Der Informant! Poster

Fakten und Hintergründe zum Film "Der Informant!"

Kino.de Redaktion  

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Über die Produktion

In der schwarzen Komödie „The Informant!“ (Der Informant!) geht es um Industriespionage, Unterschlagung, FBI-Ermittlungen und einen hochkarätigen Informanten. Was ist daran so lustig? Praktisch alles – wenn ein Regisseur wie Steven Soderbergh die Sache in die Hand nimmt.

Der Film folgt der recht merkwürdigen, unvorhersehbaren Laufbahn von Mark Whitacre, der sich in den Jahren von 1992 bis 1996 vom Sonnyboy der Wirtschaft in einen FBI-Informanten verwandelte. „Je mehr ich über die Story erfuhr, desto mehr faszinierte sie mich“, sagt Soderbergh. „Doch mir war natürlich klar, dass große Filmemacher ähnliche Themen bereits sehr ernsthaft abgehandelt haben. Um mich von ihnen abzusetzen, überlegte ich, wie man die Ironie der Situation herausarbeiten könnte. Ich entschied mich für diesen Weg, und plötzlich passte alles zusammen.“

Matt Damon übernahm die Hauptrolle des Mark Whitacre. Er sagt: „Das funktioniert wie das Schälen einer Zwiebel: Man beginnt mit bestimmten, vorgefassten Meinungen und stellt bald fest, dass man sich auf nichts verlassen kann, denn die Situation wird völlig lächerlich. Eine tolle Geschichte und eine wirklich unglaubliche Figur.“

Die Geschichte zu „The Informant!“ wurde erstmals in einem Buch von Kurt Eichenwald umfassend dargestellt – er ist am Film auch als Produzent beteiligt. Drehbuchautor Scott Z. Burns erfuhr davon, als er im Radio ein Interview mit Eichenwald hörte. Er berichtet: „Ich war auf dem Weg zu einem Brunch und bin schließlich eine Stunde lang immer wieder um das Restaurant herumgefahren. Anschließend habe ich mir das Buch sofort gekauft und es noch am selben Tag gelesen.“

Der Drehbuchautor erinnert sich an seine ersten Gespräche mit Soderbergh über die Filmfassung: „Steven wollte daraus eine Komödie machen, und ich konnte mit der Idee nicht so recht etwas anfangen. Aber als wir die Arbeit am Skript begannen, wurde mir klar, dass die meisten Ereignisse tatsächlich ziemlich irrwitzig sind.“

Burns entwickelte schließlich das Konzept, das den Humor als gestalterisches Element in das Zentrum rückt. Dazu Soderbergh: „Scott hatte die Idee, einen Off-Sprecher einzusetzen. Damit war die Richtung der Filmentwicklung klar vorgegeben.“

Produzent Gregory Jacobs bestätigt: „Scott hatte unter anderem die großartige Idee, Mark Whitacres inneren Monolog in die Geschichte zu verweben. Stück für Stück erfahren wir, was sich hinter Marks Fassade abspielt – es ist sehr lustig, wie wir diese Informationen häppchenweise verabreicht bekommen. Ein ganz ungewöhnlicher Blickwinkel, der das Skript umso spannender macht.“

Produzentin Jennifer Fox fügt hinzu: „So lässt sich die Absurdität der Situation wunderbar veranschaulichen: Der Erzähler ist nämlich unzuverlässig – sogar äußerst unzuverlässig, weil er Wahrheit und Lüge selbst kaum auseinanderhalten kann.“

Laut Damon ist Whitacres Erzähltext nicht nur unzuverlässig, sondern er hat manchmal überhaupt nichts mit der gerade gezeigten Szene zu tun. „Das funktioniert eher wie ein Bewusstseinsstrom, eine Folge ständig abschweifender Gedanken“, sagt er. „Manchmal befindet er sich gerade in einem Gespräch, als er durch irgendetwas zu seinem inneren Monolog angeregt wird, der sich in jede beliebige Richtung entwickeln kann – er fantasiert über Krawatten, Eisbären, Flugmeilen oder sonst was.“

Über das Schreiben von Whitacres Off-Texten sagt Burns: „Vieles entstand, indem ich meiner Fantasie einfach freien Lauf ließ. Als Autor war es für mich besonders lustig, mich in Whitacres Lage zu versetzen und zu überlegen, in welche Richtung seine Gedanken an bestimmten Punkten der Handlung wohl abschweifen würden. Daraus entstanden komische Situationen, die Steven und Matt ausnehmend gut gefielen.“

