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Fakten und Hintergründe zum Film "Der Mongole"

Kino.de Redaktion |

Der Mongole Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Produktion: Die Legende von Dschingis Khan

Regisseur Sergei Bodrov hörte zum ersten Mal als Schulkind in der damaligen Sowjetunion von Dschingis Khan. Russland gehörte zu den vielen Ländern, die von den Mongolen erobert wurden – die erste Invasion begann 1222 unter Dschingis Khans Enkel Batu. „Die Russen lebten zwei Jahrhunderte lang unter mongolischer Herrschaft“, erklärt Bodrov, „und entsprechend wurde Dschingis Khan in unseren Schulbüchern als Monster dargestellt. Die Geschichtsbücher waren eben Produkte ihrer Zeit, und die Darstellungen darin waren ganz schrecklich und grob vereinfachend.“

In den 90er Jahren las Bodrov „Die Legende des schwarzen Pfeils“, ein Buch des renommierten russischen Historikers Lev Gumilev über die Geschichte der Mongolen und Türken. In Gumilevs Werk fand Bodrov eine viel differenziertere Darstellung Dschingis Khans, was für ihn der Anlass war, mehr über den Mann zu erfahren, der 1162 unter dem Namen Temudgin geboren worden war.

Seit dem Jahr 2000 stand auf Bodrovs Wunschliste, das Leben Dschingis Khans zu verfilmen. „Mich interessiert es immer, eine Figur zu nehmen und dann ein wenig tiefer zu gehen; mit dem Klischee zu beginnen und dann zu schauen, was in Wirklichkeit dahinter steckt. Ich wollte wissen: Wenn das wirklich so ein schrecklicher Mensch ist, einer, der Millionen von Leben auf dem Gewissen haben soll – wie konnte es dazu kommen? Wie konnte er zu Dschingis Khan werden?“, erklärt Bodrov. „Hinzu kam, dass man kaum etwas über seine Kindheit weiß. Dann erfährt man, dass er ein Sklave war, dass mehrfach versucht wurde, ihn zu töten, dass seine Frau entführt wurde und dass er sie zurückholte, als sie schwanger war. Das hörte sich für mich sofort nach dem Beginn einer spannenden Geschichte über eine außergewöhnliche Figur an.“

Bodrov recherchierte mehrere Jahre lang für sein Filmprojekt und las praktisch alles über Dschingis Khan, was zu haben war. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse über den Mongolenherrscher sind allerdings teilweise nur spekulativ, da es keine zeitgenössischen Quellen zu Lebzeiten Dschingis Khans gibt. Das einzige mongolische Geschichtswerk des späten Mittelalters ist „Die geheime Geschichte der Mongolen“, das Versepos eines unbekannten Dichters, das erst nach Dschingis Khans Tod im Jahre 1227 entstand. Und selbst dieses Zeugnis galt lange Zeit als verschollen; erst im 19. Jahrhundert wurde in China eine Kopie der „geheimen Geschichte“ entdeckt, die vermutlich im 14. Jahrhundert angefertigt wurde.

Produktion: Die Entstehung des Drehbuchs

2004 begann Bodrov schließlich damit, das Drehbuch zu schreiben. Gemeinsam mit Arif Alijev, mit dem er schon bei GEFANGEN IM KAUKASUS zusammengearbeitet hatte, ließ er sich von Lev Gumilevs Werk inspirieren, das „Die geheime Geschichte der Mongolen“ nicht nur als Dichtung, sondern auch als historische Quelle verstand. Bodrov machte sich vor allem Gumilevs Theorien über die beträchtlichen Lücken in Dschingis Khans Biografie zu nutze: „Da gibt es zum Beispiel eine Zeit von zehn Jahren, in der Dschingis Khan einfach verschwunden ist; niemand weiß, wo er in dieser Zeit war und was ihm widerfahren ist. Gumilev stellt die Theorie auf, er könnte gefangen genommen und eingesperrt worden sein. Ich fand, das wäre eine großartige Ergänzungfür die Story. Und so bringt Temudgin bei mir viele Jahre im Gefängnis im Reich Tangut zu.“

Das Drehbuch zu DER MONGOLE zeichnet zwar das Leben eines der mächtigsten Herrscher, die es jemals gab, nach, aber es ist eben auch – oder sogar hauptsächlich – eine Liebesgeschichte. Die Romanze zwischen Temudgin und seiner ersten Frau Borte wird möglicherweise den Blick des Publikums auf Dschingis Khan so verändern, wie es bei Bodrov der Fall war. „Es ist eine ganz unglaubliche und auch wenig bekannte Geschichte. Ein neunjähriger Junge wählt seine Braut, und auch wenn er es noch nicht ahnen kann, wird das sein Leben für immer verändern“, sagt Bodrov.

