Films basiert ja auf der Freundschaft zwischen zwei Kerlen, die dann durch die Verwicklungen der Handlung auf die Probe gestellt wird“, erläutert Howard. „Von dem Moment als sie sich trafen, gelang es Vince und Kevin, diese besondere Beziehung zwischen den beiden spürbar zu machen. Kevin ist unglaublich entspannt, während Vince sehr analytisch ist und ständig quasselt. Das ist eine großartige Kombination! Von den beiden geht eine echte Liebenswürdigkeit und Herzensgüte aus, deswegen liebt das Publikum sie immer ganz besonders, wenn bei ihnen mal nicht alles rund läuft.“

Für die Rolle der unendlich geduldigen Beth engagierten die Verantwortlichen die talentierte Jennifer Connelly, die für ihre Rolle in dem von Howard inszenierten und von Grazer produzierten Drama „A Beautiful Mind“ mit dem Oscar® ausgezeichnet wurde.

„Jennifer ist eigentlich nicht eine typische Schauspielerin für Komödien, aber mit einem Blick auf die Geschichte und die Figur der Beth wurde uns schnell klar, dass sie auch gar nicht für die Lacher verantwortlich ist“, erklärt der Regisseur seine Entscheidung. „Viel mehr soll man durch sie spüren, was in dieser Geschichte alles auf dem Spiel steht. Wobei es natürlich trotzdem ein sehr verspielter Film ist und für Jennifer eine tolle Gelegenheit war, mal eine andere Seite von sich zu zeigen. Sie ist enorm smart, sehr trocken und witzig und ich war ganz begeistert, wie sie an die Rolle herangegangen ist.“

Auch Connelly selbst freute sich über die Chance, erneut mit Howard und Grazer zusammenzuarbeiten: „Ron ist mit Leib und Seele Filmemacher. Egal was für ein Projekt, er ist immer ganz akribisch, höchst professionell und legt viel Wert auf seine Schauspieler. Und er ist ein toller Geschichtenerzähler. Wobei es keinen Unterschied macht, ob er ein Drama inszeniert oder eine Komödie. An seiner Herangehensweise habe ich jedenfalls keine Veränderung bemerkt.“

Als Alicia Nash in „A Beautiful Mind“ begeisterte die Schauspielerin ihr Publikum mit der Nuanciertheit ihres Spiels. Als Beth ist sie nun die Stichwortgeberin für Vaughns Ronny. „Beth ist sehr vernünftig“, beschreibt Connelly ihre Figur. „Sie hat eine erfolgreiche Karriere und ist überhaupt nicht neurotisch. Eine ausgeglichene, relaxte Frau, die ihren Freund liebt und genau weiß, wo ihre Prioritäten liegen.“

Bezüglich ihres Leinwandpartners fügt sie hinzu: „Vince ist hervorragend wenn es um witzige, schnelle und trockene Sprüche geht, deswegen ist diese Rolle perfekt für ihn. Er ist aber auch sehr gescheit, weswegen mir besonders die etwas ernsteren Szenen mit ihm Spaß gemacht haben. Ich habe ihn lange nicht in einem solchen Part gesehen, und es scheint, als hätte er ihn sehr genossen.“

Vaughn revanchiert sich prompt: „Jennifer hat im Laufe der Jahre so viele großartige Leistungen abgeliefert. Hier glänzt sie in ihren Szenen mit Stärke und Ehrlichkeit, aber sie kann auch sehr witzig und leichtfüßig sein. Nicht zuletzt deswegen fiebert man als Zuschauer mit Ronny und Beth mit.“

Ronnys großes Dilemma in „DICKSTE FREUNDE“ beginnt damit, dass er sieht, wie Nicks Ehefrau Geneva einen anderen Mann küsst. Er kann kaum glauben, dass die Frau, die er sogar noch länger kennt als ihn, seinen besten Freund betrügt. Die wichtige Rolle dieser Frau vergaben die Filmemacher an die zweifach Oscar®-nominierte Winona Ryder.

