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Fakten und Hintergründe zum Film "Der Lorax"

Kino.de Redaktion |

Der Lorax Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Produktion: Vom Buch auf die Leinwand

Theodor Geisel alias Dr. Seuss ist einer der meist gelesenen Kinderbuchautoren aller Zeiten. Er schrieb beliebte Bücher, die in 95 Ländern der Welt auf 17 verschiedenen Sprachen gelesen werden. Er ist eine US-amerikanische Ikone von Weltrang und hat insgesamt über eine halbe Milliarde Bücher auf der ganzen Welt verkauft.

Die Karriere des Schriftstellers begann nicht als Kinderbuchautor Dr. Seuss: Zuvor arbeitete er in der Werbebranche und als Zeichner von politischen Cartoons. Dr. Seuss erklärte selbst, warum er es später für wichtig befand, gerade für junge Leser zu schreiben (zitiert aus einem Essay von 1960): „Das, was Kinder lesen, und das, was Kinder denken, ist der Grundstein, auf dem sich dieses Land erheben wird. Oder nicht erheben wird. In diesen Zeiten der Anspannung und Verwirrung beginnen Autoren zu bemerken, dass Kinderbücher ein größeres Potential für Gut und Böse in sich bergen, als irgendeine andere Form von Literatur auf diesem Planeten.“

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Im September 1970 schlug seine Ehefrau Audrey Geisel in der Hoffnung, dadurch Dr. Seuss‘ Schreibblockade zu überwinden und seine Frustration angesichts des ihn umgebenden Konsumwahns vor, eine Reise nach Ostafrika zu unternehmen. Während dieser Reise beobachteten sie eine Elefantenherde, die durch die Berge in der Serengeti wanderte – und genau dort überkam ihn die Inspiration zu „Der Lorax“. Seuss schrieb 90 Prozent des Buchs am selben Nachmittag auf das einzige Stück Papier, das er gerade zur Hand hatte: eine Wäschereiliste.

Seuss‘ Texte sind untrennbar mit seinen Illustrationen verbunden; die Bäume der Serengeti standen Pate für die seidig-flauschigen Truffula-Bäume. In „Der Lorax“ verändert Seuss auch zum ersten Mal in seinen Kinderbüchern die Farbpalette: Er verwendet nunmehr nicht nur Primärfarben, sondern auch Mauve, Pfirsich, Purpur und sogar Moosgrün. Seuss selbst schreibt diesen Farbwandel der Ermutigung durch seine Frau Audrey zu; um ihr Tribut zu zollen, widmete er „Der Lorax“ Audrey und den zwei Töchtern Lark und Lea.

Als das Buch im Herbst 1971 erschien, war „Der Lorax“ seiner Zeit weit voraus. Erst ein Jahrzehnt später sollte die Umweltschutzbewegung richtig Fahrt aufnehmen, und „Der Lorax“ gewann dabei noch mehr an Beliebtheit. Leser aller Altersgruppen fühlten sich von dieser Geschichte angesprochen: Ein Junge macht sich auf, um herauszufinden, was den Bäumen zugestoßen ist.

„Der Lorax“ ist ein Klassiker und möchte Kinder dazu ermutigen, ihr eigenes Leben in die Hand zu nehmen und zu verbessern. „Der Lorax“ gehört in die „Educator’s All Time Top 20 List of Children’s Books“. Von den über 40 Werken, die er vor seinem Tod in 1991 verfasste, bezeichnete Dr. Seuss „Der Lorax“ als sein Lieblingsbuch.

„Pflanze einen neuen Truffula-Baum. Pflege ihn behutsam. Gib ihm sauberes Wasser. Und gib ihm frische Luft. Züchte einen Wald. Beschütze ihn vor den hackenden Äxten. Dann kommen der Lorax und all seine Freunde vielleicht zurück.“

Der Once-ler in „Der Lorax“

Die gute Beziehung, die Meledandri bei „Horton hört ein Hu!“ zu Audrey Geisel aufbaute, führte zu der Entscheidung „Der Lorax“ auf die Leinwand zu bringen. Meledandri erzählt: „Die Entscheidung, nach „Horton hört ein Hu!“ nun „Der Lorax“ zu machen, stammt eigentlich von Audrey Geisel. Wir haben darüber geredet, einen neuen gemeinsamen Film machen zu wollen, und sie meinte: Das hier ist das, was ich machen möchte. Sie erklärte, es sei Ted Geisels Lieblingsbuch gewesen, und dass er es ihr gewidmet habe. Sie hat große Zuneigung zu diesem Werk und sieht auch den Inhalt der Geschichte als sehr bedeutsam an.“

Der Filmemacher machte sich viele Gedanken über die Bedeutung und Tragweite der Adaption eines Buches, das eine so wichtige Hinterlassenschaft und Message in sich birgt. Er erklärt: „Ich habe mich lange mit dem Buch auseinander gesetzt und auch meine Partner bei Illumination mit einbezogen. Bei allen Geschichten von Dr. Seuss ist es von herausragender Bedeutung, einen Weg zu finden, auf dem man die Geschichte erzählen und seinem umfassenden Werk alle Ehre erweisen kann. Wir haben fast sechs Monate gebraucht, um festzulegen, ob und wie wir das schaffen könnten.“

„Der Lorax“ ist die vierte Zusammenarbeit von Melendandri mit dem Drehbuchautoren- und Produzenten-Duo Cinco Paul und Ken Daurio. Gemeinsam haben sie für Universal an „Ich – Einfach unverbesserlich“ und „Hop – Osterhase oder Superstar?“ gearbeitet, doch ihr erstes gemeinschaftliches Projekt war „Horton hört ein Hu!“. Sie waren mit dem Dr.-Seuss-Universum gut vertraut und wussten, wie man es erfolgreich auf die große Leinwand umsetzen kann.

Das Material eines so talentierten Künstlers umzusetzen, bringt eine große Verantwortung mit sich – und ebenso viele Chancen, eine bunte und phantasievolle Filmwelt zu erschaffen. Meledandri berichtet: „Dr. Seuss hatte eine unerschöpfliche Phantasie, wie sie kaum jemand im 20. Jahrhundert zu bieten hatte. Seine Welten sind etwas ganz besonderes, so verspieltes, und seine Figuren sprechen jeden unmittelbar an. Er schrieb diese herrlichen Geschichten, die in sich Ideen und Themen bergen, die wiederum vollkommen zeitlos sind.“

Der Oscar-nominierte Regisseur Chris Renaud („Ich – Einfach unverbesserlich“) ist auch diesmal wieder mit von der Partie. Auf die Frage nach dem Einfluss von Dr. Seuss auf sein eigenes Leben meint Renaud: „Er hat mich seit meiner Kindheit begleitet, und seine Geschichten, besonders „Der Lorax“, habe ich auch an meine Kinder weitergegeben. Er bringt uns bei, achtsam mit einer Welt umzugehen, die größer ist als wir selbst, und dass jeder Einzelne von uns etwas bewirken kann. Diese Botschaft vergisst man nicht. Wenn man sie schon in der Kindheit mitbekommt, trägt sie ein Leben lang.“

„Der Lorax“ ist eine beliebte und bekannte Geschichte, die viele junge Leser beeindruckt. Um eine Filmversion zu erschaffen, die ihre Zuschauer noch weiter in dieses Universum hineinversetzt, mussten die Filmemacher die Figuren ausgestalten und ein zusätzliches Universum erschaffen. Sie wollten jedoch die Geschichte nicht umschreiben, sondern eher das hinzu fügen, was vor dem Beginn des Buches geschehen war, und das ergänzen, was nach dem Ende des Buches passieren würde.