„Natürlich hatte der Herrscher Dschingis Khan später Hunderte von Frauen, aber sein ganzes Leben lang blieb Borte die Wichtigste von allen. Sie war nicht nur seine Frau, er suchte auch ihren Rat bei allen wichtigen Entscheidungen, die er zu treffen hatte. Es war wie eine moderne Beziehung, eine richtige Partnerschaft. Das kommt ja selbst heute nicht allzu häufig vor, und damals war es einfach noch nie da gewesen.“

Als Dschingis Khans erstes Kind geboren wurde, kursierten Gerüchte um die Vaterschaft; viele glaubten, der Junge sei während Bortes Gefangenschaft bei den Merkiten gezeugt worden. Bodrov fiel auf, dass sich Temudgin anders verhielt, als es die meisten seiner Zeitgenossen getan hätten: Er erkannte seinen Sohn gleich an und behandelte ihn auch wie ein eigenes Kind – etwas, das im Film ausdrücklich so gezeigt wird.

Produktion: Die Besetzung

Um die richtige Besetzung für DER MONGOLE zu finden, wurden Darsteller rund um den Globus gecastet: In der Mongolei, in Kasachstan, in Kirgisistan, Japan und China, in Los Angeles und in den russischen Republiken Tatarstan, Tuwa, Jakutien, Baschkortostan und Burjatien sowie in den Regionen Wolga, Ural und Sibirien.

Als erwachsenen Temudgin besetzte Bodrov den vielfach ausgezeichneten japanischen Schauspieler Tadanobu Asano. Als einer der größten Stars des japanischen Independent-Kinos ist Asano auch demeuropäischen Publikum durch seine Rollen in Takeshi Kitanos Samurai-Film ZATOICHI – DER BLINDE SAMURAI bis zu Pen-Ek Ratanaruangs DAS LEBEN NACH DEM TOD IN BANGKOK bekannt, für den Asano beim Filmfestival von Venedig 2003 mit dem Darstellerpreis geehrt wurde. „Ich suchte jemanden, der eine bestimmte Kraft hat. Und Asano ist ein ganz besonderer Typ. Er ist ein vielseitiger Schauspieler, aber er ist auch Musiker, Künstler und Designer. Er hat sehr viele verschiedene Interessen“, stellt Bodrov anerkennend fest. „Als wir uns trafen, haben wir uns gleich verstanden, auch deshalb, weil er kein großes Aufheben um sich selber macht, kein ‚Ich will unbedingt diese Rolle spielen!’ Ihn umgibt immer etwas Geheimnisvolles, und er hat eine ganz eigene Würde an sich.“

Es mag auf den ersten Blick seltsam erscheinen, einen japanischen Schauspieler als Dschingis Khan zu besetzen, aber Bodrov erklärt, dass das zumindest für die Japaner ein logischer Schrittist. „In der japanischen Mythologie gibt es einen sehr berühmten Krieger, der irgendwann in grauer Vorzeit verschwunden ist. Sie glauben, er sei in die Mongolei gegangen und dort zu Dschingis Khan geworden.

In Japan ist Dschingis Khan deshalb ein Nationalheld. Die Mongolen mögen ihn als einen der ihren beanspruchen, aber die Japaner sind sich ganz sicher, dass er zu ihnen gehört. Und diese Art von Legende gibt es in vielen Ländern: In Kasachstan glauben sie, er sei Kasache gewesen, und in Korea, dass er Koreaner gewesen sei.“

Der renommierte chinesische Schauspieler Sun Hong Lei (HEIMWEG – THE ROAD HOME, SEVEN SWORDS) kam als Jamukha, Temudgins Blutsbruder und späterer Todfeind, hinzu. „Es ist eine klassische und immer wieder spannende Konstellation“, sagt Bodrov: „Der Freund, der zum Feind wird. Ich hatte großes Glück mit dieser Besetzung, denn Sun Hong Lei besitzt diese perfekte Mischung aus Würde und Humor. Temudgin und Jamukha sind völlig unterschiedliche Charaktere, aber sie haben eine sehr kraftvolle Beziehung mit sehr starken Gefühlen.“ Während der gesamten Besetzungsphase arbeitete Bodrov eng mit einer guten Freundin, der kasachischen Filmregisseurin Guka Omarova zusammen. Mit Omarova als Casting Director verbrachte Bodrov einige Wochen in der Mongolei, wo sie Odnyam Odsuren fanden – in Bodrovs Worten „ein absolut unglaublicher Junge“ – der den jungen Temudgin spielt.

