Dich kriegen wir auch noch!

  1. Ø 4
   1998
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Filmhandlung und Hintergrund

Dich kriegen wir auch noch!: Finsterer Kleinstadt-Highschool-Horror, in der Schüler zu Vorzeige-Menschen umprogrammiert werden.

Kleinkriminelle Schüler zu Vorzeige-Jugendliche umprogrammiert, kosten einer Kleinstadt einen hohen Blutzoll. Als Anhänger eines geheimen Kults töten sie z.B. Mädels mit Tattoos, weil sie Selbstverstümmelung ablehnen. Nur der Grasrauchende Gavin weiß, was läuft und versucht mit Schulneuling Steve und Rachel dem Treiben auf den Grund zu gehen.

In der High School des verschlafenen Städtchens Cradle Bay lassen sich fehlgeleitete Kids von den „Besserungsseminaren“ ihres sichtlich selbst nicht Neurose-resistenten Schulpsychologen Dr. Caldicott zu mörderischen Feldzügen jenseits des Lehrplans inspirieren. Nur Rachel und und Gavin wollen sich von der Caldicott-hörigen Clique der „Blue Ribbons“ nicht vereinnahmen lassen. Sie gehen vielmehr zum Angriff über und finden in dem neuen Mitschüler Steve einen tapferen Verbündeten. Doch ihre Gegner sind ebenso mächtig wie gefährlich…

Kleinkriminelle Schüler werden zu Vorzeige-Jugendlichen umprogrammiert, die es als Moralapostel etwas übertreiben und Mitschüler wegen Lappalien töten. Kleinstadt-Highschool-Horror in der „Scream“-Nachfolge. Mit ironischen Seitenhiebe auf die erwachsene Lehrerwelt.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Rockmusik im Hintergrund, in Zeitlupe dreht sich das Mädchen in den Rockerklamotten um. Auftritt Katie Holmes. Ein sehr starker Auftritt einer, zumindest meiner Meinung nach, verdammt guten Schauspielerin der "Next Generation". Ein Auftritt, an dem man sehr gut die mögliche Leinwandpräsenz von Miss Holmes ablesen kann. Ich muss leider sagen, dass mich den Rest des Films über nur noch die Hoffnung auf einen vergleichsweisen Moment weiter am Bildschirm gehalten hat. Denn nach einem starken Anfang wird der Film mit zunehmender Handlung dämlicher, obwohl er ein äußerst interessantes Horror-Szenario aufstellt, das so seine Möglichkeiten bietet.

    Stattdessen wird hoffnungslos bei anderen Filmen geklaut. Zum Beispiel werden die Schüler in Caldicotts dunklem Labor auf einen Arztstuhl gefesselt und dann werden ihnen seltsame Sachen in den Kopf gepikst. Hat mich doch sehr sehr stark an "Clockwork Orange" erinnert. Dann werden haufenweise Versatzstücke des Teenie-Slashers benutzt, zu dem sich der Film ja auch gezählt wissen will, dummerweise hat die Story aber eigentlich nichts mit "Scream" und Co zu tun. Die Charakterisierungen sind zudem unstimmig, viele Rollen fehlbesetzt, hauptsächlich Bruce Greenwood als Schurke kann nicht überzeugen, er hat einfach nicht das Zeug zu einem so bösen Menschen wie Dr. Caldicott, obwohl Greenwood ein sehr guter Schauspieler ist.

    William Sadler ist für die Rolle des alten Hausmeisters zum einen viel zu jung, zum anderen lässt ihm das Drehbuch nie die Möglichkeit, seinen Charakter in eine bestimmte Richtung zu lenken, denn es wird kaum etwas über Newberrys Vergangenheit gesagt, etwa warum er sich so verhält. Insgesamt ein wirklich nur halbgarer Film, in dem viel möglich gewesen wäre, der seine Chancen aber nie nutzt, sondern sich lieber auf die Präsenz seiner drei Hauptdarsteller stützt. Der Regisseur kann halt froh sein, dass er Katie Holmes hatte...

