Der Teufel mit den drei goldenen Haaren

  1. Ø 4
   2009
Alle Bilder und Videos zu Der Teufel mit den drei goldenen Haaren

Darsteller und Crew

Bilder

Kritiken und Bewertungen

So werten die User Ø
(1)
5
 
Stimme
4
 
Stimme
3
 
Stimme
2
 
Stimme
1
 
Stimme
So werten die Kritiker (1 Stimmen)
5
 
Stimme
4
 
Stimme
3
 
Stimme
2
 
Stimme
1
 
Stimme

Wie wertest Du? Klicke auf einen der Sterne:

Kritikerrezensionen

  • Der Gegensatz zwischen diesem neuen Weihnachtsmärchen des ZDF und der Märchenstaffel der ARD („Acht auf einen Streich“) ist offenkundig: Die Adaptionen Grimm’scher Märchen im „Ersten“ sind in jeder Hinsicht charmanter und freundlicher; außerdem wirken sie schon allein durch die verschwenderische Besetzung selbst kleinster Sprechrollen aufwändiger. Hans-Günther Bücking (Regie und Kamera) bevorzugt in seiner Umsetzung zudem eine eher düstere Bildsprache. Dem Geist der Vorlage mag das angemessen sein, aber sein Film wirkt dadurch vergleichsweise freudlos.

    Auf der anderen Seite weicht das Drehbuch (Bettina Janischowski) gegen Ende in entscheidenden Aspekten aus unerklärlichen Gründen und völlig unnötig vom Märchen ab. Im Kern aber ist die Adaption sehr werkgetreu: Ein ebenso grimmiger wie gieriger König (Leonard Lansink) erfährt, dass laut Weissagung ein armer Waisenjunge dereinst seine Tochter heiraten werde. Er setzt das Kind in einem Weidenkörbchen auf dem Fluss aus. Eine Müllerin rettet den Jungen. Jahre später kreuzen sich die Wege erneut. Als dem König klar wird, wer der hilfsbereite Müllerssohn Hans ist, schickt er ihn mit einer Botschaft zum Schloss: Der Henker soll ihn umbringen. Im Wald fällt Hans unter die Räuber, die lesen den Brief und schreiben eine neue Nachricht: Die Königin soll Hans mit der Prinzessin verheiraten. An dieser Stelle wird die Geschichte durch eine leichte Variation sogar plausibler: Während das junge Paar bei Grimm noch vor der Rückkehr des König heiratet, ist es im Film erst verlobt. Der böse Schwiegervater in spe kann aus seiner Sicht das Schlimmste also noch verhindern, wenn er den jungen Mann buchstäblich zur Hölle wünscht: Hochzeit werde nur dann gefeiert, wenn Hans dem Teufel seine drei goldenen Haare klaut; und jetzt geht die Heldenreise eigentlich erst richtig los.

    So gelungen Beelzebubs ganz in glühendes Rot gehaltenes und von kochender Lava umgebenes Domizil auch ist: Der Hausherr ist ein bisschen enttäuschend, weil Fritz Karl den Teufel als übergewichtigen weinerlichen Spießer verkörpert; diabolisch ist er jedenfalls kein bisschen. Kein Wunder, dass die Menschen keinen Respekt mehr vor ihm haben, auch wenn er selbst das darauf zurückführt, dass der König so ein grausamer Herrscher sei. Mit Hilfe der Großmutter (Rita Russek) des Teufels gelangt Hans in den Besitz der Haare, und weil er dank der Redseligkeit des Höllenfürsten auf dem Heimweg diversen Mitmenschen zu ihrem Glück verhelfen kann, kehrt er im Märchen mit Säcken voller Gold an den Königshof zurück. Im Film aber hat er bloß einen goldenen Apfel und ein Pferd dabei, weshalb nicht ganz einzusehen ist, warum sich – bei aller Gier – der König ebenfalls auf den Weg zur Hölle macht und so seine gerechte Strafe erfährt.

    Während die Liebespaare in den ARD-Märchen durchweg interessant und reizvoll besetzt sind, ist das Pärchen in diesem Film (Belà Baptiste, Ina Alice Kopp) ein bisschen langweilig; und Oliver Korittke als ständig über die ewigen Kutschfahrten jammernder Nebenbuhler für Hans bloß eine Nervensäge. tpg.

Kommentare