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Fakten und Hintergründe zum Film "Devil"

Fakten und Hintergründe zum Film "Devil"
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Über die Produktion

Im Laufe der Jahre hat Filmemacher M. Night Shyamalan zahllose Ideen aufgeschrieben, um irgendwann einmal daraus einen Film zu machen. Aber als sich die Seiten seiner Notizbücher immer weiter füllten, wurde ihm klar, dass er diese Ideen niemals alle in Filme verwandeln kann. Jedenfalls nicht als Regisseur und nicht alleine. „Man steckt so viel Liebe in diese Ideen,” erklärt Shyamalan, „und man weiß, dass man sie niemals alle selbst inszenieren kann. Also habe ich mich entschlossen, einige diese Ideen zu nehmen und daraus eine Filmserie für jüngere Regietalente und Schauspieler zu entwickeln.”

Shyamalan tat sich mit dem erfahrenen Produzenten Sam Mercer und Media Rights Capital (MRC) zusammen, um das Projekt „The Night Chronicles” als Filmserie nach seinen Ideen zu entwickeln. „Devil” ist nun der erste Film, der unter dem Banner von MRC nach diesem Muster entsteht, und drei Filme nach diesem Modell sind zunächst einmal geplant. Shyamalan erläutert die Auswahl von „Devil” als Start der Reihe wie folgt: „Der Film ist ein geradliniger Ritt in die Hölle, ein Grusel-Horror-Thriller, der ganz klar zur Sache kommt. Es war der Film, den ich am deutlichsten im Kopf hatte, als ich mich entschied, die ‚Night Chronicles’-Reihe zu erschaffen.”

Shyamalans Konzept für die Geschichte war die Frage, was passieren würde, wenn der Teufel eine Gruppe von Menschen gemeinsam in einen engen Raum sperrt und sie dort für ihre Sünden bestraft. Shyamalan wollte darüber nachdenken, wie sich der Teufel in und um uns versteckt, und wie er diese paar Leute, die alle eine Ader ‚böser Gemeinheit’ in sich tragen, zunächst auf die Probe stellt, bevor er sich zu erkennen gibt.”

Als Schauplatz dieses Aufeinandertreffens von fünf ‚Verfluchten’ entschied sich Shyamalan für einen ganz normalen Aufzug in einem Bürogebäude: „Wenn man normalerweise in einem Lift mitfährt, beachtet man die anderen Menschen darin kaum. Die Tür geht wieder auf und man geht. Wenn man aber mit einer Gruppe von Menschen in einem Aufzug stecken bleibt, dann würde man sich fragen, mit wem man dort auf engstem Raum eingeschlossen ist. Und spätestens nach der ersten ‚schlimmen’ Sache, die passiert, ist jeder andere im Raum eine Bedrohung.”

Für Produzent Sam Mercer lag der Reiz der Story in der eindringlichen Alltäglichkeit des Szenarios: „Fast jeder Mensch ist schon mal in einen Büroaufzug oder anderem Lift gefahren und jeder von ihnen hat sich schon mal ausgemalt, wie es wäre, wenn man stecken bleibt. Ohne die Fantasie zu sehr strapazieren, könnte es also den meisten von uns durchaus passieren, 6 Stunden in einem Aufzug stecken zu bleiben. Und man würde in dieser Zeit definitiv einen emotionalen Ausnahmezustand erleben. Irgendwo eingeschlossen zu sein, gehört zu den schlimmsten Alpträumen der meisten Menschen. Und ganz bestimmt möchte man nicht in einem Lift irgendwo zwischen dem 21sten und 22sten Stockwerk eingeschlossen sein. Wenn dann das Licht erlöscht, es zum Chaos kommt und Menschen sterben, ist der Horror perfekt. Darum geht es im Film: um die Jagd auf die Ängste der Menschen.“

Das Interesse Shyamalans, eine derartige Filmserie zu erschaffen, basiert nicht zuletzt auf einer ähnlichen Serie eines seiner größten Vorbilder: „Agatha Christie nachzueifern ist mir eine Ehre. Ich möchte auch, dass das Publikum möglichst viele Geschichten von mir erleben kann, die etwas über mich oder über etwas, an das ich glaube, aussagen. Die ‚Night Chronicles’ bieten mir diese Chance.”