Ursprünglich war die renommierte Schauspielerin eigentlich für einen anderen Part vorgesehen. „Ich bewundere Winonas Arbeit schon lange und hatte sie anfangs als Beth im Kopf“, gesteht Howard. „Doch als ich sie traf und mit ihr auch über die Möglichkeit sprach, Geneva zu spielen, die ja in ihrem Umfeld jede Menge sexuelle Spannungen und Zweifel heraufbeschwört, hat sie mich umgehauen und den Job bekommen. Es ist eine für sie ungewohnte Rolle, und sie war begeistert von der Herausforderung.“

Howard, Grazer und Vaughn waren beeindruckt von der Tiefgründigkeit, die sie einer Rolle verlieh, die man auch als Klischee hätte darstellen können. Statt sie einfach nur als eindimensionale Femme fatale zu sehen, machte Ryder Geneva zu einer komplizierten Frau, die das Publikum nach und nach nicht nur verstehen, sondern bis zu einem gewissen Grad auch sympathisch finden kann.

Aus ihrer Begeisterung für das Projekt macht Ryder keinen Hehl: „Beim Lesen des Drehbuchs musste ich laut lachen, was mir wirklich nicht oft passiert. Aber es ist nicht nur lustig, sondern hat auch Tiefe, Herz und nicht zuletzt Herzschmerz, was eine schöne Balance ergibt. Dazu kommt, dass Ron als Regisseur einfach das Gesamtpaket hat. Er ist leidenschaftlich und ehrlich, gleichzeitig gibt er so wunderbare Anweisungen, dass man sich richtig sicher fühlt. Er motiviert dich – und holt stets das meiste aus dir heraus.“

Einige der lustigsten Szenen des Films sind jene zwischen Geneva und Ronny, in denen man als Zuschauer nie sicher sein kann, wer am Ende als Sieger hervorgeht. Ronny ist mehr als erbost über ihr Verhalten, während sie ihm droht, sich aus ihrer Ehe herauszuhalten, sonst würde sie ein paar Leichen aus ihrem gemeinsamen Keller holen.

„Es ist, als würde Ronny sie zum Schach herausfordern, doch dann spielt Geneva plötzlich Dame“, lacht Vaughn. „Genevas Spiel mit ihm ist viel schneller und unberechenbarer. Das Publikum wird sich wahnsinnig freuen, Winona zurück auf der Leinwand zu sehen, nicht zuletzt weil ihre Figur so viele Facetten hat. Es ist eine sehr interessante, anspruchsvolle Rolle, und Winona erledigt ihren Job einfach super.“

Das Kräftemessen zwischen Geneva und Ronny war nicht nur für Ryder und Vaughn ein Höhepunkt des Drehbuchs, wie Howard bestätigt: „Es gibt ein paar Szenen, in denen die beiden ihre Karten auf den Tisch legen, ganz klar Position beziehen und versuchen, den anderen zu einem bestimmten Verhalten zu drängen. Schon im Skript waren diese Szenen unglaublich stark. Aber kaum hatten wir mit den Proben begonnen, wurden sie sogar noch spezifischer und vielseitiger.“

Mit B&V stehen Ronny und Nick kurz davor, einen großen Auftrag zu bekommen, nachdem sie sich und ihre Firma bei einem großen Autohersteller vorgestellt haben. Um den Deal unter Dach und Fach zu bringen, müssen die beiden Susan Warner überzeugen, die für das Projekt zuständige Beraterin, die mit ihrer ganz eigenen Art der Kommunikation die beiden Freunde immer wieder auf dem falschen Fuß erwischt. Bei der Frage nach der Idealbesetzung für diese Rolle waren sich alle im Team einig, dass Queen Latifah die perfekte Susan wäre.

