Der Bankraub

  1. Ø 5
   2015
Der Bankraub Poster

Filmhandlung und Hintergrund

Der Bankraub: Wirtschafts-Drama mit Franz Dinda als jungem Banker, der maßgeblich an der Finanzkrise beteiligt ist.

Martin Kreye hat es geschafft: Er führt die Geschäfte einer großen deutschen Bank in New York und hat mit seinen riskanten, aber erfolgreichen Deals großen Anteil am Aufschwung des Geldkonzerns. Aber dann platzt 2007 die amerikanische Immobilienblase. Die Auswirkungen haben konkrete Folgen für seine Familie: Die Eltern sind praktisch über Nacht mittellos; sein Vater lässt sich in seiner Verzweiflung zu einer folgenschweren Aktion hinreißen.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Wirtschafts-Drama mit Franz Dinda als jungem Banker, der maßgeblich an der Finanzkrise beteiligt ist.

    Der Titel täuscht: In diesem Film wird keine Bank überfallen. „Der Bankraub“ bezieht sich vielmehr auf den Diebstahl, den die Banken selbst begangen haben, bevor ihre faulen Geschäfte im Sommer 2007 mit einem großen Knall geplatzt sind. Hollywoodfilme wie „Der große Crash – Margin Call“ (2011) oder „The Big Short“ (2015) haben diese Ereignisse von oben erzählt. Diese Perspektive nimmt das Drehbuch von Martin Rauhaus zwar ebenfalls ein, aber wie Dieter Wedel in seinem ganz ähnlich konzipierten Zweiteiler „Gier“ zeigt der Autor auch jene, die die Geschichte ausbaden mussten. Eigentlich ganz einfach, dramaturgisch jedoch enorm effektiv ist dabei die Idee, die beiden Seiten von Vater und Sohn repräsentieren zu lassen: Martin Kreye (Franz Dinda) bekommt 2005 die einmalige Chance, die New Yorker Filiale der Neuen Westdeutschen Bank (NWB) aufzubauen. Sein Chef (Justus von Dohnányi) hält große Stücke auf den jungen Mann, und der enttäuscht ihn nicht: Dank riskanter, aber erfolgreicher Investitionen in Kreditausfallversicherungen eilt Martin von Erfolg zu Erfolg; schon bald wird die neue Welt, die er erobert, viel zu groß für seine Verlobte Nina (Bernadette Heerwagen). Aber auch die Beziehung zu seinen braven Eltern bekommt tiefe Risse. Werner Kreye (Joachim Król), Betriebsrat und alter Sozi, hält den Sohn für einen Kapitalistenknecht. Er ist seit vielen Jahren treuer Kunde der NWB. Natürlich kann er nicht ahnen, dass die Lehman-Brothers-Zertifikate, die Martin für seine Bank gekauft hat und die Werner nun auf Anraten seines Bankberaters (Godehard Giese) erwirbt, einer Wette entsprechen, die er nur verlieren kann. Als der amerikanische Immobilien-Boom mit einem Knall endet, stehen die Kreyes mit leeren Händen da. Dabei brauchen sie das Geld dringend, denn Martins Mutter (Ulrike Kriener) muss am Herzen operiert werden; prompt ist die Aufregung zuviel für sie.

    Rauhaus beginnt die Handlung mit Werners Rache an Martins Chef, dann blendet der Film (Regie: Urs Egger) zurück in eine Zeit, als die Welt noch in Ordnung war. Die schön gespielten warmherzigen Szenen mit Vater und Sohn markieren die Fallhöhe der Geschichte. Die Botschaft ist schlicht, aber sie kommt gerade dank der vorzüglichen schauspielerischen Leistungen an: Martin tauscht ein Leben mit echten Menschen und wahren Gefühlen gegen ein Dasein, in dem der Schein mehr zählt als das Sein. Auch wenn die Musik (Ina Siefert, Nellis Du Biel) immer wieder daran erinnert, dass „Der Bankraub“ im Grunde ein Thriller ist: Diese Konstellation bietet den emotionalen Anknüpfungspunkt, den so ein Stoff braucht. Die nicht zuletzt dank der vielen Fachbegriffe ziemlich anspruchsvolle finanzielle Seite ist allerdings nicht minder spannend, zumal es Rauhaus gelingt, die komplizierte Materie zu erläutern, ohne dass die entsprechenden Szenen zu Erklärstücken werden. Dank der charismatischen Leistung von Justus von Dohnányi als Martins Mephistopheles hat die dunkle Seite auch einen angemessenen Repräsentanten. Die Plattitüden, mit denen der Banker seine Vorstandskollegen von Martins waghalsigen Geschäften überzeugt, finden ihren Widerhall in der Verkaufsargumentation von Werners Anlageberater. Weitere wichtige Positionen in der Führungsetage der Bank sind mit Herbert Knaup und Hanns Zischler nicht minder prominent besetzt. tpg.

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