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Fakten und Hintergründe zum Film "Der Kautions-Cop"

Kino.de Redaktion |

Der Kautions-Cop Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Über die Produktion

DER KAUTIONS-COP begann als freundlicher Plausch zwischen zwei Nachbarn. Zufälligerweise handelte es sich bei besagten Nachbarn um den Produzenten Neal H. Moritz und den Regisseur Andy Tennant, die zuvor schon einmal bei Sweet Home Alabama (Sweet Home Alabama – Liebe auf Umwegen, 2002) erfolgreich zusammengearbeitet hatten.

„Oft unterhalten wir uns buchstäblich einfach über den Zaun miteinander“, sagt Tennant. „Er fragte mich, was ich als nächstes machen würde, und ich antwortete, dass ich keine Ahnung hätte. Also sagte Neal: Warte mal, ich habe da ein Drehbuch. Schau es dir doch einmal an!“

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Dieses Drehbuch, geschrieben von Sarah Thorp, passte exakt zu Tennants Sensibilitäten und Stärken. Es geht um einen glücklosen New Yorker Kautionsjäger, der den Auftrag erhält, seine Exfrau zurück ins Gefängnis zu bringen. Moritz sieht DER KAUTIONS-COP „… nicht einfach als romantische Komödie. Es ist eine Actionkomödie, in der die Romantik eine wichtige Rolle spielt. Andy beherrscht all diese Dinge – Komödie, Romantik, Action – aus dem Effeff.“

Tennant gefiel an dem Projekt, dass das Drehbuch nicht nur eine Action-geladene Geschichte erzählte, sondern auch Dreharbeiten versprach, die ebensoviel Action haben würden. „Das war wirklich eine subversive und witzige Geschichte. Es ist auf Teufel komm raus eine Hochzeitskomödie“, merkt der Regisseur an.

„Milo Boyd, der von Gerard Butler gespielt wird, ist ein vom Glück verlassener Kopfgeldjäger – er war einmal Polizist, wurde aber unehrenhaft aus dem Dienst entlassen. Und jetzt lebt er sozusagen von der Hand in den Mund“, erklärt Produzent Moritz. „Doch dann erhält er den Auftrag seines Lebens: Seine Exfrau, gespielt von Jennifer Aniston, hat eine Kaution verletzt und er muss sie finden und wieder zurückbringen.“

„Es dreht sich alles um die beiden, unterwegs“, sagt Tennant. „Sie zu fangen, erweist sich als Kinderspiel. Sie an die Justiz zu überführen, ist schon nicht mehr ganz so einfach.“

„Einst war Milo Boyd ein großartiger Polizist. Aber er hat sich die Dinge manchmal etwas zu sehr zu Herzen genommen und da zählte seine Frau mit dazu“, erzählt Gerard Butler über den Hintergrund seiner Figur. „Als sie sich von ihm scheiden ließ, ist er ein bisschen vom Weg abgekommen. Man hat ihn sogar aus der Polizei rausgeschmissen. Also wurde er zum Kopfgeldjäger, aber um ehrlich zu sein: Besonders gut geht es ihm nicht. Meistens schläft er bei einem Kumpel auf dem Sofa. Er versucht sich selbst zu überzeugen, dass er glücklich ist.“

„Ich habe das Drehbuch nur einmal durchgeblättert und wusste sofort, dass ich es super finde. Es war pfiffig, aberwitzig, hatte die nötigen Kanten. Alles sprach dafür“, erinnert sich Butler. „Ich lachte vom Anfang bis zum Ende, und ich dachte: Den Typen muss ich spielen.“

Obwohl Jennifer Anistons Figur auf den ersten Blick geerdeter erscheint, ist das Päckchen, das sie zu tragen hat, mindestens ebenso schwer wie das, das ihr Exmann für jedermann ersichtlich vor sich herschleppt.