Produktion: Die Besetzung

Von Anfang an war Matt Damon Steven Soderberghs erste und einzige Wahl für die zentrale Hauptfigur Mark Whitacre. „Matt war schon in der ersten Phase an dem Projekt beteiligt – als es noch gar kein Drehbuch gab“, bestätigt Jacobs. „Steven hielt ihn von vornherein für die Idealbesetzung – im Grunde kann Matt alles – Action, Komödie, dramatische Rollen …“

„Matt hat ein ungeheures Charisma, was gerade bei dieser Rolle ausschlaggebend ist“, sagt Fox. „Selbst wenn man erfährt, was Whitacre angestellt hat, und darüber den Kopf schüttelt, bleibt er trotzdem ein sympathischer Typ.“

Der Biochemiker und clevere Geschäftsmann Mark Whitacre hat beim Agrarkonzern Archer Daniels Midland (ADM) eine große Karriere vor sich. Praktisch an allen Produkten in den Supermarkt-Regalen ist die Firma auf die eine oder andere Art beteiligt. Aufgrund seiner Stellung kennt sich Whitacre im Räderwerk von ADM bestens aus … selbst in Bereichen, die nicht in den offiziellen Bilanzen erscheinen. Vielleicht macht ihm sein Gewissen zu schaffen, vielleicht gibt es auch andere Gründe, jedenfalls wendet sich Mark plötzlich gegen seinen Arbeitgeber und verrät dem FBI ein Komplott internationaler Preisabsprachen, bei dem es um den Preis eines neuen Lebensmittelzusatzstoffes namens Lysin geht. Im Film sagt er: „Das ist alles hochwissenschaftlich, aber die Aktionäre interessieren sich nur dafür, dass vorn Mais hineingeschüttet wird und hinten Profit herauskommt.“

Damon beschreibt Whitacre: „Er ist ein erfolgreicher, genialer junger Manager, der es in dieser riesigen Firma zu etwas bringen kann. Daher fragt man sich natürlich, warum er so handelt. Vielleicht denkt er durchaus an das Gemeinwohl, vielleicht hat er ernsthafte Gewissensbisse wegen der illegalen Preisabsprachen – aber langsam merkt man, dass da irgendetwas nicht stimmt. Auch deswegen ist diese Rolle so faszinierend.“

„Matt wirkt von Natur aus überzeugend wie ein typischer ,netter junger Mann‘ – so etwas kann man kaum vortäuschen“, sagt Soderbergh. „Genau dieser Charme ist ein entscheidendes Element der Story, denn wir müssen Mark immer glauben, was er sagt, vor allem wenn er behauptet: ‚Das war’s; jetzt habe ich euch alles gesagt.‘ Wenn er das sagt, müssen wir ihm jedes Mal glauben. Matt verkörpert genau jenen wunderbar jungenhaften Optimismus, mit dem er uns überzeugt.“

Der Regisseur weiter: „Außerdem weiß ich, wie unerschrocken er an jeden Aspekt seiner Rollen herangeht – egal, in welches Licht wir ihn dabei stellen. Ob Körpergewicht oder Haare – mir war klar, dass Matt sich ohne Zögern völlig dieser Rolle anpassen würde.“

Um Whitacre darzustellen, hat Damon etwa 15 kg zugenommen. Er sagt: „Außerdem wirkt

Marks Gesicht runder als meines, sodass ich mir kleine Dinger in den Mund geklemmt habe, um meine Wangen nach außen zu wölben. Außerdem trage ich einen falschen Schnurrbart. Und Whitacre versteckte seine Glatze unter einem Toupet, das allerdings so echt aussah, dass niemand von seinem Kahlkopf wusste. Im Grunde ist das eine wunderbare Metapher für die gesamte Figur: Alle hatten es direkt vor Augen, aber niemand hat etwas gemerkt.“

Whitacres Augenzeugenbericht über die ADM-Beteiligung an den Preisabsprachen lässt die Regierung aufhorchen, reicht aber nicht aus, um die Firma vor Gericht zu belangen. Um die nötigen Beweise zu bekommen, fordert das FBI ihn auf, heimlich ein Mikrofon zu tragen. Dadurch fühlt sich Mark sofort zum Geheimagenten befördert – er benutzt die allerneuesten, technischen Geräte. Er nennt sich Agent 0014, weil er „doppelt so schlau ist wie 007“. Für jenen Mann, der ursprünglich Mikroben mit Zucker fütterte, um Lysin herzustellen, brach jetzt eine spannende Zeit an.

