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Der Sommer nach dem Abitur

  
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Filmhandlung und Hintergrund

Großartig gespielte Tragikomödie über Männer in der Lebensmitte, die 25 Jahre nach dem Abitur einen Zipfel ihrer Jugend erhaschen wollen.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der Sommer nach dem Abitur: Großartig gespielte Tragikomödie über Männer in der Lebensmitte, die 25 Jahre nach dem Abitur einen Zipfel ihrer Jugend erhaschen wollen.

    Großartig gespielte Tragikomödie über Männer in der Lebensmitte, die 25 Jahre nach dem Abitur einen Zipfel ihrer Jugend erhaschen wollen.

    In der Mitte des Lebens beginnen Männer, den verpassten Möglichkeiten nachzutrauern. Hin und wieder gibt es jedoch eine zweite Chance; und davon erzählen Marc Terjung (Buch) und Eoin Moore (Regie) in ihrer Tragikomödie „Der Sommer nach dem Abitur“. 25 Jahre nach dem Ende der Schulzeit treffen sich drei Freunde, die sich lange nicht gesehen haben, um ein Vorhaben umzusetzen, das sich damals aus unterschiedlichen Gründen nicht realisieren ließ: der Besuch eines Open-Air-Konzerts ihrer gemeinsamen Lieblingsband, der britischen Ska-Gruppe Madness. Vergeblich versuchen die drei, die Unbekümmertheit von einst zu reanimieren: Pharmareferent Alexander (Bastian Pastewka) ist ein echter Spießer geworden; Paul (Hans Löw) ist zwar immer noch ein Hallodri, aber was in jungen Jahren sympathisch war, wirkt heute lebensuntüchtig; Ole (Fabian Busch) schreibt Ratgeberbücher wie „Buddha an der Börse“ oder „Judo für Jeden“.

    Eoin Moore, Schöpfer des „Polizeirufs“ aus Rostock, hat in den letzten Jahren ausschließlich ARD-Sonntagskrimis gedreht. „Der Sommer nach dem Abitur“ scheint daher deutlich aus dem Rahmen zu fallen, zumal der gebürtige Ire seine Drehbücher in der Regel selbst schreibt. Trotzdem hat er für Terjungs Erzählung den perfekten tragikomischen Tonfall gefunden. Vordergründig ist die Geschichte der drei Freunde witzig, hintergründig hingegen beinahe bedrückend, weil der Schein bei allen Dreien trügt. Alexander, unfreiwilliger Vegetarier, ist nur noch angeblich glücklich verheiratet; Paul hat es allerdings ungleich ärger getroffen. Bloß Ole hat zur Verblüffung der beiden anderen das Beste aus seinem Leben gemacht.

    Terjung hat mit „Edel & Starck“ sowie „Danni Lowinski“ zwei der erfolgreichsten Sat.1-Serien geschaffen. „Der Sommer nach dem Abitur“ ist dagegen ein klassisches Road-Movie, bei dem ihm das Kunststück gelingt, aus Antihelden Sympathieträger zu machen. Schon der Prolog, als sich die drei Hauptfiguren zum Madness-Song „Our House“ auf die Reise vorbereiten, sorgt für eine perfekte Charakterisierung. Im Grunde sind sie allesamt traurige Gestalten, die sich verzweifelt bemühen, einen letzten Zipfel ihrer Jugend zu erhaschen. Recht bald wird klar, dass die Reise Richtung Süden in dem klapprigen Uraltgolf, den Paul extra für den Roadtrip gekauft hat, unter einem schlechten Stern steht. Was früher gnädig durch den Deckmantel der Freundschaft kaschiert wurde, erweist sich heute als nervig. Terjung und Moore lösen diese Konflikte jedoch immer wieder witzig auf, selbst wenn viele Ereignisse nicht komisch sind. Hinter der heiteren Verpackung ist die Geschichte ohnehin ein Drama, zumal sich Pauls Idee von der Reise zurück in die Jugend als abgekartetes Spiel entpuppt. Immerhin beschert der Film Pegah Ferydoni auf diese Weise einige beeindruckende musikalische Auftritte. tpg.
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