„Sie ist eine Reporterin und er war ein Cop, also nahmen sie sich Kriminalfälle und Geschichten gemeinsam vor“, meint Aniston. „Irgendwie haben sie sich nicht mehr umeinander gekümmert, wie das in Beziehungen nun mal passiert, wenn man faul wird. Schnell wird aus den Dingen, die man am anderen eigentlich liebt, all das, was einen an ihm aufregt.“

„Nicole arbeitet als Journalistin für die Daily News. Weil sie einer heißen Geschichte auf der Spur ist, hat sie einen Gerichtstermin sausen lassen. Das macht sie, nun ja, vor dem Gesetz zu einem Schwerverbrecher“, sagt Aniston. „Nun erhält Milo die Gelegenheit seines Lebens, sie zu schnappen und ins Gefängnis zu bringen. Für ihn ist das wie die Erfüllung eines lange gehegten Traumes.“

„Er glaubt, das sei der beste Tag seines Lebens“, stimmt Butler zu. „Er ist total aufgeregt. Klar, dass von jetzt an wirklich alles schiefläuft.“

„Das ist es, was an dem Film so unfassbar viel Spaß macht. Während Milo Jagd auf Nicole macht, wird er in die Geschichte verwickelt, die sie aufzudecken versucht“, erläutert Jennifer Aniston. „Und im Verlauf des Abenteuers entdecken sie wieder, was ihre Beziehung einst so schön und besonders gemacht hatte.“

Butler fand es besonders spannend, einen Mann und eine Frau zeigen zu können, die immer noch verrückt nacheinander sind – auch wenn sie sich gegenseitig in den Wahnsinn treiben. „Ich finde, dass sie intellektuell absolut auf einer Wellenlänge liegen“, bestätigt Butler. „Er hat ihren Humor geliebt, ihre Schlagfertigkeit, ihre Hartnäckigkeit, ihren Dickkopf – all das treibt ihn jetzt die Wände hoch. Aber es ist offensichtlich, dass Milo und Nicole immer noch viel füreinander empfinden.“

„Meistens ist es so: Eine Beziehung geht zu Ende, dann sieht man sich nie wieder, es gibt keinen vernünftigen Abschluss“, erklärt der ausführende Produzent Ori Marmur. „In diesem Fall gibt Milo seiner Ex Nicole die Schuld, sie habe sein Leben ruiniert. Und dieses Abenteuer ist seine Gelegenheit, die Sache endgültig zum Abschluss zu bringen. Nur: Es kommt ganz anders, als er es sich gedacht hat.“

„Andy stand vor der Herausforderung, einen Film über zwei Menschen zu machen, die sich am liebsten an die Gurgel gehen würden, obwohl es dem Publikum sofort klar sein muss, dass die beiden Streithähne wie füreinander geschaffen sind“, fährt Marmur fort. „Milo und Nicole sind perfekt füreinander, aber ihnen ist das nicht bewusst. Während sie also zanken und sich beharken, müssen sie sich wieder ineinander verlieben. Andy leistete ausgezeichnete Arbeit, genau das perfekt zu zeigen.“

Produktion: Die Besetzung

„Ich bin ein großer Fan von Jennifer Aniston, und ich bin ein großer Fan von Gerard Butler. Ich habe oft versucht, Filme mit ihnen auf die Beine zu stellen“, gesteht Produzent Neal H. Moritz. „Als sich die Gelegenheit bot, diesen Film zu drehen, musste ich sofort an die beiden denken, die Kombination empfand ich als ungemein reizvoll.“

Regisseur Andy Tennant bestätigt, dass es nicht einfach ausreicht, zwei berühmte Namen für ein Filmprojekt zu gewinnen. Auf die Chemie zwischen den beiden Hauptfiguren kommt es an. „In diesem Fall ist Milo ein ganzer Kerl aus echtem Schrot und Korn, also mussten wir auch einen Schauspieler finden, der dieser Beschreibung gerecht wird. Gerry ist einer dieser virilen Typen, aber er beherrscht auch Komödie. Nach zehn Jahren bei der Serie ,Friends‘ ist Jennifer Aniston natürlich nicht auf den Mund gefallen. Sie konnte perfekt mit Gerry harmonieren, aber ihn auch immer wieder ein bisschen aus der Bahn werfen. Wenn man sie bei ihren gemeinsamen Szenen verfolgte, war es, als würde man zwei wirklich guten Tennisspielern bei einem ausgeglichenen Match zusehen.“

