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Der Polygraph

Kinostart: 05.06.1997

Filmhandlung und Hintergrund

Faszinierender, bildgewaltiger Thriller über einen ungelösten Mordfall und die Relativität der Erinnerung.

Judith will einen Film über die ungeklärte Ermordung ihrer Freundin Marie-Claire machen. Ihre Hauptdarstellerin Lucie hat eigentlich nichts mit der Sache zu tun, doch wird sie immer tiefer in den zwei Jahre alten Fall hineingesogen: Ihr Nachbar Francois stellt sich als Hauptverdächtigter und Liebhaber von Marie-Claire heraus.

Faszinierender, bildgewaltiger Thriller über einen ungelösten Mordfall und die Relativität der Erinnerung.

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der Polygraph: Faszinierender, bildgewaltiger Thriller über einen ungelösten Mordfall und die Relativität der Erinnerung.

    Ein ausgereiftes Bekenntnis zum Kino war im Frühjahr 1996 „Confessional“, das Filmregiedebüt des führenden kanadischen Theaterregisseurs Robert Lepage. Ein Jahr später knüpft „Der Polygraph“ stilistisch und mit Abstrichen auch thematisch an den bemerkenswerten Vorgänger an, aber die diesmal entworfene Geschichte kann die mysteriöse Aura und emotionale Wirkung von „Confessional“ nicht reproduzieren. Dessen Einspielergebnis freilich (unter 25.000 Zuschauern) sollte „Der Polygraph“ nichtsdestotrotz auf jeden Fall erreichen können.

    Die Ermordung einer mit Lepage befreundeten Schauspielerin führte 1980 zu polizeilichen Ermittlungen, in deren Verlauf auch er verdächtigt und einem Lügendetektor-Test unterzogen wurde. Die traumatischen Spuren, die diese Tragödie hinterließ, verarbeitete der heute 39-jährige 1988 in einem Theaterstück, dem nun mit ergänzten Motiven die Verfilmung folgt. An die Stelle des Schauspielers und Regisseurs tritt der Geschichts-Doktorand Francois (Patrick Goyette, schon in „Confessional“ in einer der beiden männlichen Hauptrollen zu sehen), der verdächtigt wird, seine Freundin Marie-Claire ermordet zu haben. Als auch ein Detektor-Test Wahrheit und Lüge nicht absolut verläßlich zu differenzieren vermag, muß sich Francois erneut dem Mißtrauen seines privaten und beruflichen Umfeldes stellen. Nachbarin Lucie (Marie Brassard) ahnt von alledem nichts, wird aber in den Fall hineingezogen, als die Regisseurin Judith einen Film über ihre Freundin Marie-Claire zu drehen beginnt, in dem Lucie das Mordopfer spielen soll. Wie schon in „Confessional“ (Vorlage auch ein Theaterstück) werden Filmdreharbeiten in den Plot integriert, wechselt Lepage , ein klassischer Bühnenkniff, oft in einer Dekoration die Zeitebene, nutzt er die Farbe Rot als dramaturgisches, falsche Fährten legendes Instrument und spielt innovativ mit filmischen Mitteln (Zeitlupe, Zeitraffer), um emotionale oder atmosphärische Akzente zu setzen. Nicht wirklich integriert, sondern wie ein aufgepfropftes Zugeständnis an die deutschen Koproduzenten wirkt der an den Mauerfall geknüpfte zeitliche Rahmen, der die Biografie einer Nebenfigur an den Film binden will: Lucies Freund, ein ostdeutscher Pathologe (Peter Stormare, der maulfaule Killer aus „Fargo“), der seine Frau mit einer Lüge (Lepages zentrales Motiv) in der DDR zurückließ. Die Koppelung der politischen Lüge mit der privaten in Ost und West gelingt nicht zufriedenstellend, wirkt bemüht. Abseits dieser Ebene aber bietet „Der Polygraph“ interessantes Cineastenkino, das die Unterhaltung nicht dem Anspruch opfert. kob.
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