Dazu Damon: „Er war ganz aus dem Häuschen, als er den Gesprächen eine bestimmte Richtung geben musste, um die Leute dazu zu bringen, bestimmte Worte zu sagen und damit Tonbandbeweise zu schaffen. Er hat das sehr clever angestellt, sonst hätte es nicht funktioniert. Mark sonnt sich in dem Gefühl, schlauer zu sein als alle anderen.“

„Mark war absolut begeistert, als er das Mikro trug“, stimmt Jacobs zu. „Wahrscheinlich zeigt das einen weiteren Aspekt seiner Persönlichkeit: Er sah sich als eine Art Actionheld. Er fand es erregend, sich in die Rolle des FBI-Agenten einzufühlen und zu den Jungs zu gehören. Und die FBI-Agenten waren natürlich sehr angetan, als er so bereitwillig mitarbeitete und ihnen die nötigen Informationen beschaffte.“

Mark hatte anfangs nicht geplant, für das FBI zu arbeiten. Jacobs erklärt: „Mark sagt seinem Chef zunächst, dass ADM erpresst wird: Ein japanischer Konkurrent sabotiert die Lysin-Produktion bei ADM mit einem Virus. Für zehn Millionen Dollar will der Erpresser das Gegenmittel liefern. Wir klären nie auf, ob diese Geschichte stimmt oder nicht, aber Mark geht davon aus, dass ADM das Geld einfach zahlen wird. Doch als das FBI hinzugezogen wird, kommt Mark völlig aus dem Konzept.“

Weil Mark behauptet, der Erpresser habe ihn zu Hause angerufen, lässt das FBI in seinem Telefon eine Wanze anbringen. Doch als der FBI-Agent das Haus verlassen will, deutet Marks Frau Ginger unmissverständlich an, dass die Sache sehr viel weitere Kreise zieht. Sie stellt ihrem Mann ein Ultimatum: „Sagst du etwas dazu oder soll ich es tun?“

Melanie Lynskey übernimmt die Rolle der Ginger. Sie sagt: „Ich weiß nicht genau, wie viel Ginger eigentlich weiß. Wahrscheinlich hat Mark sie nur teilweise eingeweiht. Ginger liebt ihren Mann, sie glaubt ihm selbst dann, wenn sie gar nicht so eindeutig vom glücklichen Ausgang überzeugt ist wie er. Sie ist eine erstaunliche Ehepartnerin und eine bemerkenswerte Frau.“

Soderbergh kommentiert: „Ginger weiß vielleicht nicht über alle Aktivitäten ihres Mannes Bescheid, aber sie handelt nach der Devise: ‚Mein Mann ist mein Mann – mehr gibt es dazu nicht zu sagen.‘ Melanie bringt es fertig, uns Ginger nahe zu bringen: Wir verstehen, dass sie sich ohne Wenn und Aber für ihren Mann und ihre Kinder einsetzt. Ich erinnere mich noch genau an den ersten Film, in dem ich Melanie gesehen habe: ‚Heavenly Creatures‘ (Himmlische Kreaturen). Und jetzt, 16 Jahre später, beeindruckt sie mich noch mehr. Was sie anpackt, ist immer sehenswert, weil sie emotional absolut echt wirkt.“

Ähnlich begeistert spricht Lynskey über ihren Regisseur: „Ich mochte Stevens Filme von Anfang an und schätze mich sehr glücklich, in diesem Film mitwirken zu dürfen. Es bringt sehr viel Spaß, mit ihm zu arbeiten, und Matt zeigt eine erstaunliche Leistung. Er ist als Mensch sehr lieb und als Schauspielerkollege äußerst zuvorkommend.“

Als das FBI einen Agenten zu Mark nach Hause schicken muss, ist klar, wer den Fall übernimmt: Agent Brian Shepard, denn er ist der einzige FBI-Agent in Decatur/Illinois. Shepard sitzt in seinem kleinen Büro und ahnt nicht, dass sich der scheinbare Routineauftrag zum größten Fall seiner Laufbahn entwickeln wird.

