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Fakten und Hintergründe zum Film "Der Gro?e Navigator"

Fakten und Hintergründe zum Film "Der Gro?e Navigator"
Poster

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Über diesen Film

Ein Volk von 60 Millionen wundert sich über ein Volk von 20 Millionen. Über Nacht sind sie gekommen, die Brüder und Schwestern, mit denen man sich in Sonntagsreden so verbunden gezeigt hat. Aber es zeigt sich, daß die Verbundenheit noch nicht einmal durch die gleiche Sprache gegeben ist.

Und zu denen, die sich wundern, gehören die Regisseurinnen dieses Films. Sie sind nach Neubrandenburg gegangen, um dort das Wirken eines der Ihren zu beobachten: ein Missionar soll den scheinbar Gottlosen die Ehrfurcht vor Schöpfer und Heiland beibringen. Und die, die sich wundern, zeigen im ersten Bild Punks, und einer der Punks erkundigt sich mit einem ganz merkwürdigen Ausdruck nach einer Drehgenehmigung, und durch dieses Wort hört man schon: die vielbeschworene deutsche Einheit, die gibt es nicht.

Gott, um den es hier eigentlich nur nebenbei geht, das ist für einen Teil der jungen Neubrandenburger nur Bier. Oder er existiert gar nicht, denn wie könnte es sonst sein, so sinniert eine Landratsamtsangestellte, daß einer zulassen könnte, daß sich ihre Freunde Samstagnachts zu Tode rasen müssen? Und das in einem regelrechten Überwachungsstaat, mit einer Überwachung, die die DDR so nie gekannt hat: an jeder Ecke stehen Kameras und blitzen einen, wenn man als Autofahrer die Geschwindigkeit überschreitet.

Und das führt uns wieder zu unserem Missionar, er ist ein wahrer Temposünder und leitet aus diesem Umstand ab, ein leibhaftiger Mensch zu sein. Fehlerfreie gebe es nicht, auch er müsse sündigen – die bigotte Haltung eines Mannes, der schon in Papua-Neuguinea die Heiden und Naturreligiösen zum pietistisch-evangelischen Glauben bekehren wollte? “Der große Navigator“ stellt viele Fragen, Fragen nach dem Sinn und der Notwendigkeit des Glaubens, nach Pseudoreligiosität, letztlich die Frage nach dem „warum“, die Frage, die niemand beantworten kann, und er scheut sich nicht, zu sagen, daß auch er sie nicht beantworten kann.

Es bleiben die starken Bilder zweier, die sich wundern über die Menschheit in einem fremden Deutschland und über einen, der dort ein Wunder erhofft.