„Susan Warner hat einen hohen Posten bei der Autofirma und versucht, Ronny und Nick zu helfen“, beschreibt die Oscar®-nominierte Schauspielerin ihre Rolle. „Alles was sie sagt bezieht sich irgendwie auf Autos, was meistens ziemlich phallisch klingt… selbst wenn sie es gar nicht so meint. Genau wie Ronny und Nick ist sie eine Querdenkerin und Visionärin, weswegen sie auch so gut miteinander klarkommen. Wann immer sie Rat oder eine Information suchen, ist Susan ihre heimliche Ansprechpartnerin.“

Produzent Grazer war begeistert, als die Schauspielerin zusagte: „Als wir hörten, dass Queen Latifah Interesse an der Rolle bekundet hatte, war klar dass niemand anderes für diese ausgefallene Figur in Frage kommt. Susan ist eine Naturgewalt und nimmt trotz ihrer Position kein Blatt vor den Mund. Ronny und Nick sind von ihrer gleichermaßen fasziniert wie irritiert. Queen Latifah schafft es, mit nicht mehr als einem Blick jeden Partner aufs komischste zu entwaffnen. Das ist etwas, was man nicht lernen kann – und für eine Komödie Gold wert.“

Während Nick bis zum Hals in der Arbeit steckt und nur das Design von Elektroautomotoren im Kopf hat, nutzt Ronny seine Freizeit, um hinter Geneva herzuschnüffeln. Als erstes versucht er, sie zusammen mit dem Objekt ihrer Begierde zu stellen, dem tätowierten, muskulösen Musiker Zip. „Zip ist ein Typ um die 30, für den wir verschiedene Schauspieler in Betracht zogen“, erinnert sich Howard. „Von Channing Tatums Agenten erfuhren wir, dass er gerne mal sein komödiantisches Talent unter Beweis stellen würde und Gefallen an der Rolle fand. Er steckte noch mitten in Dreharbeiten, so dass wir uns letztlich über Skype über das Drehbuch austauschten.“

Sich um eine Rolle zu bemühen, die er selbst als „tollwütigen Hund im Hundepark“ beschreibt, erwies sich als ideal für Tatum, der vorwiegend für seine Action- und Drama-Rollen bekannt ist. Dass Zip ein bisschen durchgeknallt, ja fast ein bisschen pervers ist, gefiel ihm besonders: „Ich drehte gerade einen düsteren kleinen Independent-Film, als ich erfuhr, dass Ron Howard mich treffen will. Er rief mich über Skype an und erzählte mir am Computer, dass Vince Vaughn in dem Film mitspielen wird. Das haute mich um, denn ich finde Vince fantastisch. Während Ron mir erklärte, warum er diese Geschichte verfilmen wollte, konnte ich aber nur daran denken, dass da gerade Ron Howard auf meinem Bildschirm zu sehen ist. Definitiv einer der coolsten und verrücktesten Momente meines Lebens.“

Das erste Mal, dass Ronny Geneva und Zip zusammen sieht, ist in einem botanischen Garten, den er als Ort für seinen Heiratsantrag an Beth in Erwägung zieht. Dort führt ihn Herbert Trimpy übers Gelände, der von Ron Howards Bruder und Charakterdarsteller Clint Howard („Frost/Nixon“) gespielt wird. Außerdem zum Ensemble gehören Amy Morton („Up in the Air“) als Ronnys emotionale Schwester Diane, Chelcie Ross („Drag Me to Hell“) als Führungskraft des Autokonzerns, die Ronnys und Nicks Zukunft in den Händen hält, Newcomer Eddie Martinez als schräger Assistent der beiden Freunde sowie Rance Howard („A Beautiful Mind“), der schon mehrfach für seinen Sohn vor der Kamera stand, als Beths Vater Burt.

Produktion: Am Filmset

Die Dreharbeiten zu „Dickste Freunde“ begannen im renommierten Chicagoer Restaurant Smith & Wollensky. Während Vaughn, James, Ryder und Connelly an einem der Fenstertische saßen, wurde vollkommen unerwartet nur wenige Meter entfernt über dem Chicago River ein Feuerwerk gezündet. Über 30 Minuten lang musste die Produktion unterbrochen werden, doch dafür bot sich dem Team ein pyrotechnisches Spektakel das es mit jedem Silvester-Feuerwerk aufnehmen konnte.

Als anschließend die Kameras wieder liefen, konnte das Team dann ein komödiantisches Feuerwerk erleben, als Vaughn und James in der Dinner-Szene den ganzen Raum zum Lachen brachte. Für die Filmemacher war es eine Erleichterung zu sehen, dass die Chemie zwischen den beiden schon vom ersten Tag an stimmte.