Die Suche nach der richtigen Borte jedoch gestaltete sich schwieriger. Bodrov wollte unbedingt eine Mongolin für diese Rolle, doch selbst zwei Wochen vor Drehbeginn konnte er sich noch zu keiner endgültigen Entscheidung durchringen. Omarova reiste noch einmal in die Mongolei, und wenige Tage später rief sie Bodrov mit den Worten an: „Ich glaube, ich habe sie gefunden. Komm her und schau sie dir an!“

Bodrov flog also hin und traf Khulan Chuluun, eine Studentin, die niemals zuvor als Schauspielerin gearbeitet hatte. Ihr Gesicht und ihre besondere Ausstrahlung veranlassten ihn, das Risiko einzugehen, mit einem Nicht-Profi in einer der Hauptrollen zu arbeiten. „Aber Khulan war einfach wundervoll“, sagt Bodrov. Außer dem japanischen Dschingis Khan und dem chinesischen Jamukha spielen in allen anderen Rollen Mongolen, teilweise ausgebildete Schauspieler, teilweise Laiendarsteller.

Produktion: Begegnung mit der mongolischen Kultur

Die Dreharbeiten fanden hauptsächlich an entlegenen Orten statt, in China, der Mongolei und Kasachstan – genau dieselben weiten Steppen und dichten Wälder, die seinerzeit Teil des mongolischen Reiches waren und in denen der junge Temudgin aufgewachsen war. Vor dem Hintergrund dieser gewaltigen Landschaftspanoramen zeigt der Film den nomadischen Lebensstil mongolischer Stämme im 12. Jahrhundert, die im Rhythmus der Jahreszeiten zusammen mit ihren Viehherden das Land zu Pferd durchwanderten und von Ort zu Ort ihre Zelte aufschlugen. Diese ursprüngliche Lebensweise kann man noch heute in manchen Gegenden der Mongolei finden, wo die Nomaden ein Leben führen, das sich nur unwesentlich von dem ihrer Vorfahren unterscheidet.

Bodrov verließ sich auf seinen Produktionsdesigner Dashi Namdakov, diese so andersartige Kultur ins Bild zu setzen. Namdakov, ein international renommierter Bildhauer, stammt aus Burjatien, einer russischen Region, die an die Mongolei grenzt und in der viele Einwohner zur mongolischen Volksgruppe gehören. Bodrov sagt über Namdakov: „Dashi hat die mongolische Kultur im Blut und weiß, wie man mit ihr umzugehen hat. Für ihn ist Dschingis Khans Geschichte eine sehr ernsthafte Angelegenheit. Er sagte zu mir: ‚Sergei, bevor wir mit dem Filmen beginnen, müssen wir zum obersten Schamanen der Mongolei gehen und um seine Erlaubnis bitten, diesen Film zu drehen.’ Mir schien das folgerichtig, denn Schamanen spielten in der damaligen Zeit eine enorm wichtige Rolle. Und die Mongolen glauben heute noch, dass Dschingis Khan einer der mächtigsten Schamanen war, der jemals gelebt hat.“

In der Sowjetzeit wurde der Schamanismus unterdrückt, doch inzwischen ist er wieder zu neuem Leben erwacht und existiert Seite an Seite mit der beherrschenden Religion in der Mongolei, dem Buddhismus. Bodrov und Namdakov statteten dem obersten Schamanen des Landes in der Landeshauptstadt Ulan Bator einen Besuch ab, der dort in einem Zelt auf dem Hauptplatz residiert. „Wir gingen hin und erklärten ihm, was wir vorhatten“, erzählt Bodrov: „Wir brachten Opfergaben und hielten uns genau an die Vorschriften. Er sagte zu uns: ‚Es sind schon viele gekommen, die einen Film über Dschingis Khan machen wollten – Japaner, Amerikaner… Aber ihr seid die ersten, die um meine Erlaubnis ersucht haben. Und ihr habt Recht getan.“

Produktion: Die Dreharbeiten

Die Dreharbeiten zu DER MONGOLE dauerten 25 Wochen. Sie erstreckten sich, in zwei Teilen, von September 2005 bis November 2006, über Sommer, Herbst und Winter. DER MONGOLE wurde an den abgeschiedensten Orten der Welt gedreht: Oft befand sich die nächste Stadt 12 bis 15 Autostunden entfernt, zu erreichen nur über unbefestigte Straßen. Hier war das 21. Jahrhundert sehr weit weg, und die Filmemacher konnten die alten schamanistischen Traditionen verfolgen.

