Der Tote im Spreewald

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   2009
Der Tote im Spreewald Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Der Tote im Spreewald: Zweiter, ausgeklügelt-stimmig inszenierter Spreewaldkrimi des Drehbuchautors Thomas Kirchner.

Die Leiche von Fährmann Daniel Bartko wird im Biosphärenreservat in ein Schlageisen verfangen aufgefunden. So geraten zunächst die illegal arbeitenden polnischen Pelzjäger unter Mord-Verdacht. Bartko gehörte der sorbischen Minderheit an, war den Traditionen aber zum Ärger seiner Familie nicht sehr verbunden, seine Heirat mit Tanja, der Tochter des Revierförsters, wurde als Affront angesehen, auch mit Tanjas Vater und den anderen Fährleuten lag er im Streit. Hat er vielleicht sogar gemeinsame Sache mit den Nutria-Jägern gemacht?

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Kritikerrezensionen

  • Der zweite Spreewaldkrimi des Drehbuchautors Thomas Kirchner ist aus verschiedenen Gründen erstklassig, nicht zuletzt durch Christian von Castelbergs ausgeklügelt-stimmige Inszenierung.

    Durch Matti Geschonnecks Krimidrama „Mord am Meer“ war ZDF-Redakteur Pit Rampelt auf Thomas Kirchner aufmerksam geworden und beauftragte ihn mit „Das Geheimnis im Moor“, der Film von Kai Wessel war 2006 mit über 6,7 Mio. Zuschauern ein veritabler Erfolg; inzwischen machte Kirchner auch international mit „Das Wunder von Berlin“ (u.a. Emmy-Nominierung) auf sich aufmerksam.

    Im Zentrum von „Der Tote im Spreewald“ steht erneut Kommissar Krüger (Christian Redl), der den Mord an Fährmann Daniel Bartko (Hinnerk Schönemann) im Biosphärenreservat untersucht. Da die Leiche Bartkos in ein Schlageisen verfangen war, geraten zunächst die illegal arbeitenden polnischen Pelzjäger unter Verdacht. Im Laufe der Ermittlungen blättert sich jedoch ein vielschichtiges Beziehungsgeflecht auf: Bartko gehörte der sorbischen Minderheit an, war den Traditionen aber zum Ärger seiner Familie nicht sehr verbunden, seine Heirat mit Tanja (Nadja Uhl) der Tochter des Revierförsters wurde als Affront angesehen, auch mit Tanjas Vater und den anderen Fährleuten lag er im Streit. Hat er vielleicht sogar gemeinsame Sache mit den Nutria-Jägern gemacht? Schweigsam, aber genau beobachtend, setzt Kommissar Krüger die Puzzleteile zusammen und findet in der jungen Witwe eine verwandte Seele.

    Die Erzählweise dieses Filmes ist ungewöhnlich komplex: Man verfolgt den Kommissar wie üblich bei den Ermittlungen, gleichzeitig aber wird in einem Off-Text und Rückblenden das Schicksal des Ermordeten und seiner Familie gezeigt. Die Tonart des Filmes ist meist düster-mystisch, der Märchenwald an der Spree ist dafür die perfekte Kulisse; kontrastierend wird die Vergangenheit in weichen Sommerfarben gezeigt. Der Regisseur und sein Kameramann Martin Farkas finden dafür faszinierende Bilder, in denen sie teilweise mit Überblendungen arbeiten. Musik und Sounddesign sowie viele Dialoge unterstreichen den Eindruck des märchenhaft-poetischen. Gleichzeitig schwingt die Geschichte der Region und speziell der Sorben – von den Nazis unterdrückt, in der DDR bestenfalls ignoriert – immer mit. „Der Tote im Spreewald“ ist in vielfacher Hinsicht preiswürdig, alle Schauspieler überzeugen, besonders hervorhebenswert ist Nadja Uhl, die eine ungewöhnliche Durchlässigkeit beweist. sw.

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