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Der amerikanische Neffe

   Kinostart: 10.12.1998

Filmhandlung und Hintergrund

Einfühlsam erzähltes Familiendrama und Culture-Clash zwischen Irland und USA. Von Darsteller Brosnan mitproduziert.

In das von der jahrzehntelangen Rivalität der Egans und Bradys geprägte, ansonsten beschaulichem Leben auf Inis Dara, einem Irland vorgelagerten Eiland, bricht Egans amerikanischer Neffe ein, dessen Mutter einmal eine Affäre mit Brady hatte. Der Sprößling, der sich als Rasta-gelockter Farbiger entpuppt, bändelt mit Bradys Tochter Aislin an und forscht in der düsteren Familien-Vergangenheit.

Auf Inis Dara, einer Irland vorgelagerten Insel, führen die Bewohner ein beschauliches Leben. Lediglich der seit Jahrzehnten schwelende Konflikt zwischen dem Großbauern Tony Egan und dem Pub-Besitzer Joe Brady stört die Idylle. Der Streit eskaliert, als Chad, der Sohn von Egans verstorbener, in die USA emigrierter Schwester Karen, zu Besuch kommt. Der 17jährige, rastagelockte Farbige bringt nicht nur die traditionell-konservative Dorfgemeinschaft heftig durcheinander, er beginnt zudem eine Romanze mit Bradys hübscher Tochter Aislin…

Einfühlsam erzähltes Familiendrama und Culture-Clash zwischen Irland und USA. Von Darsteller Brosnan mitproduziert.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der amerikanische Neffe: Einfühlsam erzähltes Familiendrama und Culture-Clash zwischen Irland und USA. Von Darsteller Brosnan mitproduziert.

    Vor allem seinen Auftritten als James Bond in den beiden Spionage-Abenteuern „Goldeneye“ und „Der Morgen stirbt nie“ hat es der Ire Pierce Brosnan zu verdanken, daß er seinen Status als internationaler Star festigen konnte. Dieses Renommée soll nun auch seinem Heimatland zu Gute kommen. Deshalb hat Brosnan - nach knapp zehnjähriger Pause - wieder eine Rolle in einem irischen Werk übernommen. In Eugene Bradys Regie-Debüt „Der amerikanische Neffe“ ist er jedoch nicht nur als Pub-Besitzer Joe Brady zu sehen, er fungiert bei diesem einfühlsam erzählten Familiendrama erstmals auch als Produzent.

    Der gebürtige Dubliner Brady, der zunächst Erfahrungen als Werbefilmer und bei TV-Produktionen sammeln konnte, hat sich für seinen Erstling ein geradezu typisch irisches Thema ausgesucht. Im Zentrum von „Der amerikanische Neffe“ stehen die unterschwellig geführten Auseinandersetzungen zwischen zwei seit Jahrzehnten verfeindeten Familienclans, die das Leben auf Inis Dara, einem Irland vorgelagerten, idyllischen Eiland, maßgeblich bestimmen. Der Konflikt zwischen dem Großbauern Tony Egan (die nationale Theatergröße Donal McCann) und dem Pub-Besitzer Joe Brady eskaliert, als sich Besuch aus Amerika ankündigt. Chad (Hill Harper) ist der Sohn von Egans kürzlich verstorbener Schwester Karen, die einst eine Affäre mit Brady hatte und dann die Insel Hals über Kopf verließ, um in den Staaten ein neues Leben zu beginnen. Der störrische Tony ist von der Ankunft seines Neffen wenig begeistert, doch der Unmut schlägt in blankes Erstaunen um, als sich Chad als Rasta-gelockter, 17jähriger Farbiger entpuppt. Dieser Exot bringt mit seinem jugendlichen US-Boy-Charme nicht nur die traditionell-konservative Dorfgemeinschaft heftig durcheinander. Er beginnt auch eine zärtliche Romanze mit Bradys hübscher Tochter Aislin (Aislin McGuckin) und forscht nebenbei - gegen den heftigen Widerstand seines Onkels - in der düsteren Familien-Vergangenheit, um endlich herauszufinden, was seine Mutter damals bewog, ihrer Heimat den Rücken zu kehren.

    „Der amerikanische Neffe“ bezieht seine Faszination weniger aus dem Spiel von Brosnan, der seinen Part souverän, aber ein wenig leidenschaftslos herunterspult, als vielmehr aus dem Aufeinandertreffen der gegensätzlichen Kulturen. Das erfrischend unbekümmerte Spiel von Hill Harper - bekannt aus Spike Lees „Get On the Bus“ - sorgt so für die humorvollen, temporeichen und dadurch unterhaltsamsten Elemente in einem ansonsten eher schwerfällig-schwermütigen Familiendrama, das allerdings - dank der pittoresken irischen Kulisse - durch seine imposanten Landschafts-Aufnahmen von „Mein linker Fuß“-Kameramann Jack Conroy zu gefallen weiß. Da es ähnlich gelagerte „Heimatfilme“ von der Grünen Insel, etwa „Das Feld“ oder „Die Playboys“, auf dem deutschen Kinomarkt traditionell schwer haben, dürfte auch für „Der amerikanische Neffe“ - trotz des Engagements Pierce Brosnans - mehr als ein Achtungserfolg in den einschlägigen Programmkinos kaum möglich sein. lasso.
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