Der Tag, an dem ich meinen toten Mann traf

  1. Ø 1
   2008
Der Tag, an dem ich meinen toten Mann traf Poster
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Kritikerrezensionen

  • Es dauert eine Weile, bis man sich in diesen Film hineingesehen hat, denn am Anfang passiert erst mal gar nichts. Oder richtiger gesagt: Das eigentliche Ereignis hat sich ein Jahr zuvor zugetragen, und seither ist für Helene quasi die Zeit stehen geblieben.

    Damals wurde ihr die Nachricht überbracht, ihr Gatte Robert sei vor der englischen Küste ertrunken. Sie will das bis heute jedoch nicht wahrhaben und tut so, als könne er jeden Moment wieder nach Hause kommen. Als ein Freund sie zu einem Konzert einlädt, entdeckt sie unter den Besuchern Robert, stürmt auf ihn zu, umarmt ihn, beschimpft ihn. Der Mann ist allerdings ziemlich befremdet und stellt sich als Torben vor, scheint aber durchaus angetan von der rätselhaften Fremden.

    Matthias Luthardt inszeniert „Der Tag, an dem ich meinen toten Mann traf“ mit langen Einstellungen, in denen gern auch mal nichts passiert, weil die handelnden Figuren das Bild längst verlassen haben. Auf diese Weise entwickelt der Film aus der SWR-Reihe „Debüt im Dritten“ eine kontemplative Stimmung, die sich aber als perfekte Grundlage für die Geschichte entpuppt, denn angesichts der reservierten Reaktion des vermeintlichen Roberts macht man sich natürlich Gedanken über Helenes Geisteszustand. Franziska Petri ist eine ausgezeichnete Besetzung für diese Rolle, Pasquale Aleardi mit seinem Spiel zwischen Verwirrung und Faszination eine wunderbare Ergänzung.

    Johanna Stuttmann („Nacht vor Augen“), die als Autorin einen gleichnamigen Roman von Andrea Paluch und Robert Habeck adaptierte, lässt allerdings auch konsequent in der Schwebe, was nun die wahre Wirklichkeit ist, ob sich Helene den Konzertbesuch und die anschließende Nacht mit Torben nur eingebildet hat oder ob es sich bei dem Fremden tatsächlich um Robert handelt. Deshalb kann man auch das Ende mit Schrecken, das die Witwe der quälenden Ungewissheit vorzieht, nicht unter Aspekten der Logik bewerten. Rückblenden auf eine Schlüsselszene der Ehe, die immer länger ausgespielt werden und schließlich verdeutlichen, dass es nicht mehr besonders gut um die Beziehung stand, liefern gewissermaßen die dramaturgische Basis für den überraschenden Schluss. Ein rätselhafter, aber gerade in der Bildgestaltung (Kamera: Christian Marohl) sorgfältig komponierter Film, in dem Spiegelbilder immer wieder eine ebenso große Rolle spielen wie Details bei Kostüm und Ausstattung. tpg.

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