Diese Ergänzungen erwiesen sich als große Herausforderung. Der Regisseur berichtet: „Man möchte sich an die Vorlage halten und ihr alle Ehren erweisen, muss aber dennoch darüber hinausgehen, um einen 90-minütigen Film zu erschaffen; das ist schon etwas ganz anderes als ein Kinderbuch. Man muss entscheiden, ob und wie man diese ikonenhaften Bilder und Worte verwendet und sie zu einem Film komponiert, und wie man das Universum der Buchvorlage noch erweitern kann.“ Glücklicherweise hatte Dr. Seuss selbst den idealen Anfangspunkt geliefert. „Als der Once-ler Ted den Baumsamen zuwirft, schien uns das der richtige Punkt zu sein, an dem man ausholen konnte… zusätzlich zur Vorgeschichte von Lorax und Once-ler.“

Da „Der Lorax“ so beliebt ist, war höchstes Augenmerk für sämtliche Details die Vorgabe. Renaud berichtet: „Wir wissen, wie der Lorax aussieht. Wir müssen ihn dreidimensional ausgestalten, doch die Grundformen waren vorgegeben, und wir mussten sie nur noch ausbauen.“ Zusätzlich bezog der Regisseur die Phantasiewelt von Thneedville aus der Feder von Daurio und Paul mit ein und inspirierte sich an sämtlichen noch so kleinen Details, die in der Buchvorlage zu finden waren: „Es gibt eine kleine Zeichnung von Ted unten in einer Ecke auf der ersten Buchseite; das war unsere Vorlage für Thneedville.“

Produktion: Die Besetzung

Das Universum im Truffula-Tal und in Thneedsville ist bevölkert von Figuren und Kreaturen aller Art, angefangen bei riesigen, flauschigen Erdnüssen und ehrgeizigen Business-Männern über einen staunenden 12-Jährigen und seine Angebetete. Hier folgt ein kleiner Überblick zu allem und jedem:

Der Lorax (Danny DeVito) ist der Wächter des Waldes und Fürsprecher der Bäume. Er ist ein kleingewachsener, lauter und gebieterischer Grummler (und inwendig ein niedliches, flauschiges Wesen). Sein Job als Waldmeister wird auf die Probe gestellt, als der Once-ler einen Truffula-Baum fällt und dann damit droht, noch weitere zu fällen, um seinen Business-Plan umzusetzen. Der Lorax versucht, den Once-ler aus dem Truffula-Tal zu verscheuchen und warnt ihn davor, dass wenn die Natur bedroht wird, sie auch zurückschlagen wird.

Der Once-ler (Ed Helms) ist ein alter und verbitterter Einsiedler, der in einer verwitterten Hütte (im Lerkim) außerhalb von Thneedville haust. Er ist der Einzige, der Ted vom Lorax erzählen kann, von richtigen Bäumen und davon, was mit den Bäumen passiert ist. Im Rückblick auf die Zeit, als der Once-ler noch ein junger Mann war, zieht er mit seinem Esel Melvin ins Truffula-Tal und will dort ein Vermögen machen. Nach einer unerwarteten Begegnung mit dem Lorax verspricht der Once-ler, dass er keine Bäume mehr fällen wird. Doch die Versuchung ist groß und die Gier nach Erfolg noch größer – deshalb bricht er sein Versprechen und fällt sogar alle Bäume, die es noch gibt. Der alte Once-ler erklärt Ted, dass es früher überall richtige Bäume gab, bis er sie alle abholzte um Thneeds (ein revolutionäres Produkt mit millionenfachen Verwendungszwecken) herzustellen.

Ted Wiggins (Zac Efron) ist ein leidenschaftlicher Junge, der nach einem richtigen, lebendigen Baum sucht, um den größten Wunsch seiner Angebeteten Audrey zu erfüllen. Um einen echten Baum zu finden, muss er die Geschichte des Lorax herausbekommen. Der grummelige und charmante Lorax kämpft darum, seine Umwelt zu beschützen. Ted entdeckt, dass Audreys Wunsch und das Schicksal von Thneedville mit seiner Mission zusammenhängen, einen lebendigen Baum zu finden.

Audrey (Taylor Swift) ist Teds Nachbarin und träumt davon, einen echten Baum zu sehen. Sie ist ein Freigeist, hegt eine große Leidenschaft für ihre Umwelt und malt ein atemberaubendes Wandbild des Truffula-Walds – den sie selbst niemals gesehen hat. Sehr häufig lässt Ted „zufällig“ ein Spielzeug in ihren Garten fallen, und sie bleibt immer gutmütig amüsiert – dabei ist vollkommen klar, dass Ted sie richtig anhimmelt.

Aloysius O’Hare (Rob Riggle) ist ein beeindruckender, kurzgeratener komödiantischer Schurke. O’Hare ist mit dem Verkauf von in Flaschen abgefüllter Frischluft an die Bewohner von Thneedville unglaublich reich geworden. Seine Fabriken verpesten die Luft, was zum Erfolg seiner Frischluft-Flaschen beiträgt. O’Hare führt sein Business von einem riesigen Zeppelin aus, der über Thneedville schwebt, und wird stets von seinen schrankgroßen Schergen Mooney und McGurk flankiert. Er hat alles zu verlieren, wenn die Bäume wieder in die Stadt zurückgebracht werden und Frischluft wieder gratis ist.

Trotz ihres hohen Alters strotzt Grammy Norma (Betty White) nur so vor Lebenslust und Energie. Sie erinnert sich noch an eine Zeit, als die Welt voller Bäume war, und ist fest entschlossen, ihrem Enkelsohn Ted zu helfen, das Gleichgewicht in Thneedville wieder herzustellen. Grammy Norma ist diejenige, die Ted empfiehlt, den Once-ler aufzusuchen, denn nur er kann Ted alles über den Lorax und die Bäume erzählen.

Teds Mutter (Jenny Slate) ist eine Durchschnittsbürgerin von Thneedsville und hat die Annehmlichkeiten ihrer spaßigen, aber dennoch völlig künstlichen Umgebung mit offenen Armen willkommen geheißen. Sie ist verwirrt vom eigenartigen Benehmen ihrer Mutter, Grammy Norma, und ihres Sohnes Ted – und beobachtet beide mit Argusaugen. Doch als ihre Familie bedroht ist, wächst sie über sich hinaus, um sie zu beschützen.

Die Bar-ba-loots sind liebenswerte Kreaturen, die wie kleine Bärchen unter den Truffula-Bäumen umhertollen. Sie spielen und essen süße Früchte und sind unumstritten die niedlichsten Lebewesen im Truffula-Tal. Lou ist der größte, Pipsqueak der kleine Baby-Tölpel des Clans. Pipsqueak liebt zwei Dinge: Marshmallows und im Schlaf zu speicheln.

Swomee-Schwäne fliegen in großen Schwärmen über das paradiesische Truffula-Tal; man kann sie an ihren anmutigen Hälsen und edlen Brüsten erkennen. Sie nisten überall, auf Lampenschirmen und sogar in einer Schüssel auf deinem Frühstückstisch. Der schielende Bill ist der jüngste im Schwarm und genauso witzig wie hübsch.

Summ-Fische kann man schon aus etlichen Kilometern Entfernung an ihrem unverkennbaren Klang erkennen. Besonders Finn und Gill lieben Truffula-Beeren-Pfannkuchen fast so sehr wie den Spaß, die Trinkgläser von Once-ler als Jacuzzis zu benutzen. Sobald man ihre kleinen Seen jedoch mit klebrigem Dreck verschmutzt, muss man mit dem Auftauchen eines erbosten Lorax rechnen.

Comedy-Legenden und junge Superstars: Die Besetzung des Films

„Wenn sich nicht jemand wie du richtig darum kümmert, dann wird sich nichts ändern. Überhaupt nichts.“

Der Once-ler in „Der Lorax“

Bei der Besetzung der Stimmen für die Filmadaption von „Der Lorax“ suchten die Filmemacher nach genau den richtigen Schauspielern, um die beliebten Figuren aus Dr. Seuss‘ Buch lebendig werden zu lassen.

