Filmhandlung und Hintergrund

Filmische Reise in die Welt der Geburten und das Porträt einer Hebamme.

Seit beinahe 20 Jahren bringt Edeltraut Hertel Kinder auf die Welt - die Hebamme arbeitet in ihrem Geburtsort Meerane bei Chemnitz. Ihre größten Stärken sind Erfahrung und Einfühlungsvermögen: Eigenschaften, die sie im zunehmend harten Verdrängungswettbewerb und in andauernder gesundheitspolitischer Notlage dringend benötigt. In Zeiten von Abwanderung und Geburtenrückgang buhlen Kliniken und Geburtshäuser immer rücksichtsloser um den wenigen Nachwuchs.

Mit Sinn fürs Skurrile beschreibt der renommierte Douglas Wolfsperger („Bellaria„, „Die Blutritter„) das alltägliche Wunder der Geburt am Beispiel einer ostdeutschen Hebamme. Mit Humor und Leichtigkeit entstand ein farbenprächtiges Kaleidoskop der heutigen Gesellschaft.

Edeltraud Hertel ist eine warmherzige Frau, die Vertrauen weckt. Sie arbeitet als Hebamme in der sächsischen Provinz und in Tansania. Hertel lässt Blumen auf die Bäuche von Schwangeren pinseln, macht ihnen Mut und unterstützt emotional.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Gerade in Zeiten des demografischen Wandels, musste über kurz über lang ein Dokumentarfilm entstehen, der sich des Themas "Schwangerschaft und Geburt" annimmt. Dabei begibt sich Regisseur Douglas Wolfsperger in eine Region Deutschlands, in der dieser Wandel zusätzlich durch die Abwanderung junger Menschen verstärkt wird. Diejenigen, die in Meerane geblieben sind, erscheinen angesichts dieser zunehmenden Überalterung ihres Ortes ein wenig ratlos, was sich in bisweilen recht amüsanten Kommentaren niederschlägt.

      Meerane wirkt wie eine verlassene Goldgräberstadt, ein Vergleich, der sich auch in der Musik des Films widerspiegelt. Der Schatz, den es zu bergen gilt, ist in diesem Fall das Wunder des Lebens selbst. Denn als ein solches Wunder wird in "Der lange Weg ans Licht" die Geburt eines Kindes dargestellt, ohne allerdings in schwerfällige Emotionalisierungen abzugleiten. Vor allem aber wird in diesem Film deutlich gemacht, wie ahnungslos Männer diesem Thema ausgesetzt sind, denn gerade dieser Teil menschlichen Lebens ist und bleibt – das machen auch die Hebammen deutlich – eine Domäne der Frauen.

      Umso kritischer wird hier nun hinterfragt, inwiefern sich die Frauen von dem natürlichen Vorgang einer Geburt entfernt haben. Angesprochen werden die heutigen Zeiten, in denen es vorkommt, dass eine Frau nach einer Abtreibung verlangt, weil der Geburtstermin ihres Babys nicht mit ihren Urlaubsplänen in Einklang steht oder weil das Kind das "falsche" Geschlecht besitzt. Ebenso gehört es zum Alltag der Hebammen zu erleben, wie Mütter aus ihren Kindern Prestige- und Vorzeigeobjekte machen und genau diese Dinge auch zu Gründen werden, überhaupt ein Kind in die Welt zu setzen.

      Thematisiert wird außerdem die zunehmende Tendenz, dass Frauen ihr Kind in einer Klinik und nicht zuhause oder in einem Geburtshaus entbinden und sogar bereit sind, sich ohne medizinischem Grund einem Kaiserschnitt zu unterziehen, in dem irrigen Glauben, auf diese Weise schmerzfreier an das eigene Baby zu gelangen. Dabei – und das ist die Aufforderung der Hebamme Edeltraut Hertel – sollten sich Schwangere auf ihre ureigene Kraft zurückbesinnen, zu gebären. Ein Arzt kommentiert diesen Sachverhalt lakonisch: "Wenn Männer die Kinder kriegen würden, wäre die Menschheit längst ausgestorben". Der Film möchte vermutlich auch einen kleinen Beitrag dazu leisten, genau das zu verhindern.

      Fazit: Der Film feiert Schwangerschaft und Geburt als Wunder der Natur, das es besonders in der heutigen Zeit zu erhalten gilt.
    2. Der lange Weg ans Licht: Filmische Reise in die Welt der Geburten und das Porträt einer Hebamme.

      Filmische Reise in die Welt der Geburten und das Porträt einer Hebamme, die in der sächsischen Provinz und in Tansania mit Freude ihren Beruf ausübt.

      Auf die Idee zu diesem Film über die Wunder des Lebens kam Douglas Wolfsperger, als er zum zweiten Mal Vater wurde. Durch Zufall geriet er nach Meerane, einem kleinen Ort nahe Zwickau, und traf dort Edeltraud Hertel, eine warmherzige Frau, die Vertrauen weckt - egal ob in der einfachen Krankenstation in Tansania oder im technisch bestens ausgerüsteten Krankenhaus in Meerane. Die Hebamme, deren Biografie nicht geradlinig verläuft und die selbst bedauert, keine Kinder kriegen zu können, war christlich und deshalb in der ehemaligen DDR nicht in der Partei, ihr Weg führte sie über eine Ausbildung zur Krankenschwester und ein Medizinpädagogikstudium zu ihrem jetzigen Traumberuf, der 1989 als ehrenamtliche Geburtshelferin in Tansania begann. Die Doku begleitet Hertel, wie sie Blumen auf die Bäuche von Schwangeren pinseln lässt, ihnen Mut macht und auch emotional unterstützt, beobachtet wie Gebärende in Afrika ohne Schmerzensschreie ihr Kind entbinden oder wie deutsche Frauen bei von Ärzten argwöhnisch beäugten Hausgeburten oder in Kliniken stöhnen, oder aus Angst auf einen Kaiserschnitt ausweichen.

      Gebären heißt, auch an die Grenzen zu kommen, in jeder Kultur. Auffallend der Wandel in den Krankenhäusern. Aus Mangel an Patientinnen freunden sich Ärzte auch mit „alternativen“ Methoden an, um im Existenzkampf untereinander zu bestehen - bis zum Anpreisen der automatischen Toilettenspülung! Der Augenmerk richtet sich nicht nur auf den „langen Weg ans Licht“, die Geburt und was damit zusammenhängt, sondern auch auf soziale Gegebenheiten in den neuen Bundesländern und den Geburtenrückgang, auf eine Gegend, wo „die Mädels wegmachen“ in den Goldenen Westen und die Jungmänner vor sich hin frusten. Die Frauen sind die Starken, auch wenn Wolfsperger seine Geschlechtsgenossen nicht unbedingt in die Pfanne haut. Aber wenn ein werdender Vater sich vor dem Krankenhaus herumlümmelt und über Schlafmangel jammert, während seine Frau im Kreißsaal das Kind bekommt, möchte man dem Spruch eines Klinikarztes zustimmen, der konstatiert: „Wenn Männer die Kinder kriegen würden, wäre die Menschheit schon lange ausgestorben“. mk.

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      Kino.de Redaktion  

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