Brian Shepard wird von Scott Bakula gespielt, der berichtet: „Brian ist der einzige Agent in der Stadt – zu Beginn der Ermittlungen läuft also alles über ihn. Doch plötzlich plumpst ihm dieser gewaltige Fall in den Schoß. Das ist die Chance seines Lebens, aber natürlich ist überhaupt nicht absehbar, wie die Sache endet. Sie ist von Anfang an kompliziert – ganz zu schweigen von dem Kunststück, der Wahrheit auf den Grund zu gehen und sich von Marks Verhalten nicht auf das Glatteis führen zu lassen – auf all das ist Shepard nicht vorbereitet. Wenn man alle Aspekte betrachtet, ist die Situation völlig bizarr.“

„Scott ist die perfekte Besetzung für Brian Shepard“, sagt Soderbergh. „Ich wollte ihn unbedingt für diese Rolle, weil es ihm gelingt, einen völlig ernsthaften und aufrechten Mann darzustellen. Es war toll, ihn dabei zu beobachten, wie er sich in den sehr direkten, ehrlichen FBI-Agenten verwandelt, der in seiner Welt nur Schwarz und Weiß kennt. Scott hat absolut verinnerlicht, was mir vorschwebte und was die Rolle erfordert. Im Verlauf der Handlung wirkt sein Umgang mit Shepards Frust sehr komisch, aber gleichzeitig sehr echt. Er repräsentiert all die Leute beim FBI und im Justizministerium, die schon bald nicht mehr wussten, wie sie Whitacre einschätzen sollten.“

Als die Behörden die Konsequenzen erkennen, die Whitacres Behauptungen in Bezug auf die ADM-Preisabsprachen haben, wird sofort ein weiterer Agent aus der Landeshauptstadt geschickt, der Shepard unterstützen soll. Joel McHale übernimmt die Rolle von Agent Bob Herndon – er sagt: „Der Fall wächst dem einen Agenten über den Kopf – also kommt ihm Bob Herndon zu Hilfe. Er hält ein wenig mehr Distanz als Shepard, der sich völlig in den Whitacre-Fall verbeißt. Bob ist auch jünger als Shepard, und ich bin sehr viel jünger als Scott Bakula“, sagt er augenzwinkernd. „Als Junge habe ich seine Serien ‚Quantum Leap‘ (Zurück in die Vergangenheit) und ‚Enterprise‘ (Star Trek: Enterprise) im Fernsehen verfolgt – es war also wunderbar, jetzt mit ihm arbeiten zu dürfen.“

Bakula kontert sofort: „Joel ist ein Original, sehr witzig – wir haben viel gelacht. Wir arbeiten völlig unterschiedlich – genau wie die Figuren, die wir spielen. Das ergibt auf der Leinwand eine interessante Dynamik.“

„Joel bringt genau die Energie mit, die Scott ergänzt, denn sie bilden fast ein Comedy-Duo“, fügt Soderbergh hinzu. „Scott spielt den ganz normalen Typen perfekt, während der energiegeladene Joel viel nervöser wirkt. Das ergibt einen tollen Kontrast.“

Dass Soderbergh Joel McHale besetzte, gehörte zu seinem besonderen Konzept bei „The Informant!“ (Der Informant). Der Regisseur erklärt das so: „Als wir mit dem Casting begannen, überlegte ich, dass Stand-up-Comedians eine ganz eigene Dynamik mitbringen. Ich bat unsere Besetzungschefin Carmen Cuba, die Comedy-Clubs abzuklappern. Ich suchte Leute, die in der Öffentlichkeit noch nicht allzu bekannt sind, und ich bin sehr glücklich mit unserer Auswahl.“

Gregory Jacobs fügt hinzu: „Stevens Ansatz war folgender: Die Story ist völlig verrückt, die Ereignisse allein schon derart bizarr, dass wir Komiker besetzen sollten, die ihre Rollen zwar ganz normal spielen, aber dennoch mit ihrer Persönlichkeit prägen. Das war eine geniale Idee – und wieder einmal ein Beispiel dafür, warum Steven ein so interessanter Filmemacher ist. Wir hatten großes Glück und konnten die Crème de la Crème engagieren. Sie traten an und verwandelten jeden Elfmeter.“

Zur Besetzung von „The Informant!“ (Der Informant!) gehören die Comedians Tom Papa, Tom Wilson, Rick Overton, Tony Hale, Patton Oswalt, Paul F. Tompkins und – ein ganz besonderer Casting-Coup – die Smothers-Brüder.

