Der Andere

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   2008
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Filmhandlung und Hintergrund

Der Andere: Verzwickten Ehebruchsdrama nach einer Vorlage von Bernhard Schlink.

Bei einem Abendessen wirft die erfolgreiche Schuhdesignerin Lisa ihrem Mann Peter gegenüber die Frage auf, ob Paare wirklich ihr ganzes Leben zusammenbleiben können und ob er nie den Wunsch verspürte, fremdzugehen. Am nächsten Morgen ist die Gattin spurlos verschwunden – und auf dem Anrufbeantworter ein gewisser Ralph, der in Lisas Leben eine spezielle Rolle zu spielen scheint. Peter macht sich nach Mailand auf, um den Nebenbuhler zu suchen und zur Rede zu stellen. Dabei kommen einige überraschende Wahrheiten zutage.

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Kritikerrezensionen

  • Er hielt seine langjährige Ehe mit Lisa immer für glücklich. Doch anstatt schöner Erinnerungen an diese Zeit erwartet den einsamen Peter eine unglaubliche Überraschung: Lisa hatte einen Freund namens Ralph, und die gemeinsamen Fotos vom Comer See zeigen sie an diesen Fremden geschmiegt. Der wütende Peter beschließt, den Nebenbuhler kennen zu lernen, ohne ihm zu sagen, wer er ist. Der britische Regisseur Richard Eyre hat mit Liam Neeson und Antonio Banderas als sehr gegensätzlichen Rivalen in Sachen Liebe die Kurzgeschichte „Der Andere“ von Bernhard Schlink spannend und stilvoll verfilmt.

    Das Liebesdrama unterscheidet sich von der literarischen Vorlage jedoch in vielen Punkten. Vor allem der Handlungsaufbau ist im Film ein anderer, Lisas Verschwinden wird erst spät erklärt und zahlreiche Rückblenden erhellen die Vergangenheit aus der Perspektive mehrerer Akteure, während die Kurzgeschichte vom gehörnten Ehemann erzählt wird. Das Wesentliche aber ist inhaltlich gleich geblieben: Ohne seine Frau noch zur Rede stellen zu können, erfährt Peter, dass er an ihrer Liebe nachträglich zweifeln muss, hatte sie doch jahrelang einen geheimen Freund. Seine Selbstzweifel und seine Wut wachsen noch, als er den charmanten, weltgewandten Ralph kennen lernt, der ihm, nichtsahnend wen er vor sich hat, über seine Beziehung erzählt. Am Anfang des Films und in Rückblenden kommt auch Lisa vor, von Laura Linney in ihrem Doppelcharakter als liebende Ehefrau und Reisende in Sachen Leidenschaft glaubwürdig dargestellt.

    Das Drama gehört aber weitgehend Peter als dem Ehemann, dem die späte Wahrheit über seine Frau den Boden unter den Füßen wegzieht. Liam Neeson ist hervorragend in dieser Rolle, mit seinen verletzlichen blauen Augen und der bulligen Kraft, die allmählich Zeichen von Ermüdung bekommt. Der Schock, den die glücklichen Fotos von Lisa und Ralph ihm bereiten, lässt ihn bedrohlich wirken, nur mühsam beherrscht, was seine Firmenangestellten nervös macht. Und auch seine erwachsene Tochter ist höchst beunruhigt, als sie erfährt, dass Peter in Mailand ist, um den Rivalen zu treffen.

    Mit seinem anspruchslosen Äußeren, dem oben aufgeknöpften Hemd ohne Krawatte, sitzt Peter dann dem äußerst elegant gekleideten, rassigen Ralph beim Schachspiel gegenüber. Antonio Banderas spielt diesen galanten, redegewandten Latin Lover als einen Duellpartner auf Augenhöhe für Liam Neeson. Der Wettstreit der Blicke, Bemerkungen, gegensätzlichen Lebenseinstellungen ist sehr spannend, kennt keinen Favoriten. Die Begegnung verändert nicht nur Peters Bild von Lisa, sondern auch ihn selbst.