„Man kann versuchen, die richtigen Worte zu finden. Aber man kann auch einfach sagen, dass eine gewisse Magie in der Luft lag“, findet Gerard Butler. „Unsere Chemie war einfach ausgezeichnet.“

„Gerry hat in allen möglichen verschiedenen Filmen gespielt, aber sein Talent für Komödie wird gerade erst richtig entdeckt“, berichtet Moritz. „Ich würde sagen, dieser Film war wie gemacht für ihn.“

Jennifer Aniston erzählt, dass Butler mit seinem Charme für Entspannung bei allen anderen Darstellern und den Mitgliedern der Crew sorgte: „Gerry ist einfach ungeheuer komisch. Das ist so toll an ihm – er ist völlig entwaffnend. Da kommt dieser prächtig anzusehende schottische Schauspieler, von dem man glaubt, man müsste ein wenig Angst vor ihm haben, aber dann entpuppt er sich als hinreißender Softie.“

„Ich könnte dem Zusammenspiel von Jennifer und Gerry in diesem Film ewig zusehen“, freut sich Neal H. Moritz. „Sie sind ungemein verspielt miteinander und ihre Beziehung entwickelte sich im Verlauf des Drehs zu etwas ganz Besonderem.“

„Jennifer Aniston ist ganz offensichtlich eine schöne, attraktive, frei denkende, unabhängige Frau – genau wie ihre Figur in unserem Film“, fügt Moritz hinzu. „Wir wollten unbedingt eine Schauspielerin finden, die Stärke ausstrahlt, sie sollte zudem nicht nur Komödie beherrschen sollte, sondern auch eine gewisse Verletzlichkeit rüberbringen. Ich finde, dass sie all das in ihre Darstellung einbrachte.“

„Jen bringt Feuer, Intelligenz, eine sexy Ausstrahlung, Beständigkeit und Power mit. All das sind Dinge, die Nicole braucht, um ihren Job als Reporterin gut zu machen“, sagt Butler.

Und Aniston meint: „Wenn Nicole an einer Story dran ist, dann ist sie wie ein Hund mit einem Knochen. Das geht so weit, dass sie andere Dinge völlig ignoriert – wie zum Beispiel ihren Gerichtstermin, zu dem sie vorgeladen ist.“ Und trifft das auch auf ihre Beziehung mit Milo zu? „Als ihre Karriere an Fahrt aufnahm und sie sich immer stärker mit Arbeit eindeckte, fing sie an, Milos als gegeben hinzunehmen – und hat sich einfach nicht mehr genug um ihn gekümmert.“

In einem Film, der in einer zwielichtigen Welt aus Bürgschaftsscheinen und Journalismus über die Halbwelt spielt, mussten die Nebenrollen ebenso farbenfreudig und witzig besetzt sein wie die Rollen von Milo und Nicole. Eine dieser Figuren ist Stewart, Nicoles hoffnungslos verliebter Kollege bei der Daily News, dessen Schwärmerei für Nicole ihm faustdicken Ärger beschert. Jason Sudeikis von „Saturday Night Live“ wurde für diesen Part besetzt.

„Er macht Nicole den Hof. Für ihn ist sie die einzige Frau. Und er ist der einzige Mann für sie. Zumindest stellt er sich das so vor“, lacht Sudeikis.

Cast und Crew waren begeistert von der Schrulligkeit, mit der Sudeikis seine Rolle spielte. Dazu gehörte auch ein unübersehbarer Schnurrbart, den sich der Schauspieler extra stehen ließ, um den nötigen Hauch von Schrägheit zu erzielen. „Dieser Schnurrbart ist kein Zufall“, verkündet Sudeikis stolz. „Der ist echt der Hammer.“ Und er ist stolz darauf, auch wenn man ihm sagte, dass er ihn aussehen ließe „wie einen Kevin Kline für Arme“.

„Jason war ein wichtiger Bestandteil der Besetzung. Er machte den Film auf besondere Weise komisch“, erzählt Produzent Moritz.