Papa übernahm die Rolle von Mick Andreas, dem stellvertretenden ADM-Vorsitzenden und Sohn vom ADM-Vorsitzenden Dwayne Andreas – er ist also der designierte „Thronfolger“. Dazu Papa: „Man kann jede beliebige Figur in eine absurde Situation bringen, und selbst wenn dadurch ernsthafte Probleme entstehen, ist das komische Potenzial gewaltig.“

Wilson spielt den ADM-Sicherheitschef Mark Cheviron, der nicht ahnt, dass sich direkt vor seinen Augen ein gewaltiges Sicherheitsleck auftut. „Interessanterweise hat weder Steven noch sonst jemand mich aufgefordert, die komischen Aspekte zu betonen“, stellt Wilson fest. „Er lässt uns das auf unsere Art spielen. Und alle Comedians, auch ich, sind unsere Rollen ganz ernsthaft angegangen. Um Neil Simon zu zitieren: ‚Komödien spielt man genauso wie Dramen, außer dass Komödien etwas ernsthafter gespielt werden.“

„Manchmal ist die Wahrheit absurd – dies ist ein klassisches Beispiel dafür“, sagt Overton, der die Rolle von Terry Wilson übernimmt – Wilson ist bei ADM für alles verantwortlich, was mit Mais zu tun hat. „Das Großartige an dieser Story ist ja die Tatsache, dass sie auf wahren Begebenheiten beruht; der Witz verbirgt sich in den Umständen.“

Die Comedians Patton Oswalt und Paul F. Tompkins sind als die FBI-Agenten Herbst und D’Angelo zu sehen. Tony Hale spielt Jim Epstein, Whitacres Anwalt, der sich um einen Vergleich mit der Regierung bemüht.

Die Comedy-Legenden Tom und Dick Smothers treten in „The Informant!“ (Der Informant!) als Gaststars auf. „Es war toll, mit ihnen drehen zu dürfen“, sagt Jacobs. „Ich weiß, dass ihre Comedian-Kollegen vor Ehrfurcht erstarrten … das ging uns allen so. Das Wunderbare an den Smothers-Brüdern: Sie sind ganz bodenständig geblieben. In der Mittagspause haben sie für alle Mitwirkenden Sketche gespielt, und natürlich präsentierte Tommy einen kompletten Sketch mit seinem Jo-Jo. Einfach traumhaft.“

Tom Smothers spielt den allmächtigen ADM-Vorsitzenden Dwayne Andreas. Dick Smothers wirkt als Richter Harold Baker mit, der in einer entscheidenden Gerichtsverhandlung im Film den Vorsitz übernimmt. „Erstmals wirken mein Bruder und ich in einem Film mit, ohne dass wir gemeinsame Szenen spielen“, berichtet Tom Smothers. „Wir feiern dieses Jahr unser 50. Jubiläum – 50 Jahre im Showbusiness – und es ist toll, dass wir dabei in einem Film von Steven Soderbergh mitmachen dürfen. Für mich ist das eine Riesenchance, denn unsere Karriere ist praktisch vorbei“, sagt er, ohne mit der Wimper zu zucken. „Steven mutet sich wirklich einiges zu, denn Komiker sind nun mal bekannt dafür, dass sie sich nie ans Drehbuch halten.“

Zur Besetzung in „The Informant!“ (Der Informant!) gehören auch Ann Cusack als Robin Mann vom US-Justizministerium; Clancy Brown als ADM-Anwalt Aubrey Daniel; und der von Soderbergh schon oft eingesetzte Eddie Jemison als Whitacres Freund und Kollege Kirk Schmidt.

Produktion: Die Dreharbeiten

Nach zwei Jahren heimlich mitgeschnittener Konferenzen und Gespräche hatte das Justizministerium genug Beweise, um gegen ADM vorgehen zu können. Wenn alle ADM-Top-Manager entlassen werden, ergibt sich ein Vakuum an der Spitze der Firma. Und – Logik hin oder her – weil Mark Whitacre als Einziger übrig bleibt, geht er davon aus, dass man ihn auffordern wird, dieses Vakuum auszufüllen.

Matt Damon berichtet: „Für einen Außenstehenden scheint es völlig illusorisch, dass ausgerechnet derjenige, der die Firma in den Abgrund stürzt, zu ihrem Chef ernannt wird. Doch aus Marks Sicht sind die ADM-Manager die Schurken – sie haben die Gesetze gebrochen. Warum sollte also nicht der Mann belohnt werden, der in dieser großartigen Firma aufräumt und den lädierten Ruf wiederherstellt? Es setzt doch ein entscheidendes Zeichen für die Aktionäre, wenn dieser Mann die Verantwortung übernimmt. Ob diese Argumentationskette überzeugt, steht auf einem anderen Blatt.“

Selbst Ginger muss sich diese Frage stellen. Melanie Lynskey bestätigt: „Manchmal muss sie zugeben, dass Marks Aussagen ihr gegenüber nicht schlüssig sind. Aber er strahlt einen derart unerschütterlichen Optimismus aus, dass sie einfach an ihn glauben muss. Sie muss annehmen, dass er die Wahrheit sagt … bis alles um sie herum zusammenbricht.“

