Devil Inside (2011)

Originaltitel: The Devil Inside
Devil Inside Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Devil Inside: Horrorfilm über eine Frau, die nach der Wahrheit über ihre Mutter, einer angeblichen Mörderin, sucht und dabei in eine teuflische Geschichte verwickelt wird.

Isabella ist von der Frage besessen, warum ihre eigene Mutter vor 20 Jahren drei Menschen brutal ermordet hat. Ist sie wirklich psychisch krank – oder von Dämonen besessen, wie sie selbst behauptet? Nachdem sie erfährt, dass der Mord während eines Exorzismus geschehen sein soll, will sie nun die ganze Wahrheit darüber erfahren und dokumentiert ihre Ergebnisse mit der Kamera. Ihre Recherchen führen sie nach Italien, dem Epizentrum des praktizierten Exorzismus. Dort wird sie in eine Reihe illegaler Exorzismen verwickelt.

Um einer Bluttat ihrer Mutter während eines Exorzismus auf die Spurz zu kommen, nimmt eine junge Frau an einer Teufelsaustreibung in Italien teil. Effektiver und etwas spekulativer Horrorthriller im Pseudodokustil, der sich in der Tradition von “Der Exorzist” sieht.

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Durchwachsener, aber solide inszenierter Found-Footage-Film, der besonders mit den Exorzismus-Szenen punkten kann.
  • Das Revival der Teufelsaustreiber findet im dokumentarischen Exorzismus-Schocker seinen Höhepunkt.

    Die Renaissance der Exorzisten bringt seit geraumer Zeit so viele Horrorschocker hervor wie nie zuvor. Diesen neuen Schlachten gegen von unerbittlichen Teufeln besessenen Opfer ist eins gemeinsam: Sie sind so realistisch wie nie. Das Grauen von heute setzt nicht auf spektakuläre Effekte, sondern auf den Anspruch der Wahrhaftigkeit – hautnah, authentisch, glaubhaft. Eine Erfahrung, die William Friedkin nicht raffinierter und gleichzeitig wirkungsvoller hätte inszenieren können, angefangen von einem Notruf aus dem Hause Maria Rossi bei der Polizei, in dem sie sich selbst bezichtigt, drei Menschen getötet zu haben. Die Morde hat sie während einer Teufelsaustreibung begangen, die an ihr durchgeführt wurde. Seitdem sitzt sie in der geschlossenen Abteilung der Centrino-Nervenklinik für psychisch kranke Straftäter in Rom. Dieses schwere Erbe trägt ihre Tochter Isabella mit sich, die sich zwanzig Jahre später die bange Frage stellt, ob Maria geisteskrank oder tatsächlich von einem Dämon besessen ist. Schließlich fließt das gleiche Blut in ihren Adern – wäre Isabella durch ihr genetisches Erbe dem Satan geweiht? Sie reist nach Rom, um endlich Antworten zu erhalten, und findet doch nur ein apathisches Wrack, das die eigene Tochter nicht erkennt und seit Jahren im Wahn dahindämmert. “Vereinet die Schnitte”, brabbelt sie kryptisch. Da muss Isabella andere Wege finden und lernt zwei junge Priester kennen, die im Auftrag der Kirche verzweifelte Privatpersonen aufsuchen, um ihre Angehörigen zu exorzieren – nicht mit mittelalterlichen, sondern modernsten wissenschaftlichen Methoden. Isabella darf sie exklusiv begleiten und lernt eine erschreckende Realität kennen, die im Haus nebenan beginnen kann. Sie blickt dem Dämon direkt ins Auge – und wird wiedererkannt. Und das nächste schlechte Omen wartet: Die Symptome ihrer Mutter ähneln keiner einzigen bekannten Form der Besessenheit. Da greift das Böse längst um sich und schlägt seine unsichtbaren Klauen in unsere vermeintlich aufgeklärte Alltagswelt.
  • Bei einem Symposium der Mainzer Universität zur Genre-Hybridisierung im Februar 2012 beschäftigte sich der kanadische Filmwissenschaftler Barry Keith Grant in seinem Vortrag „Synergies of Space“ mit der Welle an Gruselfilmen im Reality-Dokumentarstil, die er in Anlehnung an das „Cinema Vérité“ als „Vérité Horror“ kategorisierte. Die weiterhin beliebte Strömung, angetrieben durch den Erfolg der Independent-Produktion „The Blair Witch Project“, geht laut dem Medienwissenschaftler auf den Schocker „Cannibal Holocaust“ von 1980 als ersten Fake-Horrorfilm zurück. Der Schrecken funktioniert laut ihm durch eine Reflektion bei der Herstellung dieser Werke: Der Kameramann erweist sich sowohl als Teilnehmer als auch Zeuge des Geschehens. Sein eingeschränkter Blick, was ebenso für die Sicht einer Überwachungs- oder Night-Vision-Kamera gilt, kann nicht alles wahrnehmen, womit er sich als hilflos erweist. Sowohl die Kamera als auch der Zuschauer werden im Verlauf attackiert.