Produktion: Das Drehbuch

Der Auswahlprozess der richtigen Autoren und Regisseure für „The Night Chronicles” wurde für Shyamalan zu einer noch mal neuen, umfangreichen filmwissenschaftlichen Ausbildung. „Ich durfte mir jeden neuen und teilweise noch nicht herausgekommenen Thriller und Horrorfilm anschauen und mit den Filmemachern darüber sprechen und herausfinden, was sie sich dabei gedacht haben”, so Shyamalan.

Nachdem das Konzept für die Serie stand, suchte Shyamalan zunächst nach einem Autor, der das Drehbuch nach seiner Story-Idee schreiben sollte: fünf Menschen, die sich nicht kennen, aber dennoch unwissentlich durch eine Gemeinsamkeit verbunden sind, bleiben in einem Fahrstuhl in einem Bürogebäude in Philadelphia stecken. Unglücklicherweise ist einer von ihnen der Leibhaftige persönlich. Nach dieser einfachen, aber unglaublich gruseligen Prämisse sollte ein Drehbuchautor Shyamalans Idee ausarbeiten und weiter führen. In Brian Nelson, dessen Drehbuch zu David Slades provokativem „Hard Candy” die Karriere von Ellen Page startete, fand M. Night Shyamalan genau den richtigen Partner, der aus seinem 14-seitigem Treatment ein komplettes Drehbuch machen sollte.

Nachdem das Drehbuch für „Devil” fertig war, ging es für Mercer und Shyamalan an die Suche nach dem richtigen Regisseur, und als sich herumsprach, dass die „The Night Chronicles”-Reihe talentierte jungen Filmemachern sucht, wurde die Produktionsfirma mit Angeboten und Anfragen überschwemmt.

Shyamalan erinnert sich daran, wie John Erick Dowdle und Drew Dowdle ausgewählt wurden: „Mir wurde der wirklich verstörende Film ‚The Poughkeepsie Tapes’ zur Sichtung geschickt. Es war der erste Film, den ich mir damals in meinem neuen Haus anschaute, und das war alles andere als eine gute Idee, so sehr hat mich der Film gegruselt. Die filmische Qualität war großartig und ich dachte, dass diese beiden Typen unglaublich sein müssen. Als ich hörte, dass ihr nächster Film schon auf dem Weg sei, habe ich bei ihrer Filmproduktion Screen Gems geradezu danach gebettelt, dass sie mir ‚Quarantäne’ zeigen, bevor er herauskommt.”

Das Ausmaß an Angst, das die Brüder mit ihrem Thriller einzuflössen verstanden, war bewundernswert. Der Film wird aus der Perspektive eines TV-News-Teams erzählt, das zu einem Haus geschickt wird, in dem es zu einem seltsamen Krankheitsausbruch gekommen ist, und dann mit den Bewohnern des Hauses unter Quarantäne gestellt wird. Diese spezielle Mischung aus Handkamera und Zombiegeschichte wurde zu einem erfolgreichen Neuzugang in der amerikanischen Horrorszene.

„Ich habe ‚Quarantäne’ sehr gemocht und habe in den beiden Filmen der Dowdles genau die Kombination erkannt, die ich für ‚Devil’ wollte”, so Shyamalan. „Die beiden sind supernett, geistreich, haben einen tollen Sinn für Humor und sie sind klug. Und sie sind gerade verrückt und seltsam genug für diesen Job.”

Nicht Regie zu führen, wie bei solchen Hits wie „Sixth Sense”, „Unbreakable - Unzerbrechlich” and „Signs - Zeichen”, stellte sich gleichzeitig als härter und leichter als erwartet heraus. „Bei meinen Projekten bin ich es gewöhnt, der einzige zu sein, der entscheidet”, gibt Shyamalan zu. „Insofern ist es ganz gesund, da mal loszulassen. Was es leichter gemacht hat, war das völlige Vertrauen, das ich in die Filmemacher hatte. Dadurch hat es sogar Spaß gemacht, weil ich von ihren Stärken etwas lernen konnte.”

