Der Albaner

  1. Ø 5
   2010

Der Albaner: Erschreckend realistisches Drama über einen jungen Albaner, der aus guten Gründen zum Schlepper in Deutschland wird.

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Filmhandlung und Hintergrund

Der Albaner: Erschreckend realistisches Drama über einen jungen Albaner, der aus guten Gründen zum Schlepper in Deutschland wird.

Arben ist jung, arm und Albaner. Statt zur Schule zu dürfen, muss er in Griechenland schwarz arbeiten, doch das Geld reicht trotzdem nicht für seine bettelarme Sippe, die in einem kleinen Bergbauerndorf in der Karstwildnis lebt. Nun braucht er 10.000 Euro: Seine heimliche Liebe Etleva ist schwanger, und ihr Clan sperrt sie ein, bis er die Mitgift auftreibt. Die will er illegal und ohne jede Sprachkenntnisse in Deutschland erarbeiten. Dort trifft er Slatko, der ihn in eine Schlepperbande einführt.

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Kritikerrezensionen

  • Erschreckend realistisches Moraldrama um einen jungen Albaner, der in Deutschland kriminell wird, um seine große Liebe daheim heiraten zu können.

    Selten wurde eine verzweifelte Zwangslage authentischer in eine Elegie übersetzt: Das Elend der Welt, oder wenigstens Albaniens, scheint sich in der Gestalt des jungen und armen Arben (beeindruckend intensiv: Nik Xhelilaj) zu bündeln. Darin liegt die Stärke – und zugleich Schwäche – von Johannes Nabers überzeugendem Spielfilmdebüt, das, man möchte fast sagen: leider, sehr realistisch ausgefallen ist und einen Abstieg in die Hölle nachzeichnet.

    Wer wissen will, wieso Albanien nicht in der EU ist, findet einige triftige Hinweise: Neben grassierender Armut regiert eine archaische Steinzeitkultur aus engstirnigen Clans, wo Väter ihre eigenen Töchter zum Höchstpreis als Braut verscherbeln – Menschenhandel zieht sich wie ein roter Faden durch den Film. Die zunächst noch moralisch integre Hauptfigur sucht einen Ausweg. Anstatt mit seiner Geliebten durchzubrennen, wählt er Ehrenvolles: Illegal in Deutschland Geld verdienen. Er gerät, von Freunden verlassen, von Verwandten verraten, desillusioniert, aufs kriminelle Gleis.

    In Slatko (Ivan Shvedoff aus „England!“) findet er einen Vertrauten, der mit ihm für den Menschenhändler Damir (auf zwielichtige Gangster abonniert: Stipe Erceg) als Schlepper arbeitet, die einzige Aussicht, das Geld noch rechtzeitig zu beschaffen. Diese Verzweiflung, jede Arbeit anzunehmen, lässt Arben aus Liebe einen Fanatismus entwickelt, der alle moralischen Grundsätze negiert. Er macht sich schuldig, naiv und skrupellos, famos charakterisiert von Naber, der sehr nachvollziehbar diese grausame Geschichte erzählt.

    Die Schilderung der Lebensumstände Illegaler ist beklemmend und auf packende Art dokumentarisch angelegt, auch wenn der Tonfall letztlich zur Elegie neigt. Arben ist nicht nur wiederholt schlecht beraten – zum unverschuldeten Unglück gesellt sich das selbstgewählte hinzu. Das ergibt einen Fatalismus, der längst nicht so aussichtslos ist, wie es die melodramatische Konstruktion unterstellt. Ein Wermutstropfen in dem sonst so aufregenden Max-Ophüls-Preisträger.

    tk.

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