Produzentin Healy verrät, dass viele der Entscheidungen der Animationsspezialisten von den Stimmen der jeweiligen Darsteller beeinflusst werden: „Die Animationsleute studieren die Schauspieler regelrecht, während sie ihre Texte einsprechen. Man borgt sich Nuancen der Gestik und Mimik der Darsteller und setzt sie in der Animation ein. Das ist es, was die Figuren richtig lebendig werden lässt. Die Animationsspezialisten machen viele Hausaufgaben, beobachten die Darsteller, konzentrieren sich auf besondere Merkmale und die Performance für diesen Film.“

Als Stimme des bärbeißigen und witzigen Lorax hören wir den legendären Comedy-Darsteller Danny DeVito, der das amerikanische TV-Publikum derzeit wöchentlich als Frank Reynolds in der Serie „It’s Always Sunny in Philadelphia“ unterhält. Nach Ansicht der Filmemacher brachte DeVito genau die gebieterische und scharfe Stimme des Lorax‘ mit, wirkt aber gleichzeitig sehr liebenswert. Meledandri lobt: „Die Herausforderung bei der Besetzung des Lorax‘ lag darin, einen Schauspieler zu finden, der gleichzeitig scharfzüngig und liebenswert klingt. Es musste jemand sein, der einer grummeligen Figur auch komödiantischen Witz verleiht und sie sehr interessant macht. Danny ist mit seinem unendlich großen Talent einfach der perfekte Lorax.“

Renaud stimmt zu: „Er war unsere erste und einzige Wahl. Zu der Zeit hatten wir erst eine Zeichnung vom Lorax zur Hand, zu der wir dann Dannys Stimme laufen ließen. Es war einfach perfekt. Niemand hätte sich irgendeinen anderen Lorax vorstellen können. Danny DeVito war unsere Traumbesetzung, und es hat wunderbar funktioniert.“

Danny DeVito ist aus Film und Fernsehen in etlichen Rollen bekannt, darunter die TV-Serie „Taxi“ bis hin zu Kinohits wie „Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“, „Zeit der Zärtlichkeit“, „Die unglaubliche Entführung der verrückten Mrs. Stone“, „Der Rosenkrieg“ und „Big Fish“. Seine Stimme hat er auch schon zuvor Animationsfiguren geliehen, darunter dem Satyr Philoctetes im Disney-Animationsfilms „Herkules“, der ihm mühelos und beeindruckend gelang.

DeVito hat drei Kinder, ist schon immer ein großer Fan der Bücher von Dr. Seuss gewesen und selbst engagierter Umweltschützer. Nachdem er die Skizzen zum Lorax gesehen hatte, konnte er es kaum erwarten an diesem Projekt teilzunehmen: „Es ist etwas besonderes, einer Figur, die man sehr mag, die eigene Stimme zu leihen. Alle Bücher von Dr. Seuss sind toll, und manche davon sind etwas politisch angehaucht. Ich bin grün und ich will, dass sich jeder um den Schutz der Wälder kümmert. Chris zeigte mir eine Zeichnung vom Lorax und mir war auf Anhieb klar, war für eine tolle Figur das ist. Mir gefällt seine Energie und ich wollte mir die Chance nicht entgehen lassen, bei diesem Film mit von der Partie zu sein.“

DeVito ist auch der Meinung, der Lorax sei ein Symbol für etwas, das wir alle in uns tragen: „Er ist eine einzigartige Gattung, doch jeder von uns trägt einen Lorax in sich. Er ist der Geist in uns, der sagt: ‚Schmeiß das nicht auf den Boden. Bring es zum Recyceln.‘ Er ist der Kerl, der meint: ‚Weißt du was? Ich glaube, ich habe heute schon genug Zucker gegessen. Jetzt nehme ich mir einen Apfel.‘“

Für die Rolle des enigmatischen Once-ler wurde Ed Helms engagiert, bestens bekannt aus seinen Rollen in den beiden „Hangover“-Filmen und der amerikansichen Tv-Serie „The Office“. Anders als die übrigen Figuren durchläuft der Once-ler über die Zeiten hinweg eine große Verwandlung. Helms sah sich vor der Herausforderung, den Once-ler sowohl als alten Eremiten wie auch als jungen Mann zu sprechen, der eins in Truffula-Tal zog um ein Vermögen zu machen.

Renaud berichtet: „Ed war sehr gespannt auf diese berühmte Figur, die man im Buch eigentlich nie zu sehen bekommt, und darauf, sie noch weiter ausbauen zu können. Ed hat das Talent, sarkastisch und bissig, aber auch verletzlich und unschuldig zu klingen – und genau das brauchten wir für diese Figur.“

„Es ist schon eine große Herausforderung, diese Altersstufen überzeugend zu sprechen, denn die Stimme verändert sich mit dem Alter doch sehr, muss aber einen konsistenten und glaubwürdigen Bogen schlagen zwischen der Stimme des jungen Mannes und des alten Einsiedlers“, erklärt Meledandri. „Ed Helms stattet die Figur des Once-ler mit genau der richtigen Mischung aus Witz und Ironie aus. Er verfügt über das Handwerk dazu, einen starken komödiantischen Instinkt und ist in seinem Herzen eigentlich selbst ein Autor – das ist etwas Wunderbares bei der Stimme für einen Animationsfilm. Bei der Ausgestaltung der Figur kommt es häufig zu Improvisationen, die durch den Erfindungsreichtum des Schauspielers besonders gut gelingen.“

Schauspieler Ed Helms war von der Rolle begeistert und berichtet: „‘Der Lorax‘ war in meinem Bücherregal definitiv ein Lieblingsbuch. Meine Mutter liebte Dr. Seuss und brachte meinen Bruder, meine Schwester und mich schon früh dazu, seine Werke zu lesen. Ich fühlte mich Dr. Seuss‘ fantastischen Welten innig verbunden; er brachte mich zum Lachen und auf verrückte Weise machte alles einen Sinn. Die Rolle des Once-ler zu übernehmen, war sehr aufregend, denn so konnte ich tatsächlich in diese Welt eintauchen.“ Als Helms davon hörte, dass eine Filmadaption von „Der Lorax“ in Planung war, suchte er selbst die Filmemacher auf und bat darum, mit an Bord kommen zu können. Helms erläutert: „Ich hatte davon gehört, dass sie „Der Lorax“ machen würden, und bat um ein Meeting mit Chris Meledandri. Wir setzten uns zusammen und ich habe ihm gesagt, dass ich zu gerne Teil dieses Films werden würde, und wäre es auch nur in einer klitzekleinen Rolle – denn diese Geschichte liegt mir wirklich sehr am Herzen.“

Helms berichtet von seiner Rolle: „Wie viele von uns, möchte auch der Once-ler der Welt seinen Stempel aufdrücken. Er ist ehrgeizig und intelligent und macht sich auf den Weg, um Großes zu erschaffen und erfolgreich zu sein. Doch das ganze Projekt überrollt ihn. Ich bin fest davon überzeugt, dass der Once-ler tief in seinem Inneren ein guter Kerl ist; doch er wird aufgefressen von Profitgier und Erfolgsstreben, und das führt ihn auf sehr düstere Pfade. Glücklicherweise erkennt er seinen Irrweg – obwohl es möglicherweise schon zu spät ist.“

Bei der Ausgestaltung der Rolle fand Helms es leichter den jungen Once-ler zu sprechen als den älteren: „Der junge Once-ler klingt fast so wie ich selbst im Alltag spreche. Der ältere Once-ler klingt ganz anders, viel älter eben, und es war schwierig, diese Stimme in mir jedes Mal wiederzufinden. Ich habe dann herausgefunden, dass wenn ich viel geschrien und gehustet habe, es mir etwas leichter viel, die ältere Stimme zu sprechen. Die Figur ist im Prinzip ja dieselbe, nur ist der ältere Once-ler eben erfahrener und auch bitterer geworden.“

