Ein Dutzend Menschen, gefangen in der feindlichen Wüste. Ein Flugzeugwrack wird zur provisorischen Heimat, hier müssen sie ausharren, überleben. Einmal geht nachts einer pinkeln, Blitze beleuchten die Szenerie, der Wind braust, und ein kleines Stolpern über einen halb verborgenen Stein besiegelt das Schicksal von Davis, der in Sturm und Nacht und Sand spurlos verschwindet.
Im Kampf ums Dasein muss sich eine Community bilden, eine Gemeinschaft, die sich ans Leben klammert: Der Film zeigt einen Mikrokosmos des Lebens in einer absoluten Ausnahmesituation, an der Schwelle des Todes.
Ein Flugzeugabsturz ist das Schicksal der zusammengewürfelten Mannschaft und wie er inszeniert ist, dieser Sturz aus der normalen Welt: Eine kleine, altersschwache Propellermaschine und der große, mächtige Sandsturm, der gerade durch seine offenbare digitale Künstlichkeit noch gewaltiger wirkt, als mystisches Ungewitter aus einer anderen Welt, jenseits aller Menschheitserfahrung. Das Flugzeug zerfällt darin, es wird tödlich verwundet in der unglaublichen Turbulenz der Inszenierung, die den Zuschauer direkt angreift. Und aus dem Kadaver des Flugzeugs erwächst neues Leben, die Maschine wird wiedergeboren als Phoenix, der aus seiner Asche wieder aufersteht.
Die verzweifelte Apathie wird zur hoffnungsvollen Tat in der Konstruktion des neuen Flugzeugs: Warten steht gegen Handeln, Nichtstun gegen Aufbauen. Giovanni Ribisi spielt Elliot, den Flugzeugkonstrukteur, den stet seine Aura des Mystischen umgibt. Er ist ein geisterhafter spirituelle Führer, der Hoffnung gibt wie aus einer anderen Welt; er ist aber gleichzeitig ein Mensch, der seine technizistischen Visionen über den Einzelnen stellt in seinen faschistoiden Auswüchsen des Willens zur Macht stellt er die Technik über die Menschlichkeit kein Wunder, dass die Figur arisch-blond ist.
Es ist ein Film über Kosten-Nutzen-Rechnungen. Elliot sieht die Menschen als ersetzbare Werkzeuge zur Erfüllung seiner Idee. Die Ölgesellschaft schätzt die Kosten eines Versuchsölturms in der Wüste höher ein als den Nutzen der Vision von Ingenieurin Kelly. Und der Bau des neuen Flugzeugs erwächst aus der Einsicht, dass zumindest der Tod in der Wüste teurer erkauft wird, wenn die Community an einem Traum arbeitet.
Die Dialoge sich voll starker Statements, hope-and-dream-speeches, wie Pilot Townes verächtlich sagt, Aphorismen über Hoffnung, Visionen, (Über-)Leben, und über das Handlen, das den Menschen definiert. Die Arbeit im Angesicht des Todes ist Selbstzweck des Lebens, solange es noch besteht, Flex und Schweißgerät sind Waffen im Kampf gegen den Tod, gegen Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit.
Das Leben als Kampf gegen den Tod, inmitten einer feindlichen Wüste, bedroht durch räuberische Nomaden von außen und von innen durch die Unzulänglichkeiten des menschlichen Charakters, der überwunden werden muss, um lebendig wieder aufzustehen Flight of the Phoenix ist wie jeder gute Abenteuerfilm eine zeitlose Parabel auf das Leben, das hier verdichte wird auf die reine Existenz, entkleidet aller zusätzlicher Applikationen und erst durch die Reduktion aufs Wesentliche, auf einen halben Liter Wasser und ein paar Pfirsiche aus der Dose als Tagesration, durch das Überstehen des Sturmes und der tödlichen Stille danach ist es möglich, wieder abzuheben in die Sphären eines besseren Lebens.
Die mythische Heldenreise, durchgespielt an einem statischen Ort in der Wüste I dont want to die this way. Come on, lets get the hell out of here. Lets go home!
Fazit: Sehr guter Abenteuerfilm, eine mythische Parabel über das Überleben in der Wüste, ein perfekter Genrefilm, in dem Dramaturgie, Charaktere, Darsteller und Regie stimmen.
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