Für Links auf dieser Seite erhält kino.de ggf. eine Provision vom Händler, z.B. für mit oder blauer Unterstreichung gekennzeichnete. Mehr Infos.
  1. Kino.de
  2. Filme
  3. Der ganz große Traum
  4. Fakten und Hintergründe zum Film "Der ganz gro?e Traum"

Fakten und Hintergründe zum Film "Der ganz gro?e Traum"

Fakten und Hintergründe zum Film "Der ganz gro?e Traum"

Das bringt der Serienherbst auf Disney+

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Hintergrund: Über Konrad Koch

Konrad Koch gilt als Gründervater des Fußballs in Deutschland. Seine beiden wichtigsten Pioniertaten waren es, 1874 das englische Fußballspiel an seinem Gymnasium einzuführen und 1875 die ersten Fußballregeln in deutscher Sprache zu veröffentlichen. 1885 ergänzte er die Broschüre um die Regeln des Association Football, also der Spielvariante der englischen Fußballvereinigung ohne Gebrauch der Hände.Insgesamt veröffentlichte er an die 100 Texte über Fußball, Cricket und Turnen in schulpädagogischen Fachzeitschriften und anderen Medien.

Konrad Koch, eigentlich Wilhelm Carl Johann Conrad Koch, wurde am 13. Februar 1846 in Braunschweig geboren. Er besuchte das Gymnasium Martino-Katharineum, an dem sein Vater Oberlehrer war und Englisch und Französisch unterrichtete. 1864 ging Koch nach Göttingen, um Theologie und Philologie zu studieren; später wechselte er nach Berlin und Leipzig. 1868 kehrte er als Lehrer an seine alte Schule, das Martino-Katharineum, zurück. Dort unterrichtete er Deutsch und Alte Sprachen.

1872 führten Koch und sein Kollege, der Turnlehrer August Hermann, „Schulspiele“ ein, die den schon bestehenden Turnunterricht erweitern und beleben sollten. 1874, Koch war inzwischen zum Oberlehrer befördert worden, ergänzten Koch und Hermann die Schulspiele durch Fußball. Den Anstoß dazu gab Kochs Schwiegervater, der Militärarzt Dr. Friedrich Reck, der England besucht und von der raschen Verbreitung dieser neuen Sportart berichtet hatte – und einen Ball brachte er auch mit.

Für Koch war Fußball ein weiteres Mittel gegen das „Stubenhockerthum“ der jungen Generation, gegen das zahllose erzieherische Schriften verfasst wurden. Der „erziehliche Werth“ des Fußballs als Ergänzung des Turnens lag für Koch vor allem in der Schulung des Gemeinsinns durch den Mannschaftssport – dann jedenfalls, wenn man ihn unter „Vermeidung der Rohheiten mancher englischer Spielweisen“ praktizierte. Ihm war Individualismus und Eigenmotivation beim Spiel sehr wichtig. Dies sei nur „zu erreichen auf dem Boden Freiheit“.

Die Fußballzeiten am Martino-Katharineum waren mittwochs und samstags nachmittags. Anfangs wurde nur im Winter Fußball gespielt und in den Sommermonaten Cricket, ein weiterer englischer Import. 1875 nahmen schon 60 Schüler aus Tertia und Sekunda teil. Koch spielte sogar selbst mit – was für einen Lehrer unüblich, wenn nicht sogar unerhört war. Um keinen Zweifel an der patriotischen Gesinnung der Fußballer aufkommen zu lassen, wurde ab 1875 alljährlich auch eine Partie am 22. März, zur Feier des Geburtstags Kaiser Wilhelms, gespielt. 1876 stellten Koch und Hermann die „englischen“ Sportarten auf der 8. Deutschen Turnlehrerversammlung in Braunschweig vor.

1878 wurden im Herzogtum Braunschweig zwei Spielnachmittage in den Gymnasiallehrplan aufgenommen, an Kochs Gymnasium wurde das Mitspielen Pflicht; Fußball konnte noch zusätzlich gespielt werden. Es wurden auch erste Turniere veranstaltet und ab Anfang der 1880er Jahre wurde an weiteren Braunschweiger Schulen Fußball gespielt. 1885 erschien Kochs Heft der Fußballregeln in zweiter Auflage. Nun hatte Koch auch für die Regeln des „Fußballs ohne Aufnehmen“ Platz gefunden. 1886 fand das erste Auswärtsspiel in Deutschland statt, als Göttinger Gymnasiasten in Braunschweig antraten. Ab 1891 saß Koch im „Zentralausschuss zur Förderung der Volks- und Jugendspiele in Deutschland“, in dem sowohl Turner als auch Fußballer vertreten waren. Ein Bestreben des Zentralausschusses war es, die gesellschaftliche Trennung zwischen turnenden Arbeitern und ballspielenden Bürgern aufzuheben. 1895 besucht Koch erstmals England. Er verfasst einen Reisebericht mit dem Titel „Das heutige Spielleben Englands“. Darin betont er auch die Rolle, die der Sport bei der Überwindung der Klassengegensätze spielt: „Das gemeinsame Spiel, an dem sich die Vornehmsten und die Geringsten beteiligen, trägt zur Milderung der schroffen sozialen Gegensätze nicht wenig bei.“ Konrad Koch unterrichtete bis zu seinem Tod im April 1911 am Martino-Katharineum.

Der erste Fußballverein in Kochs Heimatstadt, Eintracht Braunschweig, wurde 1895 gegründet. Größter Erfolg des Vereins war die Deutsche Meisterschaft in der Saison 1966/67; aktuell spielt Eintracht Braunschweig in der dritten Liga. In der Braunschweiger Innenstadt, am Rebenring, erinnert seit 2006 eine Gedenktafel daran, dass dort, auf dem ehemaligen „Kleinen Exerzierplatz“, 1874 unter Konrad Kochs Leitung das erste Fußballspiel auf deutschem Boden ausgetragen wurde. Auch am Martino-Katharineum hängt ihm zu Ehren eine Gedenktafel, und der DFB wird im Februar 2011 feierlich den 165. Geburtstag Konrad Kochs begehen.