Healy berichtet, dass Helms‘ Stimmarbeit die Figur des Once-ler zu einem ihrer Lieblinge im Film werden ließ: „Ich liebe den Once-ler, schon seit wir uns für Eds Stimme und das Design der Figur entschieden haben. So haben wir uns z.B. für einen verwegenen Hut und eine Weste entschieden, wodurch der Once-ler auch eine sehr interessante Figur wird.“

Für die Rolle als leidenschaftlicher und neugieriger 12-jähriger Ted wurde Zac Efron engagiert, den Zuschauern bestens aus der „High School Musical“-Reihe und dem Erfolgsmusical „Hairspray“ bekannt. Obwohl Ted viel jünger als Zac ist, waren die Filmemacher davon überzeugt, dass Efrons jugendlicher Charme und Elan der Filmfigur gerecht werden würde. Viel wichtiger als das Alter der Figur war es nämlich, einen Darsteller zu hören, der diesen engagierten Charakter lebendig werden lassen konnte. Meledandri berichtet: „Zac ist ein hochtalentierter Schauspieler und bringt diesen unwiderstehlichen, jugendlichen Charme mit, den er in seiner Performance wunderbar in die Stimme einfließen lässt.“

Efron erinnert sich sehr gut daran, wie seine Eltern ihm seinerzeit aus dem Kinderbuch „Der Lorax“ vorlasen, das in ihm „den Samen des Umweltschützers gesät hat“. Der Schauspieler erzählt: „Ted ist ein durchschnittlicher Heranwachsender, der sich nach Abenteuer sehnt. Er himmelt das Nachbarsmädchen an, hat eine verrückte Oma und eine zu strenge Mutter, also will er seine Freiheit. Er lebt in einer Welt, in der absolut nichts mehr natürlich ist – es gibt keine Pflanzen, keine Bäume. Alles wird von der Technologie bestimmt, deshalb macht es Spaß, ihn in seinem Familienalltag zu beobachten, der gar nicht so viel anders ist als unserer heutzutage…“

Für Efron war es eine ganz neue Erfahrung, seine Stimme einer Animationsfigur zu leihen. Er berichtet davon, dass alleine im Aufnahmestudio zu sitzen, sich manchmal schon etwas eigenartig angefühlt habe, er die Herausforderung aber dennoch genossen habe: „Ich habe mich in meine Kindheit zurückversetzt und mich an diese eigenartigen, witzigen Situationen erinnert, in die man als Kind manchmal gerät. Es ist schon ein sehr schmaler Grat zwischen dem, was witzig ist, und dem, was nicht ganz stimmig wirkt – diese Variationen machen eben den großen Unterschied aus. Es macht großen Spaß, sich ganz und gar der Stimme hinzugeben. Obwohl ich mir sicher bin, dass ich in der Aufnahmekabine total lächerlich ausgesehen habe.“

Die preisgekrönte und international erfolgreiche Sängerin Taylor Swift wurde für die Rolle als Teds Angebetete Audrey engagiert, eine junge Umweltschützerin, die unbedingt einen echten Baum sehen möchte. Meledandri berichtet: „Wir bekommen immer mehr von Taylor Swifts umfassendem Talent zu sehen. Audrey ist eine neue Figur, die wir in die Geschichte eingefügt haben; es war besonders wichtig, ihr eine überzeugende und engagierte Stimme zu verleihen. Taylor ist leidenschaftlich und ausdrucksstark; sie macht Audrey zu einer der interessantesten Figuren des Films.“

Taylor Swift war von Anfang an von dem Projekt begeistert und verliebte sich sofort in die Zeichnung der Figur, die die Filmemacher ihr vorlegten: „Schon von den ersten Entwürfen zu Audrey war ich Feuer und Flamme“, erklärt sie. „Audrey wirkte so wach und interessant. Es war schon etwas ganz Besonderes, wie die Filmemacher diese Figur entstehen ließen, und ich wollte unbedingt mit dabei sein.“

„Audrey ist eine Träumerin, und sie träumt von großen Dingen“, fährt Swift fort. „Mich haben Menschen mit großen Träumen schon immer fasziniert. Sie malt dieses unglaubliche Wandbild der Truffula-Bäume, die schon lange vollkommen in Vergessenheit geraten sind. Sie träumt davon, dass ihre Umgebung eines Tages nicht nur voller kaltem Beton sein wird. Audrey ist eine ganz normale High-School-Schülerin mit ganz besonderen Merkmalen. Sie ist abenteuerlustig und riskiert auch mal etwas.“

Der kleine, aber mächtige Schurke und Finanzhai von Thneedville, Aloysius O’Hare, wird im Original von Comedy-Schauspieler Rob Riggle gesprochen. Diese Figur wurde für den Film erschaffen und verkörpert die fleischgewordene Gier und die Kontrolle über sämtliche Informationen in und über Thneedville. Riggle beschreibt seinen doppelzüngigen und umtriebigen Charakter: „O’Hare ist manchmal weise und manchmal unethisch. Er ist ein Großindustrieller, der versucht, ein Thneedville zu erschaffen, das die anderen vielleicht gar nicht haben wollen. Er leidet an einem Napoleon-Komplex, der seine Wut und seinen Ärger speist.“

Efron erkläutert die Motivation seiner Film-Nemesis: „Ted empfängt einen eigenartigen Vibe von ihm, und zwar von Anfang an. O’Hare ist gerade mal einen Meter groß und trägt eine komische Helmfrisur. Ständig begleiten ihn diese zwei riesengroßen Bodyguards (Mooney und McGurk); er manipuliert alles und jeden. O’Hare will verhindern, dass die Bäume wiederkommen, denn die würden ja das produzieren, was ihn reich gemacht hat: frische Luft.“

Renaud war der Ansicht, Rob Riggle wäre die perfekte Besetzung für die Rolle als O’Hare: „Rob spielt hier eine sehr vielschichtige Rolle, und das liegt ihm sehr. Er hat diese ausladende Stimme und konnte präzise die gewiefte und schmierige Seite, aber auch den skrupellosen und aggressiven Charakter von O’Hare vermitteln, während er gleichzeitig witzig bleibt. Rob hat das Talent, all diese Elemente miteinander zu verbinden.“

Riggle witzelt, er sei engagiert worden, weil er sich bei einem Meeting mit den Filmemachern zu einer intensiven Tirade hinreißen ließ: „Ich habe gegen Bäume gewettert und geschimpft, wie sehr ich sie hasse. Während ich den Filmemachern vorsprach, habe ich gemerkt, dass O’Hare und ich seelenverwandt sind und ich diese Rolle einfach spielen musste.“ Um sich auf die Rolle vorzubereiten, so Riggle, „verbrachte ich viele Tage auf dem Spielplatz und schrie Kinder an. Wenn mir nicht gefiel, wie sie herumrannten, oder wenn sie zu langsam auf der Rutsche waren, schrie ich sie an.“

Während seiner Stimmaufnahmen interagierte Riggle mit Renaud, obwohl sich der Regisseur auf der anderen Seite des Atlantiks in Frankreich befand. Via Skype waren sie online verbunden; Riggle erzählt: „Chris Renaud war sehr gut darin, einem zu vermitteln, wo man sich gerade im Verlauf der Geschichte befindet, was gerade passiert und wie man sich gerade fühlt. Ich finde es toll, dass der Regisseur in Paris war und ich hier in Los Angeles saß – und wir trotzdem gemeinsam gezaubert haben. Wir leben in wirklich großartigen Zeiten.“

Die preisgekrönte Schauspielerin Betty White, unvergesslich aus ihrer Rolle als Rose Nylund in „The Golden Girls“, wurde für die Rolle der frechen und energiegeladenen Grammy Norma engagiert, die Ted dazu auffordert, den Once-ler aufzusuchen und ihm erklärt, was er vor Ort zu tun hat. Die Großmutter ist ausschlaggebend, wenn es darum geht, den Truffula-Samen zu finden und sicher zu verwahren.