Während Vaughn und James auch in der Folge ihre Kollegen und die Crew zum Lachen brachten, entspringt der Humor des Films nicht selten den dramatischen Elementen und Situationen der Geschichte. „Komödien haben oft etwas Kathartisches, denn es geht darin meist um Unangenehmes, das jemand durchmacht“, sagt Howard. „Entweder lacht man über die Figuren oder man wünscht ihnen, dass sie diese wunderbar peinlichen Momente irgendwie überstehen. Nicht wenige behaupten ja, dass Lachen heilsam ist und uns dafür öffnet, über uns selbst nachzudenken, ohne dass man das Gefühl hat, belehrt zu werden.“

Für Komödiant James waren gerade die ernsteren Szenen eine bereichernde Erfahrung: „Es gibt im Film mehrere Szenen, wo man als Zuschauer wirklich nicht mehr still sitzen kann, weil man wissen möchte, was den Figuren als nächstes passiert. Und je ernster ein Moment ist, desto wirkungsvoller entfaltet sich danach der nächste Gag.“

Worauf sich Howard am Set jeden Tag verlassen konnte, war Vaughns und James’ Talent zur Improvisation, mit dem sie jede Aufnahme noch besser machten. „Darüber habe ich von Beginn an mit Vince ganz offen gesprochen, denn ich wusste natürlich, wie er als Meister der Improvisation den Film bereichern konnte. Gleichzeitig fällt es ihm unglaublich leicht, die Essenz eines Drehbuchs zu verstehen. Vince ist ein kreativer Typ, der auch die Geschichte als Ganzes begreift und sich nicht ausschließlich auf Improvisation verlässt. Die ist für ihn eher eine Art Bonus, der manchmal passt und manchmal auch nicht. Aber das Skript muss bis ins Detail perfekt sein, denn da ist er enorm diszipliniert.“

James stimmt ihm zu: „Nachdem wir mehrere Takes gedreht hatten, in denen wir uns konsequent an das Drehbuch hielten, ermunterte mich Vince schließlich, mich einfach auf mein Gefühl für die Szene zu verlassen. Das war dann immer ein Take, in dem wir vollkommen frei waren und uns richtig wild gehen lassen konnten. Das ist ein bisschen wie ein Rodeoritt, bei dem man mindestens acht Sekunden im Sattel bleiben muss. Wir hatten dabei immer tierischen Spaß, und meistens kamen so auch einige großartige Aufnahmen zustande.“ Dass Howard für solche Improvisationen offen war, zollte ihm Respekt ab: „Ron holt aus seinen Schauspielern das Beste heraus, weil er die Beweggründe der Figuren und ihr Verhalten hinterfragt. Aber er lässt ihnen auch immer die Freiheit, eigene Ideen auszuprobieren.“

Vor allem Vaughn beeindruckte seine Kollegen und das gesamte Team immer wieder mit seiner Spontaneität. Ob er Zip durch dessen Apartment jagt oder die Gäste auf der Party zum 40. Hochzeitstag von Beths Eltern schockt, in dem er andeutet, Beths Mutter könne etwas mit dem Poolboy gehabt haben – Vaughns Publikum hatte während des gesamten Drehs immer etwas zu lachen.

Aber auch die Hauptdarstellerinnen waren neugierig auf diese Art des Arbeitens. „Ich fand es richtig aufregend, so viele Szenen mit Vince zu haben, denn ich hatte noch nie mit jemandem gearbeitet, der so improvisieren kann“, freut sich Ryder. „Dank ihm fühlte ich mich sicher genug, es auch selbst zu probieren. Vince ist in dieser Hinsicht ein echter Meister, und er bringt in allen Schauspielern, mit denen er arbeitet, das Beste zum Vorschein.“

