Der Fischer und seine Frau (2005)

Der Fischer und seine Frau Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Der Fischer und seine Frau: Doris Dörries tiefgründige unterhaltsame Beziehungskomödie frei nach dem Märchen vom Fischer und seiner Frau.

Zwei befreundete Pärchen, ein Problem: Otto (Christian Ulmen) ist auf bescheidenem Level glücklich, schließlich hat er seine Ida (Alexandra Maria Lara). Ida aber träumt von etwas Größerem als ihrer 2-Zimmer-Wohnung und strebt beruflich wie privat stets nach Höherem. Kumpel Leo (Simon Verhoeven) ist erfolgreich und bietet seiner Freundin Yoko (Young-Shin Kim) eigentlich alles. Doch auch Yoko ist nicht glücklich.

Beziehungskisten-Schreinerin Doris Dörrie (“Männer”) befindet sich mit dieser modernen Interpretation einer alten Fabel auf dem Höhepunkt ihrer Kunst.

Auf einer Japanreise verknallt sich die Modedesignerin Ida in den Veterinär Otto und heiratet ihn noch vor Ort. Wieder in Deutschland stellt sich heraus, dass die schwangere, aber karriereorientierte Ida im Gegensatz zu dem genügsamen Otto mit ihrem bescheidenen Leben in einer Sozialwohnung schwer zufrieden zu stellen ist und nach Höherem strebt.

Zufällig kreuzen sich im fernen Japan die Wege der Modedesignerin Ida sowie der beiden Koi-Experten Otto und Leo. Obwohl auch Leo Idas Reize erkennt, ist es Otto, der zum Zuge kommt. Die beiden heiraten sogar noch vor Ort. Zurück in Deutschland treten schon bald konträre Lebensauffassungen zu Tage. Während Otto eher ein Anhänger des süßen Nichtstuns ist, hat Ida eine Karriere in der Bekleidungsbranche fest im Auge. Als dann noch ein Kind den Haushalt bereichert, wird’s kritisch. Da sieht Leo seine Chance, doch noch bei Ida zu landen.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Beruf und Kinder, Karriere und Liebe. Frauen wollen alles. Angelehnt an das Märchen “Von dem Fischer und seiner Frau” der Gebrüder Grimm erzählt Doris Dörrie, wie kompliziert die Verwirklichung dieser Wünsche heute ist und schickt Alexandra Maria Lara auf eine fantasievolle Achterbahn der Gefühle.

    “Meine Frau, die Ilsebill, will nicht so, wie ich gern will”. Dieser Stoßseufzer aus dem Märchen spricht so manchem Mann aus dem Herzen. Doris Dörrie geht in ihrer launigen Beziehungskomödie den Zufällen des Lebens nach und den unterschiedlichen Vorstellungen von Glück. Dabei zieht es sie, wie schon in “Erleuchtung garantiert” erst einmal nach Japan. Im Land der aufgehenden Sonne trifft die flotte Modedesignerin Ida auf der Suche nach einer Mitfahrgelegenheit zwei deutsche “Fischverkäufer”, die als “Flying Fish doctors” nicht nur die Wehwechen von Fischen heilen, sondern auch noch einen 15 000 Dollar teuren Zierfisch, den begehrten Koi, für einen deutschen Kunden auftreiben. Otto ist ein zurückhaltender und genügsamer Typ, Leo ein Dummschwätzer mit Geschäftssinn. Ida verliebt sich in Otto, heiratet ihn noch in Japan und landet in Deutschland auf dem Boden der Tatsachen, nämlich im abgenutzten Wohnmobil. Aber sie will hoch hinaus, entwirft Schal-Kollektionen im Koi-Look und bald schon schicke knallbunte Kleider, während das Ehegespons sich mit Fäulnisbakterien und Amöben-Krankheiten bei Koi-Karpfen beschäftigt. Durch das Geld der Gattin geht’s von der kleinen Sozialwohnung ins Reihenhaus, dann in die schicke Villa am See, dazwischen eine Geburt im Schuhladen und ein süßes Söhnchen, das Papa am Hals hat. Ida drückt auf die Tube, Otto bewegt sich mit halber Geschwindigkeit durchs Leben, will seine Ruhe. Als emotionaler Kontrapunkt dient der finanziell geschickte Leo, in dessen Ehe es kriselt. Als von zwei unscheinbaren Fischen einer sich als Super-Koi entpuppt und

    350 000 Dollar in Ottos Kasse spült, scheint das Glück perfekt. Jedenfalls für die geldgierige Ida. Mit Blick fürs Detail werden die immer gleichen Differenzen zwischen Mann und Frau augenzwinkernd dargestellt, der weibliche Willen nach mehr und das männliche Phlegma. Bis sich dann alles doch noch in Wohlgefallen auflöst, leiden die Liebenden am gegenseitigen Unverständnis, kreisen verwunschene Fische im Aquarium und philosophieren über die unmögliche Zweisamkeit, leuchten die schönsten Farben auf der Leinwand. Wenn der Traum vom Reichtum zerplatzt und auch der Super-Koi seinen Glanz verliert, geht’s erst einmal für beide sozial abwärts. Aber man ahnt, Ida wird schon dafür sorgen, dass es wieder aufwärtsgeht. Das Trio ist mit Alexandra Maria Lara als Power-Frau, Simon Verhoeven als gelacktes Großmaul und vor allem Christian Ulmen als liebevoller Loser gut besetzt. Bei dem in ein Märchen verpackten Stoff (aus dem Butt wird ein Koi) düst Doris Dörrie allerdings im Affentempo durch den Beziehungsdschungel, werden die Charaktere etwas zu hastig abgehakt. Dafür brilliert sie in diesem leichten Film über das langsame Abhandenkommen der Liebe in Zeiten schnellen Lebens mit wunderbar treffsicheren Dialogen und einem vielfältigen Soundtrack vom deutschen und österreichischen Elktro-Folk bis zu den Talking Heads. Hier ist nicht Erleuchtung, sondern Unterhaltung garantiert. mk.

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