Obwohl diese Figur nicht im Buch auftaucht, gehört Grammy Norma zu Audrey Geisels Lieblings-Filmfiguren. „Grammy Norma sieht ganz anders aus als Betty White, doch die Persönlichkeit der Schauspielerin setzt sich vollkommen durch“, erklärt Meledandri. „Die Großmutter wird von den anderen als alte Oma abgetan, doch der Enkelsohn Ted erkennt, dass ihre Erfahrung ihm weiterhelfen kann. Sie überrascht uns alle und wird für Ted zu einem wertvollen Verbündeten.“

Betty White hat bereits Erfahrung im Animationsbereich und freute sich an der Herausforderung: „Man muss sich in der Kabine schon zum Affen machen, aber es macht großen Spaß und ist hoch interessant. Man ist ja ganz alleine mit seiner Stimme, und es ist toll, sich dafür weder schminken noch frisieren lassen zu müssen. Eigentlich führt man da ja Selbstgespräche… Das Schwierigste ist nicht der Text, sondern die Sound-Effekte – wenn man so klingen muss, als würde man vom Motorrad fallen oder vor eine Wand laufen. Aber das ist eben Show-Business.“

Zum Höhepunkt des Films verbündet sich die agile und übergewichtige Oma mit Ted, um in einer atemberaubenden Verfolgungsjagd O’Hare und seine Schergen zu besiegen. „Ich hätte nie gedacht, dass ich eine Action-Heldin sein könnte“, lacht Betty White. „Das bin ich wohl auch nicht, aber Grammy Norma schwingt sich in einen Truck und tut alles Mögliche, um ihrem Enkelsohn zu helfen.“

Es ist immer eine große Herausforderung, die Titelfiguren eines Films weltweit so zu besetzen, dass sowohl die Integrität der Animationsfigur als auch die Originalperformance des Schauspielers gewahrt bleiben. Die beeindruckende Persönlichkeit, die Danny DeVito der Titelfigur in der englischsprachigen Version des Lorax verlieh, war so mitreißend, dass die Filmemacher sich fragten, ob DeVito ebenso brillant auch in anderen Sprachen agieren konnte.

Sie sprachen DeVito auf die scheinbar unmögliche Aufgabe an, den Lorax in vier verschiedenen Sprachen einzusprechen. Abgesehen von der Tatsache, dass DeVito eigentlich nur Englisch spricht, war er an der Herausforderung sehr interessiert – und sagte zu, den Lorax auch auf Spanisch, Italienisch, Russisch und Deutsch zu sprechen. Und trotz aller Schwierigkeiten meisterte er nicht nur die Dialekte perfekt, sondern auch das komödiantische Timing in diesen Sprachen.

Renaud lobt: „Es ist eine unglaublich große Herausforderung, die Danny da angenommen hat – und er engagierte sich über die Maßen, um alles perfekt zu meistern. Er hat mit Regisseuren aus den jeweiligen Ländern und Sprachwissenschaftlern zusammengearbeitet. Wenn man eine Fremdsprache spricht, geht es immer um Nuancen und darum, den richtigen Ton zu treffen. Das ist ganz und gar nicht einfach, und schon gar nicht in so vielen unterschiedlichen Sprachen. Ich sagte, kein anderer als DeVito kann der Lorax sein – und jetzt stimmt das sogar weltweit.“

Produktion: Design und Stil

Aufgrund der engen Beziehung, die Meledandri, Paul und Daurio mit den Nachlassverwaltern von Dr. Seuss schon während der Produktion von „Horton hört ein Hu!“ aufgebaut hatten, verstanden die Filmemacher die Nuancen im Werk des Künstlers sehr gut. Für die neuen Figuren und Szenen, die in „Der Lorax“ aufgenommen wurden, bestanden das Team und Renaud auf eine Priorität: dem Geist des Buches treu zu bleiben. Zusätzliche Plots, Figuren und Settings mussten unbedingt mit Dr. Seuss‘ Universum im Einklang sein und sich nahtlos in die Welten einfügen, die Theodor Geisel erschaffen hat.

Nebst der Treue gegenüber der Buchvorlage gab es auch subtile, aber bedeutsame Elemente, die Geisel zum ersten Mal in „The Lorax“ einsetzte. Dazu zählte auch die Farbpalette: Zum ersten Mal wich er darin von seiner traditionellen Farbpalette ab und setzte Farben ein, um den Zustand einer Welt ohne Bäume zu betonen. Meledandri meint: „Während wir eine neue Geschichte zum Leben erwecken, erschaffen wir auch neue Designs. Unsere Designer orientierten sich stets sehr eng an Teds Stilvorgaben, also gibt es eine eindeutige Kontinuität. Im Buch setzte Ted die Farben auf sehr interessante Weise ein. Er ließ die eher einfache Palette seiner vorherigen Bücher hinter sich und verwendete ganz neue Nuancen, die seine Verleger sehr überraschten. Tatsächlich war auch Audrey daran beteiligt, und das ist besonders auffällig, wenn man sich seinen Himmel anschaut. Da gibt es intensives Purpur und neue Blautöne, die er miteinander kombiniert, um eine sehr bedrohliche Atmosphäre zu erschaffen.“

Produktionsdesigner Yarrow Cheney, der für das detaillierte Universum von „Ich – einfach unverbesserlich“ verantwortlich zeichnete, kam bei „Der Lorax“ mit an Bord und erläutert seine Farbauswahl: „Unser Plan lautete, mit dem Buch und der vorgegebenen Palette, den Formen und Figuren vertraut zu machen, um zu verstehen, was die von Dr. Seuss erschaffene Welt auszeichnet.“

Thneedville

Das Team wünschte sich natürlich, wie beim Buch auch, für den Film eine Geschichte mit einer strahlenden und bunten Welt, die jedoch gleichzeitig illustriert, welche schädlichen Folgen die Taten des Once-ler mit sich brachten. Das Buch konzentriert sich hauptsächlich auf das idyllische Universum, in dem der Once-ler in seiner Jugend lebte, und auf das zerstörte Brachland, das er durch die Abholzung aller Truffula-Bäume hinterlässt. Im Film wird dieses Universum erweitert durch die Stadt Thneedville, die spaßig und modern wirken soll.

Thneedville ist keinesfalls ein schrecklicher Ort für Ted, seine Mutter, Audrey, Grammy Norma und die übrigen Bewohner. Renaud sagt: „Wir haben uns vorgenommen, dass sich die Zuschauer etwas mehr mit Thneedville identifizieren sollten. Es ist wie Las Vegas oder Disneyland oder Abu Dhabi. Wir können uns vorstellen, dort zu sein, und es macht sogar Spaß. Es gibt aufblasbare Büsche und Sträucher und mechanische Blumen und Bäume – aber es ist ein Ort ohne wirkliche Natur. Jeder scheint glücklich zu sein, und alle haben alles, was sie brauchen: riesengroße Autos, Roboter und andere mechanische Dinge. Doch dann stellt sich die Frage nach der Nachhaltigkeit. Obwohl dieses ganze Zeug lustig und toll ist, steht es denn auch im Gleichgewicht mit dem gesamten Planeten? Und wie schützen wir dieses Gleichgewicht?“

Im Buch sieht man Thneedville nur kurz auf den ersten Seiten; für den Film wurde es zu einem wichtigen Schauplatz ausgebaut. Der Regisseur erzählt: „Das Universum von Thneedville war eine der größten Ergänzungen für den Film. Es gab so viel Design-Arbeit, die ganze Umgebung ist so bunt und künstlich. Das Design war ausschlaggebend dafür, dass die Geschichte funktioniert – und um die Verwandlung zu unterstützen, die dieser Ort durchmachen muss.“

