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Der Kriminalist: Abwärts

Filmhandlung und Hintergrund

Die Berliner Kommissare müssen sich um einen Polizistenmord kümmern.

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Kritikerrezensionen

  • Der Kriminalist: Abwärts: Die Berliner Kommissare müssen sich um einen Polizistenmord kümmern.

    Freundliche Herren reiferen Jahrgangs, die immer ein wenig steif wirkten, erkundigten sich wichtig bei verschiedenen Verdächtigen, wo man sich denn zur Tat aufgehalten habe: Das war früher der Freitag im ZDF. Ob „Der Kommissar“, „Derrick“ oder „Der Alte“: Die Geschichten waren übersichtlich, die Täter kamen gern aus besseren Kreisen, die Grenzen zwischen Gut und Böse waren eindeutig und die Inszenierung stets gemächlich. Das Bild änderte sich zögernd mit „Siska“ und erlebte im vergangenen Jahr einen regelrechten Paradigmenwechsel, als das „Zweite“ gleich drei neue Krimiserien ausprobierte.

    Neben dem noch deutlich an der Tradition orientierten „Stolberg“, und „KDD“ (Kriminaldauerdienst) mit fast schon für kognitive Dissonanz sorgender Bildsprache ist die dritte Produktion im Bunde, „Der Kriminalist“, ein Kompromiss. Vielleicht war sich das Publikum deshalb nicht sicher, ob sie dem einsamen Wolf seine Sympathie schenken sollte: Die Zuschauerzahlen schwankten zwischen eindrucksvollen 5,6 und eher mageren 3,9 Millionen (der Schnitt lag bei 4,9).

    Kein Wunder: Auch in der zweiten Staffel watet Bruno Schumann durch einen Großstadtsumpf, in dem sich Schurken und Helden nicht mal mehr durch die Polizeimarke unterscheiden. Das ist für deutsche Krimi-Fans durchaus eine Herausforderung: Geschichten, in denen die Hüter von Recht und Ordnung zu Gesetzesbrechern werden, haben es hierzulande traditionell schwer. Einzig Schumann (Christian Berkel), der Moralist, bleibt standhaft wie ein Fels. Deshalb braucht man auch nicht um seine Loyalität zu fürchten, als ihm Clan-Chef Tarak Assis (Diego Wallraff) gegen Ende der ersten neuen Episode ein Angebot macht, das der LKA-Hauptkommissar nicht ablehnen kann.

    Dabei war der Fall eigentlich so gut wie gelöst: Ein Polizist wird vor den Türen einer Disco erschossen. Bohm, sein Chef (Wotan Wilke Möhring), hat den Täter gesehen und identifiziert ihn kurz drauf: offenbar ein Türke, der die Ehre seiner Schwester verteidigen wollte. In seiner Wohnung werden zudem zwei Kilo Haschisch gefunden. Doch Ayla, die schöne Schwester (Pegah Ferydoni) des vermeintlichen Mörders, legt für ihren Bruder die Hand ins Feuer, und den Toten hat sie ohnehin noch nie gesehen. Viel zu spät wird Schumann klar, dass er einem abgekarteten Spiel aufgesessen ist. Der ermordete Kollege entpuppt sich als „under cover“-Ermittler, der zum Entsetzen seiner Witwe ein Doppelleben in Saus und Braus führte. Bohm und seine Abteilung sind schon seit geraumer Zeit an Assis dran: Der gewiefte Gangster ist der größte Drogen-Dealer von Berlin. Offenbar stand der tote Polizist auf seiner Lohnliste, doch der Mörder ist ein ganz anderer; und damit kommt natürlich auch eine neue Schwester ins Spiel. Als der Groschen endlich fällt, hat Assis die schöne Türkin bereits in seiner Gewalt und zwingt Schumann, der hilflos mit ansehen muss, wie Ayla gefoltert wird, zur Kooperation.

    Die entsprechenden Bilder, immerhin bereits kurz nach 21 Uhr zu sehen, hätte es früher freitags auch nicht gegeben. Ohnehin erinnern die farb- und lichtarme Bildgestaltung an den bei der Kritik gefeierten, beim Publikum aber komplett durchgefallenen Sat.1-Flop „Blackout“. Wenn die weiteren Geschichten ähnlich gut sind und sich Inszenierung und Bildgestaltung an dem Aufwand orientieren, den Thomas Jahn (Regie) und Henning Jessel (Kamera) zum Aufwand treiben, hat „Der Kriminalist“ das Zeug zur derzeit besten deutschen Krimiserie. Dem Publikumsgeschmack dürfte dabei entgegenkommen, dass Schumann nicht mehr so konsequent als einsamer Wolf auf die Jagd geschickt wird. Anna Schudt aus Staffel eins ist zwar nicht mehr mit von der Partie, doch dafür ist sein Assistent Henry Weber, immerhin von Frank Giering („Baader“) verkörpert, nicht mehr bloß Stichwortgeber. tpg.

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