Von der erfahrenen Komödiantin Queen Latifah wurde erwartet, dass sie von null auf 100 durchstartet, da sie erst gegen Ende der Dreharbeiten dazu stieß, um ihre Szenen mit Vaughn und James zu drehen. „Das war schon eine Herausforderung, denn alle anderen hatten sich ja längst warm gespielt und eine gemeinsame Wellenlänge gefunden“, berichtet sie. „Ich musste mich richtig ranhalten, denn Vince ist extrem schlagfertig und spontan. Die Dynamik zwischen ihm und Kevin war großartig. Da wollte ich mithalten, aber gleichzeitig natürlich auch meinen eigenen Humor mit einbringen. Es hat sehr viel Spaß gemacht, so viel zu improvisieren und schnell reagieren zu müssen. Normalerweise hat man dazu nicht besonders oft die Gelegenheit. Aber in einer Szene mit Vince und Kevin gehört das automatisch dazu.“

Produktion: Die Dreharbeiten

Bei einer Komödie von und mit Vince Vaughn kann man davon ausgehen, dass einige, wenn nicht gar alle Szenen in Chicago gedreht werden. „DICKSTE FREUNDE“ stellt da keine Ausnahme dar. Die Handlung spielt in Chicago – und so wurde der Film komplett in und um die ‚windy city’ gedreht, wobei verschiedene Wahrzeichen der Stadt als Drehort genutzt werden konnten.

Howard, der vor 20 Jahren schon „Backdraft – Männer, die durchs Feuer gehen“ in Chicago drehte, fand in der Stadt genau die richtige Energie für seine neue Komödie: „Von der Stadt geht ein typisch amerikanisches Flair aus. Es geht in ‚DICKSTE FREUNDE’ um Stadtmenschen und ihre komplizierte Situation, und ich bin sicher dass sich ihre Geschichte in New York, Los Angeles oder San Francisco anders entwickelt hätte. Chicago ist auf gewisse Weise unprätentiöser als diese Städte, was für den Film sehr wichtig war. Außerdem wimmelt es dort vor großartiger Architektur. Wo auch immer man die Kamera hinschwenkt, sieht die Skyline anders aus. Chicago kombiniert das Gefühl einer echten Großstadt mit der Ehrlichkeit und mangelnden Affektiertheit des durchschnittlichen Amerikas.“

Dass Chicago auch wirklich als Chicago gezeigt wird, macht für Vaughn den Film noch realistischer: „Es ist immer wichtig zu versuchen, die Stadt, in der die Geschichte spielt, so authentisch wie möglich zu zeigen. Das fördert die Glaubwürdigkeit des Films enorm. In Chicago konnten wir an vielen Locations drehen, ohne dass wir Namen oder Schilder ändern mussten. Je spezifischer man ist, desto eher bekommt man als Zuschauer ein echtes Gefühl für die Stadt, selbst wenn man dort noch nie war.“

Eines der Chicagoer Wahrzeichen, das im Film zu sehen ist, ist der Green Mill Jazz Club auf der North Broadway Avenue. In den wilden 1920er Jahren wurde der 1907 gegründete Club populär und von der Mafia in Beschlag genommen. Al Capones Handlanger „Machinegun“ Jack McGurn übernahm 25 % am Geschäft, das als Capones Stammlokal unsterblich wurde. Noch heute sind die Falltür und der Tunnel unter der Bar erhalten, die den Gangstern regelmäßig zur Flucht vor der Polizei dienten.

Das Green Mill dient als Kulisse für eine Szene, in der Ronny und Nick Beth und Geneva zum Feiern ausführen. Für die Freunde eine ideale Gelegenheit, sich mal gehen zu lassen und die Tanzfläche zu stürmen. „ Wer Kevin James engagiert, weiß dass ihm auch ein Tänzchen bevorsteht“, lacht der Schauspieler. „ Das gehört zum Gesamtpaket! Die Welt kennt mich als phänomenalen Tänzer, aber dieses Mal wollte ich noch einen draufsetzen. Die Produzenten mutmaßten schon, ich würde wohl keine Choreografin brauchen, weil sie mir gar nichts mehr beibringen könnte. Aber ich habe sie dann natürlich doch getroffen – und sie hat mir und Winona gezeigt, wie man wirklich tanzt.“

Als echter Höhepunkt des Drehs im Green Mill entpuppte sich aber der Moment, in dem Vaughn und James eine kleine Tanznummer improvisierten, während ihre Kolleginnen einigermaßen entgeistert zuschauten. „Kevin und ich dachten uns eine Nummer aus, irgendwo zwischen Tanz und Sport, inklusive einer kleinen Hommage an ‚Dirty Dancing’“, lacht Vaughn. „Keine Ahnung, wie das auf der Leinwand aussieht, aber der Drehtag hat unglaublich viel Spaß gemacht.“