An jedem Drehort suchten sie zunächst die Stätte auf, an der Wünsche vorgebracht und Opfergaben hingelegt werden, versicherten die örtlichen Geister ihrer friedlichen Absichten und baten um ihre Erlaubnis, dort zu arbeiten. Sergei Bodrov: „Ich glaube, das war der richtige Weg, damit umzugehen, denn dies war wirklich ein schwieriger Dreh. Ich weiß gar nicht, wie wir das manchmal überstanden haben. Und ich denke, dass wir es geschafft haben, liegt daran, dass wir der Tradition gefolgt sind. Wir waren in einem fremden Land und arbeiteten mit fremden Leuten mit einem gänzlich anderen Glauben und anderen Überzeugungen. Ich glaube, sie haben uns respektiert, weil wir ihren Traditionen gefolgt sind.“

Für die großen Schlachtenszenen, bei denen bewaffnete Reiterhorden aufeinander prallten, holte sich Bodrov mehrere Dutzend erfahrene Stuntmen aus Kasachstan und Kirgisistan, die er 2004 bei den Dreharbeiten zu seinem Historienepos NOMAD kennen gelernt hatte. In den zwei Monaten Vorbereitungszeit trainierten die Stuntmen alle Statisten und Pferde, die in den Schlachtenszenen in Aktion sein würden.

Die Stunt-Profis brachten ihre eigenen Pferde mit, genau wie die Statisten: Mongolen, Kasachen und Uiguren, die alle einer Kultur mit einer großen Reitertradition entstammten. Auch wenn es keinen örtlichen Tierschutzverein gab, der sich um das Wohlergehen der Tiere hätte kümmern können, behandelten Profis und Amateure ihre Pferde gleichermaßen mit äußerster Vorsicht. Sergei Bodrov, ein Pferdenarr, der als Kind eine Zeit lang den Berufswunsch Jockey hatte, übernahm selbst die Verantwortung für die gute Behandlung der Pferde und ist sehr stolz darauf, dass kein einziges bei den Dreharbeiten zu Schaden kam.

Die Logistik für die Filmproduktion war, wie nichtanders zu erwarten, eine enorme Herausforderung. Hunderte von Menschen mussten zu abgelegenen Orten transportiert, in Zelten untergebracht, mit Lebensmitteln versorgt und für die Dreharbeiten trainiert werden. Bodrov „befehligte“ eine Armee, die aus bis zu 600 Crewmitgliedern und 1000 Statisten bestand – die Pferde noch nicht mit eingerechnet.

Produktion: Die Kamera

Bei der ersten Etappe der Dreharbeiten, die Temudgins Kindheit und die ersten Jahre als Erwachsener umfasste, arbeitete Bodrov mit dem holländischen Kameramann Rogier Stoffers zusammen, zu dessen Filmen der Oscar®-prämierte CHARACTER (1997) und jüngst SCHOOL OF ROCK (2003) und DIE BÄREN SIND LOS (2005) gehören. Da Stoffers für den zweiten Teil der Dreharbeiten nicht mehr verfügbar war, fragte Bodrov beim russischen Kameramann Sergey Trofimov an, dessen Arbeit an den Thrillern WÄCHTER DER NACHT (2004) und WÄCHTER DES TAGES (2006) ihn sehr beeindruckt hatte. „Rogier ist ein wunderbarer Kameramann, sowohl, was das Licht, als auch was sein Gespür für die Einstellungen betrifft“, sagt Bodrov. „Ich wusste, dass ich Sergey die Vollendung dessen anvertrauen konnte, was Rogier begonnen hatte. Die zweite Hälfte des Films enthielt viele schwierige Szenen, und Sergey hat mit den komplexen Actionsequenzen eine tolle Arbeit abgeliefert – man kann richtig die Energie darin spüren!“

Produktion: Musik und Schnitt

Nach Ende der Dreharbeiten folgte Bodrov einer Einladung des mongolischen Staatspräsidenten nach Ulan Bator. Bei seinem Aufenthalt dort sah er zufällig mehrere Konzerte von Altan Urag, einer achtköpfigen mongolischen Folkrock-Band, verliebte sich nach eigenen Worten augenblicklich in ihre energiegeladene Musik und bat sie, für den Soundtrack des Films zusätzliche Stücke einzuspielen – die besonderen Rhythmen der Band verleihen nun einigen der Szenen, in denen Temudgin seinen Feinden gegenübersteht, eine surreale Kraft. Mit dem Auftrag eines Orchester-Scores, der zu einem Epos, das im 12. Jahrhundert spielt, passen musste, ging Bodrov zu dem finnischen Komponisten Tuomas Kantelinen, der Musik schuf, die eine perfekte Ergänzung zu den grandiosen Landschaften und großen Gefühlen des Films darstellt.

