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Der Kaiser und sein Attentäter

Kinostart: 09.12.1999
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Filmhandlung und Hintergrund

Grandios prächtiges Historienepos über die Schreckensherrschaft des ersten Kaisers von China.

Der König von Quin möchte China zu einem großen Reich einen. Um sein Ziel zu erreichen, beginnt er ein Terrorregime gegen alle, die sich ihm in den Weg stellen. Seine ehemalige Liebe, Lady Zhao, sieht keine andere Möglichkeit, als sich gegen ihn zu wenden. Obwohl ihre Gefühle für ihn immer noch stark sind, schmiedet sie aktiv an einem Komplott zur Ermordung der megalomanen Führerfigur.

Im Jahr 230 vor Christus ist das spätere China noch in sieben Königreiche gespalten. Für wenige Quadratkilometer Landgewinn werden fürchterliche Schlachten geschlagen. Davon hat Kaiser Ying Zhen genug: Ihn treibt die Vision, die einzelnen Reiche unter einer, seiner, Führung zu vereinen. Doch dafür muss er morden, denn freiwillig gibt keiner der Konkurrenten Macht ab. Zhens Konkubine Zhao verspricht ihm treue Gefolgschaft. Als sie jedoch erkennt, welch hoher Preis für die Einheit zu zahlen ist, setzt sie einen Mörder auf den Geliebten an.

Kaiser Ying Zhen versucht im Jahr 230 v. Chr. sieben chinesische Königreiche gewaltsam unter seiner Führung zu vereinen. Seiner Konkubine geht das Treiben schließlich zu weit: Sie setzt einen Mörder auf ihn an. Chen Kaiges mitunter verwirrende, opulente Darstellung der Geburt Chinas als Tragödie von gewaltigen Ausmaßen.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der Kaiser und sein Attentäter: Grandios prächtiges Historienepos über die Schreckensherrschaft des ersten Kaisers von China.

    Ein grandios prächtiges Historienepos hat Chen Kaige („Lebewohl meine Konkubine“) mit aktuellen Gefühlen von und für heute gedreht und sich nicht, in der Tradition seiner bisherigen Filme, einfach nur der Mainstream-Schaulust hingegeben. Er erzählt eine spannende Dreiecks-Geschichte aus dem China des 3. Jahrhunderts vor Christus, in der es um die Moral im Umgang mit Macht geht. Die schöne Gong Li ist Kaiges Star-Hauptdarstellerin, eine starke Frau zwischen zwei unberechenbaren Männern.

    Chen Kaige, der nicht nur Regisseur, sondern auch Drehbuch-Coautor und Coproduzent des Films ist und die Rolle des Premierministers spielt, erzählt aus der Zeit, als China ein Land mehrerer miteinander rivalisierender Staaten war. Der ehrgeizige und machtgierige König von Quin ist besessen von der Idee, China zu einem einzigen großen Land zu vereinen und dessen erster Kaiser zu werden. Um an sein Ziel zu kommen, beginnt er ein Terrorregime gegen alle und jeden, die ihm im Weg stehen könnten. Lady Zhao (Gong Li), mit dem ihn seit gemeinsamen Kindertagen die große Liebe verbindet, sieht keine andere Möglichkeit, als sich gegen ihn zu wenden. Obwohl ihre Gefühle für ihn immer noch stark sind, kann sie die eiskalte Rücksichtslosigkeit des manischen Egozentrikers nicht tatenlos hinnehmen. Aktiv schmiedet sie entscheidend mit an dem Komplott zur Ermordung der megalomanen Führerfigur.

    Wenn auch in dem sorgfältig ausführlichen, für MTV-Fans etwas zu langsamen Erzählrhythmus und dem beeindruckenden Ambiente der prunkvollen Bauten und Kostüme - Production Designer Tu Juhua bekam in Cannes den Preis der Technischem Kommission - der psychologisch politische Kern der Geschichte ein wenig in den Schauwerten versteckt erscheinen mag, so ist er doch nicht minder stark und genau erkennbar. Man muß sich nur auf den Stil des Films einlassen, dann ist auf ungewohnte doch faszinierende Weise die Kraft Shakespearscher Königsdramen in Kaiges Film zu entdecken. Lady Zhao beauftragt einen Killer, auch er ein Freund aus Kindertagen, mit der Ermordung des Kaisers. Ironischerweise hat sich der professionelle Kopfgeldjäger aus seinem Beruf zurückgezogen, um ein sinnvolleres Leben zu führen. Doch als ihm klar wird, daß auch der Staat, in dem er lebt, von dem machthungrigen Krieger bedroht ist, nimmt er den Mordauftrag an. Und Lady Zhao verliebt sich in den Mörder.

    Von offizieller Seite in China hat man dem Film Geschichtsklitterung vorgeworfen. Chen Kaige gibt gewisse erzählerisch historische Freiheiten zu, nicht die Symbole, sondern die wirklichen Menschen hätten ihn interessiert, die vor 2000 Jahren nicht sehr viel anders als wir heute gewesen wären. Schon damals sei es um essentielle Entscheidungen gegangen: Macht oder Freiheit, Krieg oder Frieden, Liebe oder Haß. Und in diesem Sinne dürfte Kaiges Film sein Publikum bei all jenen finden, die ihre Träume und Hoffnungen auf eine bessere Zukunft nicht verloren haben. Hoffentlich viele. fh.

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