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Interview mit Ina Weisse

Worum geht es in „Der Architekt“?

Ina Weisse: Verdrängung, Angst, Schuld und Selbstbetrug. Es geht um den Zerfall einer scheinbar intakten Familie.

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Entfremdung in menschlichen Beziehungen war schon das Thema in Ihren Kurzfilmen „Sonntags“ und „Alles anders“…

Ina Weisse: Familie als Struktur interessiert mich einfach. Sie ist ein Spiegelbild unserer Gesellschaft und dadurch immer spannend. Jeder kennt Familie und hat auch Demütigung durch sie erlebt. Diese Demütigungen werden von einer Generation an die nächste weitergegeben. Alles, was mit Unterdrückung und Verdrängung zu tun hat, wird letztlich zu einer Frage von Macht undOhnmacht. Die Kinder in der Familie bekommen das direkt zu spüren.

Aber auch die Ehefrau und die Geliebte des Architekten leiden darunter.

Ina Weisse: Ja. Georg Winter glaubt, er kann die Kräfte unter Kontrolle bekommen, die am Ende ihn kontrollieren. Die Rückkehr zu seinen Ursprüngen zeigt ihm, dass er sich selbst und den anderen nicht entkommen kann. Er hätte jetzt die Möglichkeit, mit seiner Vergangenheit umzugehen, sich zu bekennen, aber er ist feige, schafft es nicht und macht sich dadurch wieder schuldig. Vielleicht aus Angst vor Verlust, auch vor Selbstverlust. Schlussendlich zerbricht er daran. Warum sind die Figuren so sprachlos? Ina Weisse: Ihre Beziehungen stecken in der Krise. Deshalb versagt auch die Kommunikation. Sie handeln mit Schweigen. Die Ehefrau ist sprachlos, obwohl sie ständig redet. Je intensiver der Konflikt, umso sprachloser werden sie.

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