Scott Bakula fügt hinzu: „Außer Whitacre selbst weiß niemand, was in seinem Kopf vorgeht. Für das FBI ist der Fisch an der Angel derart riesig, dass man sich völlig auf ihn konzentriert und einfach nicht mehr loslässt … selbst als die Angelschnur sich auflöst.“

Weil das FBI ganz auf das Ergebnis fixiert ist, übersehen die Agenten, dass Mark Whitacre sehr viel mehr verbirgt als nur das Mikro. Was sie dann über ihren Hauptzeugen erfahren, stellt letztlich alle seine Aussagen infrage. In der Konsequenz bricht damit auch die Anklage des Staatsanwalts zusammen.

„Wahrscheinlich wollten sie, dass ich in Dwaynes altes Haus ziehe, als ich die Stellung annahm, denn es ist verwanzt wie in einem Crichton-Roman.“

Wie üblich übernahm Steven Soderbergh hinter der Kamera etliche Funktionen: Er übernahm persönlich die Funktionen des Kameramann und führte die Kamera manchmal sogar selbst. Bei „The Informant!“ (Der Informant!) verwendete der Filmemacher wieder die mit der neuesten Technik ausgerüstete „Red Cam“, die er erstmals bei seiner zweiteiligen Filmbiografie „Che“ (Che) eingesetzt hatte.

Die Red Cam ist eine digitale High-Definition-Kamera, die entwickelt wurde, um möglichst bequem und flexibel mit ihr arbeiten zu können. Beim Filmen kann Soderbergh auf Scheinwerfer weitgehend verzichten oder sogar nur natürliches Licht einsetzen, was das berühmte Drehtempo des Regisseurs sehr beschleunigt.

„So kann man sehr effizient drehen, außerdem bringt die Arbeit mehr Spaß“, sagt Jennifer Fox. „Wir haben dadurch kaum Wartepausen, was dem Energiepegel aller Beteiligten zugute kommt.“

Greg Jacobs, der bei 16 Soderbergh-Filmen als 1. Regieassistent dabei war, sagt: „Gerade bei Komödien spielt die Kontinuität der Aufnahmen eine wichtige Rolle, weil Steven die Schauspieler in der Szene hält … und sie die Konzentration nicht verlieren.“

Die Schauspieler sehen das ähnlich. „Wenn ich morgens aus der Maske komme, ist Steven schon drehbereit“, berichtet Damon, der mit „The Informant!“ (Der Informant!) bereits seinen fünften Film unter Soderberghs Regie dreht und dessen Arbeitsweise sehr gut kennt. „Alle Mitarbeiter am Set wissen, dass man besser absolut perfekt vorbereitet erscheinen sollte. Das schätze ich an der Arbeit mit Steven.“

Bakula arbeitet erstmals mit Soderbergh zusammen. Er sagt: „Ich musste ganz schnell lernen, dass ich mir nach der Aufnahme einer Einstellung keine Gedanken mehr darüber zu machen brauche. Denn wenn mir dazu noch etwas Neues einfällt, ist Steven schon nicht mehr ansprechbar: Er drehte nebenan bereits die nächste Szene“, lacht er. „Das schafft am Set eine wunderbare Atmosphäre, denn alle Beteiligten passen genau auf und sind voll konzentriert.“

„The Informant!“ (Der Informant!) entstand fast ausschließlich an Originalschauplätzen – oft sogar an den Orten, an denen sich die tatsächlichen Vorfälle ereignet haben: in und um Decatur/Illinois und auf Hawaii. Dazu Soderbergh: „Ich nutze gern Original-Locations und filme am liebsten an Schauplätzen, die man selten oder nie im Kino sieht. Die authentische Umgebung wirkt sich immer positiv auf den Film aus – wir drehten in den Büros, in denen Shepard und Herndon gearbeitet haben, und in dem Hotel, in dem die tatsächliche Überwachung stattfand, sowie in dem Haus, das die Whitacres damals bewohnten. Dadurch bekomme ich immer gute Resultate, und in unserem Fall hätten wir diese Gegend von Illinois nirgendwo sonst nachahmen können. So etwas kann man nur vor Ort drehen – und es ist die Mühe wert.“

Jacobs fügt hinzu: „Es war toll, so weit wie möglich an den tatsächlichen Schauplätzen zu drehen. Als wir erfuhren, dass wir im alten Haus der Whitacres filmen durften, war das wie ein Geschenk. Die Atmosphäre wirkt dadurch sehr viel authentischer.“

