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Der letzte Mieter

   Kinostart: 13.08.2020

Der letzte Mieter: Independentfilm zwischen Psychodrama und Thriller, in dem eine Whnungsräumung zur Geiselnahme eskaliert.

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„Der letzte Mieter“ im Kino

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Filmhandlung und Hintergrund

Independentfilm zwischen Psychodrama und Thriller, in dem eine Whnungsräumung zur Geiselnahme eskaliert.

Im letzten unsanierten Haus in einer frisch herausgeputzten Wohngegend weigert sich nur ein einziger Mann, der alte Dietmar, aus zu ziehen. Alle anderen Mieter sind schon gegangen. Das Räumungsdatum ist längst vorbei. Sohn Tobias versucht ihn zu überreden. Doch der Alte bleibt stur. Die Situation gerät außer Kontrolle, als der Makler und später eine junge Polizistin auftaucht. Aus einer Auseinandersetzung wird eine Geiselnahme. Und es bleibt nur noch wenig Zeit bis das SEK auftaucht.

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • „Wertvoll”

      FBW-Pressetext:

      Gregor Erlers packender Thriller erzählt die Geschichte von Tobias, der verzweifelt gegen ein großes Maklerbüro kämpft, welches das Mietshaus, in dem sein Vater wohnt, zu Luxuswohnungen umbauen will. Als sein Vater sich weigert, auszuziehen, eskaliert die Situation.

      Dietmar will sich nicht vertreiben lassen aus dem Haus, in dem er schon so viele Jahre wohnt. In dem er geheiratet hat, in dem sein Sohn Tobias aufgewachsen ist. Und deswegen wehrt sich Dietmar gegen die Maklerfirma, die ihn raushaben will, um Luxuswohnungen zu bauen. Als Tobias seinen Vater besucht, um ihn doch zum Auszug zu überreden, trifft er dort auf den jungen Makler, der hitzig etwas mit Dietmar bespricht. Und als die Situation mehr und mehr eskaliert, muss Tobias einen Entschluss fassen: Will er sich dem beugen, von dem er glaubt, es sowieso nicht ändern zu können? Oder will er für seinen Vater und für mehr Gerechtigkeit kämpfen - egal mit welchen Mitteln? Der Film von Gregor Erler erzählt von einem Thema, das aktueller nicht sein kann: Gentrifizierung. Und damit vom Konflikt zwischen Gewinnmaximierung und dem Erhalt des Wohnplatzes für die dort Wohnenden. Wie ein Kammerspiel inszeniert Erler sein Ensemble, angeführt von Matthias Ziesing, der in der Rolle eines Mannes, der verzweifelt und entschlossen als „kleines Licht“ gegen „die da oben“ kämpft, mit seiner Intensität und Präsenz beeindruckt. Auch Pegah Ferydoni als Polizistin und Moritz Heidelbach als undurchsichtig glatter Makler überzeugen, ebenso wie Licht, Kamera und Set-Design. Das heruntergekommene Haus und die stickige, dreckige Wohnung werden zu weiteren Hauptfiguren in einem klug durchdachten Thriller, dessen Drehbuch geschickte Plot Points setzt, um die Zuschauer immer wieder in die Irre zu führen und neue Zweifel zu streuen. Ein extrem stimmungsvolles Sound-Design und ein treibender Score unterstützen die hohe Spannung bis zum Ende. DER LETZTE MIETER ist mutiges und packend erzähltes deutsches Genre-Kino: Von hoher gesellschaftlicher Relevanz und filmischer Klasse.

      FBW-Jury-Begründung:

      Im Kino besteht eine altbewährte Strategie darin, dass im Rahmen von Genrefilmen aktuelle und politisch brisante Themen behandelt werden. Auf einer Ebene werden die Erwartungen an das Unterhaltungskino befriedigt, es gibt also Spannungsmomente, Actionszenen und einen Protagonisten, der zu Identifizierung einlädt. Auf einer zweiten Ebene werden, möglichst gut recherchiert und informativ, Missstände oder bedenkliche Entwicklungen in der Gesellschaft verhandelt. Gregor Erler ist dieser Spagat mit DER LETZTE MIETER beispielhaft gut gelungen. Er erzählt darin von der Gentrifizerung von Wohnvierteln in deutschen Großstädten, und dabei dürften die meisten von ihm geschilderten Details der bundesdeutschen Realität der späten 2010er Jahre entsprechen. Die Geschichte, die er in einem alten Mietshaus ansiedelt, aus dem mit Hilfe der Polizei die letzten Mieter zwangsgeräumt werden, wirkt auf den ersten Blick ein wenig konstruiert: Der Protagonist Tobias arbeitet für die Immobilienfirma, der das Haus gehört, doch zugleich gehört sein Vater zu den letzten verbliebenen Mietern. Der alte Mann weigert sich, seine Wohnung zu verlassen. Aus Gründen, die erst später offenbart werden, ist ein junger Makler in der Wohnung und dazu kommt etwas später eine junge Polizistin. Schnell eskaliert die Situation und es entwickelt sich ein Geiseldrama, dass so temporeich und spannend inszeniert wird, dass man schnell vergisst, wie funktional die einzelnen Figuren im Grunde eingesetzt werden. Dies gelingt vor allem deshalb, weil die Charaktere durch ihre Aktionen definiert werden, Erler also eher sparsam pointierte Dialoge einsetzt und stattdessen mehr mit überraschenden Wendungen des Plots arbeitet. Bemerkenswert ist auch, dass er weitgehend auf eine klischeehafte Darstellung etwa der Polizisten oder der Chefin der Immobilienfirma verzichtet. Und im letzten Akt arbeitet er sehr effektiv mit einem Stilbruch, denn plötzlich wechselt Erler von seinem semidokumentarischen Stil zu den bombastischen Bildern von Katastrophenfilmen, bei denen er sich bei der Ikonografie von „9/11“ bedient und Tobias von einem naturalistisch gezeichneten deutschen Normalbürger zu einem Actionhelden mutiert, dem alles zu gelingen scheint. Dieses auf den ersten Blick unplausibel wirkende Finale bekommt durch die letzten Bilder des Films eine unerwartete Bedeutung, mit der die Geschichte auf allen Ebenen konsequent und stimmig zu Ende erzählt wird. DER LETZTE MIETER ist ein grandioses Regiedebüt.

      Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)
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    1. Der letzte Mieter: Independentfilm zwischen Psychodrama und Thriller, in dem eine Whnungsräumung zur Geiselnahme eskaliert.

      Deutsche, in Berlin spielende Independentproduktion zwischen Psychodrama und hartem Thriller, die mit seinem Thema Gentrifizierung den Nerv der Zeit trifft. Gregor Erler inszenierte nach eigenem Drehbuch und produzierte auch mit u.a. seinem Hauptdarsteller Matthias Ziesing sein Langfilmdebüt. Pegah Ferydoni ist als Polizistin der bekannteste Name im Cast. Beim Filmfestival in Lünen mit dem Publikumspreis und später mit dem Prädikat besonders wertvoll prämiert.
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