Teds großes Abenteuer beginnt in dem Augenblick, als er Thneedville verlässt und entdeckt, was für ein Brachland die Stadt umgibt. Auf seinem Weg zur Einsiedlerhütte (Lerkim) über die Straße des Lifted Lorax muss er feststellen, dass alles, was ihm Grammy Norma erzählt hatte, wirklich stimmt. Es gibt eine andere Welt hinter der Grenze der perfekten Stadt. Cheney meint: „Sobald die Zuschauer mit uns in die Welt hinter der Mauer eintauchen, verschwinden plötzlich alle Farben. Es gibt kaltes Blau und tiefes Lila… alles ist dunkler und düsterer. Dann aber entdecken die Zuschauer das Truffula-Tal, und das ist ein wunderbarer, üppig grüner Ort unter strahlend blauem Himmel.“

Truffula-Tal

„Der Lorax“ stattete die Filmemacher mit reichem Vorlagematerial für die Welt des Truffula-Tals aus. Man konnte die Farben, Formen und Lebewesen aus dem Buch für den Film nutzen, ebenso die Truffula-Bäume und sanft geschwungenen grünen Hügel. Die große Herausforderung lag darin, das 2D-Material zu einer 3D-Version auszugestalten, in der man herumwandern, die Blumen riechen und mit den Bar-ba-loots, Swomee-Schwänen und Summ-Fischen herumtollen konnte.

Produzentin Healy erläutert die Adaption des Buches für die Leinwand: „Es gab viele technische Schwierigkeiten dabei, das Truffula-Tal so zu gestalten, dass es natürlich wirkt und gleichzeitig Dr. Seuss‘ Stil gewahrt bleibt. Glücklicherweise haben wir in allen Abteilungen großartige Künstler – vom Design-Team über die Modellierung bis hin zu den Texturen-Gestaltern. Jedes Detail war ein großer Gewinn. Wir haben jede Einstellung im Detail überprüft, um sicherzugehen, dass die Figuren vor den Bäumen immer gut zu sehen sind.“

Besonders bemerkenswert in dieser Landschaft sind die beeindruckenden Truffula-Bäume, die der Once-ler benutzt hat, um seine Thneeds herzustellen. Der Produktionsdesigner empfand diese Bäume als große Herausforderung: „Zu den Problemen, die wir im Design lösen mussten, gehört die bauschige Form der Kronen, wie eine Windmühle aus Zuckerwatte, die meist nur aus einem bestimmten Blickwinkel funktioniert. Wenn man diesen Winkel ändert, löst sich das Flauschige gleich wieder auf.“

„Wir mussten Einstellungen mit diesen Bäumen komponieren, und unsere Künstler nahmen sich die Zuckerwatten-Baumkronen vor, die sie dann sehr subtil der Kamera entgegen drehten, um den gleichen Effekt zu erzeugen, den wir aus dem Buch kennen“, fährt er fort. „Es war eine schwierige Entwicklungsarbeit, bis das in einem dreidimensionalen Raum funktionierte. Einige der Einstellungen, wie der Once-ler zum ersten Mal in das Truffula-Tal kommt, erforderten tausende dieser Bäume, wobei der Wind weht und ihre Kronen leichter als die Luft zu sein scheinen. Sowohl technisch als auch künstlerisch waren diese Bäume eine große Errungenschaft.“

Nachdem das Truffula-Tal vom Once-ler und seiner Familie zerstört wurde, können dort keinerlei Kreaturen mehr leben. „Das Buch beinhaltet auch viele Illustrationen der Zerstörung das Truffula-Tals und zeigt das Brachland ohne Bäume“, fügt Cheney hinzu. „Der Himmel ist nicht mehr blau. Er ist voller purpurner und blauer Wolken, die visuellen Anhaltspunkte, die wir für die Darstellung des Tals und von Thneedville genutzt haben. Da der Himmel weg war, waren die Bäume weg und die Farben auch verschwunden. Daraus haben wir unsere Welt entstehen lassen.“

Ein großer Moment im Film wie auch im Buch ist der Augenblick, als Ted die Stadt verlässt, um den Once-ler aufzusuchen. Die Zuschauer erkennen zum ersten Mal, dass Thneedville etwas anderes ist, als man ihm glauben machen will. Renaud erklärt: „Ted sieht eine richtige Wüste. Die Stadt ist von einer gigantischen Mauer umgeben, und niemand verlässt jemals die Stadt. Uns schwebte so etwas wie Las Vegas vor – eine Stadt mitten in der Wüste. Ted kann es einfach nicht glauben; das hat er noch nie zuvor gesehen, doch er wagt sich hinaus zwischen die Baumstümpfe und ausgetrockneten Flussläufe.

Produktionsdesigner Cheney verrät ein Detail, an das sich aufmerksame Zuschauer aus dem Buch erinnern werden: „Wenn man einige der Fabrik-Szenen aufmerksam betrachtet, wird man erkennen, dass die Lerkim-Einsiedelei eigentlich Teil der alten Fabrik ist. Das ist alles, was aus Once-lers alten Thneed-Produktions-Tagen noch übrig ist. Und es ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie wir Dr. Seuss‘ Buchillustrationen für den Film eingesetzt haben.“

Produktion: 3-D Abenteuer

Die Figurenanimation und Computergrafik für „Der Lorax“ wurde von Illuminations jüngst erworbener und in Paris ansässiger Firma Illumination Mac Guff ausgearbeitet, die schon für „Ich – einfach unverbesserlich“ meisterhaft gearbeitet hatte. Die Filmemacher legten großes Augenmerk darauf, die klassischen Buchillustrationen so für den Film zu adaptieren, dass die Authentizität der Vorlage gewahrt bleibt und den Zuschauern dennoch eine ganz neue Erfahrung geboten wird.

Für die französischen und US-amerikanischen Animationsspezialisten war eine reibungslose Planung besonders wichtig, erklärt Healey: „Eine gut geölte Maschinerie, um eine Welt zu erschaffen, die man unbedingt retten möchte.“ Die Produzentin merkt an: „Wir arbeiteten in unterschiedlichen Zeitzonen, doch wir hatten einen Stab von festen Mitarbeitern aus dem Team von „Ich – einfach unverbesserlich“. Zu Stoßzeiten arbeiteten rund 350 Leute auf verschiedenen Etagen gleichzeitig an diesem Film. Wir waren in unterschiedliche Ressorts aufgeteilt, die sich ständig untereinander austauschten, und die Leiter der Technik und Produktion arbeiteten hervorragend.“

Klassische Illustrationen und Computeranimation

Obwohl Renaud, Meledandri und Healy schon viel Erfahrung mit Computeranimation mitbrachten, war die Adaption von Dr. Seuss‘ Kreation für die große Leinwand dennoch wieder eine große Herausforderung. Meledandri erklärt: „Genau wie bei „Horton hört ein Hu!“ begann alles mit Teds Vorlage. Bei einer so beliebten und bekannten Buchvorlage hat man aber die Chance, die Originalillustrationen nun in eine dreidimensionale Welt zu übertragen. Wir wussten nicht wirklich, ob wir dem „Lorax“ gerecht werden können – und waren erst überzeugt, nachdem wir das eher einfache Design des Lorax in eine 3D-Figur übertragen hatten und erkannten, dass der Geist von Teds Vorlage auch wirklich lebendig werden konnte.“

Renaud legte besonderes Augenmerk auf den visuellen Stil von Dr. Seuss, der bekannt ist für geschwungene Linien und klapprige, scheinbar chaotisch zusammengezimmerte Gebäude, die schwer in die dritte Dimension übertragbar sind. „Es war schon eine Herausforderung, aus Dr. Seuss‘ scheinbar einfachen Tusche-Illustrationen dreidimensionale Objekte und Figuren zu machen“, erklärt der Regisseur. „Zu den großen Inspirationen aus dem Buch gehört z.B. die Einsiedler-Hütte. Sogar in der Illustration sieht sie aus, als könnte sie jeden Augenblick zusammenbrechen.“