John und Drew Dowdle haben in der gesamten Zeit, von der Besetzung des Films bis zu den Dreharbeiten, eng mit Shyamalan zusammengearbeitet und ihn dabei schätzen gelernt: „Night ist ein wundervoller Partner gewesen. Er ist klug, enthusiastisch und er hat uns unsere Arbeit an der langen Leine machen lassen. Night ist zuallererst ein Regisseur und dann ein Produzent, insofern hat er die Zügel locker gelassen. Das ist ein Traum für jeden Regisseur”, so John Dowdle. „Wir durften kreativ sein, auch mal verrückt spielen, und er hat uns ermutigt, Spaß zu haben. Und das Beste war, dass die Story uns perfekt gelegen hat. Genauso wie unsere vorherigen Filme gab es sehr viele Elemente in einem realistischen Stil.”

Für Drew Dowdle lag die besondere Herausforderung der Story darin, den Verdacht immer wieder auf einen anderen Lift-Passagier zu lenken. Das Publikum weiß nicht, wer der Teufel ist, und erfährt es erst, als er sich endlich offenbart. Auch für Drew Dowdle hatte die Zusammenarbeit mit Shyamalan einen großen Wert „Wann hat man schon mal einen Boss, der mehr Kunst fordert und dabei gleichzeitig den IQ des Filmes anhebt?”, lacht Dowdle. „Er hat uns gezwungen, unser Bestes zu geben, und es uns gleichzeitig ermöglicht, mit einem größeren Produktionsaufgebot arbeiten zu können als wir es gewohnt sind.”

Für beide Produzenten war es entscheidend, dass die Dowdle Brüder keine Handlanger bei diesem Projekt sein sollten, sondern eine eigenständige kreative Kraft. „Ich sehe sie als Partner und im Grunde haben wir jedes Problem ausdiskutiert. Ich habe meine Meinung gesagt, sie ihre – als gleichberechtigte Partner”, so Shyamalan. „Ich wollte nicht bestimmen, sondern ich wollte, dass wir uns gegenseitig überzeugen und begeistern. Und ich wollte dabei etwas lernen.”

Produktion: Die Besetzung

Die entscheidenden Charaktere in „Devil” sind die fünf im Fahrstuhl eingeschlossenen Personen, dazu ein Polizist und zwei Männer vom Sicherheitspersonal, die versuchen die fünf aus dem Fahrstuhl zu befreien.

Es war entscheidend, die richtigen Schauspieler zu finden, unabhängig von ihrer Genre-Vorerfahrung oder ihrem Rang auf der Bekanntheitsskala. „Wir haben breit gecastet”, so John Dowdle „und die besten Schauspieler für die Rollen gefunden. Für den Lift haben wir sie in gewisser Hinsicht als Gruppe besetzt, weil es wichtig war, dass jeder sich deutlich von den anderen abhebt und eine ganz eigene Energie mitbringt. Dabei wurde uns auch klar, dass diese fünf Schauspieler sehr unterschiedliche Schauspiel-Methoden haben und ein grundverschiedenes Verständnis ihres Handwerks.”

Eine leichte Aufgabe war die Besetzung nicht. Die Filmemacher mussten die fünf entscheidenden Rollen als Ensemble besetzen. Frische Gesichter waren außerdem gefragt, damit das Publikum nicht von bestimmten Erwartungen durch frühere Rollen auf die richtige oder falsche Fährte gelockt wird. So wurden Hunderte Schauspieler zum Vorsprechen geladen und am Ende hatte sich die Zahl der möglichen Kandidaten auf acht reduziert.

„Dieser Film ist ein ganz klarer Ensemble-Film”, so Shyamalan, „denn es geht darum herauszufinden, wer der fünf Fahrstuhlpassagiere der Teufel ist. Also brauchten wir fünf Schauspieler, die alle der Star des Filmes sein können, oder eben ziemlich schnell als Opfer enden. Dazu mussten auch die drei anderen Schauspieler mindestens ebenso ausdrucksstark sein. Die acht Schauspieler, die wir engagiert haben, sind alle auf der gleichen Höhe, was ihre schauspielerischen Fähigkeiten betrifft, und jeder von ihnen könnte der Star von Morgen sein.”

Die fünf Personen im Fahrstuhl sind:

Der Verkäufer (Geoffrey Arend): selbstbewusst und frech. Er kann jedem alles verkaufen, und er hat einen Hang zum Sarkasmus. Dummerweise für ihn, hat er selbst ein paar dunkle Geheimnisse.

