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Fakten und Hintergründe zum Film "Der entsorgte Vater"

Fakten und Hintergründe zum Film "Der entsorgte Vater"
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Hintergrund

Manche Frauen beenden ihre Beziehung, indem sie sich nicht nur selbst von ihrem Partner trennen, sondern auch den Vater von den gemeinsamen Kindern. Dabei handelt es sich nicht um Einzelfälle, sondern um Ergebnisse der deutschen Rechtsprechung, die die Bedürfnisse der Mutter bevorzugt.

Douglas Wolfsperger hat das selbst erlebt. Ihn trafen dieses Unrecht und diese Ungerechtigkeit so sehr, dass er sich zum Sprachrohr der sonst eher schweigenden ‚entsorgten Väter’ gemacht hat. Er drehte einen Dokumentarfilm zu diesem Thema, der eine Reaktion ist auf die sonst vorherrschende Betrachtungsweise. Schon seit über fünf Jahren verhindert die Kindesmutter den Umgang Wolfspergers mit seiner Tochter, obwohl er sicher so leidenschaftlich Vater ist wie sie Mutter des Kindes.

Und auch das Kind wünschte sich den Umgang mit seinem Vater, zumindest anfänglich, als der Kontakt noch nicht lange unterbrochen war. Aber selbst das Familiengericht musste erkennen, dass die Mutter unversöhnlich und unwillig auf die Rechte und Bedürfnisse des Vaters und des Kindes reagiert. Sie weiß die Kontakte zu verhindern. Gerichtlich festgesetzte Besuchsregelungen werden einfach nicht befolgt, ohne dass die Einhaltung von dort angemahnt wird. Bis schließlich die jahrelange Pause das Kind vom Vater zunehmend entfremdet.

Das Gericht befürchtet, dass der Kampf der Mutter gegen den Vater auch zum Schaden des Kindes führen wird und beschließt für das Kindeswohl, dass der Vater seine Tochter nur noch einmal sehen darf - und dabei von ihr endgültig Abschied nehmen muss. Die Richter erweisen sich gegen die Einflussnahme der Mutterauf das Kind als völlig hilflos.

Dass P.A.S. (Parential Alienation Syndrom), also die 'mutwillige Verfremdung des einen Elternteils durch den anderen', ein inzwischen nicht nur beschriebenes, sondern auch ein anerkanntes Tatgeschehen ist, das in anderen Ländern längst verfolgt wird, ignoriert dieser Urteilsspruch vorsätzlich.

Auf seiner Reise zum Abschiedstermin mit seiner Tochter trifft Douglas Wolfsperger auf vier andere Väter, die sein Schicksal teilen und wie er gegen Frauen, Ämter, Urteile, Vorurteile und die eigenen Gefühle kämpfen müssen. Aber er trifft auch eine Mutter, die keinen Wert auf den Umgang mit den Erzeugern ihrer Kinder legt und glaubt begründen zu können, warum ihre Kinder keinen Vater brauchen.

Ganz nebenbei zeigt dieser Film auch, dass ein gut gemeintes Gesetz, wie die Neufassung des Scheidungsrechts von 1978, das genaue Gegenteil von einem wohl gelungenen ist.

Die Mutter wird in die Lage versetzt, das Kind als Waffe zu benutzen, mit der sie auf den Vater schießt. Trifft sie, verletzt sie auch das Kind. Sie merkt es nicht oder will es nicht bemerken. Das Kind: Opfer und Waffe zugleich.

Die Protagonisten: Die Väter

Franzjörg Krieg, Jahrgang 1948, ist Realschullehrer für Musik und Ethik. Von der Mutter seiner beiden Töchter (24 und 15 Jahre) lebt er seit 14 Jahren getrennt. Sie waren 17 Jahre zusammen. Zu seiner älteren Tochter hat er seit über 10 Jahren keinen Kontakt mehr. Zur jüngeren Tochter konnte der Kontakt eingeklagt werden. Trotz häufigem Umgangsboykott und starken Abgrenzungsbemühungen der Mutter konnte die Beziehung aufrecht erhalten werden. Er sieht seine Tochter immerhin jedes zweite Wochenende und in den Ferien. Der Kontakt zu der Mutter seiner Kinder hat sich mittlerweile – nach 13 Jahren hochproblematischen Umgangs miteinander – wieder etwas entspannt. 2001 gründete Franzjörg Krieg den VafK Karlsruhe (Väteraufbruch für Kinder e.V.), dessen Sprecher er immer noch ist. Zudem ist er Erster Vorsitzender des VafK Landesverbandes Baden-Württemberg.