„Die Figur ist schon im Drehbuch sehr lustig. Aber sie dann vor der Kamera von Jason Sudeikis spielen zu lassen … wow, das ist außerirdisch“, merkt Butler an. „Man spielt eine Szene mit Jason, in der man ihn mit einer Knarre bedrohen soll, und man weiß nicht, ob er gleich einen Anfall bekommt, ob er sich die Pistole selbst in den Mund steckt oder ob er einen anspringt. Man weiß einfach nicht, was man von ihm zu erwarten hat – außer dass es auf jeden Fall großartig sein wird.“

Sudeikis war nicht minder glücklich, mit Aniston und Butler arbeiten zu können. „Als man mir sagte, dass die Person in Jennifers Figur verknallt sein sollte, dachte ich mir: Oh, okay. Daran habe ich doch ohnehin schon die letzten 15 Jahre gearbeitet, das wird mir nicht allzu schwer fallen“, witzelt er. „Ich muss wohl noch erwähnen, dass ich außerdem auch in Gerard Butler schon seit 15 Jahren verknallt bin – lange bevor man jemals von ihm als Schauspieler gehört hatte.“

Eine nicht minder exzentrische Figur ist Nicoles Mutter Kitty Hurley, die von Christine Baranski gespielt wird. Kitty ist eine Burlesk-Künstlerin aus Atlantic City, der es mehr am Herzen liegt, ihre Tochter wieder mit ihrem Exmann zusammenzubringen, als sich deren Klagen über ihre weitaus drängenderen legalen Probleme anzuhören.

Tennant fand, dass diese Figur sehr wichtig war, um entscheidende Einblicke in Nicoles Wesen zu bekommen: „Man liest das Drehbuch und denkt: Okay, da haben wir also eine Zeitungsreporterin der Daily News, die ihr Leben auf die Reihe bringt, und ihre Mutter singt in Atlantic City“, sagt Tennant. „Man wundert sich dann schon ein bisschen. Wenn Nicole die Tochter dieser Person ist, dann kann nicht alles stimmen bei ihr.“

Butler sagt: „Christine Baranski spielt meine ehemalige Schwiegermutter. Man kann anscheinend noch so viel Hass für eine andere Person empfinden, aber die Wahrheit über deine Gefühle kommt zum Vorschein, wenn man mit einer dritten Person spricht – und dafür gibt es niemand Besseren als die Schwiegermutter.“

Zur Besetzung gehörten schließlich noch Jeff Garlin, der als Milos gequälter Boss Sid zu sehen ist, und Cathy Moriarty, die die Rolle von Milos nachtragender Buchmacherin Irene in Atlantic City verkörperte.

Produktion: Die Dreharbeiten

Obwohl sich in DER KAUTIONS-COP durchaus auch romantische Elemente finden lassen, war den Filmemachern von vornherein klar, was für eine Art von Film sie machen wollten: Die Actionelemente sollten eine ebenso große Rolle spielen wie die romantische Chemie zwischen den beiden Hauptfiguren.

Nun hatte man mit Gerard Butler einen Actionfilm-Veteranen für die Hauptrolle rekrutiert, womit gleich klar war, dass er so viele Stunts wie nur möglich selbst absolvieren wollen würde. „Jeder Beteiligte an einem Film kriegt gehörig Muffensausen, wenn der Star des Films beschließt, es in die eigene Hand zu nehmen, von einem Haus zu springen oder ähnlich gefährliche Sachen zu machen. Gerry war das egal. Er machte es einfach.“

„Ich rempelte Leute an, rannte Treppen rauf und runter, schlug andere, kletterte auf Leitern, sprang von Dächern“, sagt Butler. „Wir drehten vermutlich etwa 40 Klappen von der Szene, in der ich von einem Dach springe, mit voller Wucht auf dem Boden lande und mich abrolle. Aber es ist pure Magie, wenn man das im fertigen Film sieht.“

Moritz war zuversichtlich, dass sich Butler bei den Stunts prächtig schlagen würde, weil er über die nötige professionelle Erfahrung verfügt. „Es ist offensichtlich, dass Gerry dank solcher Filme wie 300 (300, 2006) bestens trainiert ist. Er war wirklich top in all den Szenen, in denen es Auseinandersetzungen gibt und er Hiebe auszuteilen oder einzustecken hat“, erklärt Moritz.

Die große Überraschung war, dass Jennifer Aniston ihrem Ko-Star in nichts nachstand: Sie war ebenfalls bereit, auch waghalsige Dinge zu wagen. „Ich habe wirklich noch nie an einem Film gearbeitet, in dem es so viel Action gibt“, sagt sie.