Für zwei entscheidende Sequenzen zog das Team ins United Center, dem Zuhause nicht nur der weltberühmten Basketball-Mannschaft der Chicago Bulls, sondern auch des erfolgreichen Eishockey-Teams der Chicago Blackhawks. Gedreht wurde sowohl live während der Spiele als auch auf der Eisfläche des Gebäudes, das in der Stadt gerne als „Madhouse on Madison“ bezeichnet wird.

„Jeder Film ist eine Expedition, denn man nimmt – mit den Mitteln der Komödie, des Dramas oder der Fantasy – bestimmte Aspekte des Lebens unter die Lupe“, erläutert Howard. „Aber ganz egal in welchem Genre, ermöglicht einem jede Produktion den Blick hinter die Kulissen ganz neuer Welten. Dieses Mal drehten wir auf dem Eis des United Centers eine Woche nachdem die Blackhawks den Stanley Cup gewonnen hatten. Einer ihrer Stars, Dave Bolland, war backstage bei uns, und ich durfte sogar einen Schluck Champagner aus dem echten Stanley Cup trinken.“

Der in Chicago geborene und mittlerweile wieder dort lebende Vaughn freute sich, dass während der Dreharbeiten ein Team der Stadt eine so wichtige Meisterschaft gewinnen konnte – was übrigens 2005 schon mal passiert war. „Meine Dreharbeiten scheinen den Sportlern dieser Stadt Glück zu bringen“, lacht der Star. „Als wir damals ‚Trennung mit Hindernissen’ drehten, gewannen die White Sox die World Series des Baseballs. Und kaum hatten wir ins Drehbuch von ‚DICKSTE FREUNDE’ geschrieben, dass Ronny und Nick zu einem Spiel der Blackhawks gehen, holen die während des Drehs den Stanley Cup. Ich bin ein riesiger Sportfan, deswegen hat es mir viel Spaß gemacht, auf dem Eis zu stehen und den Puck zu schießen. Im United Center herrscht eine einzigartige Stimmung, daher war es der ideale Ort für die erste Konfrontation zwischen Ronny und Geneva.“

Zu den anderen Orten, an denen gedreht wurde, gehören die berühmte Hot Dog-Bude The Wiener Circle, das Sepia Restaurant, das Garfield Park Conservatory und das Tagungszentrum McCormick Place. Aber von besonderer Bedeutung für die Geschichte ist Ronnys und Nicks Firma B&V Engine Design. Dafür verwandelte Produktionsdesigner Daniel Clancy eine alte Lagerhalle in die ultimative Werkstatt.

Den passenden Look für B&V fand Clancys Team, nachdem es Industriedesign-Werkstätten der Fünfziger und Sechziger Jahre recherchiert hatte. „Wir nahmen sowohl in Detroit als auch in Chicago ganz klassische Werkstätten unter die Lupe, die auf uns starken Eindruck machten und als Vorlage dienten. Uns ging es darum, das Bild einer typischen Kfz-Werkstatt mit dem sehr viel technologischeren Aspekt des Industriedesigns zu vereinen. Außerdem sollte dieser Arbeitsplatz auch nach Spaß aussehen, wie ein Ort, an dem sich Männer voll austoben können. Deswegen statteten wir ihn mit alten Billardtischen, Spielzeugen, High Tech-Computern und anderen elektronischen Geräten aus. Jeder, der irgendwie auf Autos steht, würde dort gerne arbeiten wollen.“

Während Clancy und sein Team das baufällige Gebäude in das größte Set des gesamten Films verwandelten, mussten sie daran einige entscheidende strukturelle Veränderungen vornehmen. Das bereits existierende, beeindruckende Deckengewölbe sollte dabei bestehen bleiben. Nachdem nach einer Sandstrahlbehandlung die ursprünglichen Holzbalken zum Vorschein kamen, wollte Clancy sicherstellen, dass Kameramann Salvatore Totino dieses großartige Bauelement auch ins Bild rückt.