    Nicht immer erscheint dieses Konzept glaubwürdig, wenn der Kameramann etwa weithin als passiver Beobachter agiert anstatt der drohenden Gefahr helfend entgegen zu treten. Im Falle von „Devil Inside“ würde ein solches Vorgehen eher sinnlos wirken, da der übersinnliche Angreifer (einmal mehr) unsichtbar ist. Paramount Pictures, Produzent der erfolgreichen „Paranormal Activity“-Serie, stülpte das Konzept dem Exorzismus-Zweig über, wobei man mit abrupten Schnitten, einer Seekrankheit verursachenden Wackelkamera und ständigen Zooms zu übertünchen versucht, dass auf inhaltlicher Ebene kaum neues erzählen wird. Ohnehin beherrschen die meisten Dokumentarfilmer ihr Handwerk perfekter als der fiktive Kamera-Operateur dieser „Vérité Horror“-Variante, deren lose Dramaturgie aus vermeintlichen Interviews, Found-Footage-Material und aktuellen Bildern eher willkürlich wirkt.

    In seiner Vorhersehbarkeit erzeugt „Devil Inside“ eher Ermüdung, wobei die Synchronisation mit überspitzten Akzenten den Eindruck unfreiwilliger Komik noch verstärkt. Am ehesten vermag Regisseur William Brent Bell ("Stay Alive") noch in der ersten Exorzismus-Einlage Spannung aufzubauen, was der akrobatischen Leistung einer offensichtlichen Schlangenfrau zu verdanken ist. Ansonsten verband man das bewährte Konzept aus Selbstverstümmelung und obszönen Flüchen mit dem aus Science-Fiction-Filmen wie "The Hidden" oder "Invasion der Körperfresser" vertrauten Element des Körpertauschs, bei dem der Dämon mühelos von einem Opfer zum nächsten schlüpfen kann. Daraus erwächst jedoch kaum Konfliktpotential, da die wenige Schocks zu vorhersehbar sind und sich die Dramaturgie in endlosen Diskussionen zwischen den wenig interessanten Charakteren verliert.

    Trotz der geringen Laufzeit von knapp 80 Minuten (ohne den extrem langsam ablaufenden Nachspann) gelingt es dem holprig montierten Film nicht, den Zuschauer in den Bann zu ziehen. Das Preview-Publikum zeigte sich entsprechend enttäuscht über das Ergebnis und besonders über das abrupte Ende in einem Moment, wo der Plot allmählich interessant zu werden verspricht - eine Methode, mit der zuvor schon "Apollo 18" die Zuschauer verärgerte. Ansonsten sind Fans des "Vérité Horrors" bei den Genre-Hybriden "Der letzte Exorzismus" und "REC" wesentlich besser aufgehoben, wo man geschickter die Stile mixte.

    Fazit: Mit "Devil Inside" erzeugt die neue Variante der "Fake Horror"-Welle um eine missglückte Teufelsaustreibung aufgrund dünner Handlung und flacher Charaktere mehr Langeweile denn Spannung.
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