Die ältere Frau (Jenny O’Hara): sie hat genug von dieser Welt, in der man niemandem trauen kann, und sie macht mit schockierender Offenheit ihrem Rassismus Luft. Aber hinter ihrer engstirnigen und verdrießlichen Fassade verbirgt sich ein überraschend eiserner Wille.

Der Mechaniker (Logan Marshall-Green): kräftig. Er arbeitet hart, aber er ist sehr empfindlich. Er hat das Gefühl, dass ihm die Welt jedes Mal von neuem übel mitspielt, wenn er versucht, sein Leben in den Griff zu bekommen. Aber solange er glaubt, eine Chance auf Erlösung zu bekommen, macht er einfach weiter.

Die junge Frau (Bojana Novakovic): eine junge, schlanke Schönheit. Ehefrau von Beruf und verbittert darüber, dass ihre Scharfsinnigkeit, ihr Intellekt und ihr Aussehen sie nicht weiter gebracht haben, als in den Ehestand mit einem reichen Unternehmensboss, der sie nicht respektiert. Und sie lässt auf keinen Fall mit sich spaßen und will unbedingt herausfinden, wer oder was sie gebissen hat.

Der Wachmann (Bokeem Woodbine): gepflegt, aber darunter alles Muskeln. Geschieden, mit Kindern, und er arbeitet als Wachmann, weil er nur in dieser Position das Gefühl hat, eine gewisse Autorität zu haben.

Die Drei, die versuchen die Personen im Fahrstuhl zu befreien, sind:

Der Mordermittler Bowden (Chris Messina): aufrichtig und zuverlässig, Bowden ist ein absoluter Profi. Die Dämonen seiner Vergangenheit und das Gefühl, für jeden Todesfall während seiner Dienstzeit verantwortlich zu sein, haben ihn zum Alkoholiker gemacht. Seit sechs Monaten ist er trocken, wird aber immer noch von Alpträumen heimgesucht, die ihn seit dem brutalen Tod seiner Familie vor fünf Jahren begleiten.

Ramirez (Jacob Vargas) vom Sicherheitspersonal. Als streng gläubiger Katholik und Einwanderer ist Ramirez der erste, der die dämonischen Hintergründe des Geschehens erahnt. Er versucht die anderen zu überzeugen, dass die Bilder von der Überwachungskamera im Fahrstuhl nicht aus ‚unserer’ Welt kommen.

Lustig (Matt Craven), ebenfalls vom Sicherheitspersonal. Ein Mann wie ein Bär und ein ehemaliger Navy-Soldat. Seiner Ansicht nach ist ein Job in der Gebäudesicherheit keine Herausforderung, aber er hofft, dass er die Jahre bis zum Ruhestand auf diese Art und Weise geschmeidig hinter sich bringen kann.

Dowdle erläutert die Wahl der fünf Schauspieler für die Fahrstuhl-Gefangenen: „Bokeem ist ein aufgehender Star, er ist einmalig auf seine Art. Er war perfekt für den Wachmann. Für den Mechaniker haben sehr viele auf eine sehr aggressive Art und Weise vorgesprochen, voller Zorn. Logan Marshall-Green hat ihn uns fast flüsternd vorgestellt und wir wussten sofort, dass wir mit ihm den richtigen für den Part haben. Bei Geoffreys Part wollten wir jemanden, der etwas Humor in den Film bringt, und wie man in ‚Super Troopers – Die Superbullen’ sehen kann, ist Geoffrey dazu mehr als in der Lage. Er bringt eine wundervolle Prise Humor und Pathos in den Film.”

Für die beiden Frauen, die neben dem Mechaniker, dem Verkäufer und dem Wachmann im Fahrstuhl gefangen sind, besetzte das Team die junge australische Schauspielerin Bojana Novakovic, die in „Drag Me to Hell” einen bleibenden Eindruck hinterließ, sowie die erfahrene Schauspielerin Jenny O’Hara. „Bojana ist wunderbar anzusehen”, so John Dowdle. „Sie ist eine tolle, intensive Schauspielerin und bringt unglaublich viel Gefühl mit. Sie hat eine große Präsenz, auch wenn sie im Film nicht viel sagt. Und Jenny O’Hara ist immer wundervoll. Es macht großen Spaß, mit ihr zu arbeiten.”