Tatsächlich hatte diese Entdeckung zur Folge, dass man sich für eine Art schwebendes, gläsernes Chef-Büro der beiden Firmengründer Ronny und Nick entschied. Von diesem „industriellen Baumhaus“ aus, in dem die beiden Freunde ihre Kreationen präsentieren und neue technologische Entwicklungen unter die Lupe nehmen konnten, konnten Howard und Totino das gesamte Set überblicken.

Insgesamt dauerte es rund neun Wochen, das Set für B&V zu errichten, und noch mal eine weitere um es komplett auszustatten. Clancy gibt Einblicke in die Entstehung: „Sechs Maler waren allein für die Ziegelwände zuständig, während gleichzeitig unser Bau-Team Ronnys und Nicks Büro aus Glas und Stahl so konzipierte, als sei es ein echter Arbeitsplatz. Alle Fenster konnte man tatsächlich kippen, der Fußboden bestand – nicht zuletzt wegen des Klangs – aus Kork. Die darunter liegende Arbeitsebene wurde gestrichen und bekamen einen an die Fünfziger Jahre erinnernden Look inklusive Shuffleboard und Basketballkorb verpasst.

„Alle Schränke und Treppen hatten wir aus einer alten Bowling-Bahn, was den Spielplatz-Eindruck des Sets noch verstärkte“, fährt der Produktionsdesigner fort. „Wir bauten Arbeitsnischen und Schreibtische ebenso ein wie falsche Glasbaustein-Fenster und Settüren für unsere Crew. Insgesamt unternahmen wir für das Set einen ziemlich großen Aufwand, denn wir wollten wirklich sicher gehen, dass es nach einer tollen Arbeitsatmosphäre aussieht, auf die Ronny und Nick zu Recht stolz sind.“

Howard, Grazer und Vaughn wollten mit der Firma der beiden Freunde zeigen, dass sie einerseits Männer mit einer Vision sind, sich gleichzeitig aber auch stark auf ihre Wurzeln beziehen. Das B&V-Set erfüllt diesen Anspruch vollkommen, denn es lässt einerseits Ronnys und Nicks Vorliebe für heiße Öfen erkennen, macht aber andererseits auch glaubwürdig, dass sie dort mit dem Entwurf eines Kraftstoff sparenden Motors beschäftigt sind, den sie an ihren Klienten zu verkaufen versuchen.

Im Verlauf der 55tägigen Drehzeit erwies es sich als enormer Vorteil, dass Ron Howard mit den wichtigsten Crew-Mitgliedern bereits seit mehr als zehn Jahren zusammenarbeitet. Dank der reibungslosen Kommunikation im Team herrschte am Set eine entspannte und kollaborative Atmosphäre, von der nicht zuletzt die Schauspieler profitierten. „Man begreift sofort, warum Ron schon seit so vielen Jahren mit dieser Crew zusammenarbeitet“, findet James. „Die läuft wie eine gut geölte Maschine!“

Die beiden Hauptdarsteller schwärmen auch nach dem Ende der Dreharbeiten noch von ihren Erlebnissen in Chicago. „Man folgt Ronny und Nick einfach wahnsinnig gerne, nicht zuletzt weil es unterwegs unglaublich viel zu lachen gibt“, meint James. „Ich hoffe nur, dass Ron und die anderen nicht sauer auf mich sind. Denn Vince war wirklich derart komisch, dass ich mich ein ums andere Mal nicht beherrschen konnte und mitten in der Szene laut loslachen musste.“

Und Vaughn selbst fügt hinzu: „‚DICKSTE FREUNDE’ lässt einen so schnell nicht mehr los, sobald man sich eingelassen hat auf die Frage, wann und wie man seinem besten Freund eine solche Wahrheit mitteilt. Man fiebert mit den Figuren in diesem Dilemma mit und es macht einfach Spaß, ihnen zuzugucken. Wie die Sache ausgeht, bleibt bis zuletzt überraschend und wird sicher dafür sorgen, dass sich jeder im Publikum die Frage stellt, wie er selbst mit einer solchen Situation umgehen würde.“

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