Lynskey gesteht, dass sie gar nicht wusste, in welchem Haus sie drehten, als sie am Set eintraf. „Wir hatten schon einen halben Tag gedreht, als ich mitbekam, was dieses Haus mit unserer Geschichte zu tun hat. Ich sagte: ‚Ich frage mich, ob das echte Haus so ähnlich wie dieses aussah.‘ Und in dem Moment sagte man mir: ‚Dies ist das echte Haus.‘ Eine ganz surreale Situation.“

Drehbuchautor Scott Burns berichtet, dass schon das Haus selbst bestimmte Hinweise gibt, die von niemandem bemerkt wurden: „Wenn man sich das Haus, die Garage und den Stall auf der anderen Straßenseite ansieht, bildet es eine physische Manifestation der Geschichte. Man bekommt einen echten Eindruck von Whitacres pompöser Art. Man fragt sich wirklich, warum sich niemand am Kopf kratzte und überlegte, woher er wohl das viele Geld hatte.“

„In der Umgebung des Hauses gibt es nichts als Maisfelder“, lacht Damon. „Nur eine schmale Straße und jede Menge Mais. Und er besaß acht Autos, darunter einen Ferrari und einen Porsche. Acht Autos!“

Das Filmteam konnte zwar in dem Originalhaus drehen, doch die Inneneinrichtung hatte sich in den Jahren verändert. Produktionsdesigner Douglas Meerdink bestätigt: „Ich musste einige Renovierungen der jetzigen Besitzer rückgängig machen, weil das Haus heute zu modern aussieht. Außerdem wollte ich das Haus durch Marks und Gingers Persönlichkeit prägen. Als ich mich in Decatur umschaute, erinnerten sich alle an Mark – alle kommentierten, dass er ‚überlebensgroß‘ war, und in gewisser Weise schlägt sich das auch in seinem Haus nieder.“

Meerdink und sein Team mussten nicht nur die Zeit zurückdrehen, sondern sich auch auf verschiedene Jahreszeiten einstellen. In etlichen Winterszenen war Schnee gefordert, auf den man nicht warten konnte, weil die Dreharbeiten im Juni stattfanden. Also half man mit ein wenig Kinozauber nach, und die Bürger von Decatur staunten nicht schlecht, als einige ihrer Straßen mitten im Sommer von „Schnee“ bedeckt waren.

Das Filmteam konnte nicht im heutigen ADM-Gebäude drehen, aber einige Außenaufnahmen fanden vor dem Hauptquartier der Firma statt. Meerdink wurde außerdem eingeladen, die heutigen Büros und den Verkaufsbereich zu inspizieren. „Das war sehr informativ, doch wir erfuhren, dass alles seitdem modernisiert worden ist. Wir haben akribisch recherchiert, um die richtigen Polituren, Farben und Stilrichtungen aufzutreiben, die die Büroeinrichtung prägten, als Whitacre dort gearbeitet hat.“ Daraufhin baute der Designer mit seinem Team das ADM-Büro in einem Gebäude in Carson bei Los Angeles nach.

„Das Problem bestand darin, dass die Ereignisse bei ADM auch heute noch Gesprächsthema in Decatur sind“, sagt Soderbergh. „Umso schöner war es für uns, dass alle uns mit großem Respekt für unsere Arbeit unterstützt haben.“

„Der Ort wird nach wie vor von der Firma dominiert“, stellt Jacobs fest. „Wir machten uns also Sorgen, dass unter den Bürgern von Decatur Unmut aufkommen könnte, weil sie vielleicht fürchten, wir würden ihre Stadt in einem negativen Licht zeigen. Aber jedermann, auch die neuen ADM-Manager, haben begriffen, dass es um eine ganze bestimmte Zeit geht und nicht um ADM oder die heutige Stadt Decatur. Daher war es fantastisch, in Decatur zu arbeiten. Alle haben uns hilfsbereit willkommen geheißen.“

Man braucht nicht sonderlich zu betonen, dass die Darsteller und das Team auch sehr gern im Makaha Resort in Waianea/Hawaii filmten, wo Whitacre eine entscheidende Konferenz der ADM-Manager und ihrer ausländischen Partner mitschneidet – dort beschloss man die Preisabsprachen für Lysin.

