Der Freischütz

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   2010
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Filmhandlung und Hintergrund

Der Freischütz: Kinoadaption der romantischen Oper um zwei Jäger die zur Zeit der napoleonischen Kriege in dieselbe Frau verliebt sind.

Der stolze Jäger Max steht gerade vor der Vermählung mit Agathe, der Tochter des Erbförsters Kuno. Doch bevor er seine Braut vor den Traualtar führen darf, muss er mit einem Probeschuss, so will es der Brauch, seine Eignung als Schwiegersohn unter Beweis stellen. Leider hat Max jegliches Schussglück verlassen. In seiner Verzweiflung trifft er sich deshalb mit einem zwielichtigen Kameraden in der Wolfsschlucht, wo die beiden mithilfe von schwarzer Magie sogenannte Freikugeln, die garantiert jedes Ziel treffen, gießen. Schon am nächsten Tag wird sich Max‘ Schicksal entscheiden.

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    Der Jäger Max will Agathe, die Tochter des Erbfürst Kuno, heiraten. Doch zwischen ihm und seiner Braut steht noch eine Art Mutprobe, die er absolvieren soll: Durch einen Probeschuss muss er seine Fähigkeiten unter Beweis stellen. Getrieben von Unsicherheit trifft er sich mit Kaspar in der Wolfsschlucht, um mit Hilfe der schwarzen Magie Zauberkugeln herzustellen, die niemals ihr Ziel verfehlen. Doch Kaspar, der von Neid auf Max erfüllt ist, verfolgt seine eigenen Pläne. Die opulente Verfilmung von Carl Maria von Webers romantischer Oper stellt in der filmischen Umsetzung durch Jens Neubert Musik und Gesang klar in den Vordergrund. Die Besonderheit ist die Inszenierung an Originalschauplätzen der Vorlage. Hier versammelt sich das Beste an Opernsängern und -sängerinnen, um das beliebte musikalische Epos aufzuführen. Kostüme und Ausstattung sind aufwendig. Ungewohnt und in ihrer Wirkung außergewöhnlich sind die Großaufnahmen der Sänger und des Chors. Die Kamera schwelgt in der Abbildung von Mensch und Natur und bietet Opernliebhabern ein filmisches Experiment der eigenen Art.

    Jurybegründung:

    Eine Fülle von Opern bereichern schon seit Jahrzehnten in den unterschiedlichsten Formen auch die Kinoleinwände. Für die Opern-Puristen besonders beliebt ist die Abfilmung einer Operninszenierung auf der Bühne. Dann die Verfilmungen von Opern als eigenständig inszenierte Filme mit Schauspielern aus dem Theater- und Filmbereich, deren gesangliche Fähigkeiten in aller Regel nicht an die der einschlägigen Größen der Oper heranreichen. Renommierte Filmregisseure inszenierten mit Einsatz bester filmischer Mittel und Stars, wobei Schauspielkunst und manchmal auch tänzerische Fähigkeiten das Fehlen der großen Sangeskunst ausglichen.

    Die Gestalter dieses Werkes nehmen für ihre Form der Oper die Bezeichnung "Filmoper" in Anspruch. Gerade dies aber spaltete die Jury in Diskussion und Bewertung zutiefst. So befand man die Auswahl des Sängerensembles als sehr beachtlich und ihre Leistungen schlichtweg grandios. Das galt auch für die Leistungen von Chor und Orchester.

    Eine Versetzung der Oper von der Bühne in Landschaften und Innenräume von Schlössern, sogar an Schauplätze, an denen Carl Maria von Weber lebte, bedarf einer filmischen Umsetzung mit deren eigenständigen dramaturgischen und handwerklichen Stilmitteln. Ein Teil der Jury war mit dieser Form der Umsetzung in keinster Weise einverstanden. So sei der Film lediglich als Transportmittel, als Medium für die Operninszenierung benutzt worden, letztlich als Bebilderung der Oper. Und: Begnadete Opernsänger müssen nicht gleichwertig gute Schauspieler sein. Die Distanz im Opernsaal zur Bühne verlangt letztere Fähigkeiten in nur bescheidener Form. Im Film und damit auch im vorliegenden Beispiel werden diese dann vor allem auch in Nahaufnahmen aber schmerzlich vermisst.

