Filmhandlung und Hintergrund

Asteroiden-Schocker mit tricktechnisch perfekt inszenierter Katstrophe. Von der "Peacemaker"-Regisseurin.

Voller Entsetzen müssen Wissenschaftler feststellen, daß nur noch zwei Jahre bleiben, bis ein gigantischer Komet direkt mit der Erde kollidiert. Mit der Aussicht konfrontiert, daß die Menschheit ausgelöscht werden könnte, schickt ein Nationenverbund als letzte Rettungsaktion eine Mission ins All. Sollte ihr Bemühen scheitern, muß man sich auf das Ende der Welt vorbereiten.

Der 14jährige Leo Biederman entdeckt per Zufall einen riesigen Kometen, der unaufhaltsam auf die Erde zurast. Eine Kollision würde das Ende der Menschheit bedeuten. Um den Himmelskörper mittels nuklearer Sprengsätze zu zerstören, startet ein ausgebildetes Astronauten-Team ins All. Unterdessen trifft US-Präsident Tom Beck Evakuierungs-Maßnahmen für die Bevölkerung. Doch das notdürftig erbaute Bunkersystem bietet nur einer Million Menschen Platz. Und jeder will zu den Auserwählten gehören…

Ein gigantischer Komet bedroht die Erde. Die Menschen müssen sich auf ihr baldigesEnde vorbereiten, sollte eine Mission ins All scheitern. Schön-schmalzige Soap-Opera und Asteroiden-Schocker mit tricktechnisch perfekt inszenierter Katstrophe in einem.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Im Sommer '98 traten die beiden Superfilme "Armageddon" und "Deep Impact" gegeneinander an, da sie das gleiche Thema hatten. Super steht hier aber für "superteuer". "Armageddon" ist eher ein gut gelauntes Popcorn-Movie, "Deep Impact" dafür wesentlich aussagekräftiger und - für einen Effektfilm vielleicht nicht gerade perfekt - dröge ohne Ende. Zum einen wirkt er durch seine hohe Anzahl an verschiedenen Charakteren, die überhaupt nichts miteinander zu tun haben, viel zu episodenhaft, denn im Endeffekt gibt es drei Handlungsstränge und jeder versucht im Mittelpunkt zu stehen.

      Da ist die Geschichte der Weltraummission, die Geschichte der Journalistin die mit dem Präsidenten zusammenarbeitet (als Nebenhandlung erlebt man dann noch den Streit ihrer Eltern) und drittens die Geschichte des Jungen der den Kometen entdeckt. Übrigends ein völlig überflüssiger und an den Haaren herbeigezogener Handlungsstrang, der zudem noch so kitschig aufgebaut wird, dass er einfach nur nervt.

      So bleibt der gut gemeinte Versuch eines emotionalen Endzeit-Dramas, das jedoch daran scheitert, dass es keine Emotionen freisetzt. Denn "Deep Impact" lässt dem Zuschauer nie die Möglichkeit, sich eine persönliche Identifikationsfigur aufzubauen, einfach weil es zuviele Charaktere gibt und in 117 Minuten nicht genug Zeit ist, wenigstens ein paar der Figuren ausreichend und glaubhaft zu definieren.

      Wie man merkt, hatten das gleiche Problem auch viele der Darsteller. Grandiose Schauspieler wie Morgan Freeman, Maximilian Schell und Mary McCormack irren etwas ziellos durch die Handlung - wenn sie zumindest mal auf der Leinwand zu sehen sind. Da helfen auch keine große Starbesetzung, keine guten Effekte, keine Konsequenz und auch kein guter Wille, die Katastrophe möglichst realistisch zu erzählen, der Film bleibt nur Durchschnitt.

      Im Kino jedoch wurde genau die richtige Strategie eingeschlagen. Der Film wurde durch Trailer und Werbung zum Bombast-Actionfilm gepuscht, das was die Zuschauer zu sehen bekamen war aber eher ein Familiendrama. Auf den kurz danach gestarteten "Armageddon" hatte danach natürlich kaum noch einer Lust, so dass dieser Film hinter den Besuchererwartungen weit zurück blieb. Schade, denn dieser hat in seiner Werbekampagne nicht vorgetäuscht etwas anderes zu sein als das was er ist, nämlich Action vom Feinsten.

      Fazit: Eher ein dröges Familiendrama als ein richtig guter Actionfilm. Was er auch versucht, der Film bleibt nur Durchschnitt.
    2. Deep Impact: Asteroiden-Schocker mit tricktechnisch perfekt inszenierter Katstrophe. Von der "Peacemaker"-Regisseurin.