Bei der Gestaltung der Handlungszeit und der Schauplätze von „The Informant!“ (Der Informant!) arbeitete Meerdink eng mit der Kostümdesignerin Shoshana Rubin zusammen. „Wir haben uns ständig ausgetauscht“, sagt Meerdink. „Wir kamen bestens miteinander aus, und ihren humoristischen Touch in den Kostümen finde ich genial.“

Rubin berichtet: „Durch die Gespräche mit Steven wusste ich, dass er die Macken der Figuren durch die Kostüme noch deutlicher hervorheben wollte. Weil es im Film um tatsächliche Personen und Ereignisse geht, konnte ich mich in Bezug auf den Look an alten Fotos orientieren. Mir fiel auf, dass Mark gern knallbunte Krawatten trug – davon ließ ich mich inspirieren.“

Im Gegensatz dazu verfügt ein FBI-Agent mit seinem begrenzten Budget „über keine umfangreiche Garderobe“, fügt Rubin hinzu. „Scott Bakula schlug unter anderem vor, dass er deshalb oft denselben Schlips tragen sollte. Scott stammt aus St. Louis und kennt sich in der Gegend gut aus – er hat mir bei der Gestaltung seiner Kostüme sehr geholfen.“

Weil die Geschichte im Mittleren Westen spielt, musste sich Melanie Lynskeys Kleidung deutlich an den Jahreszeiten orientieren, aber Rubin wollte ihr generell einen Stil verpassen, der Gingers Geschmack entspricht und mit der Witterung nichts zu tun hat. „Ginger trägt wallende, lange Kleider und lange Hosen – vieles ist mit Blumenmustern bedruckt. Sie wirkt ein bisschen unschuldig“, berichtet die Kostümdesignerin. „Die Arbeit mit Melanie brachte richtig Spaß, weil sie ein echter Kumpel ist. Denn wer mag heutzutage schon eine Hose mit hoher Taille anziehen und das Hemd hineinstopfen? Das sieht nicht sehr vorteilhaft aus, aber sie hat das wunderbar durchgezogen.“

Zu Melanies Look gehört auch Gingers stets perfekte, eher konservative Frisur. Dazu Rubin: „Melanie wirkt sehr jung, aber (der für die Frisuren zuständigen) Gloria Casny gelingt es wunderbar, sie etwas älter wirken zu lassen.“

Obwohl Meerdink und auch Rubin schon früher mit Soderbergh gearbeitet haben – Meerdink als Ausstatter und Rubin als Garderobiere – übernehmen die beiden bei „The Informant!“ (Der Informant!) erstmals die Aufgaben der verantwortlichen Designer. „Es ist immer eine Bereicherung, wenn man Leuten eine neue Chance geben kann, mit denen man schon länger zusammenarbeitet“, sagt Soderbergh. „Mir war klar, dass Doug und Shoshana das Talent und die Erfahrung haben, um aufzusteigen. Sie gingen begeistert ans Werk, und ihre Begeisterung übertrug sich auf das gesamte Team – also haben alle davon profitiert.“

Produktion: Die Musik

Eines der wesentlichsten kreativen Elemente in „The Informant!“ (Der Informant!) ist die Filmmusik des Oscar-preisgekrönten Komponisten Marvin Hamlisch, der damit nach über zehn Jahren erstmals wieder einen Score liefert. Soderbergh erinnert sich: „Ich sah mir Woody Allens ‚Bananas‘ an und erinnerte mich wieder, wie sehr ich Marvin Hamlischs spektakuläre Musik immer geschätzt habe. Greg Jacobs schaute sich den Film mit mir an und muss meine Gedanken gelesen haben, denn er sagte: ,Wir sollten Marvin für ‚The Informant!‘ engagieren. Meine Antwort bestand aus einem Wort, das Mark Whitacre im Film ständig äußert: ‚Absolut!‘“

Hamlisch schätzte Soderberghs Filme immer schon. Er sagt: „Natürlich war mir klar, was für ein genialer, innovativer Regisseur er ist. Aber jetzt erfuhr ich auch, welch hervorragendes Gespür er für die Filmmusik besitzt. Unter diesen Umständen macht die Arbeit Spaß.“

Jennifer Fox berichtet, dass Hamlischs Musik das i-Tüpfelchen auf „The Informant!“ (Der Informant!) bildet: „Marvins Score schafft sofort die komödiantische Atmosphäre und gibt den Zuschauern die Richtung für diese unglaubliche Geschichte vor. Heute kann ich mir für unseren Film ehrlich keine andere Musik mehr vorstellen.“

Und Matt Damon sagt abschließend: „Durch die Musik entsteht eine interessante Stimmung in unserem Film, dessen Thema man nicht sofort als Komödienstoff erkennen würde. Aber die Story und ihre Präsentation sind derart absurd, dass man einfach nur den Kopf schüttelt und lauthals lachen muss.“

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