„Es gibt jede Menge Stunts in unserem Film. Da rasen Golfwagen Hügel hinab und landen in einem See, Autos werden zu Schrott gefahren, Menschen springen über Mauern. Jennifer und Gerry waren zu allem bereit – solange wir unser Okay gaben“, erinnert sich Moritz. „Es gibt nichts Besseres, als wenn Schauspieler alles selbst machen. Das Publikum soll ja glauben, was es auf der Leinwand sieht.“

Aniston kommentiert ihre Erinnerungen an die körperlichen Herausforderungen überaus trocken: „Ich wurde in einen Kofferraum geworfen. Ich lief Kilometer um Kilometer in Manolos mit neun Zentimeter hohen Absätzen. Ich war von oben bis unten mit dem Schleim eines Tümpels besudelt. Pistolenschüsse, Verfolgungsjagden, Karambolagen. Es hat Riesenspaß gemacht!“

Weil sich ihre Figur über weite Strecken des Films in Handschellen befand, war die Stuntarbeit von Jennifer Aniston beträchtlich. „Wenn es ein Auto zu sehen gibt, wird sie an die Tür gefesselt. Im Hotel wird sie ans Bett gefesselt“, merkt Butler an. „Sie muss mich mit einer Elektroschockpistole flachlegen, um zu entkommen … kurze Zeit muss ich dann die Handschellen tragen. Ich hole sie wieder ein und muss ihre Fahrrad-Rikscha plattmachen, um sie zu fangen. Eine Zeitlang musste sie mit dem Inneren einer Autotür an ihrem Handgelenk herumlaufen und mit sich herumschleppen.“

Die Krönung all dieser Stuntsequenzen war der Auftakt des Films bei einer gut besuchten Parade zum Unabhängigkeitstag, bei der Milo einem als Uncle Sam verkleideten und auf Stelzen laufenden Flüchtling hinterher jagt. „Irgendwie hatte ich die verrückte Idee, Uncle Sam auf Stelzen laufen und von Milo durch die Straßen von New York jagen zu lassen“, kommentiert Tennant seinen ambitionierten Filmeinstieg. „Das erwies sich als eine weitaus aufwendigere Stuntsequenz, als ich jemals gedacht hätte.“

„Ich dachte mir ganz naiv: Lass uns einen dieser Typen von Cirque du Soleil nehmen, auf Stelzen stellen und auf die Reise schicken“, beschreibt Tennant seinen ursprünglichen Plan, wie er die Uncle-Sam-Verfolgungsjagd eigentlich bewerkstelligen wollte. „Man malt sich diese Dinge im Kopf aus und es klingt witzig, wenn man es anderen vorschlägt, aber man macht sich nie die richtigen und nötigen Gedanken, worin die eigentliche Herausforderung einer solchen Szene für die Produktion besteht.“

Die eigentliche Herausforderung bestand schließlich darin, drei Straßenblocks in wochenlanger Arbeit für die Bedürfnisse des Drehs auszustatten. Milo rennt durch Menschenmassen, rempelt in Marschmusik-Orchester, duckt sich unter Bannern, rennt Treppen auf und ab, klettert auf Dächer und, na klar, springt von den Dächern.

Produktion: Die Drehorte

„New York City ist sicherlich einer der Stars des Films“, sagt Moritz. „Was auch immer die Herausforderungen sein mögen, wenn man in dieser Stadt drehen will, alle Mühen sind es wert, wenn man die erhofften Ergebnisse auf Film festhalten kann.“

„Der Film begann ursprünglich eigentlich in New Jersey und auch Atlantic City war immer geplant als wichtiger Drehort“, erklärt Szenenbildnerin Jane Musky den zunächst vorgesehenen Look von DER KAUTIONS-COP. „Aber noch in der Vorbereitung beschlossen Andy, sein Kameramann Oliver Bokelberg und ich, Teile der Handlung nach New York zu verlegen, um mehr Raum zum Manövrieren zu haben.“

