Filmhandlung und Hintergrund

TV-Komödie mit Leonard Lansink als misanthropischem Lehrer.

Seit der Trennung von seiner Frau ist Lehrer Felix ein verbitterter Frührentner. Seinen Mitmenschen sagt er immer rundheraus, was er von ihnen hält, und das ist selten etwas Gutes: Die meisten hält er für faul, dumm und gierig. Das gilt auch für Nachbarin Marie und ihre vorlaute Tochter Amelie. Als Marie ihn bei der Lehrerehre packt und Felix dem Mädchen Nachhilfe gibt, stellt er fest, dass Amelie hochbegabt ist. Plötzlich beginnt er, andere Seiten zu zeigen.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der Stinkstiefel: TV-Komödie mit Leonard Lansink als misanthropischem Lehrer.

    Leonard Lansink sagt von sich selbst, er bemühe sich stets, ein netter und freundlicher Mensch zu sein. Demnach wäre er privat also ganz anders als seine bevorzugten Fernsehrollen. Schon Wilsberg, der leicht mürrische Privatdetektiv aus Münster, ist ja nicht unbedingt die gute Laune in Person. Gegen Felix jedoch, einen verbitterten Lehrer im Vorruhestand, ist Wilsberg geradezu Nachbar des Monats. Der Misanthrop Felix sagt seinen Mitmenschen immer rundheraus, was er von ihnen hält; und das ist selten etwas Gutes, denn die meisten hält er für faul, dumm und gierig.

    Für Lansink ist dieser Zyniker eine Paraderolle, zumal Stefan Rogall ihm liebevoll formulierte Bosheiten in den Mund legt. Der Autor hat schon ganz ähnliche Griesgram-Rollen für Fritz Wepper geschrieben („Alter vor Schönheit“, „Nicht ohne meinen Schwiegervater“), aber hier übertrifft er sich selbst. Allein die Dialogduelle zwischen Felix und Nachbarstochter Amelie, die ihm keine Gemeinheit schuldig bleibt, sind herrlich. Auch wenn Josefine Preuß („Türkisch für Anfänger“) es mit 23 Jahren vermutlich langsam vielleicht leid ist, immer wieder aufmüpfige Mädchen in der Pubertät zu spielen: Sie macht das einfach großartig.

    Dieser Zweikampf ist gewissermaßen das Hirn des Films. Dass die Geschichte auch ein Herz hat, ahnt man zwar, aber es dauert eine Weile, bis sich Rogall und Regisseur Thomas Nennstiel dem romantischen Teil der Geschichte zuwenden können. Zwar fliegen regelmäßig die Fetzen, wenn sich Felix und Amelies alleinstehende Mutter Marie (Proschat Madani) im Treppenhaus begegnen, aber die Losung „Was sich neckt, das liebt sich“ gilt hier nur bedingt, schließlich fliegen bei Felix immer die Fetzen. Es macht den Griesgram ja gerade so sympathisch, dass er nie ein Blatt vor den Mund nimmt, selbst wenn er dabei Prügel riskiert, weil er sich auch mal mit Neonazis anlegt.

    Natürlich ist auch Felix erst so geworden, wie er nun ist. Ausschlaggebend war neben den enttäuschten Idealen als Lehrer vor allem die Trennung von seiner Frau Paula, die im Gegensatz zum Gatten unbedingt Kinder wollte. Paula hat zwei ganz kurze, aber enorm wirkungsvolle Auftritte: Die Rolle ist eine der letzten von Barbara Rudnik. Schon allein diese Besetzung verdeutlicht, dass Redaktion und Produktion nicht bloß eine vergnügliche Komödie im Sinn hatten. Trotzdem muss Rogall seine Figur nicht verbiegen. Felix darf sich bis zum Schluss treu bleiben, selbst wenn ihm zwischendurch ein paar gute Taten unterlaufen: Als er Amelie Nachhilfe gibt, stellt er fest, dass sie keineswegs faul, sondern vielmehr hochbegabt ist; in der Schule wird sie schlicht unterfordert. Ihre Mutter bewahrt er davor, sich an einen Finanzberater zu verschwenden, der sie bloß als Investition betrachtet. Schließlich hindert er am Ende noch auf höchst eigenwillige Weise einen ehemaligen Schüler (Hannes Wegener) daran, sich das Leben zu nehmen. Und so ist „Der Stinkstiefel“, Titel und Hauptfigur zum Trotz, ein richtiger Gute-Laune-Film. tpg.

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