Für den Schnitt des Films versicherte sich Bodrov der Dienste von Oscar®-Gewinner Zach Staenberg (MATRIX-Trilogie) und BAFTA-Gewinnerin Valdis Oskarsdottir (DAS FEST, VERGISS MEIN NICHT). „Es war mir eine Ehre, mit ihnen zusammenzuarbeiten“, sagt Bodrov: „Ich habe an diesem Film mit so vielen großartigen Menschen zu tun gehabt. Ihr Interesse und ihr Enthusiasmus waren wundervoll; alle liebten das Material. Dschingis Khan ist nuneinmal eine interessante Figur, und DER MONGOLE istnun einmal kein typischer Historienfilm.“

Historie Dschingis Khan

Dschingis Khan war der erste Großkhan der Mongolen, nachdem er die verschiedenen Stämme des Volkes zu einem Großreich vereint hatte. Geboren wurde er unter dem Namen Temudgin 1155 – möglicherweise aber auch erst 1162 oder 1167. Seine Regierungszeit als Großkhan dauerte von 1206 bis zu seinem Tod im Jahre 1227.

Temudgins Vater Esugei war der Chef des Clans der Borjigin. Nach dessen Ermordung durch Angehörige eines verfeindeten Clans verweigerten seine ehemaligen Gefolgsleute dem noch jungen Temudgin, die Nachfolge seines Vaters anzutreten. Erst nach vielen Jahren und zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen gelang es Temudgin, zum Khan aufzusteigen.

Von 1190 an verfolgte er eine brutale Expansionspolitik, indem er benachbarte Stämme unterwarf; der entscheidende Sieg gelang ihm 1201 über seinen einstigen Blutsbruder Jamukha. Zwischen 1202 und 1204 baute Temudgin seine Machtposition entscheidend weiter aus, als er zunächst den Stamm der Merkiten, anschließend den der Tataren und weitere mongolische Völker unterwarf.

1206 berief er einen Reichstag ein, wo er sich von den anwesenden Stammesführern zum Großkhan aller Mongolen ausrufen ließ. Von nun an trug Temudgin den Herrschernamen Dschingis Khan. Unter seiner Herrschaft gab es tiefgreifende Reformen, z. B. führte er eine allgemeine Wehrpflicht ein und ließ ein neues, allgemeinverbindliches Gesetzbuch zusammenstellen.

Die neue mongolische Armee unter seiner Führung – allein seine Leibgarde umfasste 10.000 Mann – diente ihm als Machtinstrument, um den Einfluss der Stammesfürsten klein zu halten, vor allem aber als Voraussetzung für weitere Eroberungen. 1211 griff er China an und eroberte 1215 die Hauptstadt Peking; bis 1219 gelang ihm die Unterwerfung Koreas.

Von 1219 an drangen die Mongolen auch in Richtung Westen vor, eroberten zunächst Persien und zogen weiter bis zum Kaukasus, bis nach Südrussland und die Ukraine. Ein entscheidender Sieg über die Russen gelang Dschingis Khan in der mit äußerster Härte geführten Schlacht an der Kalka, die seinen „Nachruhm“ als Inbegriff des grausamen Herrschers begründete.

1227, von seinem letzten Feldzug in die Mongolei zurückgekehrt, starb Dschingis Khan, vermutlich an den Folgen eines Reitunfalls. Sein Sohn Ugedai, den Dschingis Khan bereits 1218 zu seinem Nachfolger bestimmt hatte, wurde der neue Großkhan.

Bei Dschingis Khans Tod befehligte der Mongolenherrscher ein Reich, das doppelt so groß wie das heutige China war. Ugedais Eroberungen vergrößerten das Mongolenreich weiter, bis es zum größten Reich wurde, das jemals existiert hatte. Zwischen Ugedai und Dschingis Khans weiteren Söhnen wurde das Reich allerdings in vier Khanate aufgeteilt, die zunächst noch Teile eines einheitlichen Staates blieben, einige Generationen später aber auseinander fielen.

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