Filmhandlung und Hintergrund

Französisches Remake des amerikanischen Thrillers "Finger - Zärtlich und Brutal", in dem ein junger Schlägertyp als Pianist ein neues Leben beginnen will.

Für seinen Vater, einen kriminellen Immobilienspekulanten, treibt der 28-jährige Tom (Romain Duris) Schulden ein, zur Not auch mit roher Gewalt. Wenn es um den Rauswurf unliebsamer Mieter geht, zeigt er sich ebenfalls wenig zimperlich. Nervöse Unruhe und eine kurze Geduldsspanne sind in diesem Job eher Vorteile, etwaige Unsicherheit wird mit dröhnender Techno-Musik betäubt. Nicht gerade ein Typ, in dem man einen feinsinnigen Konzertpianisten vermuten würde, dieser Tom. Aber genau das ist sein Ziel.

Zur Abwechslung mal kein Hollywood-Remake eines französischen Films, sondern eine französische Neubearbeitung von James Tobacks New-American-Cinema-Thriller „Finger – Zärtlich und brutal“ mit Romain Duris („L’auberge espagnole„) als ausgezeichnetem Nachfolger von Harvey Keitel.

Tom, 28 Jahre alt, führt ein Leben am Rande der Legalität – ganz wie sein Vater, der sein Geld mit schäbigen und manchmal brutalen Immobiliengeschäften macht. Eines Tages fühlt er sich durch eine zufällige Begegnung ermuntert, wie seine Mutter Klavier zu spielen und Konzertpianist zu werden und nimmt Unterricht bei einer chinesischen Klaviervirtuosin.

Wie sein Vater ist auch der 28-jährige Tom im Immobiliengeschäft tätig. Und wie sein Vater bewegt auch er sich stets am Rande der Legalität. Die Methoden sind schäbig und manchmal brutal. Da begegnet Tom zufällig dem Konzertagenten seiner Mutter, der ihn animiert, an einem Klaviervorspiel teilzunehmen. Und tatsächlich bereitet sich der junge Makler mit Hilfe einer chinesischen Pianistin akribisch auf diesen Termin vor. Schnell wird klar, dass sich die beiden konträren Lebensstile nicht vereinbaren lassen. Tom muss sich entscheiden.

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    • Der wilde Schlag meines Herzens: Französisches Remake des amerikanischen Thrillers "Finger - Zärtlich und Brutal", in dem ein junger Schlägertyp als Pianist ein neues Leben beginnen will.

      Während Hollywood-Remakes französischer Stoffe die Regel sind, ist dieser umgekehrte Fall eine Überraschung. 1977 hatte James Toback mit Harvey Keitel in der Hauptrolle die Underdog-Charakterstudie „Fingers – zärtlich und brutal“ inszeniert, die Geschichte eines hypernervösen Schuldeneintreibers, der sich als Konzertpianist versucht. Jacques Audiards in jeder Hinsicht aufregende Neuverfilmung erzählt dieselbe Geschichte als genuin französischen Stoff – und mit einem sensationellen Romain Duris, der spielt, als sei ihm der Part auf den Leib geschrieben.

      Duris wird hierzulande nach wie vor gerne als hübscher Junge („L’auberge Espagnole“, „Eine Affäre in Paris“) unterschätzt. Dabei sollte man spätestens seit Tony Gatlifs „Exils“ ein Fan von ihm sein. In „Der wilde Schlag meines Herzens“ spielt er erneut mit einer bisweilen schmerzhaften Intensität und Ausdrucksstärke, mit der es ihm sogar gelingt, dass der Zuschauer selbst um eine unsympathische Figur wie seine zittert. Er ist Tom, der mit drei anderen Typen in dubiose Immobiliengeschäfte verwickelt ist, dabei Ratten in Häusern aussetzt und Mieter auch noch unfreundlicher zum Auszug bewegt. In seiner Freizeit treibt er Schulden für seinen nicht weniger dubiosen Vater Robert (Niels Arestrup) ein. Der junge Mann ist schwer zu kontrollieren und hat einen Hang zu plötzlichen Gewaltausbrüchen, der ihm in seinem Job nicht ungelegen kommt. Nicht so ganz will das dazu passen, dass er sich nach einer Begegnung mit dem ehemaligen Agenten seiner verstorbenen Mutter, einer Konzertpianistin, in den Kopf setzt, eher in deren als in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. Während er seine Klavierstunden wieder aufnimmt – ausgerechnet bei einer chinesischen Lehrerin (Linh-Dan Pham), die kein Wort Französisch versteht – muss er sich gleichzeitig mit einer Affäre mit der Frau eines Kollegen und dem Konflikt seines Vaters mit der russischen Mafia herumschlagen, wortwörtlich versteht sich.

      Romain Duris spielt Tom mit einem harten Zug um die Mundwinkel und unstetem Blick. Er ist kaltschnäuzig und uncool – seinem Macho fehlt einfach die Gelassenheit. Man spürt von Beginn an seine innere Zerrissenheit. Tom übertönt seine innere Unruhe mit harter Technomusik aus den Kopfhörern. Er spürt, dass die Musik seine letzte Chance sein könnte, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Aber er scheitert ständig. Seine fliegenden Finger sind nicht wirklich der Ersatz für zuschlagende Fäuste. Er kann es nicht ertragen, wenn seine Lehrerin ihm beim Spiel zusieht. Es ist mühsam für ihn, seinen Stolz und seine Brutalität abzulegen und Gefühle zu zeigen. Er hat ein gravierendes Kommunikationsproblem: In seinem Job spricht die Gewalt und bei seiner chinesischen Lehrerin spricht nur die Musik.

      Gegensätze lässt Audiard in der in Schatten getauchten Welt des gegenwärtigen Paris aufeinandertreffen, in der ausgerechnet ein Typ wie Tom zum Lichtblick wird. Aber alle Disharmonien löst Audiard in der Harmonie von Inhalt und Bild auf. Toms Unsicherheit und Zerrissenheit überträgt sich auf Kamera und Inszenierung – auf Brüche, Jump Cuts, Achsensprünge. „Der wilde Schlag meines Herzens“ ist im wahrsten Sinne „außer Atem“ – und während Godard seinerzeit leichtfüßig ironisch sein Paris eroberte, nimmt Audiard hier alles auf überzeugende, entschlossene und erwachsene Weise ernst – Thema, Story, Charaktere, ihre Sehnsüchte und sogar ihren Herzschlag. deg.

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