    Die Musik erinnert manchmal an einen Thriller, wenn Peter den ersten Spuren des Anderen folgt. Die Rückblenden sind eine sinnvolle Alternative zu einem Voice-Over-Erzähler, sie füttern die Handlung mit neuen Aspekten, anderen Sichtweisen und bewahren das Kräftemessen der Männer vor der Erstarrung. Die Kamera findet inspirierende Bilder, die zugleich relativieren und das Bedürfnis nach Orientierung verstärken. Oft ist sie hinter Fensterscheiben platziert oder sie folgt Peter auf seinem Weg mit Abstand, so dass Statisten oder Gegenstände dazwischenkommen.

    Fazit: Liam Neeson und Antonio Banderas sind eine spannende Besetzung als Rivalen in Sachen Liebe.
  • Eine (Herz-)Dame verschwindet bei diesem verzwickten Ehebruchsdrama von Richard Eyre, der nach einer Vorlage von Bernhard Schlink Liam Neeson und Antonio Banderas als verliebte Kampfhähne aufeinander loslässt.

    Bernhard Schlink zum Zweiten. Nach „Der Vorleser“ nun „The Other Man“. Wieder eine Love Story der anderen Art, ein Liebesdreieck diesmal, mit überraschender Volte und etwas Suspense. Bei einem Abendessen kommen die Dinge in Gang. Peter (Liam Neeson), wohlsituierter Unternehmer, feiert mit Frau Lisa (Laura Linney), ihres Zeichens erfolgreiche Schuhdesignerin, die Fertigstellung der neuen Kollektion. Da fragt Lisa, ob ihr Mann denn glaube, dass Paare ihr ganzes Leben zusammen bleiben können und ob er selbst nie den Wunsch verspürte, fremd zu gehen. Am nächsten Morgen ist die Gattin verschwunden – und auf dem Anrufbeantworter ein gewisser Ralph (Banderas), der in Lisas Leben eine spezielle Rolle zu spielen scheint.

    Das klingt nach Rosamunde Pilcher und TV-Film der Woche, nach rachesüchtigem Gemahl und feurigem Lover. Entsprechend tut Eyre auch alles, den Zuschauer glauben zu lassen, dass es sich hier um nichts anderes als eine simple Ehebruchsgeschichte handelt – Nahaufnahmen von schmerz- oder wutverzerrtem Gesicht Peters inklusive.

    Der packt postwendend seine Koffer und macht sich vom nasskalten England ins sonnige Mailand auf, wo er Ralph aufspürt und bald mit ihm Schach spielt – in wortwörtlicher und metaphorischer Hinsicht. Und von dem Moment an, an dem Peter sich fast masochistisch nach den Details der Affäre seiner Frau erkundet, verschieben sich die Perspektiven.

    Der latin lover Ralph – Banderas wandelt auf den Spuren von Marcello Mastroianni – ist nicht der, der er zu sein scheint und auch viele andere „Fakten“ und „Hinweise“ müssen nun ganz anders gelesen werden. Der Film nimmt eine überraschende Wendung und nur die plötzliche Freundschaft zwischen den beiden Protagonisten hätte einen stutzig machen sollen.

    Im Kern recht genau halten sich Eyre und sein Koautor Charles Woods an Schlinks Kurzgeschichte „Der Andere“, die 2000 in der Anthologie „Liebesfluchten“ erschien. Hier wie da geht es eher um Verlust und Vergebung, denn um Eifersucht und Rache. Das Ergebnis ist ein verwobenes Liebesdrama, ansehnlich fotografiert von Haris Zambarloukos („Mamma Mia!„) und von Stephen Warbeck („Spiel der Träume„) mit einem einfühlsamen wie auch aufrüttelnden Soundtrack versehen. Zum Leben erwecken die etwas sperrige Story aber die Darsteller, allen voran Banderas, der als viriler und geistreicher Lebemann überzeugt, und Liam Neeson, der mit schwer gezügeltem Temperament den fool for love gibt. geh.

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