Der Einsturz - Die Wahrheit ist tödlich

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   2010
Der Einsturz - Die Wahrheit ist tödlich Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Der Einsturz - Die Wahrheit ist tödlich: TV-Krimidrama um eine junge Staatsanwältin, die auf eigene Faust rund um den Einsturz einer Eishalle ermittelt.

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Kritikerrezensionen

  • Julia Koschitz verleiht diesem auf angenehme Weise unspektakulären, dennoch spannenden Krimidrama das zusätzliche, gewisse Etwas.

    Der Einsturz einer Eissporthalle in Bad Reichenhall, bei der im Januar 2006 15 Menschen ums Leben kamen, bildete augenscheinlich den Ausgangspunkt für die Geschichte dieses Sat.1-Films, an der sich gleich drei Autoren – erfolgreich – abmühten. Dass der reale Fall ganz aktuell wieder vor die Gerichte kommt, dürfte noch mehr Aufmerksamkeit auf das von Roxy Film produzierte Krimidrama lenken. Dem wirklich guten Film sei das vergönnt, allerdings könnten daran auch falsche Erwartungen geknüpft sein. Denn anders, als es der Titel suggeriert, steht der Einsturz nicht im Zentrum der Handlung. Dieser sorgt lediglich für eine dramatische Eröffnung, die aber nur sehr schüchtern mit dem Genre des Katastrophenthrillers flirtet und sich überhaupt nicht dem Verdacht visueller Effekthascherei aussetzt. Hier darf alles ein, zwei Nummern kleiner sein (es gibt lediglich einen Toten und eine Schwerverletzte), denn letztlich dreht sich der Film vordergründig um eine erstaunlich junge Staatsanwältin, die von Berlin in ihre bayerische Heimatstadt zurückkehrt, weil ihr Vater als Architekt der Halle für den Einsturz verantwortlich gemacht wird.

    Die Rückkehr in die Provinz ist nicht nur wegen der aktuellen

    Geschehnisse schwierig, das Verhältnis zwischen Vater und Tochter ist seit 15 Jahren zerrüttet und die alte Clique der Heimkehrerin ist auf verschiedenste Weise in das Unglück verstrickt, zumal sich die beschauliche Kommune als Hort von Korruptionen und Machenschaften entpuppt. In Küsters kluger Inszenierung glückt die Verbindung zwischen Kriminalfall, zu dem die Geschichte nach dem vermeintlichen Selbstmord des Vaters wird, und der Vergangenheitsaufarbeitung der jungen Frau. Julia Koschitz spielt die Staatsanwältin so nachdrücklich, dass man ihr nicht nur gespannt bei ihren eigenmächtigen Ermittlungen folgt, sondern sich auch gerne mit ihr in die vielfältigen Verquickungen ihrer Vergangenheit begibt. Dass die vielen Einheimischen sprachlich vom Bayerischen so weit entfernt sind, wie Sylt von Selb, wirkt befremdlich, aber man könnte darüber hinwegsehen. Ins Gewicht fällt diese Inkonsequenz erst als der langjährige Angestellte des Vaters plötzlich als einziger doch noch bayerisch dahergrummeln darf. Man kann dem Film darüber hinaus vorwerfen, dass sich ganz am Ende alles zu sehr in Wohlgefallen auflöst. Sympathisch macht ihn wiederum, dass dies der Hauptfigur ebenfalls auffällt und sie sich schnellstmöglich wieder auf den Weg nach Berlin macht. Noch sympathischer ist der immer wieder kehrende Einsatz eines punkrockigen „Dirty Old Town“-Covers – quasi als intoniertes Fanal für den Kleinstadtklüngel. Allerdings muss man den Bandleadern aus der alten Clique im Film vehement widersprechen. Die Pogues-Version bleibt unerreicht. fra.

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