Dennoch war den Filmemachern klar, dass man beim Filmen in New York ganz besondere Drehorte finden musste, die man nicht auf den ersten Blick entdeckt. „Unsere Location-Scouts kamen mit Bildern und Orten zurück, die wir noch nie gesehen hatten, obwohl wir alle viel Zeit in New York verbracht hatten“, erinnert sich Neal H. Moritz. „Wir drehten in Queens, in Brooklyn, im West Village, Yonkers, Rockaway, Long Island. Ich finde, diese Drehorte verleihen dem Film das nötige Maß an Glaubwürdigkeit.“

Musky setzte all die verschiedenen Locations innerhalb von New York ein, um den Stil und die Entwicklung der Figuren zu unterstützen: „Wir wollten, dass Nicole einen Hauch von Manhattan ausstrahlen sollte. Sie ist in einer Welt mit ein bisschen mehr Stil groß geworden. Als unmittelbaren Gegensatz verpflanzten wir Milo nach Brooklyn. Es war also beinahe so, als würden wir uns stilistisch eine größere Auswahl ermöglichen, wohin wir unsere Figuren auf ihre Reise schicken konnten. Und dann ließ sich das noch in der unmittelbaren Inszenierung der Darsteller beliebig weiterführen.“

Weil Nicole in keiner der Szenen in ihrer Wohnung tatsächlich anwesend ist, war es besonders wichtig für die Designcrew der Produktion, das Sandsteinhaus Nicoles so zu gestalten, dass ihr Charakter unmittelbar durchscheint. Musky konzentrierte sich darauf, auf Nicoles Vortäuschung eines prüden, geordneten Lebens anzuspielen, gleichzeitig aber auch darauf hinzudeuten, dass sie hinter der mühsam aufrecht erhaltenen Fassade überaus verletzlich ist. „Nicole ist hier in gewisser Weise am konservativsten, weil ihre Scharade so aussieht: ,Ich habe jetzt dieses tolle Zuhause, ich brauche den Kerl nicht mehr.‘ Nirgends ist sie prüder als daheim.“ Ein weiterer Grund für den sterilen Look in Nicoles Wohnung war freilich, dass es dann nur umso lustiger sein würde, wenn Milo sich daranmacht, die ganze Einrichtung auseinanderzunehmen.

Als sie mit ihrer Suche nach geeigneten Drehorten für Milos Welt suchte, machte sie die zufällige Entdeckung für das heruntergekommene Hauptquartier von Sids Kautionsgeschäft. „Wink Mordaunt und ich durchkämmten die Gegend und sahen uns ein Gebäude an. Dann drehten wir uns um und – schluck! – wir sahen das Schild. ,Sid’s Bail Bonds!‘ Ungelogen. Es war das ulkigste Gebäude in ganz Queens. Er war vielleicht vier mal sechs Meter groß, definitiv nicht optimal für einen Filmdreh. Es war eingefallen, das Dach war im Eimer.“

Und doch wollte man sich diese einmalige Gelegenheit nicht entgehen lassen, ein bereits marodes und nach einer der Figuren im Drehbuch benanntes Gebäude im Film unterzubringen. Sofort wurde der entsprechende Entschluss gefasst, auch wenn es für die Anforderungen der Filmemacher ein bisschen unpraktisch war.

„Als wir erst einmal reingegangen sind und ausgeräumt haben, ließen wir es für die Kameras so wild aussehen, wie es uns möglich war“, sagt Musky.

Oft kann man mit dem Szenenbild wichtige Informationen für den Zuschauer vermitteln. Man bekommt einen Eindruck davon, wie und wo eine Figur lebt, ob sie ordentlich ist oder schlampig, wie sie gekleidet ist. Bei einem Film wie DER KAUTIONS-COP wäre es die naheliegende Vermutung, dass der Ausstatter alles Mögliche unternimmt, um zu zeigen, wie unterschiedlich und weit voneinander entfernt Milo und Nicole sind. Aber, sagt Musky, obwohl sie in verschiedenen Welten leben, „konnte ich sie nicht so gegensätzlich aussehen lassen, dass man nicht mehr nachvollziehen kann, was der eine jemals für den anderen empfinden konnte. Man muss die richtige Balance finden. Für einen Designer ist es eine spaßige Sache, sie so fein und ihn so derb wie möglich zu zeichnen und doch einen nachvollziehbaren Mittelweg anzubieten, wo sie sich treffen können.“

„DER KAUTIONS-COP ist im Grunde ein waschechtes Roadmovie“, sagt Neal H. Moritz. „Wir verbringen viel Zeit in einem wunderschönen, blau-metallic Cabrio, das für die beiden Hauptfiguren während eines Großteils der Handlung so etwas wie ihr Zuhause ist.“

„Jeden Tag waren wir an einem neuen Fleck“, sagt Tennant.