Für den Part des Polizisten Bowden, der die Situation in den Griff bekommen soll, wählte das Filmteam Chris Messina. Viele Filmszenen sieht man sozusagen aus seiner Perspektive im Sicherheitsbüro des Gebäudes, wohin die Bilder der Überwachungskameras übertragen werden. Wir sind bei ihm, während er das Geschehen im Fahrstuhl beobachtet, ohne die fünf Menschen allerdings hören zu können. Umgekehrt können die Eingesperrten Bowden nur hören, aber nicht sehen. Chris Messina hat schon mit vielen Filmemachern zusammengearbeitet – von Woody Allen bis Nora Ephron. Sein Vorsprechen für den Part war reine Formsache. „Chris kam rein und riss uns vom Hocker”, erinnert sich Shyamalan. „Ich kannte ihn schon aus ‚Vicky Cristina Barcelona’ und ‚Julie & Julia’, und als er bei uns saß dachte ich, dass er echte Starqualitäten hat.”

Neben Messina wurden Jacob Vargas und Matt Craven für die beiden Wachmänner Ramirez und Lustig ausgesucht. „Chris, Jacob und Matt”, so John Dowdle. „Die Chemie der drei hat perfekt gepasst und so brauchte ich mich eigentlich nur noch raushalten und konnte sie machen lassen. Jeder hat seine Rolle auf die bestmögliche Art und Weise zum Leben erweckt.”

Produktion: Die Dreharbeiten

Die Dreharbeiten für „Devil” begannen im Herbst 2009 in den Stage 4-Ateliers auf dem Pinewood Toronto Studio-Gelände. Hier wurden die Sets genau nach den Drehbuchvorgaben aufgebaut. Trotz der vielen Möglichkeiten, die ein Studio-Dreh bietet, gab es noch genügend Herausforderungen. „Wir haben fünf Leute in einem Fahrstuhl”, so John Dowdle, „und eine der vielen Weisheiten des Filmemachens lautet: „Umso kleiner der Set, desto schwieriger der Dreh.“

Den Fahrstuhl für „Devil” zu entwerfen, war eine komplizierte Aufgabe, da ein Großteil dieses übernatürlichen Thrillers in diesem engen Metallkäfig spielt. Der Fahrstuhl musste realistisch sein, aber auch genügend ‚Raum’ bieten, um sich auf die Urängste der Menschen zu stürzen. Produktionsdesigner Martin Whist und sein Team erreichten in ihrem Set-Design für den Fahrstuhl genau diese gewünschte Balance. Wichtig war den Filmemachern außerdem, dass jeder Charakter eine Schlüsselszene im Lift hat, in der die Geschichte aus seiner Perspektive erzählt wird.

Regisseur Dowdle erklärt: „Der Aufzug war ein komplett veränderbares Set. Wir konnten von allen Seiten einfach die Wände lösen, um entweder von links, rechts, hinten, vorne, oben oder unten zu drehen. Die Spiegel an den Innenwänden konnten wir bewegen, so dass wir Spiegelungen der Kamera und des Teams vermeiden oder etwas Unheimliches hineinspiegeln konnten.”

Drew Dowdle erklärt weiter, wie der Raum gestaltet wurde, der zur Panikfalle für diese Menschen wird: „Wichtig war, dass sich die wachsende Klaustrophobie vermittelt, also haben wir uns für den kleinstmöglichen und dabei trotzdem realistischsten Fahrstuhl entschieden. Die Dimensionen haben wir nach den Anforderungen der Story und den Möglichkeiten der Charaktere gewählt. Beispielsweise gibt es eine Szene, in der der Mechaniker die Dachpaneele im Fahrstuhl bewegt und so haben wir den Lift genauso hoch gemacht, dass er an die Decke kommen kann. Und in einer anderen Szene legt sich der Verkäufer auf den Boden und soll auf beiden Seiten an die Wand kommen, was ebenfalls eine ziemlich exakte Größenvorgabe war.”

Eine weitere Design-Entscheidung lag darin, den Fahrstuhl eher in die Tiefe als in die Breite zu bauen, so wie es normalerweise üblich ist. Umso tiefer die fünf Gefangenen sich also von der Tür und damit auch vom Publikum in den Raum hinein entfernen, desto gefangener wirken sie – so als wären sie lebendig begraben.

