Filmhandlung und Hintergrund

Period Piece, das in die Welt des Tanzes, der Musik und der Intrigen am Hof Ludwig XIV entführt.

Der junge König Ludwig XIV hat Angst vor der Macht, die er sich erst von den Altvorderen erobern muss. Nur im Tanz fühlt er sich frei. In Jean-Baptiste Lully findet er einen Freund und Meister, der in seinem Auftrag die „Académie Royale de Musique“ gründet. Molière sorgt für die Blüte des Theaters. Doch die Feinde des Königs und des ausschweifenden Lebenstils stehen in Habachtstellung.

Paris im 17. Jahrhundert: Komponist und Tanzlehrer Jean-Baptiste Lully wünscht sich nichts sehnlicher als die Zuneigung Ludwigs XIV., den er abgöttisch verehrt. So setzt er alles daran, eine Staatsmusik zu kreieren, die den König als strahlenden Herrscher und Tänzer in Szene setzt. Doch anstatt ihm seine Freundschaft zu schenken, nutzt der nach Ruhm strebende Monarch den Musiker nur aus, genauso wie den Dramatiker und Lully-Freund Molière. Bald beherrschen die beiden Künstler Frankreichs Kulturleben, doch das ist Lully zu wenig…

Komponist und Tanzlehrer Jean-Baptiste Lully wünscht sich nichts sehnlicher als die Zuneigung Ludwigs XIV. Doch der nach Ruhm strebende Monarch nutzt den Musiker nur aus. Wie bereits im Oscar-nominierten „Farinelli“ stellt Regisseur Gérard Corbiau die Musik ins Zentrum seines opulenten Dramas, dass sich um die Beziehung von Macht und Kunst dreht.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der König tanzt: Period Piece, das in die Welt des Tanzes, der Musik und der Intrigen am Hof Ludwig XIV entführt.

    Mit „Farinelli“, Golden-Globe-Gewinner als Bester ausländischer Film 1995 und Oscar-Kandidat, begeisterte Gérard Corbiau die Freunde exquisiter Kinokunst. „Der König tanzt“, ein typisch französisches Period Piece, entführt nun in die Welt des Tanzes und der Musik am Hof Ludwig XIV, in ein Netz voller politischer Intrigen und privater Eifersüchteleien.

    Wenig bekannt ist die Neigung des Sonnenkönigs zum Ballett, während seiner Regentschaft tanzte man in Europa „à la francaise“. Im zarten Alter von 14 Jahren wusste Ludwig XIV, dass er eines Tages regieren würde, aber auch, dass das Kartell der alten Höflinge alles tun würde, um dies herauszuzögern oder gar zu verhindern. Der junge König, der sich erst sehr spät von der Bevormundung durch seine Mutter trennte, machte Versailles zum Mittelpunkt des künstlerischen Lebens. Hinter den Kulissen tobte jedoch ein Kampf um politischen Einfluss. Ludwig XIV ist nicht nur König, sondern versteht sich auch als Repräsentant Gottes auf Erden. Dennoch hat der junge, schüchterne Mann Angst vor der Macht, die er sich erst von den Altvorderen zurückerobern muss. Nur im Tanz fühlt er sich frei, kann er sein Selbst ausdrücken. In Jean-Baptiste Lully, dem Künstler und Politiker italienischer Herkunft, findet er einen Freund und Meister, der in seinem Auftrag die „Académie Royale de Musique“ gründet und zum unumschränkten Herrscher des Musiklebens in Paris aufsteigt. Molière mit seinen Theaterstücken komplettiert das künstlerische Triangle, am Hof blüht das kulturelle Leben. Aber die Feinde stehen in Habachtstellung: Molières „Tartuffe“ wird verboten, Lully fällt in Ungnade, das politische Klima vereist, Moral und Religion siegen über die Leichtigkeit des Seins.

    In opulenten Bildern gibt Corbiau Einblick in höfisches Treiben, in eine Epoche neuer Ideen, die sich allerdings auf die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts beschränkt (obwohl man vom „Grand Siècle“ spricht). Dabei konzentriert er sich auf die Psychologie der drei Hauptfiguren, die im Korsett rigider Regeln gefangen sind, enthüllt ganz neue Facetten im Charakter des Sonnenkönigs, schildert dessen musikalische Karriere wie auch die seines bevorzugten Komponisten Lully. Ob bei uns die Mischung aus Tragödie, Liebesdrama und Period Piece auf Resonanz stößt, ist fraglich: Die Kombination Historie und Hang zum Kostümfilm hat es an der Kinokasse nicht gerade leicht. Anhänger französischer Kultur sollten sich jedoch nicht nur an der grandiosen visuellen Umsetzung, sondern auch an der beeindruckenden Musik delektieren. mk.

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