Filmhandlung und Hintergrund

TV-Abenteuer mit Robert Atzorn in der Titelrolle.

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Kritikerrezensionen

  • Der Kapitän: Piraten: TV-Abenteuer mit Robert Atzorn in der Titelrolle.

    Vor knapp zehn Jahren ist Frank Harmsen das letzte Mal fürs ZDF zur See gewesen; gemessen an den Maßstäben des Fernsehen eine kleine Ewigkeit. Dass das ZDF den Kapitän aus seinem unfreiwilligen Vorruhestand erlöst, ist nicht zuletzt dem Genre geschuldet: In den von Krimis unterschiedlichster Sorte bevölkerten Programmschemata ist die Farbe „Abenteuer“ irgendwann auf der Strecke geblieben.

    Die verbliebenen und vorrangig von Privatsendern produzierten Einzelstücke galten zuletzt vor allem Schatzsuchen („Der geheimnisvolle Schatz von Troja“, „Die Jagd nach dem Schatz der Nibelungen“, „Die Schatzinsel“); um Charaktere mit einer gewissen Tiefe ging es dabei selten. Da ist Harmsen von ganz anderem Kaliber. Geschickt sorgt das Drehbuch (Rafael Solá Ferrer) des ersten Films der neuen Generation dafür, dass der Kapitän geheimnisvoll bleibt. „Piraten“ beginnt mit Bilderfetzen, die auf eine Tragödie schließen lassen, doch die Wahrheit kommt erst nach einer Stunde ans Licht: Beim gemeinsamen Segeltörn mit seinem zukünftigen Schwiegersohn ist Harmsen vor Jahren in einen Sturm geraten. Eine Welle hat den Verlobten seiner Tochter von Bord gerissen. Der Kapitän gibt sich bis heute die Schuld. Nach dem Unglück hat er sich in die südafrikanische Einsamkeit zurückgezogen und spricht lieber dem Alkohol zu als mit seinen Mitmenschen. Den Kontakt zu Tochter Anita (Jasmin Schwiers) hat er völlig abgebrochen.

    Robert Atzorn spielt die Hauptrolle wie eine Fortführung seines gleichfalls gern mürrischen Hamburger „Tatort“-Kommissars Jan Casstorff. Deshalb nimmt man es Harmsen auch ohne weiteres ab, dass er sich auf seinem verrotteten Kahn verbarrikadiert, als ihm Anita, die mittlerweile für eine Reederei arbeitet, unversehens einen Besuch abstattet. Erst ein weiterer Schicksalsschlag beendet das selbstgewählte Exil: Vor der somalischen Küste kapern Piraten den Frachter, mit dem seine Tochter unterwegs ist. Endlich erwacht Harmsen aus seiner Lethargie und macht sich mitsamt Ziehsohn Simon (Peter Fieseler) auf den Weg nach Somalia. Die Reederei ist bereit, für Schiff und Besatzung ein Lösegeld zu bezahlen. Doch die Viertelmillion entpuppt sich als Falschgeld; Harmsen muss seine Tochter eigenhändig befreien.

    Gerade der Auftakt des filmischen Doppelpacks ist konsequent auf Atzorn zugeschnitten, der die Handlung erwartungsgemäß mühelos trägt. Als Harmsen sogar aus einer Kneipe geworfen wird und endlich ganz unten angekommen ist, sorgt Regisseur Axel Barth für einen Bruch mit allen Konventionen und lässt Atzorn einen tiefen Blick in die Kamera werfen; eine wirkungsvolle Einstellung, in der sich das ganze Dilemma dieser verkrachten Existenz bündelt. Dann aber ändert das Werk Stil und Ausrichtung: Aus dem Drama wird ein Abenteuerfilm. War Harmsen bislang Getriebener, so ergreift er nun die Initiative; schon allein die Musik (Marco Meister, Robert Meister, Ingo Ludwig Frenzel) gibt dem Geschehen eine ganz andere Farbe. Am Ende wandelt sich das Abenteuer zum Krimi, denn natürlich will Harmsen wissen, wer das echte Lösegeld unterschlagen hat.

    Geschickt führt die Geschichte außerdem Figuren ein, die auch im zweiten Teil noch entscheidende Rollen spielen: Anita teilt ihr Gefängnis mit Forscherin Isabel (Nele Mueller-Stöfen), die ihren Retter recht adrett findet und außerdem Handlungsauslöserin der Fortsetzung ist. Maschinist auf dem Frachter, der Harmsen und Simon nach Somalia bringt, ist der Seebär Manne (Waldemar Kobus). Zwischen den beiden Eigenbrötlern entwickelt sich eine ähnlich wortkarge Freundschaft wie beim „Tatort“ zwischen Casstorff und seinem Partner Holicek (Tilo Prückner). tpg.

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