Da es nur ein paar Sets für diesen Film gab, mussten diese selbstverständlich makellos sein, insbesondere der Lift und der Kontrollraum des Gebäudes. „Diese Sets waren wirklich nicht leicht zu gestalten“, so Produzent Sam Mercer. „Wir mussten den Fahrstuhl gleichzeitig alltäglich gestalten, aber eben auch etwas düsterer, damit er bei Bedarf auch die nötige Angst einflössen konnte. Wir mussten aber darauf achten, nicht zu viel und nicht zu wenig machen, damit es nicht ablenkend oder nervend wird. Der Kontrollraum ist sozusagen der Blick von außen in den Lift, durch die Augen von Chris Messinas Cop. Auch hier mussten viele Entscheidungen getroffen werden. An welcher Stelle ist die Kamera befestigt, wie blickt sie in den Fahrstuhl? Wir wollten das Gefühl des Eingesperrt-Seins und der Angst vermitteln, ohne dass es zu gestellt wirkt.”

Zum Glück für die Filmemacher waren ihre Darsteller genauso makellos wie der Fahrstuhl. Um Set und Schauspieler ‚anzupassen’, holten die Dowdle-Brüder ihre Stars noch vor den Dreharbeiten an den Set, um Kostüme, Make-Up und Frisuren mit Kostümdesignerin Erin Benach, Hairstylistin Karola Dirnberger und Maskenbildnerin Christine Hart am ‚Ort des Geschehens’ zu klären. „Es war wichtig, alle Elemente zusammen zu sehen”, erläutert Drew Dowdle. „Es sollte sich wie eine Einheit anfühlen. Nichts sollte zu sehr herausstechen oder zu sehr im Hintergrund verschwimmen.”

Um sicher zu gehen, dass sich das Gefühl der Klaustrophobie und des Terrors Stück für Stück aufbaut, mussten bei jeder neuen Einstellung alle Darsteller anwesend sein, auch wenn vielleicht nur eine Soloszene gedreht werden sollte - so dass die Präsenz der anderen immer fühlbar war.

Selbst Chris Messina, der niemals im Lift ist, war während der Dreharbeiten immer am Set. „Da mich die im Fahrstuhl gefangenen Leute hören können, waren die Dowdles und ich uns einig, dass es gut wäre, wenn ich auch bei ihren Szenen anwesend bin”, erklärt Messina. „Es macht die Sache realistischer, wenn man seine Sätze auch wirklich im betreffenden Moment vorträgt, und nicht vorher aufnimmt und einfach einspielt.”

Drew Dowdle führt weiter aus: „Und wenn die Leute sterben, dann wird es auf dem Boden des Fahrstuhls natürlich enger. Man hat das Gefühl, als würden die Wände näher rücken. Es ist schon am Anfang sehr eng, aber es wird enger, als wäre man im Wasser und die Wasseroberfläche kommt einem immer näher, so als würde man untergehen.”

Der legendäre Kameramann Tak Fujimoto (in seiner vierten Zusammenarbeit mit Shyamalan) sorgte für den harten, kühlen und umbarmherzigen Look und ging dabei sogar so weit, dass das Team am Fahrstuhl-Set weiße Laborkittel tragen musste, damit das kalte Licht nicht von der üblichen schwarzen oder dunklen Kleidung geschluckt wird.

„Er ist unglaublich”, schwärmt Drew Dowdle von Fujimoto. „Mit ihm zu arbeiten, war ein wahr gewordener Traum. Er ist eine Legende und er hat dafür gesorgt, dass der Film noch sehr viel besser aussieht als ich es mir hätte erhoffen können.”

Mit „Devil” bekommt das Publikum eine Achterbahnfahrt und eine mitreißende Story über die Verantwortung, die jeder für sein eigenes Leben trägt. Sowohl die Darsteller als auch das Team versuchten, die Story solange wie möglich geheim zu halten, manche haben sogar ganz bewusst bis zum entscheidenden Moment darauf verzichtet, die letzten Seiten des Drehbuchs zu lesen. Aber natürlich konnte sich das Team schon denken, wer wohl das nächste Opfer wird, wenn aus der Abteilung für die Masken-Spezialeffekte unter Robert Hall (von Almost Human) ein perfektes Abbild des einen oder anderen Darstellers heraus getragen wurde. Und – man kann es sich denken – vermieden fast alle während der Dreharbeiten mit dem Fahrstuhl zu fahren… nur um sicher zu gehen.