Filmhandlung und Hintergrund

Frank Darabonts nervenaufreibende Verfilmung der Kurzgeschichte von Stephen King, in der eine Kleinstadt von einem unheimlichen Nebel, in dem sich mörderische Kreaturen tummeln, befallen wird.

Als sich vom Meer eine undurchdringliche Nebelwand immer näher an eine Kleinstadt schiebt, vermutet niemand Schlimmes. Dennoch flüchten der Künstler David (Thomas Jane) und sein kleiner Sohn Billy (Nathan Gamble) vor dem mysteriösen Phänomen in den örtlichen Supermarkt. Zusammen mit den anderen Einwohnern verschanzen sie sich vor der weißen Wolke, die fremde, gefährliche Wesen verbirgt. Die religiöse Mrs. Carmody (Marcia Gay Harden) dreht als erste durch.

Schreckensmeister Stephen Kings apokalyptische Kultnovelle wird von niemand Geringerem als King-Spezialist Frank Darabont („Die Verurteilten„, „The Green Mile„) zu einem beklemmenden Alptraum-Thriller um bizarre Monster und religiösen Wahn verwandelt.

Ein kleines Dörfchen an der Küste von Maine wird ohne Vorwarnung von einem unheimlichen Nebel heimgesucht, in dem sich mörderische Kreaturen tummeln. Einer bunt zusammengewürfelten Truppe von Überlebenden gelingt es, sich in einem Supermarkt zu verbarrikadieren. Erschwert wird die verzweifelte Situation durch die anwesende Mrs. Carmody, eine religiöse Fanatikerin, die den Angriff als Zorn Gottes wertet und dafür plädiert, den Allmächtigen mit einem Menschenopfer zu besänftigen. Als immer mehr Menschen sterben, schlägt die Stimmung zu ihren Gunsten um.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Hinter Nebel verbirgt sich in Filmen nur selten etwas Gutes. Nebel nimmt Menschen nicht nur die Sicht, er verschluckt auch Geräusche, man ist also nicht nur blind, sondern auch von völligem Schweigen umgeben. Eine Situation in der besonders gut eigene Urängste wachsen und emporsteigen können. Genau dieses Potential wird Frank Darabonts Verfilmung der King-Kurzgeschichte allerdings verschenkt, indem er bereits nach kürzester Zeit preisgibt, was denn da so Gruseliges im Nebel lauert.

      Sobald man es dann gesehen hat, wünscht man sich erst recht, Darabont hätte es einem nicht gezeigt. Denn die Invasion der Monster in "Der Nebel" ist in etwa so Grauen erregend wie eine Krötenwanderung im Frühjahr. Dabei soll es vermutlich spannend und unterhaltsam sein, dass hinter jeder Ecke eine neuartige Spezies lauert, aber tatsächlich stellt man sich die Frage, ob man die kreative Energie anstatt in zahlreiche Variationen ein und desselben Monsterthemas nicht lieber in die Geschichte selbst investiert hätte.

      Denn bereits dem Grundszenario – das man so oder so ähnlich ohnehin schon ein paarmal zu oft gesehen hat – fehlt es an einer gewissen Logik. Zum Beispiel könnte man sich fragen, warum für ein Monster, das – es sei an dieser Stelle verraten – viele Meter groß ist, ausgerechnet eine gläserne Schaufensterscheibe zum scheinbar unüberwindlichen Hindernis wird. Viel schlimmer allerdings ist die Tatsache, dass es dem Film nahezu vollständig an Überraschungsmomenten fehlt. "Der Nebel" folgt einem strikten Handlungsmuster, bei dem jeder halbwegs routinierte Zuschauer weiß: "Aha, jetzt kommen also wieder Monster. Aha, jetzt haben wir fünf Minuten Monsterpause."

      Besonders wichtig scheint für Darabont allerdings die Entwicklung der Konflikte innerhalb der Gruppe gewesen zu sein. Es herrscht ein ständiges Wechselspiel aus äußerer Bedrohung und innerer Spannung, wobei sich die existenzielle Frage stellt: Wie zivilisiert ist ein Mensch noch, wenn es ums pure Überleben geht? Und wie rational sind seine Handlungen? Dieser Frage wird sich der Zuschauer umso mehr stellen, je länger er den zunehmend hysterischen Predigten Mrs. Carmodys zuhören muss (wobei die Hoffnung besteht, dass deren Stimme in der Originalversion angenehmer in den Ohren klingt.)