„Wir haben uns für diese Hütte sehr eng an die Buchvorlage gehalten“, fährt er fort. Bei manchen Figuren musste man jedoch einige Anpassungen vornehmen. „Im Buch besteht der Once-ler nur aus gelben Augen und grünen Händen, also haben wir dafür ein Beleuchtungs-System eingerichtet. In der Computeranimation funktioniert es oft am besten, wenn es sich echt anfühlt – doch manchmal muss man erst herausfinden, wo man noch eins draufsetzen muss, damit es sich eben echt anfühlt. Der Once-ler zum Beispiel wird von hinten sehr grell angestrahlt, doch gleichzeitig sieht man seine Augen glühen. In der Realität würde man seine Augen nicht sehen können, sondern nur einen schwarzen Umriss vor hellem Hintergrund.“

Aus technischer Sicht ist ein computeranimiertes Abenteuer viel aufwändiger als eine 2D-Version, denn die Animationsspezialisten müssen jeden Frame zweimal rendern. Der Regisseur erklärt: „Wir haben hierfür immer an 3D gedacht. Aus der Perspektive des Computerrenderings ist es immer sehr aufwändig, jede Art von Pelz zu berechnen – und jeder Baum in diesem Film ist pelzig! Um diesen Film in 3D zu verwirklichen, haben wir alles Mögliche in Betracht gezogen, von Weitwinkel-Linsen bis hin zu Einstellungen aus der Perspektive der Figuren selbst, und ob wir Einstellungen des Once-ler wollten, wie er den Fluss hinab fährt, oder der Swomee-Schwäne, wie sie durch die Bäume fliegen.“

Aus den zweidimensionalen Vorlagen eine dreidimensionale, lebendige Welt zu erschaffen, erfordert großes technisches Können und viel Aufmerksamkeit für die Details. Cheney meint: „Es ist eine große Herausforderung, aus Illustrationen eine dreidimensionale Welt zu kreieren. Mit einer Zeichnung kann man viel Aussagen, doch wenn man sich in einem solchen Raum dann bewegen will, muss alles bis ins kleinste Detail ausgestaltet werden. Das Design umfasst einfach alles, vom Bleistiftspitzer auf dem Schreibtisch über jedes Fahrzeug und sämtliche Figuren bis hin zu den Gebäuden und dem Himmel und den Wolken… Alles, die kleinsten und die größten Dinge, muss ausgearbeitet werden – und zwar aus jedem Blickwinkel.“

Nicht nur das Design selbst, sondern die Konstruktion eben dieses Details erforderte monatelange Arbeit an jeder Einstellung. Cheney sagt: „Jemand muss die Farbe und das Licht für die Objekte und Figuren bauen. Das Design spielt bei Animationsfilmen eine große Rolle, denn nichts davon existiert wirklich. Die Kleidung für die Figuren muss erschaffen werden, man muss sich überlegen, aus welchem Stoff ein Hemd sein soll…“

Und welche war die größte technische Herausforderung für das Team in diesem Film? Es gab so viele Haare und so viel Pelz! Computer Graphics Supervisor Bruno Chauffard erklärt: „Die Welt des Truffula-Tals besteht aus Haaren. Alle Bäume sind mit Haar konstruiert, das Gras besteht aus Haaren, die Bar-ba-loots sind pelzig, und wir haben eine Massenszene, bei der alle ins Truffula-Tal strömen, in der wir etliche Polygone rendern müssen. Als ich das Konzept sah, saß ich mit Chris Renaud zusammen und wir fragten uns wirklich, wie wir das alles rendern sollten… Denn unsere Software war damals noch nicht in der Lage, all diese Polygone samt Pelz und Haaren zu rendern.“

Die Lösung bestand darin, über den Tellerrand hinauszublicken und noch ehrgeiziger und fleißiger zu sein als jemals zuvor. Chauffard sagt: „Wir haben hart daran gearbeitet, das alles rendern zu können. Alle Abteilungen haben einen großartigen Job gemacht, und schließlich konnten wir eine maßgeschneiderte Software für diesen Film fertigstellen.“

Eine weitere große Herausforderung lag in diesem Film an den unterschiedlichen Massenszenen. Singende Massen zu animieren, stellte das Team vor eine ganz neue Aufgabe; Healy berichtet: „An „Der Lorax“ war auch herausragend, dass – ganz anders als bei „Ich – einfach unverbesserlich“ – die Massenszenen auffallen. Wir haben einige musikalische Einlagen, daher gibt es etliche Szenen mit 100 oder sogar 200 Figuren gleichzeitig. All diese Charaktere per Hand zu animieren und schauspielern zu lassen, ohne die Figuren im Vordergrund auszustechen, das war schon eine besondere Aufgabe. Und mit dem Ergebnis bin ich sehr glücklich.“

Die Gestaltung der Kino-Erfahrung

Die Beleuchtung ist bei einem computeranimierten Film genauso wichtig wie bei einem Spielfilm. Das Team gestaltete jede Einstellung so aus, dass das Auge des Zuschauers auf die Figuren gelenkt wird, die auf der Leinwand eine Rolle spielen – genau wie bei der Ausleuchtung eines echten Filmsets. So lernten die Filmemacher z.B., dass der Lorax niemals vor einem orangenen Truffula-Baum zu sehen sein darf – denn dann wäre er praktisch unsichtbar.

Das Team bemühte sich um viel dynamische Bewegung, die das Publikum in den Film eintauchen lassen soll. CG-Supervisor Chauffard sagt: „Wir haben viel recherchiert, denn wir mussten herausfinden, wie „weich“ diese oder jene Zuckerwatten-Kronen wirken sollen. Ich habe ein paar sanfte Bewegungen eingefügt, damit die Truffula-Bäume frisch wirken, als würden sie sich in der Brise wiegen. Alle Bäume bewegen sich die ganze Zeit… und das fühlt man einfach. Die Farben, das Feeling und die Bewegung sind äußerst wichtig. Manche der Bäume wurden auch so designt, dass sie sich dynamisch bewegen, wenn sie von den Maschinen des Once-ler gefällt werden und umfallen.“

Healy erklärt, dass für das Erlebnis der Zuschauer ein koordinierter Kraftakt vonnöten war: „Der Pelz, die Truffula-Bäume, das Gras und die Umgebung brauchen viel Rechnerkraft, denn es sind unglaublich viele Daten. Sobald sich etwas bewegt, strömen noch mehr Daten. Wenn sie interagieren, ebenso. Damit pelzige Figuren miteinander und mit der Umgebung interagieren können, braucht es schon viel Kunstfertigkeit. Es erfordert spezielle Codes und etliche hochkarätige Spezialisten, um so etwas zu verwirklichen. Es war ein Drahtseilakt, das, was wir uns vorstellen konnten, auch zu designen und auf die Leinwand zu bringen – und wir konnten die entsprechenden Techniker genau zur richtigen Zeit einsetzen.“

3D-Abenteuer

Angefangen vom verrückten Motorroller-Rennen durch Thneedville über die Flucht des Once-ler mit Pipsqueak die Stromschnellen hinab: Alle Elemente der Geschichte sollen den Zuschauer in das 3D-Abenteuer des Films eintauchen lassen.