    Fazit: Ein vergleichsweise schwacher Film, der sich zu sehr auf die Präsenz seiner Hauptdarstellerin stützt.
  • Nach den Tommy-Hilfiger-chic gekleideten Pseudorebellen der „Scream“-Filme und ihrer Epigonen wirken die Jugendlichen in dem beklemmenden Psychoterror von „Dich kriegen wir auch noch!“ erfrischend authentisch. Der Film selbst, das Kinodebüt des „Akte X“-Regisseurs David Nutter, ist mit entschlossener Düsternis und konsequenter Umsetzung als pures Gegengift auf die postmodern augenzwinkernden Schreckfeste aus dem Hause Kevin Williamson zu verstehen, auch wenn der Teensploitation-Quotient angesichts der attraktiven Jungstars Katie Holmes (aus der Williamson-Serie „Dawson’s Creek“), James Marsden (aus der Serie „Die Nanny“) und Nick Stahl nicht minder hoch ist als bei anderen düsteren Legenden der letzten Jahre.

    Auf einen Vergleich mit den geschwätzigen Nabelschau-Schockern der „Ich weiß was Du letzten Sommer getan hast“-Ära haben es David Nutter und sein Autor Scott Rosenberg („Con Air“) nicht abgesehen. Vielmehr nutzt der Regisseur deren Philosophie der beliebig austauschbaren, direkt aus John Hughes‘ heilem Jugendlichen-Kosmos geklonten Pretty Faces (Neve? Jennifer? Sarah? – Wen kümmert’s?) als Ausgangspunkt für seine beängstigend effektive Paranoia-Mär, die er ohne einen Hauch von abschwächender Satire oder befreiendem Humor serviert. In der Tradition von „Die Frauen von Stepford“, gewürzt mit einem Hauch von „Die Körperfresser kommen“ und „Denn sie wissen nicht was sie tun“, folgt er dem mißverstandenen Jugendlichen Steve durch einen allzu realen Alptraum, in dem Konformität als höchstes Gut, von elterlicher Seite sanktioniert, durch wissenschaftlichen Eingriff herbeigeführt wird. Von dem notorischen Außenseiter Gavin in die Hackordnung seiner neuen Kleinstadtschule eingeführt, stellt Steve sehr schnell fast, daß die Welt in Cradle Bay nur auf dem ersten Blick heil ist: Denn die führende Streberkaste – allesamt mit bravem Bubi-Haarschnitt, feschem Segelpullover und entsprechend konservativer Lebenseinstellung gesegnet – rekrutiert sich gänzlich aus ehemaligen Grunge-Kiffern, die über Nacht ins krasse Gegenteil mutierten und nun auch vor Gewaltanwendung nicht zurückschrecken, wenn jemand gegen ihre faschistoiden Wertvorstellungen verstößt. Als auch Steves Freund Gavin offensichtlich gehirngewaschen in deren Clubtracht aufkreuzt, macht sich Steve daran, dem Geheimnis von Cradle Bay auf die Spur zu kommen – und stellt fest, daß seine Familie gerade deshalb in die Gemeinde übersiedelte, um Steve die schmerzliche Erinnerung an den Selbstmord des Bruders mit Hilfe eines ins Gehirn implantierten Computerchips auszutreiben.

    Regisseur Nutter mag die Bestandsaufnahme erschreckender Gesellschafts-Realitäten in amerikanischen Suburbs und Kleinstädten lose in den Fantasy/Mystery-Mantel seiner „Akte X“-Arbeiten gehüllt und das stets probate Genremotiv des „mad scientists“ bemüht haben – und doch ist sein Thriller in der Aussage ebenso direkt (wenn auch nicht so virtuos und komplex) wie „Uhrwerk Orange“: Eine saubere Gesellschaft ohne freien Willen und Meinungsvielfalt ist der größte Horror, dem sich die freie Welt zu stellen hat. Verpackt in ein kompetent umgesetztes Schreckensszenario und einen Showdown, der an „Dorf der Verdammten“ denken läßt, erfüllt „Dich kriegen wir auch noch!“ aber auch alle Voraussetzungen, beim angepeilten Jugendpublikum als ordentlicher Schocker zu funktionieren. ts.

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