      Während es dem größten Teil des Films also sowohl an Spannung als auch an Überraschungsmomenten und Horror mangelt, gelingt es ausgerechnet dem definitiv gelungenen Ende des Films, für vieles zu entschädigen. Es spricht dabei durchaus für Regisseur Frank Darabont, dass es sich ausgerechnet hierbei um den einzigen Teil der Geschichte handelt, bei dem er die Vorlage vollkommen neu gestaltet hat. Man sollte also keinesfalls die Hoffnung aufgeben, dass Darabont bei seiner nächsten King-Verfilmung (sie kommt mit Sicherheit), wieder ein besseres Händchen beweist.

      Fazit: Bei dieser mäßig gelungenen Verfilmung einer Stephen King-Geschichte weiß nur das Ende vollständig zu überzeugen.
    2. Der Nebel: Frank Darabonts nervenaufreibende Verfilmung der Kurzgeschichte von Stephen King, in der eine Kleinstadt von einem unheimlichen Nebel, in dem sich mörderische Kreaturen tummeln, befallen wird.

      Apokalyptischer Monsterhorror von Regisseur und Drehbuchautor Frank Darabont, der damit zum vierten Mal eine Vorlage von Gruselmeister Stephen King adaptiert.

      Mit „Stephen King’s Nightmare Collection“ begann Darabont seine Karriere, „Die Verurteilten“ und „The Green Mile“ waren seine größten Erfolge. Nach dem Flop seines Capra-esken Kleinstadtdramas „The Majestic“ von 2001 ist ihm King nun wieder König. Mit dessen Horrorschocker, der zugleich als allegorische Betrachtung über das Monster im Menschen fungiert, filmt sich Darabont jetzt trotzig zynisch die Enttäuschung über die damalige Kritik hinsichtlich exzessiver Larmoyanz von der Seele.

      Die Story ist in einem malerischen Örtchen in Maine angesiedelt, wo der Künstler David Drayton („The Punisher“ Thomas Jane) mit seiner Familie lebt. Nach einem schweren Sturm begibt er sich mit seinem neunjährigen Sohn in den örtlichen Supermarkt, in dem sich nun der Großteil des kompromisslos düsteren Science-Fiction-Dramas entfaltet. Denn ein undurchdringlicher Nebel legt sich übers Land, in dem sich zunächst ungesehene Killerkreaturen tummeln. Vor ihnen im Laden verschanzt, findet sich ein bunt gemischter Gesellschaftsquerschnitt, wie eine hübsche Kassiererin, drei Armeesoldaten, zwei couragierte Rentner, zwei verbohrte Rednecks, ein unscheinbarer, doch schusssicherer Ladenangestellter, die junge Schullehrerin Amanda (Laurie Holden, die auch in „The Majestic“ mitspielte), ein skeptischer Anwalt und die religiöse Fanatikerin Mrs. Carmody (Marcia Gay Harden perfekt unerträglich als bornierte Bibelzicke). Sie schreibt die Angriffe der prähistorisch wirkenden Monster (Rieseninsekten, Spinnen mit Säurespucke, Flugsaurier, gigantische Krabben) aus einer anderen Dimension dem Zorn Gottes zu. Zuerst wird sie verlacht, doch proportional zum steigenden Bodycount schlägt sich ein hysterischer Mob auf ihre Seite, der schließlich blutrünstig nach Opfern zur Besänftigung des Allmächtigen fordert. In Folge ergibt sich nach Eigenaussage des Regisseurs eines der deprimierendsten Finales der Filmgeschichte.

      Wie in „Krieg der Welten“ hängt eine beklemmend auswegslose Atmosphäre über dem Geschehen, wobei das Grauen zu gleichen Teilen aus der Bedrohung durch die eines H.P. Lovecraft würdigen Monster sowie die beängstigende Mobmentalität der Menschen erzeugt wird. Auch wenn Thomas Jane kein Tim Robbins oder Tom Hanks ist, so gibt er doch einen sympathischen Protagonisten ab, dem man durch die über zweistündige Todesterror- und Paranoia-Tour folgt. Dabei verzichtet die Mischung aus klassischem Creature-Feature und psychologischen Gesellschaftsporträt auf den übersteigerten Exzess des Torture-Porn-Genres und mutet gerade deswegen umso bewegender an. ara.

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