Stereograph John R.A. Benson hatte den Auftrag sicherzustellen, dass die 3D-Elemente bestmöglich ausgenutzt wurden und berichtet: „Die Charaktere sollten stimmig sein – als stünden sie direkt vor uns, aber nicht so nah, dass es sich merkwürdig anfühlt. Im Kino will man den Raum vor der Leinwand und den Raum innerhalb der Leinwand sehen können – und das Gefühl haben, alles gehöre zusammen. Wir haben den Film so designt, dass man direkt neben dem Lorax stehen und an der Action teilnehmen kann, als würde sich alles im eigenen Wohnzimmer befinden, und man das Gefühl bekommt, genau wie die Figuren auch selbst ein Teil dieser Landschaft zu sein.“

Healy erklärt, dass bei all diesen Elementen, die man für die Zuschauer im Kino berücksichtigen muss, die Konstruktion der Details einer akkuraten Planung unterlag: „Wenn in einer Szene viele Dinge gleichzeitig passieren, mit vielen Farben im Hintergrund oder einer ganzen Stadt voller Verkehr und Menschenmassen, dann muss man das Design so halten, dass die Beleuchtung, die Farben und Werte eben die Hauptfigur von der Umgebung abheben. Das haben wir akkurat eingehalten, in jeder Einstellung, um zu gewährleisten, dass mit der richtigen Ausleuchtung alles auf der Leinwand zur Geltung kommt.“

3D heißt, eine andere Dimension zu manipulieren. Die Produzentin meint: „Wenn man das in Stereo macht, dann bedeutet das, dass man eine weitere Dimension hat, die man managen muss. Also nicht nur das, was das eigene Auge auf der Leinwand erfasst, sondern auch das, was das Auge in der Tiefe des Raums erfasst. Glücklicherweise haben wir dieses tolle Team, das genau versteht, wie wichtig das ist, und auch wunderbar zusammenarbeitet, um den Zuschauern ein reibungsloses Kinovergnügen zu bereiten.“

Produktion: Die Musik

Die Filmemacher wollen „Der Lorax“ zwar nicht als Musical einordnen, doch das animierte Abenteuer setzt Musik sehr intensiv ein, um die Geschichte zu bereichern und voranzutreiben. Ted Geisel höchstpersönlich bediente sich auch solch musikalischer Elemente, wie sie schon in dem Kinohit „Der Grinch“ eingesetzt wurden. Meledandri erklärt: „Der Film startet mit dem Gesang der Bewohner von Thneedsville, die aus voller Kehle davon singen, wie sehr sie ihr Leben lieben. Es gibt rund fünf oder sechs Songs, die diese Geschichte prominent begleiten.“

Meledandri, Healy und Renaud wandten sich an den hochtalentierten Komponisten John Powell, um die Filmmusik und Songs für „Der Lorax“ beizusteuern. Bekannt ist Powell sowohl durch seine Kompositionen für Animationshits wie „Drachenzähmen leicht gemacht“, den „Kung Fu Panda“- wie auch den „Shrek“-Filmen sowie für Spielfilm-Musik zu u.a. „Hancock“, „Das Bourne Ultimatum“ und „Mr. & Mrs. Smith“.

Autor und ausführender Produzent Cinco Paul schrieb die Texte zu den sieben Songs des Soundtracks. Meledandri sagt: „Ich hatte das Privileg, mit Komponist Powell schon bei „Robots“, „Ice Age: Jetzt taut’s“ und „Horton hört ein Hu!“ zusammenzuarbeiten. Er hat ein überaus großes Talent für Melodien und hat für diesen Film sämtliche Kompositionen geliefert.“

Den Filmemachern war bewusst, dass sie mit „Der Lorax“ eine Fabel erzählen, die Kinder aller Altersstufen ansprechen soll. Die richtige Balance zwischen Entertainment und der Kernbotschaft der Buchvorlage musste dafür gefunden werden. Renaud berichtet von den musikalischen Einlagen: „Mit den Songs kann man der Geschichte einen ironischen und witzigen Ton verleihen und die Story vorantreiben, die ja grundsätzlich eher düster und traurig ist. Musik hat die Fähigkeit, alles leichter erträglich zu machen, und das ist in einem Animationsfilm besonders wichtig. Wir beginnen mit „Thneedville“, womit der Ton für diese Welt gesetzt wird, und schließen mit „Let It Grow“, eine Hymne auf das neue Leben. Die Eröffnungsszene ist also eine Feier, die Schlussszene eine Inspiration. Von diesen beiden Songs aus haben wir alles andere eingefädelt.“

Der Once-ler spielt Gitarre und hat einige Solo-Nummern, in denen er zur Gitarre singt. Das Singen ist Bestandteil seiner Figur. Glücklicherweise ist Ed Helms selbst ein etablierter Musiker und konnte alle Songs des Once-ler einspielen, darunter „These Trees“ und „Everybody Needs a Thneed“, geschrieben von John Powell und Cinco Paul, dazu „How Bad Can I Be“ von Powell, Paul und Kool Kojak. Renaud lobt: „Ed kam zur Aufnahme und sang alle drei Songs mit solcher Leichtigkeit. Er ist ein großartiger Bluegrass-Musiker und spielt auch Klavier. Er hat das wunderbar gemacht.“

Auf die Tatsache, dass eine Figur zu singen beginnt, muss im Film vorsichtig hingeführt werden, damit der Song zu einem Teil der Geschichte wird. Powell meint: „Es gibt Momente, wo wir dem Kitsch sehr nahe kommen, um die Idee zu verdeutlichen, dass hier eine Geschichte erzählt wird. Die Eröffnungssequenz legt den Rahmen der Erzählung fest; wir starten mit dem Erzähler, der Lorax, der die Bühne betritt. Darauf habe ich mich bezogen, als ich die Filmmusik komponierte. Es geht darum, die Musik dem Stil anzupassen, in dem die Geschichte erzählt wird. Diese Geschichte bietet ein flottes Tempo, und an etlichen Stellen setzen wir noch eins drauf.“

Die Bewohner von Thneedville feiern das Pflanzen des letzten Truffula-Samens und beginnen zu beobachten, wie zum ersten Mal in Jahrzehnten neues Leben aus dem Boden sprießt; dazu hören wir „Let It Grow“ und im Abspann dann „Let It Grow (Celebrate the World)“ von Christopher „Tricky“ Stewart, Ester Dean, Cinco Paul, John Powell und Aaron Pearce.

Meledandri engagierte Tricky Stewart, ein Produzent, der für phantasievolle Texte bekannt ist, bereits mit Beyoncé Knowles, Rihanna, Justin Bieber, Christina Aguilera und Katy Perry zusammengearbeitet hat und unvergessliche Songs zu komponieren versteht. Über die Zusammenarbeit berichtet Renaud: „Ich weiß noch, wie ich „Single Ladies“ hörte und den Song einfach unglaublich toll fand. Er war so direkt und funktionierte glänzend. Tricky ist ein wunderbarer Produzent für die unterschiedlichsten Musikgenres und hat einen sehr eklektischen Geschmack.“

Stewart erzählt über das Songschreiben: „Ester Dean und ich haben uns „Let It Grow“ vorgenommen und adaptiert, um die Platte zu machen, die wir jetzt haben. Wir haben diese großartige Botschaft benutzt und sie auf eine Weise kommerzialisiert, sodass man sich wünscht, den Song eine Million Mal hören zu können. Die Botschaft ist wunderbar, doch mit dem Song trifft man den Nerv, ohne zu predigen.“

„Einen Song für einen Film zu schreiben, ist etwas ganz anderes, als ein Song für einen Sänger. Als Musikproduzent muss mein Ego sich schon sehr stark angesprochen fühlen, um die besten Entscheidungen treffen zu können hinsichtlich der Dinge, die die Menschen an der Pop-Kultur nicht verstehen“, fährt Stewart fort. „Wenn man das Filmuniversum betritt, ist das eine ganz andere Situation, denn anders als bei einer Platte braucht man für einen tollen Film 15 oder 20 großartige Köpfe, die zusammenarbeiten – deshalb muss man sein Ego unter Kontrolle bringen und auch einmal loslassen können. Man darf sich nicht zu sehr in eine Idee verlieben, denn sie muss sich verändern und entwickeln können – denn im Film verändert und entwickelt sich alles andauernd.“

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