Harald Merker, Jahrgang 1962, ist Anlagenkonstrukteur in Karlsruhe. Er hat zwei Töchter, 13 und 11 Jahre. Seit 2006 ist er geschieden, die Mutter lebt mit ihren Kindern bei ihrem Freund. Trotz Vertrag mit dem Jugendamt wird Harald Merker das Besuchsrecht an seinen Kindern vorenthalten. Da sich die Töchter im Laufe des Trennungsprozesses mit seiner Frau immer stärker von ihm entfremdet haben und aus nicht nachvollziehbaren Gründen offensiv Besuche des Vaters ablehnen, sieht es Harald Merker als ausweglos, eine Klage vor Gericht zu bringen, um den Kontakt zu seinen Kindern, die er seit drei Jahren kaum gesehen hat, rechtlich einzufordern. Das Verhältnis zur Kindsmutter beschreibt Harald Merker als hoffnungslos, eine beidseitige Verständigung als unmöglich.

Bernd Sosna, Jahrgang 1969, lebt seit 2001 von seiner Frau getrennt. Seine Tochter war zum Zeitpunkt der Trennung zweieinhalb Jahre alt. Seitdem hat Bernd Sosna sein Kind nur wenige Male gesehen, da das betreute Umgangsrecht, das er rechtlich in Anspruch nehmen darf, seitens der Mutter massiv beeinträchtigt wird. Die vorsätzliche Anschuldigung der Mutter, Bernd Sosna habe seine Tochter sexuell missbraucht, konnte während einer psychotherapeutischen Betreuung des Kindes nicht nachgewiesen werden. Mit seiner Ex-Frau, die kurz nach der Trennung gemeinsam mit der Tochter nach Nienburg/Weser gezogen ist, kommuniziert der Vater nur per Anwalt und über das Jugendamt. Bernd Sosna, der in Karlsruhe lebt, möchte auf den Kontakt zu seiner Tochter nicht verzichten, sieht eine juristische Auseinandersetzung aber als schädlich für sein Kind. Eine für ihn nahezu aussichtslose Situation.

Ralf Bähringer, 36 Jahre alt, ist Polizist und lebt in der Nähe von Karlsruhe. Ende 2007 wurde er von seiner Ehefrau geschieden, die sich nach zehn Jahren Ehe ohne Angabe von Gründen von ihm trennte. Die gemeinsame Tochter ist fünf Jahre, der Sohn acht Jahre alt. Beide leben seit der Trennung bei seiner Ex-Frau. Trotz seiner Versuche, eine einvernehmliche und vor allem – aufgrund seiner Arbeitszeiten als Polizist – flexible Besuchsregelung zu treffen, klagte seine Ex-Frau eine feste Umgangsregelung vor Gericht ein. Er darf seine Kinder nun alle 14 tage am Wochenende sehen. Ein weiterer, flexibel zu vereinbarender Tag pro Woche, wurde ihm zwar offiziell gerichtlich zugesprochen, wird aber von seiner Ex-Frau konsequent boykottiert. Sie sei „kompromisslos; eiskalt; egal in welcher Beziehung“ stellt er fest

Die Protagonisten: Die Mutter

Birgit Laub wurde in Leipzig geboren und studierte in ihrer Heimatstadt an der Hochschule für Musik bei Prof. Waltraut Wächter. 1986-88 spielte sie im Telemann- Kammerorchester Michaelstein, danach zwei Jahre an der Musikalischen Komödie Leipzig und schließlich von 1990-94 am Schauspiel Leipzig. Anschließend hatte sie ein Engagement an der Philharmonie Baden-Baden und wurde nach einem weiteren Studium an der Hochschule für Musik Mannheim in 2002 Mitglied der Badischen Staatskapelle (2. Violine). Birgit Laub ist geschieden und hat eine elfjährige Tochter.

„Es war ein Wunschkind – von mir. Es war eine Bedingung zu heiraten: Ich werde nicht ohne Kind durchs Leben gehen.“ Und in dem Moment wo sie schwanger war, war irgendetwas anders in ihrer Beziehung und dieses „Andere haben wir nie wirklich gelöst.“ Zwar möchte auch sie „das Kind sehen, das seinen Vater nicht mag“, aber sie möchte auch, dass der Vater sich an die Erziehungsregeln hält, die sie aufgestellt hat. So geht der Vater zwar „liebevoll mit der Tochter um, ohne Zweifel, aber auf eine Art, die gegen mich gerichtet war.“ Und „Der Papa war der Größte, was auch immer sie wollte, hat sie bekommen.“ So geht das natürlich nicht, so geht man nicht mit einem Kind um und benutzt es gar als Spielgefährten „um sein eigenes Ego aufzubauen.“

In diesem kaukasischen Kreidekreis hat der Vater „zum Wohl des Kindes auf den Umgang verzichtet.“ Inzwischen hat Frau Laube ein zweites Kind geboren, dessen Vater ist schwer krank, er hat einen Gehirntumor und wohnt in einer fernen Stadt, aber ihr „Leben ist hier“, sie „fühlt sich sehr wohl“ und ist interessiert, „wie es wohl ist, von Anfang an mit seinem Kind allein zu sein.“ „Ich bin sehr entspannt und immer ruhig und zufrieden mit allem.“ Vater? Der leibliche? Davon ist sie weit weg, denn Vaterschaft ist „ja immer nur eine Erzeugung.“