    Letztlich gehört die Verbindung von den sehr eigenständigen Dramaturgien von Oper und Film zum Schwierigsten, was auch hier nicht geglückt sei. Der Mehrheit des Ausschusses waren aber die beschriebenen filmischen Mängel im Kontext zu den überragenden sängerischen und musikalischen Leistungen nicht so gravierend, um die Erteilung eines Prädikates nicht zu ermöglichen.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Bei seiner opulenten Verfilmung von Carl Maria von Webers romantischer Oper nutzt Jens Neubert die visuellen Mittel des Kinos, ohne dabei Musik und Gesang zu vernachlässigen.

    Mit der Opernverfilmung von „Der Freischütz“ will man jenseits der klassischen, zu Weihnachten Harry Potter bis Rapunzel konsumierenden Spielfilmklientel neue, ältere Zielgruppen erschließen, Begeisterung für klassische Musik wecken, aber auch, Oper für jedermann bezahlbar und verfügbar zu machen. Für dieses Experiment eignet sich „Der Freischütz“ besonders gut, weil der Stoff sämtliche Ingredienzien enthält, die auch im Kino so wunderbar funktionieren: Mord und Totschlag, blutige Kriege, eine romantische Liebesgeschichte und ein verhängnisvoller Pakt mit dem Teufel. Nicht umsonst basiert Carl Maria von Webers Oper auf einem Schauerroman, einer „Gothic Novel“, eine Vorlage also, die Filmemacher seit jeher fasziniert hat.

    Der stolze Jäger Max ist die Hauptfigugr. Er steht gerade vor der Vermählung mit Agathe, der Tochter des Erbförsters Kuno. Doch bevor er seine Braut vor den Traualtar führen darf, muss er mit einem Probeschuss, so will es der Brauch, seine Eignung als Schwiegersohn unter Beweis stellen. Leider hat Max jegliches Schussglück verlassen. In seiner Verzweiflung trifft er sich deshalb mit einem zwielichtigen Kameraden in der Wolfsschlucht, wo die beiden mit Hilfe von schwarzer Magie so genannte Freikugeln, die garantiert jedes Ziel treffen, gießen. Schon am nächsten Tag wird sich Max‘ Schicksal entscheiden. Werden die Freikugeln seine Rettung oder sein Verderben sein?

    Der versierte Opernregisseur Jens Neubert, der unter anderem in Wien, Weimar, Hamburg und Basel wirkte, nutzt die Möglichkeiten, die ihm das Medium Film im Vergleich zur Bühne bietet, weidlich aus, ohne dass dabei Musik und Gesang in den Hintergrund rücken. So entsteht ein mit rund 140 Minuten episch vielleicht zu breit angelegtes Drama vor traumhaft schönen Kulissen in Dresden und der sächsischen Schweiz. Viel Aufwand wurde auch in punkto Kostümen, Ausstattung und Komparserie betrieben, um die Zeit der napoleonischen Kriege, in der Weber seinen „Freischütz“ angesiedelt hat, aufleben zu lassen. Dass Neubert vor der Kamera die Creme de la Creme deutschsprachiger Sangeskunst versammeln konnte, versteht sich von selbst. Allerdings gibt es im Film im Gegensatz zur Opernbühne Nahaufnahmen, und hier stiehlt die junge und strahlend schöne Schweizerin Regula Mühlemann als Ännchen dem eigentlichen Star, der verhärmten, etwas altjungfernhaft wirkenden Juliane Banse als Agathe, die Schau. Und auch Michael König als Max ist mit seiner Leibesfülle, dem wallenden Bart nicht gerade das, worunter man sich im Kino einen romantischen Liebhaber vorstellt, was einem Opernfan aber nichts ausmacht. Doch Neuberts dänischem Kameramann Harald Gunnar Paalgard („Das Orangenmädchen“) gelingen einige bemerkenswerte Bilder voller Symbolkraft, etwa von der dämonischen Wolfsschlucht, von schleimigen Schlangen, die sich aus Mündern ermordeter Soldaten winden und von mächtigen Adlern, die sich an den Eingeweiden Gefallener laben. Und nicht zuletzt dadurch wird der Operngenuss auch vor der Leinwand salonfähig. lasso.

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