      Apocalypse soon. 1998 wird das Jahr der Desaster-Events, und Mimi Leders Meteorit fliegt der katastrophalen Bande würdevoll voraus. Es ist ein Weltuntergang der gehobenen dramatischen Leistungsklasse, der sich zu seinem Kontrahenten „Armageddon“ in etwa so verhält wie „Contact“ zu „Independence Day“. Erwartungsfrohe Actionfans werden vom wort- und gefühlslastigen Script auf manche Geduldsprobe gestellt, doch hält spätestens der finale Big Bang, was die Werbekampagne verspricht.

      Das heraufziehende Millenium wirft seine Schatten voraus, und einer davon sieht wie eine Desasterfilmwelle aus Hollywood aus. Seit digitale Effekttechnologie die Rückkehr von Dinosauriern genauso ermöglicht wie eine Atomexplosion in der Innenstadt, hat es immer wieder Ansätze zu einer Wiederbelebung des Kultgenres aus den Siebzigern gegeben, doch erst mit dem Ausklang dieses Jahrtausends und im Windschatten solch apokalyptischer TV-Events wie „Akte-X“ oder „Millenium“ ist die Lust am Weltuntergang in vollendeter Salonfähigkeit zurückgekehrt. Nun konkurrieren sie miteinander, wie vor noch nicht allzu langer Zeit Serienkiller und schwer totzukriegende Actiontitanen, stehen einander kommerziell auf den Füßen wie „Indenpendence Day“ dem „Twister“ oder „Dante’s Peak“ dem „Volcano“ und versuchen sich in immer spektakuläreren Effektfeuerwerken den Rang abzulaufen. 1998 beobachten wir - neben einigen anderen Katastrophen - den Clash der Kometen. Gleich zwei Budgetsaurier handeln vom drohenden Einschlag eines gewaltigen Meteoriten und den Versuchen der Erdenwürmer, dieser Nemesis zu begegnen. Die eine Produktion, „Armageddon“, stammt aus der Werkstatt des Leinwand-Pyromanen Jerry Bruckheimer und wird mit Kugelhagel nicht hinter dem Berg halten. Die andere, „Deep Impact“, hat eine Frau als Regisseur, Gefühle in der Hauptrolle und wird es Bruckheimer nicht leicht machen.

      Ein neuer Komet ist entdeckt worden, und zwar nicht im Planetarium von einem hochdotierten Astronomieprofessor, sondern auf einer Veranda in der Provinz vom Dreikäsehoch Leo Biederman mittels eines handelsüblichen Fernrohrs. Der Himmelskörper wird bald den Namen „Biederman“ tragen, doch so recht freuen kann sich Leo nicht darüber. Wer heißt schon gern genauso wie die Todesursache für fünf Milliarden Menschen. Die TV-Journalistin Jenny Lerner, zweite große Protagonistin in Mimi Leders generationsübergreifendem Konsens-Schicksalsreigen, begreift die kommende Katastrophe zunächst als berufliche Aufstiegschance. Als erste kommt sie hinter das regierungsamtliche Geheimnis und avanciert zu einer Art Komplizin des Präsidenten. Doch die exponierte Stellung bringt auch Sorgen. Als Reporterin, die Nachrichten zurückhält, verliert sie das Vertrauen der Kollegen, und als einfache Bürgerin steht sie vor der qualvollen Wahl, welchen ihrer Lieben sie einen Platz im rettenden Bunker zuschanzen soll. Letztere sind nämlich knapp. Nur 800.000 von 240 Mio. Amerikanern werden einen Platz bekommen. Als auch ein eilig entsandtes, international besetztes Weltallhelden-Dream-Team scheitert, scheint der Untergang besiegelt. Leo Biederman und Jenny Lerner haben ihren Platz im Regierungsbunker sicher, doch in einem tricktechnisch überwältigenden Finale, das manche grenzenlos kitschig, andere wiederrum zutiefst menschlich finden werden, bleiben beide lieber draußen.

      Böse Zungen behaupten, Mimi Leder dürfe nur deshalb mit zweistelligen Millionenbudgets jonglieren, weil sie von ihrem mittlerweile zu Superstarruhm gelangten „Emergency Room“-Hauptdarsteller George Clooney kräftig protegiert würde. Wer jedoch ihre Arbeit aus besagter Serie kennt, weiß um den Wahrheitsgehalt solcher Aussagen. Niemand darf in Hollywood 70 Millionen verpulvern, bloß weil er jemandes Freundin ist. Die beliebteste TV-Serie Amerikas steht deshalb an der Spitze der Ratings, weil sie in einer selten dagewesenen Balance plus einer gehörigen Portion trockenen Humors sowohl authentisches Schicksal als auch den Thrill eines Horrorfilms vermittelt. Deshalb darf Mimi Leder „Deep Impact“ drehen, und deshalb hat „Deep Impact“ die Kurve vom Trash zur Klasse gekriegt. Mal sehen, ob Bruckheimer das auch gelingt.ab.

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