Weil ein Großteil des Drehs in dem Auto verbracht wurde, betrachtete Produzent Moritz den Wagen schließlich als wichtige Figur, die man nicht mehr aus dem Film wegdenken konnte. „Am Ende des Drehs stritten wir darüber, wer die Karre behalten würde dürfen“, sagt er. „Aber leider haben wir sie zu Schrott gefahren, also mussten wir uns keine Gedanken mehr darüber machen, wer sie denn bekommen wird.“

Jane Musky war verantwortlich dafür, das richtige klassische Cabrio zu finden. Nachdem man zuvor bereits einen umweltfreundlichen Prius für Nicole ausgewählt hatte, wollte man nun für Milo einen besonders großen Benzinschlucker finden. Mit der Hilfe von Robert Griffin aus der Requisite stöberten sie schließlich das perfekte Modell auf. „Der Wagen, den Bobby in Florida fand, hatte genau das gewünschte Babyblau – perfekt. Man kann sich förmlich vorstellen, wie Milo und Nicole in diesem romantischen, hellblauen Automobil vor dem knackig blauen Himmel dahinbrausen“, meint Jane Musky. „Obwohl die Stimmung zwischen ihnen längst nicht mehr die Allerbeste ist, sehen sie großartig zusammen aus, wenn sie das erste Mal in den Wagen steigen. Es ist romantisch, auch wenn sie das überhaupt noch nicht wissen.“

Die Hauptsequenz des Films spielt in Atlantic City. Von Anfang an wollten die Filmemacher dort drehen. Nachdem die ursprünglichen Pläne einen Dreh von lediglich ein oder zwei Tagen in der Stadt vorgesehen hatten, wurde schließlich eine komplette Woche daraus. „Als ich den Film zum ersten Mal im Rohschnitt des Cutters sah, konnte ich gar nicht glauben, wie viel Atlantic City darin zu sehen war“, kommentiert Andy Tennant.

„In dieser einen Woche, die uns zum Dreh zur Verfügung stand, drehten wir überall, wo wir nur konnten“, erzählt Tennant. „Ich glaube, das war die beste Belohnung, es war den Kampf wert, in Atlantic City drehen zu dürfen.“

Genau wie die Filmemacher in New York die perfekte Location für Sid’s Bail Bonds per Zufall gefunden hatten, ließen sie sich auch in Atlantic City vom Glück leiten. „Andy reiste nach Atlantic City, weniger um nach Locations zu suchen, als sich vielmehr einfach umzusehen“, sagt Musky. „Und dann sieht er dieses merkwürdige Schild mit dem Namen Irene und einem Pfeil, der auf einen Souvenirladen deutete. Es war, als würde ihm ein Licht aufgehen – Irene ist Milos Buchmacherin, das ist ihr Name, sie arbeitet in diesem Laden.“

„Also drehten wir in Atlantic City vor dem Laden mit dem echten Schild“, fährt sie fort. „Wenn man sie sieht, weiß man alles, was man über sie wissen muss. Sie liebt ihre Souvenirs, der Laden blieb von ihrer Arbeit als Buchmacherin stets unberührt. Es findet alles im Durcheinander dieses Geschäfts statt.“

Obwohl Irene Angestellte hat und ihren Laden professionell und mit strenger Hand führt, sorgte die von einem echten Geschäft in Atlantic City inspirierte Umgebung dafür, dass die Filmemacher mit mehr Comedy zu tun hatten, als sie es erwartet hätten. „Es war dann doch sehr komisch, dieses Filmset … aber die Schauspielerin war großartig und das trug zur Stimmung des Moments bei“, merkt Musky an. „Sie ist eine taffe Braut, aber dennoch ist dieser Moment im Film sehr leicht und locker.“

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