Der Vulkan

   Kinostart: 21.10.1999

Filmhandlung und Hintergrund

Aufwendige Verfilmung von Klaus Manns Roman über deutsche Exilanten in Paris.

Paris ist Mitte der 30er Jahre Fluchtpunkt für Exilanten aus dem Dritten Reich. Unter ihnen ist auch Schriftsteller Martin Korella. Er trifft hier die Berliner Künstlerin Marion von Kammer, mit der er einen antifaschistischen Schwarzsender, „Die Stimme des anderen Deutschlands“ betreibt. Marion kämpft engagiert, doch Korella geht am harten Exilleben, einer unglücklichen Liebe und einer Überdosis Heroin zugrunde.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der Vulkan: Aufwendige Verfilmung von Klaus Manns Roman über deutsche Exilanten in Paris.

    Wie eine Welle schwappen derzeit Filme über das Dritte Reich ins Kino. Nicht mehr nur aufklärerisch, sondern oft verbunden mit einer Liebesgeschichte. In diesem Fahrwasser bewegt sich auch diese Klaus-Mann-Verfilmung über deutsche Exilanten und ihren Widerstand.

    Klaus Mann schrieb seinen autobiographisch gefärbten Roman 1939 in einem New Yorker Hotelzimmer, für seinen berühmten Vater Thomas Mann „ein Bild deutscher Entwurzelung und Wanderung, gesehen und gemalt à la Jean Cocteau“. In opulenter Ausstattung zeichnet Ottokar Runze das Schicksal von Emigranten, in deren Mittelpunkt die junge Berlinerin Marion von Kammer steht. Die Schauspielerin und Chansonette, die das Herz auf der Zunge trägt, kommt mit ihrer Mutter und jüngeren Schwester nach Zürich und muß erfahren, daß die Schweizer Freunde mit Hitler sympathisieren. Bald flieht sie weiter nach Paris, wo das Leben unbeschwerter scheint und sie mit ihrem Jugendfreund Martin und einem Kommunisten einen antifaschistischen Schwarzsender betreibt und mit politischen Liederabenden Erfolg feiert. Marion kämpft mutig mit aller Kraft für ein besseres Deutschland und hofft auf Änderung der politischen Verhältnisse. Doch unter den Weggenossen befinden sich auch Spitzel, die existentielle Bedrohung nimmt zu. Für einige endet das Katz-und Maus-Spiel tödlich.

    Der Film erzählt von einer verlorenen Generation, von Idealisten, deren Utopien nicht in Erfüllung gehen und die an der harten Wirklichkeit verzweifeln. Geschickt verknüpft Runze die Sehnsucht der Protagonisten nach einem ganz normalen Leben in einer nicht normalen Zeit mit der „großen“ Politik. Seine - manchmal sehr naiv wirkenden - Figuren sind keine makellosen Helden oder „Emigranten im Hauptberuf“, wie Klaus Mann schreibt, sondern Menschen, die nach Liebe und Freundschaft hungern, mit emotionalen Enttäuschungen umgehen müssen. Der Tanz auf dem Vulkan geschieht in der lockeren Atmosphäre der 30er Jahre, in der sich Kommunisten, Anarchisten und Abenteurer zu einem Bündnis auf Zeit zusammenschließen, das schnell einer Zerreißprobe unterworfen ist. Mag die Gratwanderung zwischen Unterhaltung und politischer Lektion auch nicht immer gelungen sein, die Schauspieler machen einiges wett. Allen voran Nina Hoss als couragierte Künstlerin, die in Montreal den Preis für die Beste Darstellerin erhielt und Meret Becker als ihre an den Umständen zerbrechende Schwester. mk.

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